Hl. Gregor der Große

„Ich werde auch nicht einen Weisen unter euch finden“ (vgl. Ijob 17,10 Vulg). Warum sollte man denn einerseits zur Weisheit aufrufen und andererseits wünschen, keinen (unter Ijobs Freunden) als weise zu befinden, wenn nicht deshalb, weil Menschen, die von der Selbstherrlichkeit ihrer falschen Weisheit irregeführt sind, nicht zur wahren Weisheit gelangen können? Von ihnen steht geschrieben: „Weh denen, die in ihren eigenen Augen weise sind und sich selbst für klug halten“ (Jes 5,21). ...

September 20, 2023

Hl. Augustinus

Im Evangelium begegnen uns drei Tote, die vom Herrn sichtbar zum Leben auferweckt wurden, Tausende jedoch unsichtbar. […] Die Tochter des Synagogenvorstehers (vgl. Mk 5,22f.), der Sohn der Witwe von Naïm (vgl. Lk 7,11–15) und Lazarus (vgl. Joh 11) […] stellen symbolisch drei Arten von Sündern dar, die Christus auch heute noch zum Leben auferweckt. ...

September 19, 2023

Basileios von Seleukia

„Herr, mein Diener liegt gelähmt zu Hause und hat große Schmerzen. Auch wenn er ein Sklave ist, so ist doch der, den dieses Übel heimsucht, ein Mensch. Schau nicht auf die Niedrigkeit des Sklaven, sondern vielmehr auf die Größe des Übels“; so in etwa sprach der heidnische Hauptmann; und was erwiderte die höchste Güte? „Ich will kommen und ihn heilen. ...

September 18, 2023

Hl. Johannes Paul II.

Die Kirche muss es daher in jedem geschichtlichen Zeitalter, aber besonders in unserem als eine ihrer wichtigsten Aufgaben betrachten, das Geheimnis des Erbarmens, das uns in Christus aufstrahlt, zu verkünden und ins Leben hineinzutragen. Dieses Geheimnis ist nicht nur für die Kirche selbst als Gemeinschaft der Glaubenden, sondern in gewissem Sinn für alle Menschen Quelle eines Lebens, das grundverschieden ist von dem, welches der Mensch, seiner dreifachen Begehrlichkeit überlassen, aufbauen könnte. ...

September 17, 2023

Hl. Augustinus

Brüder, der heilige Apostel Jakobus wendet sich an eifrige Hörer des Wortes Gottes, wenn er spricht: „Hört das Wort nicht nur an, sondern handelt danach; sonst betrügt ihr euch selbst“ (Jak 1,22). Nicht den Urheber des Wortes würdet ihr täuschen, nicht den, der es euch verkündigt, sondern euch selbst. ...

September 16, 2023

Hl. Amadeus von Lausanne

Es gibt zwei Arten von Martyrium: das offenkundige und das geheime; das sichtbare und das verborgene; das eine im Fleisch, das andere im Herzen. […] Das Martyrium des Herzens übertrifft die Qualen des Fleisches. So hat auch die glorreiche Jungfrau in dieser Art von Leiden triumphiert, und zwar umso glorreicher, je enger sie dabei mit dem anbetungswürdigen Kreuz des Erlösers verbunden war. ...

September 15, 2023

Hl. Cyrill von Jerusalem

Er ist für unsere Sünden wahrhaft gekreuzigt worden. Willst du es leugnen, so belehrt dich der Ort, den du siehst, dieser hl. Golgatha, auf dem wir jetzt um dessentwillen versammelt sind, der auf ihm gekreuzigt worden war. Mit dem Kreuzesholze ist nunmehr fast der ganze Erdkreis erfüllt. ...

September 14, 2023

Symeon der Neue Theologe

Weh denen, die ihren Reichtum horten! Weh denen, die ihre Ehre von den Menschen empfangen wollen! Weh denen, die sich bei den Reichen einschleichen, anstatt Ehre und Reichtum von Gott zu ersehnen, danach zu verlangen, mit ihm vereint zu sein und nichts anderes, denn nichtig ist die Welt und alles, was in der Welt ist: alles nur Eitelkeit der Eitelkeiten […] Weh denen, meine Seele, die nach der Ehre von Menschen verlangen, denn so entgeht ihnen die Ehre von Gott! Weh denen, meine Seele, die ihren Reichtum aufhäufen, denn in der Unterwelt werden sie nach einem Tropfen Wasser lechzen! Weh denen, meine Seele, die ihre Hoffnung auf Menschen setzen, denn die Menschen sterben und mit ihnen ihre Hoffnungen, und so werden sie ohne jede Hoffnung sein! Weh denen, meine Seele, die hier auf Erden ihre Ruhe suchen, denn in der Unterwelt werden sie die ewige Trübsal finden! Sag mir, meine Seele, warum bist du traurig, was strebst du nach den Gütern dieses Lebens? Antworte mir, und ich werde dich den Nutzen eines jeden lehren; lass dich unterweisen und lerne, was gut an jedem ist. ...

September 13, 2023

Kardinal Karol Wojtyla

Das Gebet Christi in Getsemani ist die Begegnung des menschlichen Willens Jesu Christi mit dem ewigen göttlichen Willen. […] Der Sohn wurde Mensch, damit diese Begegnung seines menschlichen Willens mit dem Willen des Vaters stattfinden konnte. Er wurde Mensch, damit diese Begegnung ganz erfüllt sei von der Wahrheit über den menschlichen Willen und das menschliche Herz, jenes Herz, welches das Böse, das Leiden, das Gericht, die Geißelung, die Dornenkrone, das Kreuz und den Tod ablehnt und aus der Welt schaffen will. ...

September 12, 2023

Hl. Charles de Foucauld

Jesus: „Erinnert euch an den Mut, mit dem ich sogar inmitten meiner Feinde, während sie meinen Tod planten, die Lehre der Wahrheit mit lauter Stimme ihnen ins Gesicht verkündete, und zwar genau diese Wahrheiten, von denen ich wusste, dass sie ihnen am meisten verhasst und unerträglich sind … Erinnert euch, mit welchem Mut ich vor und mitten unter ihnen Wunder vollbrachte: diese Heilungen und diese Taten, die sie in Wut versetzten und dazu veranlassten, meinen Tod zu beschließen … Ich habe das für euch getan, um euretwillen, um die Wahrheit laut zu verkünden und um alle Menschen Mut zu lehren, besonders bei der Erfüllung ihrer religiösen Pflichten; um die Seelenhirten zu lehren, Mut beim Predigen zu haben. ...

September 11, 2023