Freitag, 12 Oktober 2018 : Kommentar Katechismus der Katholischen Kirche

Namen, Benennungen und Sinnbilder des Heiligen Geistes: „Heiliger Geist“ ist der Name dessen, den wir mit dem Vater und dem Sohn anbeten und verherrlichen. Die Kirche hat diesen Namen vom Herrn übernommen und spricht ihn bei der Taufe ihrer neuen Kinder aus (vgl. Mt 28,19). Der Ausdruck „Geist“ gibt das hebräische Wort „Ruach“ wieder, das zunächst Hauch, Luft, Wind bedeutet. Jesus gebraucht das eindrucksvolle Bild vom Wind, um Nikodemus das ganz Neue dessen verspüren zu lassen, der der Hauch Gottes, der göttliche Geist in Person ist (vgl. Joh 3,5–8). Andererseits sind „Geist“ und „heilig“ göttliche Eigenschaften, die den drei göttlichen Personen gemeinsam sind. […] Wenn Jesus das Kommen des Heiligen Geistes ankündigt und verheißt, nennt er ihn „Paraklet“, wörtlich: „ad-vocatus“, den „Herbeigerufenen“. „Paraklet“ wird für gewöhnlich mit „Tröster“ oder „Beistand“ wiedergegeben, wobei aber Jesus der erste Beistand ist. Der Herr selbst nennt den Heiligen Geist „Geist der Wahrheit“. […] beim heiligen Paulus [finden sich] die Bezeichnungen: der „Geist der Verheißung“ (Gal 3,14; Eph 1,13); der „Geist der Sohnschaft“ (Röm 8,15; Gal 4,6); der „Geist Christi“ (Röm 8,9); der „Geist des Herrn“ (2 Kor 3,17); der „Geist Gottes“ (Röm 8,9.14; 15,19), und beim hl. Petrus „der Geist der Herrlichkeit“ (1 Petr 4,14). Die Sinnbilder des Heiligen Geistes: [Das Wasser, Die Salbung, Das Feuer, Die Wolke und das Licht, Das Siegel, Die Taube] Die Hand. Jesus heilt Kranke und segnet kleine Kinder, indem er ihnen die Hände auflegt. In seinem Namen tun die Apostel das gleiche. Durch die Auflegung der Hände der Apostel wird der Heilige Geist gespendet. Der Hebräerbrief rechnet die Handauflegung zu den „Grundelementen“ seiner Lehre. In ihren sakramentalen Epiklesen hat die Kirche dieses Zeichen der alles vermögenden Ausgießung des Heiligen Geistes bewahrt. Der Finger. „Durch den Finger Gottes“ treibt Jesus die Dämonen aus7. Während das Gesetz Gottes vom „Finger Gottes“ auf steinerne Tafeln geschrieben wurde (Ex 31, 18), ist der von den Aposteln ausgefertigte „Brief Christi . . . geschrieben . . . mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf Tafeln aus Stein, sondern – wie auf Tafeln – in Herzen von Fleisch“ (2 Kor 3,3). Der Hymnus „Veni, Creator Spiritus“ ruft den Heiligen Geist an als den „Finger der Rechten des Vaters“.

October 11, 2018

Donnerstag, 11 Oktober 2018 : Kommentar Hl. Bonaventura

„Wenn einer von euch einen Freund hat und um Mitternacht zu ihm geht und sagt: Freund, leih mir drei Brote; denn einer meiner Freunde, der auf Reisen ist, ist zu mir gekommen und ich habe ihm nichts anzubieten!“, dann ist das nach geistlichem Verständnis Christus, der so spricht. „Ich nenne euch nicht mehr Knechte, sondern Freunde“ (vgl. Joh 15,15). Man muss zu diesem Freund hingehen, des Nachts, d.h. in der Stille der Nacht, so wie Nikodemus damals, von dem berichtet wird, dass er „Jesus bei Nacht aufsuchte“ (vgl. Joh 3,2). Und dies in erster Linie deswegen, weil man im Verborgenen der Nacht durch Beten anklopfen soll, so wie Jesaja sagt: „Meine Seele verlangt nach dir in der Nacht“ (Jes 26,9). Aber auch deshalb in der Nacht, weil in der Not, so wie Hosea sagt: „In ihrer Not werden sie wieder nach mir Ausschau halten“ (Hos 5,15). Der Freund nämlich, der von der Reise heimkehrt, ist unser Verstand, der ebenso oft zu uns zurückkehrt, wie er sich vorher der zeitlichen Güter wegen entfernt hatte. Die Lust lässt diesen Freund weggehen, doch die Not führt ihn heim, so wie es später bei Lukas beschrieben wird, beim verlorenen Sohn, der sich der Ausschweifung wegen entfernt hatte und seiner Verelendung wegen heimgekehrt ist (vgl. Lk 15,11-32). Wer heimkehrt, tritt bei sich ein, doch er findet sich dort entleert von allem geistlichen Trost. Für diesen hungernden Freund muss man also dem wahren Freund um drei Brote bitten, d.h. das Wissen um die heilige Dreifaltigkeit, d.h. der Namen der drei Personen, damit er seine Nahrung in der Erkenntnis des einen Gottes finde. Die drei Brote können auch der Glaube, die Hoffnung und die Liebe sein, durch die sich die Seele in dreifacher Tugend auszeichnet. Ihretwegen liest man im Buch der Könige: „Wenn du dann von dort weiterziehst und zur Tabor-Terebinthe kommst, werden dir dort drei Männer begegnen, die zu Gott nach Bet-El hinaufziehen. Einer trägt ein Böckchen, einer trägt drei Laib Brot und einer trägt einen Schlauch Wein“ (1 Sam 10,3), damit darin die Einheit der Gnade und die Dreieinigkeit der Tugenden verstanden werden, durch die das Bild Gottes in der Seele geformt wird.

October 10, 2018

Mittwoch, 10 Oktober 2018 : Kommentar Sel. Columba Marmion

Die Erwägungen ihrer Fehler sind absolut richtig. Fehler, die aus einer Schwäche herrühren und die wirklich verabscheut werden, hindern Gott nicht daran, uns zu lieben. Sie befeuern sein Erbarmen: „Wie ein Vater sich seiner Kinder erbarmt, so erbarmt sich der HERR über alle, die ihn fürchten […] er bedenkt, dass wir Staub sind“ (Ps 103(102),13.14b). Es war der großen Frömmigkeit des Paulus eigen, sich dem himmlischen Vater mit all seinen Schwächen zu zeigen, und da er sich immer als ein Glied Jesu Christi ansah, waren seine Schwächen die von Christus: „Viel lieber also will ich mich meiner Schwachheit rühmen, damit die Kraft Christi auf mich herabkommt“ (2 Kor 12,9). Bemühen Sie sich also darum, sich von diesem Geist des kindlichen Vertrauens Gott gegenüber immer mehr erfüllen zu lassen. Mir scheint, je mehr ich innerlich mit unserem göttlichen Herrn vereint bin, umso mehr zieht er mich hin zum himmlischen Vater – und umso stärker will er mich mich mit seinem Geist der Sohnschaft erfüllt sehen. Das entspricht genau dem Geist des Neuen Gesetzes: „Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, sodass ihr immer noch Furcht haben müsstet, sondern ihr habt den Geist der Kindschaft empfangen, in dem wir rufen: Abba, Vater!“ (Röm 8,15).

October 9, 2018

Dienstag, 9 Oktober 2018 : Kommentar Hl. Elisabeth von der Dreifaltigkeit

Damit mich nichts von diesem schönen Schweigen im Inneren entfernt: immer dieselbe Verfassung, dieselbe Abgeschiedenheit, dieselbe Lostrennung, dieselbe Entäußerung! Wenn meine Wünsche, meine Ängste, meine Freuden oder meine Schmerzen […] nicht völlig auf Gott hingeordnet sind, werde ich niemals einsam sein, immer wird es in mir irgendeinen Lärm geben; man muss sie also beruhigen, die Kräfte in den Schlaf wiegen, muss im Wesen eins sein. „Höre, meine Tochter, neige dein Ohr, vergiss dein Volk und dein Vaterhaus, der König verlangt nach deiner Schönheit“ (vgl. Ps 45(44),11-12). […] „Sein Volk“ zu vergessen, das erscheint mir schon viel schwieriger; denn dieses Volk, das ist diese ganze Welt, die sozusagen einen Teil von uns selbst ausmacht: unsere Empfindsamkeit, die Erinnerungen, die Eindrücke, etc… mit einem Wort: das Ich! Man muss es vergessen, es verlassen, und wenn dann die Seele diesen Bruch vollzogen hat, wenn sie von all dem frei ist, dann verlangt der König nach ihrer Schönheit. […] Wenn der Schöpfer das gute Schweigen, das in Seinem Geschöpf herrscht, sieht und vor Augen hat, wie es in seiner inneren Einsamkeit lebt, dann […] lässt [Er] es in diese unermessliche, unendliche Einsamkeit eingehen, in diese „Weite“, die der Prophet besingt und die nichts anderes ist als Er selbst […] „Ich will sie in die Einsamkeit führen und zu ihrem Herzen sprechen“ (Hos 2,16). Das ist diese Seele, die in den weiten Raum der Einsamkeit eingetreten ist, wo Gott Seine Stimme vernehmen lässt! Der heilige Paulus sagt: „Denn lebendig ist das Wort Gottes, kraftvoll und schärfer als jedes zweischneidige Schwert: es dringt durch bis zur Scheidung von Seele und Geist, von Gelenk und Mark“ (Heb 4,12). So ist es also gerade dieses Wort, das die Losschälung in der Seele vollbringen wird […] Aber dieses Wort zu hören, ist noch nicht alles, man muss auch daran festhalten (Joh 14,23)! Indem sie daran festhält, wird die Seele „in der Wahrheit geheiligt“, und dies ist der Wunsch des Meisters […] Hat Er nicht dem, der an Seinem Wort festhält, die Verheißung gegeben: „Mein Vater wird ihn lieben, und Wir werden zu ihm kommen und werden in ihm wohnen“ (Joh 14,23)? Die ganze Dreifaltigkeit lebt in der Seele, die Sie in Wahrheit liebt, das heißt in einer Seele, die an Ihrem Wort festhält!

October 8, 2018

Montag, 8 Oktober 2018 : Kommentar Hl. Gregor der Große

O Herr Jesus, mögest du die Güte haben, mir aus Mitleid zu Hilfe zu eilen. Von Jerusalem bis nach Jericho hinabsteigend, kommst du aus den Höhen hinunter in unsere Niederungen, von einem mit lebendigen Wesen erfüllten Ort hin zu einem Land von Siechen. Siehe: ich bin in die Hände der Engel der Finsternis gefallen, die mir nicht nur mein Gnadengewand weggenommen haben, sondern mich haben halbtot liegen gelassen, nachdem sich mich verprügelt hatten. Mögest du die Wunden meiner Sünden verbinden, nachdem du mir die Hoffnung schenktest, wieder gesund werden zu können, würde ich nämlich die Hoffnung auf Heilung verlieren, fürchte ich, dass sie sich verschlimmerten. Mögest du mich mit dem Öl deiner Vergebung salben und den Wein der Reue über mich ausgießen. Wenn du mich auf deinen eigenen Sattel heben würdest, dann wirst du „den Geringen aus dem Staub aufrichten“ und „den Armen aus dem Schmutz“ (vgl. Ps 113(112),7). Denn du bist es, der unsere Sünden getragen hat, der für uns eine Schuld beglichen hat, der sie nicht verschuldet hatte. Wenn du mich in die Herberge deiner Kirche führen würdest, wirst du mich mit dem Mahl deines Leibes und deines Blutes nähren. Wenn du dich meiner annehmen würdest, werde ich nicht mehr Opfer der rasenden Bestien sein. Wie sehr bedarf ich deiner Zuwendung, da ich doch in diesem der Sünde unterworfenen Leib lebe. Erhöre mich also, mich den ausgeraubten und verletzten Samariter, der weint und stöhnt, der dich herbeiruft und mit David ausruft: „Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld“ (Ps 51(50),3).

October 7, 2018

Sonntag, 7 Oktober 2018 : Kommentar Benedikt XVI.

[In der Bibel] wird das Verhältnis Gottes zu Israel […] unter den Bildern der Brautschaft und der Ehe dargestellt; der Götzendienst ist daher Ehebruch und Hurerei. […] Der Eros Gottes für den Menschen ist — wie wir sagten — zugleich ganz und gar Agape. Nicht nur weil er ganz frei und ohne vorgängiges Verdienst geschenkt wird, sondern auch weil er verzeihende Liebe ist. […] Das philosophisch und religionsgeschichtlich Bemerkenswerte an dieser Sicht der Bibel besteht darin, daß wir einerseits sozusagen ein streng metaphysisches Gottesbild vor uns haben: Gott ist der Urquell allen Seins überhaupt; aber dieser schöpferische Ursprung aller Dinge — der Logos, die Urvernunft — ist zugleich ein Liebender mit der ganzen Leidenschaft wirklicher Liebe. Damit ist der Eros aufs Höchste geadelt, aber zugleich so gereinigt, daß er mit der Agape verschmilzt. […] Die erste Neuheit des biblischen Glaubens liegt, wie wir sahen, im Gottesbild; die zweite, damit von innen zusammenhängende, finden wir im Menschenbild. Der Schöpfungsbericht der Bibel spricht von der Einsamkeit des ersten Menschen, Adam, dem Gott eine Hilfe zur Seite geben will. […] der Gedanke ist doch da, daß der Mensch gleichsam unvollständig ist — von seinem Sein her auf dem Weg, im anderen zu seiner Ganzheit zu finden; daß er nur im Miteinander von Mann und Frau „ganz“ wird. So schließt denn auch der biblische Bericht mit einer Prophezeiung über Adam: „Darum verläßt der Mann Vater und Mutter und bindet sich an seine Frau und sie werden ein Fleisch“ (Gen 2,24). Zweierlei ist daran wichtig: Der Eros ist gleichsam wesensmäßig im Menschen selbst verankert; Adam ist auf der Suche und „verläßt Vater und Mutter“, um die Frau zu finden; erst gemeinsam stellen beide die Ganzheit des Menschseins dar, werden „ein Fleisch“ miteinander. Nicht minder wichtig ist das zweite: Der Eros verweist von der Schöpfung her den Menschen auf die Ehe, auf eine Bindung, zu der Einzigkeit und Endgültigkeit gehören. So, nur so erfüllt sich seine innere Weisung. Dem monotheistischen Gottesbild entspricht die monogame Ehe. Die auf einer ausschließlichen und endgültigen Liebe beruhende Ehe wird zur Darstellung des Verhältnisses Gottes zu seinem Volk und umgekehrt: die Art, wie Gott liebt, wird zum Maßstab menschlicher Liebe.

October 6, 2018

Samstag, 6 Oktober 2018 : Kommentar Hl. Hermas aus Rom

Wenn der Misstrauische ein Werk begonnen hat und dieses wegen seines Misstrauens nicht gelingt, dann zieht die Traurigkeit ein bei dem Menschen, sie betrübt den Heiligen Geist und löscht ihn aus. […] Wirf also die Trauer von dir und betrübe den Heiligen Geist nicht (vgl. 1 Thess 5,19), der in dir wohnt, auf dass er nicht etwa bei Gott gegen dich spreche und dich verlasse. Denn der Geist Gottes, der diesem Körper gegeben wurde, erträgt keine Trauer und keine Angst. Ziehe also jenen Frohsinn an, der Gott stets wohlgefällig und angenehm ist und freue dich in ihm. Denn jeder Fröhliche tut Gutes, denkt Gutes und verachtet die Traurigkeit. Ein Trauriger aber macht seine Sache immer schlecht; erstens ist es nicht gut, dass er den Heiligen Geist betrübt, der dem Menschen gegeben wurde als ein Geist der Freude. Zweitens sündigt der, welcher den Heiligen Geist betrübt, weil er nicht mehr zu Gott betet und vor ihm nicht bekennt. Überhaupt hat das Gebet eines traurigen Menschen nicht die Kraft, auf den Altar des Herrn emporzusteigen. […] Wie nämlich Essig und Wein miteinander gemischt nicht den gleich guten Geschmack haben (wie der reine Wein), so hat auch die Traurigkeit mit dem Heiligen Geist gemischt nicht das gleiche Gebet. Mache dich daher frei von dieser schlimmen Traurigkeit, dann wirst du in Gott leben; ebenso werden alle in Gott leben, welche die Traurigkeit von sich werfen und sich in lauter Frohsinn kleiden.

October 5, 2018

Freitag, 5 Oktober 2018 : Kommentar Hl. Augustinus

Einer, der den Vers gehört hatte: „Bringe Gott als Opfer Lob dar“ (Ps 49(50),14 (Vulg.)), sprach zu sich selbst: „Jeden Tag gehe ich, wenn ich aufstehe, zur Kirche, singe dort ein Morgenlob, am Ende das Tages ein Abendlob, dann bei mir zuhause einen dritten und vierten Lobgesang. Und so werde ich jeden Tag ein Opfer des Lobes darbringen und es meinem Gott darbringen.“ Es ist gut, so zu handeln, wenn du es wirklich tust, doch hüte dich davor, dir zu sicher zu sein in dem, was du tust. Und nimm dich in acht, dass, während deine Zunge wohlgesetzt vor Gott spricht, dein Leben nicht Schlechtes redet vor ihm […] Hüte dich davor, schlecht zu leben, während du wohlgesetzt sprichst. Warum? Weil Gott zum Sünder sagt: „Warum zählst du meine Satzungen auf und nimmst meinen Bund in deinen Mund, [während du meine Worte hinter dich wirfst]?“ (vgl. ebd.,16-17). Seht, mit wie viel Achtung wir reden müssen […] Ihr, meine Brüder, die ihr in Sicherheit seid: Wenn ihr gute Dinge sagen hört, dann ist es Gott, den ihr hört, was für ein Mund es auch immer sei, der spricht. Doch Gott hat die, die sprechen, nicht ohne Zurechtweisung lassen wollen, damit sie sich nicht vielleicht in Sicherheit wähnen, während sie ein unordentliches Leben führen, und sich sagen, dass sie doch Gutes reden, sich also sagen: „Gott will nicht unser Verderben, wo er doch durch uns so gute Dinge zu seinem Volk hat reden wollen“. Hört also, die ihr redet, wer immer ihr seid, auf das, was ihr sprecht; ihr, die ihr gehört werden wollt, hört zuerst auf euch selbst […] Könnte ich doch zuallererst hören, könnte ich doch hören, besser hören als alle auf das, „was Gott, der Herr, in mir redet. Denn Worte des Friedens verkündet er seinem Volk“ (vgl. Ps 84(85),9).

October 4, 2018

Donnerstag, 4 Oktober 2018 : Kommentar Pius X.

„Einen andern Grund kann niemand legen, als der gelegt ist, welcher ist Christus Jesus (1 Kor 3,11). Er allein ist es, „welchen der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat“ (Joh 10,36). „der Abglanz des Vaters und das Ebenbild seines Wesens“ (Hebr 1, 3: Splendor gloriae, der Abglanz der Herrlichkeit), wahrer Gott und wahrer Mensch, ohne den niemand zur heilnotwendigen Erkenntnis Gottes gelangen kann; „denn niemand kennt den Vater als der Sohn und wem ihn der Sohn offenbaren will“ (Mt 11,27). Daraus folgt, dass „alles in Christus erneuern“ soviel heißt, als die Menschen zum Gehorsam gegen Gott zurückführen. Es muss demgemäss unsere Sorge sein, das Menschengeschlecht Christus untertan zu machen. Ist das gelungen, dann ist es auch schon zu Gott zurückgekehrt. Dabei verstehen Wir unter Gott nicht ein träges, um die menschlichen Angelegenheiten unbekümmertes Wesen, wie die Wahngebilde der Materialisten ihn darstellen, sondern den lebendigen, wahren Gott, einfach in seinem Wesen und dreifaltig in den Personen, den Schöpfer der Welt und weisen Lenker des All, endlich den gerechten Geber der Gesetze, der die Schuldigen straft und der Tugend den versprochenen Lohn gibt. Wo nun uns der Weg zu Christus sich öffnet, ist klar erkennbar, nämlich in der Kirche. Deswegen sagt der heilige Chrysostomus mit Recht: „Deine Hoffnung ist die Kirche, dein Heil die Kirche, deine Zuflucht die Kirche“ (Homilie über die Gefangenschaft des Eutrop. Nr. 6). Dazu hat Christus um den Preis seines Blutes sie gegründet, ihr seine Lehre und die Weisungen seiner Gesetze übergehen und sie mit den reichsten göttlichen Gnadengaben ausgestattet, welche den Menschen Rettung und Heiligung haben. So seht ihr also, Ehrwürdige Brüder, welche Aufgabe Uns und euch gleichmäßig gestellt ist. […] Nichts anderes anzustreben, als dass in allen „Christus gestaltet werde“ (Gal 4,10). […] Es ist jene Aufgabe, die Paulus mit jenen herzgewinnenden Worten als seine Obliegenheit bekundet: „O meine Kindlein, für die ich abermals Geburtsschmerzen habe, bis dass Christus in euch gestaltet wird!“ (Gal 4,19). Wie vermöchten sie nur die Obliegenheiten eines solchen Amtes erfüllen, wenn sie nicht selbst zuvor Christus angezogen hätten, und zwar in jener Weise, dass sie das Wort des Apostels von sich gebrauchen können: „Ich lebe, aber doch nicht ich, sondern Christus lebt in mir“ (Gal 2,20), „Christus ist mein Leben!“ (Phil 1,21).

October 3, 2018

Mittwoch, 3 Oktober 2018 : Kommentar Hl. Theresia vom Kinde Jesu

Entsinne Dich der Herrlichkeit des Vaters entsinne Dich des göttlichen Glanzes den Du verließest, um im Exil hier auf Erden alle armen Sünder loszukaufen. O Jesus! Dich in die Jungfrau Maria herab hineinbettend, hast Du Deine unendliche Größe und Herrlichkeit verhüllt. Ach, jene mütterliche Brust die Dir zum zweiten Himmel wurde. Entsinne Dich […] Entsinne Dich, wie an anderen Ufern die goldenen Gestirne und der silberne Mond, die ich in wolkenloser Bläue bestaune, Deine Kinderaugen entzückt und verzaubert haben. Mit jener kleinen Hand, die Maria streichelte, stützest Du die ganze Welt und schenktest ihr Leben. Und dachtest an mich, Jesus, mein kleiner König Entsinne Dich. Entsinne Dich, wie in Einsamkeit Du mit Deinen göttlichen Händen gearbeitet hast; unerkannt zu leben war Dir die liebste Übung. Du hast das Wissen der Menschen abgelehnt, Du, der Du mit einem Wort die Welt bezaubern konntest. Dir gefiel es, Deine tiefe Weisheit zu verbergen. Du schienst unwissend zu sein, O allmächtiger Herr! Entsinne Dich. Entsinne Dich, wie Du fremd auf Erden, heimatlos warst, Du, das Ewige Wort, hattest nichts; nein, nicht einmal einen Stein, keinen Unterschlupf, wie der Vogel der Lüfte. O Jesus, komm herein zu mir, komm, Deinen Kopf zu betten, komm, Dich aufzunehmen ist meine Seele ganz und gar bereit, mein liebster Retter, ruhe in meinem Herzen. Es gehört Dir.

October 2, 2018