Samstag, 3 November 2018 : Kommentar Hl. Franz von Sales

Demütig sein heißt nicht nur, sich misstrauen, es heißt auch: auf Gott vertrauen. Aus diesem Misstrauen gegen uns und die eigene Kraft erblüht das Vertrauen auf Gott, aus diesem Vertrauen wiederum die Hochherzigkeit, von der wir reden. Die allerseligste Jungfrau gibt uns hierin ein sehr bedeutsames Beispiel: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn“, so nennt sie sich selber. Das ist ein Akt allergrößter Demut. Er ist umso größer, als sie ihre Niedrigkeit den Lobsprüchen des Engels entgegenhält, der ihr verkündet, dass sie die Mutter Gottes wird und das Kind in ihrem Schoß „Sohn des Allerhöchsten“ genannt werden soll, ja allen Lobpreisungen und dieser unausdenkbar hohen Würde ihre Geringheit und Unwürdigkeit gegenüberstellt, da sie sich als die „Magd des Herrn“ bezeichnet. Nachdem sie aber so der Demut Genüge getan, schwingt sich ihre Seele allsogleich zu einem herrlichen Akt der Hochherzigkeit auf – beachtet das wohl – und sie spricht: „Mir geschehe nach deinem Wort!“ Sie wollte damit sagen: Schau ich auf das, was ich aus mir selber bin, so muss ich meine Untauglichkeit für eine solche Gnade bekennen; schaue ich aber auf das Gute in mir, das ich von Gott habe, und auf den hochheiligen Willen Gottes, der in deinen Worten ausgesprochen ist, so glaube ich, dass es sein kann und sein wird. So antwortet sie denn ohne das geringste Bedenken: „Mir geschehe nach deinem Wort.“

November 2, 2018

Freitag, 2 November 2018 : Kommentar Hl. Ambrosius

Was soll ich nun, mein geliebtester Bruder, dich beweinen, der du mir so entrissen wurdest […]? Der Verkehr mit dir ist mir nicht genommen, sondern nur geändert: vorher waren wir leiblich unzertrennlich; jetzt sind wir ungeteilt im Herzen, du bist immer bei mir, du wirst auch stets bei mir bleiben. […] Der Apostel ruft mich zur Besinnung und legt dem Jammer gleichsam Zügel an mit jenen Worten […]: „Wir wollen euch nicht in Ungewissheit lassen hinsichtlich der Entschlafenen, damit ihr nicht traurig seid wie diejenigen, welche keine Hoffnung haben“ (1 Thess 4,13). […] Nicht jedes Weinen ist ja Zeichen des Unglaubens oder der Schwäche. Ein anderes ist der Schmerz der Natur, ein anderes das Klagen des Misstrauens […] Hat ja auch nicht bloß der Schmerz, sondern ebenso die Freude Tränen! Die Hingabe an Gott weckt die Tränen, das Gebet lässt sie über das Lager ausströmen nach jenem bekannten Worte des Psalmisten (Ps 6,7). So erhoben auch die Hinterbliebenen ein großes Klagen, als die Patriarchen bestattet wurden. Also sind die Tränen Zeugen der Ergebenheit, nicht der Anreiz zum Schmerz. Also habe auch ich geweint, ich will es gestehen; aber auch der Herr hat geweint (Joh 11,35). Er beweinte einen Fremden: ich den Bruder. Er beweinte in dem Einen alle, ich werde in allen dich beweinen, mein Bruder! Der Herr weinte in unserer Natur (unserem Zustand), nicht in der ihm eigenen: denn die Gottheit hat keine Tränen. Er weinte, wie er auch traurig war; er weinte in der Natur, in der er auch gekreuzigt, gestorben und begraben ist […] In der Natur hat er geweint, in welcher er Sion seine Mutter nannte, geboren in Judäa, Fleisch geworden aus der Jungfrau.

November 1, 2018

Donnerstag, 1 November 2018 : Kommentar Hl. Theresia vom Kinde Jesu

Sr. Maria von der Eucharistie wollte für eine Prozession die Kerzen anzünden; sie hatte keine Streichhölzer; da fällt ihr Blick auf die kleine Lampe, die vor den Reliquien brennt; sie geht hin, aber ach, die Lampe ist halb erloschen, der verkohlte Docht gibt nur noch einen schwachen Schein. Dennoch gelingt es ihr, die Kerze anzuzünden, und mit dieser Kerze werden die Kerzen der ganzen Kommunität angezündet. Diese kleine halberloschene Lampe hat also alle diese schönen Flammen hervorgebracht, die ihrerseits unendlich viele andere hervorbringen und sogar das ganze Universum in Brand stecken können. Immer aber würde man der kleinen Lampe den Ursprung dieser Feuersbrunst verdanken. Wie könnten die schönen Flammen es sich zur Ehre anrechnen, einen solchen Brand entfacht zu haben, da sie doch wissen, dass sie selbst nur mit Hilfe des kleinen Funkens entzündet worden sind? … So ist es auch mit der Gemeinschaft der Heiligen. Oft verdanken wir die Gnaden und Erleuchtungen, die uns zuteil werden, einer verborgenen Seele, denn der liebe Gott will, dass die Heiligen einander die Gnaden durch das Gebet mitteilen, damit sie sich im Himmel mit einer großen Liebe lieben, mit einer Liebe, die noch viel größer ist als jene, mit der man einander in einer Familie, und sei es die idealste Familie auf Erden, liebt. Wie oft habe ich gedacht, dass ich vielleicht alle Gnaden, die ich empfangen habe, dem Gebet einer Seele verdanke, die mich vom lieben Gott erbetet hat und die ich erst im Himmel kennenlernen werde. Ja, ein ganz kleiner Funken kann in der ganzen Kirche große Leuchten entstehen lassen, wie die Kirchenväter und die Märtyrer, die im Himmel ohne Zweifel hoch über ihm stehen werden; aber wie sollte man vergessen, dass ihre Herrlichkeit von der seinen herrührt? Im Himmel wird man nie einem gleichgültigen Blick begegnen, denn alle Auserwählten werden wissen, dass sie die Gnaden, mit deren Hilfe sie ihre Krone erworben haben, einander verdanken.

October 31, 2018

Mittwoch, 31 Oktober 2018 : Kommentar Hl. Leo der Große

Die Vorsehung des barmherzigen Gottes, dessen Plan es war, der dem Verderben geweihten Welt „am Ende der Zeiten“ (1 Petr 1,20) zu Hilfe zu kommen, bestimmte schon im voraus die Erlösung aller Völker in Christus. […] In diesen Völkern waren einst dem hochseligen Patriarchen Abraham zahllose Nachkommen verheißen worden, die nicht aus dem Samen des Fleisches, sondern aus der Befruchtung durch den Glauben hervorgehen sollten. Und deshalb wurde sein Geschlecht mit der Menge der Sterne verglichen (Gen 15,5), damit sich der Stammvater aller Völker keine irdische sondern eine himmlische Nachkommenschaft erhoffe. […] Eintreten, eintreten soll in die Familie der Patriarchen die Gesamtheit der Völker (vgl. Röm 11,25), und der Segen im Samen Abrahams (vgl. Röm 9,8), von dem sich die Kinder des Fleisches abwenden, werde den Kindern der Verheißung zuteil! Alle Nationen mögen in den drei Weisen zu dem Schöpfer des Weltalls beten! Nicht nur in Judäa, sondern auf dem ganzen Erdenrund werde Gott bekannt, auf dass allerorts „in Israel sein Name groß“ sei! (vgl. Ps 76(75),2). Da uns also, Geliebteste, diese Geheimnisse der göttlichen Gnade geoffenbart wurden, so lasst uns den Tag unserer Erstlingsgaben und die beginnende Berufung der Heidenvölker in angemessener Freude feiern! Danken wollen wir dem barmherzigen Gott, wie der Apostel sagt: „Er hat euch fähig gemacht, Anteil zu haben am Los der Heiligen, die im Licht sind. Er hat uns der Macht der Finsternis entrissen und aufgenommen in das Reich seines geliebten Sohnes“ (Kol 1,12f.). Wie Jesaja prophezeite […]: „Die Heiden, die dich nicht kannten, werden dich anrufen, und Völker, die von dir nichts wussten, werden zu dir ihre Zuflucht nehmen“ (vgl. Jes 55,5). „Abraham sah diesen Tag und freute sich“ (vgl. Joh 8,56), indem er die Kinder seines Glaubens erkannte, die in seinem Samen, das heißt in Christus, gesegnet werden sollten, und sich im voraus als den künftigen Vater aller Völker durch den Glauben schaute, „Gott die Ehre gebend und vollkommen überzeugt, dass er mächtig ist zu tun, was immer er versprochen hat“ (vgl. Röm 4,18-21).

October 30, 2018

Dienstag, 30 Oktober 2018 : Kommentar Hl. Maximus von Turin

„Ein Mann nahm ein Senfkorn und säte es in seinen Garten; es wuchs und wurde zu einem Baum und die Vögel des Himmels nisteten in seinen Zweigen.“ Wir wollen uns fragen, auf wen das alles zutrifft […] Ich denke, das Gleichnis trifft genau auf Christus unseren Herrn zu, der, hineingeboren in die Niedrigkeit der menschlichen Existenz, sich schließlich in den Himmel erhob wie ein Baum. Zermalmt in der Passion ist Christus das Samenkorn; in seiner Auferstehung wird er zu einem Baum. Ja, er ist ein Samenkorn, wenn er Hunger leidet und nichts zu essen hat; und er ist ein Baum, wenn er mit fünf Broten fünftausend Männer speist (Mt 14,13ff.). Hier nimmt er die Mittellosigkeit eines Menschen auf sich, dort schenkt er Sättigung kraft seiner Gottheit. Ich würde sagen, der Herr ist Samenkorn, wenn er geschlagen, verachtet, geschmäht wird; und er ist Baum, wenn er den Blinden das Augenlicht zurückgibt, wenn er Tote auferweckt und Sünden vergibt. Er selbst versteht sich als Samenkorn: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt […]“ (Joh 12,24).

October 29, 2018

Montag, 29 Oktober 2018 : Kommentar Katechismus der Katholischen Kirche

Gott hat den Menschen als vernunftbegabtes Wesen erschaffen und ihm die Würde einer Person verliehen, die aus eigenem Antrieb handelt und über ihre Handlungen Herr ist. „Gott wollte nämlich den Menschen ‚der Macht der eigenen Entscheidung überlassen‘ (Sir 15,14), so dass er von sich aus seinen Schöpfer suche und frei zur vollen und seligen Vollendung gelange, indem er ihm anhängt“ (GS 17). „Der Mensch ist vernünftig und dadurch das Ebenbild Gottes, geschaffen in Freiheit und Herr seines Tuns“ (hl. Irenäus, hær. 4,4,3). Freiheit und Sünde. Die Freiheit des Menschen ist begrenzt und fehlbar. Der Mensch hat sich tatsächlich verfehlt. Er hat freiwillig gesündigt. Indem er den liebevollen Plan Gottes zurückwies, täuschte er sich selbst; er wurde zum Sklaven der Sünde. Diese erste Entfremdung zog viele andere nach sich. Die Geschichte der Menschheit zeugt von Anfang an von schlimmen Geschehnissen und Unterdrückungen, die infolge eines Missbrauchs der Freiheit aus dem Herzen des Menschen hervorgingen. […] Wenn sich der Mensch vom sittlichen Gesetz entfernt, beeinträchtigt er seine Freiheit, kettet sich an sich selbst, zerreißt die Bande der Brüderlichkeit und lehnt sich gegen die göttliche Wahrheit auf. Befreiung und Heil. Durch sein glorreiches Kreuz hat Christus allen Menschen das Heil erworben. Er hat sie von der Sünde befreit, die sie gefangen hielt. „Zur Freiheit hat uns Christus befreit“ (Gal 5,1). In ihm haben wir teil an der „Wahrheit“, die frei macht (vgl. Joh 8,32). Uns wurde der Heilige Geist geschenkt, und „wo der Geist des Herrn wirkt, da ist Freiheit“ (2 Kor 3,17), lehrt der hl. Paulus. Schon jetzt rühmen wir uns der „Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes“ (vgl. Röm 8,21). Freiheit und Gnade. Die Gnade Christi beeinträchtigt unsere Freiheit keineswegs, falls diese dem Sinn für das Wahre und Gute entspricht, den Gott in das Herz des Menschen gelegt hat. Die christliche Erfahrung bezeugt vor allem im Gebet das Gegenteil: Unsere innere Freiheit und unsere Standhaftigkeit in Prüfungen sowie gegenüber dem Druck und den Zwängen der äußeren Welt nehmen in dem Maß zu, in dem wir den Anregungen der Gnade folgen. Durch das Wirken der Gnade erzieht uns der Heilige Geist zur geistigen Freiheit, um uns zu freien Mitarbeitern seines Werkes in Kirche und Welt zu machen.

October 28, 2018

Sonntag, 28 Oktober 2018 : Kommentar Hl. Gertrud von Helfta

In dir, du lebendiger Gott, hat mein Herz und mein Fleisch gelebt, und an dir, mein wahres Heil, hat sich meine Seele erfreut. Wann, Gott der Götter, mein Gott, werde ich dich mit eigenen Augen sehen? Wann, du Gott meines Herzens, wird mich der Anblick deines sanften Antlitzes erfreuen? Wann wirst du die Sehnsucht meines Herzens stillen mit der Offenbarung deiner Herrlichkeit? Mein Gott, du bist mein aus allem anderen erwähltes Erbe, meine Kraft und mein Ruhm. Wann kann ich eintreten in den Lichtkreis deiner Macht, um deine Kraft und Herrlichkeit zu sehen? Wann kleidest du mich in den Mantel des Lobes an Stelle des Trauergewandes, damit zusammen mit den Engeln mein ganzer Leib dir ein Jubelopfer darbringe? Wann, du Gott meines Lebens, werde ich in den Tabernakel deines Ruhmes eintreten, um dir in Gegenwart aller Heiligen zu singen und mit Herz und Seele das große Erbarmen verkünden, das du mir erwiesen hast? Wann wird das Netz des Todes reißen, damit meine Seele dich ohne Umschweife sieht? […] Wer kann sich je sattsehen an deinem Lichtglanz? Wann werden Auge und Ohr die Herrlichkeit deines Antlitzes je zur Genüge bewundert haben? (Biblische Referenzen: Ps 83(84),3; Ps 70(71),16; Lk 1,47; Jes 61,10; Ps 26(27),6; Gen 19,19)

October 27, 2018

Samstag, 27 Oktober 2018 : Kommentar Hl. Augustinus

Torheiten über Torheiten und Eitelkeiten über Eitelkeiten, meine alten Freundinnen, hielten mich zurück, zupften mich verstohlen am Gewand meines Leibes und flüsterten mir zu: „Du willst uns verlassen?“ und „Von diesem Augenblick sollen wir in Ewigkeit nicht mehr bei dir sein?“ und „Von diesem Augenblick wirst du dies und das in Ewigkeit nicht mehr tun dürfen“. Und was flüsterten sie mir nicht mit den Worten „dies und das“ zu, was flüsterten sie mir zu, mein Gott? […] Freilich hemmten sie mich noch mehr; und nur zögernd konnte ich mich ihnen entreißen, sie von mir abschütteln und den Sprung dorthin tun, wohin ich gerufen wurde; denn die gewalttätige Gewohnheit sagte zu mir: „Glaubst du, es ohne sie aushalten zu können?“ Aber sie sagte es schon mit ersterbender Stimme. Es eröffnete sich mir nämlich von der Seite, der ich mein Angesicht zugewandt hatte und zu der hinüberzueilen ich doch noch zitterte, der Anblick der Enthaltsamkeit in ihrer erhabenen Keuschheit; heiter und doch nicht ausgelassen lustig, mit züchtigem Wohlwollen lud sie mich ein, ohne Zaudern zu ihr zu kommen. Und sie breitete, mich aufzufangen und zu umarmen, die frommen Hände aus, die angefüllt waren von einer Menge guter Beispiele. […] „Gott, der Herr, hat mich ihnen gegeben. Was stellst du dich auf dich selbst und hast doch keinen festen Stand? Wirf dich auf den Herrn und fürchte dich nicht; er wird nicht ausweichen und dich zu Falle bringen; wirf dich unbesorgt auf ihn, er wird dich auffangen und heilen“. […] So verlief in meinem Herzen der Kampf, den ich einzig und allein gegen mich kämpfte. […] Als ich so in tiefschürfender Betrachtung mein ganzes Elend aus seinem geheimen Grund hervorzog und vor die Augen meines Geistes stellte, da erhob sich ein gewaltiger Sturm, der einen ungeheuren Tränenregen mit sich führte. Und um ihn auch in Worten sich völlig austoben zu lassen, stand ich auf und ging von Alypius weg […] Ich aber warf mich, ohne zu wissen wie, unter einem Feigenbaum auf den Boden und ließ meinen Tränen freien Lauf; und wie Ströme brach es aus meinen Augen hervor, dir ein wohlgefällig Opfer; zwar nicht mit denselben Worten, aber doch in demselben Sinne sprach ich zu dir: „Und du, o Herr, wie lange noch?“ „Wie lange noch wirst du zürnen bis zum Ende? Sei unserer vorigen Missetaten nicht eingedenk!“ Denn ich fühlte, wie sie mich festhielten, und stieß die Klagelaute aus: „Wie lange noch? Wie lange noch: Morgen und immer wieder morgen? Warum nicht sogleich? Warum soll diese Stunde nicht das Ende meiner Schande bedeuten“ […] Und siehe, ich höre da aus dem benachbarten Hause die Stimme eines Knaben oder eines Mädchens in singendem Tone sagen und öfters wiederholen: „Nimm und lies, nimm und lies.“ Sogleich veränderte sich mein Gesichtsausdruck, und aufs angestrengteste begann ich nachzudenken, ob etwa die Kinder bei irgendeinem Spiel etwas Derartiges zu singen pflegten, aber ich entsann mich nicht, jemals solches gehört zu haben. Da hemmte ich den Strom meiner Tränen und stand auf; konnte ich mir doch keine andere Erklärung geben, als dass eine göttliche Stimme mir befehle, die Schrift zu öffnen und das erste Kapitel, auf das ich gestoßen, zu lesen. […] Daher kehrte ich eiligst auf den Platz zurück, wo Alypius saß; denn dort hatte ich die Briefe des Apostels liegen lassen, als ich aufgestanden war. Ich griff nach ihnen, öffnete sie und las für mich das Kapitel auf das zuerst meine Augen fielen: „Nicht in Schmausereien und Trinkgelagen, nicht in Schlafkammern und Unzucht, nicht in Zank und Neid; sondern ziehet den Herrn Jesum Christum an und pfleget nicht des Fleisches in seinen Lüsten“ (Röm 13,13f.). Ich wollte nicht weiterlesen, es war auch nicht nötig; denn bei dem Schluss dieses Satzes strömte das Licht der Sicherheit in mein Herz ein, und alle Zweifel der Finsternis verschwanden.

October 26, 2018

Donnerstag, 25 Oktober 2018 : Kommentar Hl. Hieronymus

Jesus kündet nun weiter an, was seiner Verkündigung folgen wird. Mit dem Christentum hat sich die ganze Welt in zwei Lager geteilt und die einen haben sich gegen die anderen erhoben. Jedes Haus beherbergte Ungläubige wie Gläubige; ein guter Krieg wurde herbeigeführt, um einen faulen Frieden zu zerstören. Im Buch Genesis steht geschrieben, wie Gott in ähnlicher Weise gegen die aufrührerischen Menschen vorging, die vom Osten kamen, um eiligst einen Turm zu bauen, um in den Himmel vorzustoßen (vgl. Gen 11,1-9): Er ließ bei ihnen den Krieg ausbrechen. Daher die Bitte Davids: „Zerstreue die Völker, denen Schlachten gefallen!“ (Ps 68(67),31). Jede Gemütsregung bedarf der Ordnung. Liebe deinen Vater, liebe deine Mutter, liebe deine Kinder – Gott aber liebe an erster Stelle. Wenn es unumgänglich wird, die Liebe zu den Eltern, zu den eigenen Kindern in die eine und die Liebe zu Gott in die andere Waagschale zu werfen, ohne dass es möglich wäre, beiden gleichermaßen zu genügen, dann frommt es sich, den Seinen nicht den Vorzug zu geben, sondern Gott.

October 24, 2018

Dienstag, 23 Oktober 2018 : Kommentar Hl. Vinzenz von Paul

Bedenkt, liebe Töchter, die Treue, die ihr Gott schuldet. Eure Berufung besteht darin, dass ihr euch oft die Gegenwart Gottes bewusst macht. Damit euch das einfacher gelingt, bedient euch der Hinweise, die das Schlagen der Uhr euch geben wird, um dann irgendein Akt der Anbetung zu verrichten. Ein solcher Akt könnte dann darin bestehen, in eurem Innersten etwa folgende Worte zu sagen: „Mein Gott, ich bete Dich an“, oder auch „Mein Gott, Du bist mein Gott“, „Mein Gott, ich liebe Dich aus ganzem Herzen“; „Ich wünschte, dass alle Welt, Dich, o mein Gott, erkennen und ehren würde, dass sie die Ablehnung, die Du freiwillig auf Erden erduldest hast, hochzuschätzen wüsste“. Zu Beginn jedes dieser (Gebets-)Akte könntet ihr die Augen schließen, um euch vorher kurz zu sammeln.

October 22, 2018