Freitag, 14 Dezember 2018 : Kommentar Römische Liturgie

Gott, heilger Schöpfer aller Stern, erleucht uns, die wir sind so fern, daß wir erkennen Jesus Christ, der für uns Mensch geworden ist. Denn es ging dir zu Herzen sehr, da wir gefangen waren schwer und sollten gar des Todes sein; drum nahm er auf sich Schuld und Pein. Da sich die Welt zum Abend wandt, der Bräut’gam Christus ward gesandt. Aus seiner Mutter Kämmerlein ging er hervor als klarer Schein. Gezeigt hat er sein groß Gewalt, daß es in aller Welt erschallt, sich beugen müssen alle Knie im Himmel und auf Erden hie. Wir bitten dich, o heilger Christ, der du zukünftig Richter bist, lehr uns zuvor dein’ Willen tun und an dem Glauben nehmen zu. Lob, Preis sei, Vater, deiner Kraft und deinem Sohn, der all Ding schafft, dem heilgen Tröster auch zugleich so hier wie dort im Himmelreich.

December 13, 2018

Donnerstag, 13 Dezember 2018 : Kommentar Origenes

Josua überschritt den Jordan, um die Stadt Jericho anzugreifen. Aber der hl. Paulus lehrt: „[…] wir haben nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern gegen Mächte und Gewalten, gegen die Weltherrscher dieser Finsternis, gegen die bösen Geister in den himmlischen Bereichen“ (Eph 6,12). Die Vorkommnisse, die aufgezeichnet wurden, sind Bilder und Symbole. Denn Paulus sagt an anderer Stelle: „Das aber geschah an ihnen, damit es uns als Beispiel dient; uns zur Warnung wurde es aufgeschrieben, uns, die das Ende der Zeiten erreicht hat“ (1 Kor 10,11). Wenn also diese Dinge zu unserer Ermahnung aufgezeichnet wurden – wohlan denn! Was zögerst du? Brechen wir auf in den Krieg, erstürmen wir die größte Stadt dieser Welt, d.h. die Bosheit, und zerstören wir die stolzen Stadtmauern der Sünde. Schaust du ringsum nach, welcher Weg einzuschlagen ist, welches Schlachtfeld auszusuchen ist? Du findest ohne Zweifel meine Worte verwunderlich, aber sie sind dennoch wahr: beschränke deine Nachforschungen auf dich allein. In dir findet der Kampf statt, den du liefern willst, in deinem Inneren ist das Bauwerk des Bösen und der Sünde, das es niederzureißen gilt. Dein Feind kommt aus der Tiefe deines Herzens. Nicht ich sage dir das, sondern Christus; hör gut zu: „[…] aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Zeugenaussagen und Lästerungen“ (Mt 15,19). Machst du dir einen Begriff von der Macht dieser feindlichen Armee, die aus der Tiefe deines Herzens gegen dich vorrückt? Das sind unsere wahren Feinde.

December 12, 2018

Mittwoch, 12 Dezember 2018 : Kommentar Hl. Bonaventura

Lerne also wahrhaft demütig zu sein – ohne Verstellung wie jene, die sich in Falschheit demütigen, und nicht wie die Heuchler, von denen es im Buch Sirach (19,23) heißt: „Es ist einer, der sich trügerisch erniedrigt, sein Inneres aber ist voll List.“ „Ein wahrhaft Demütiger“, sagt Bernhard, „will stets geringgeachtet, nicht als demütig gepriesen werden.“ […] Glaube nicht, dass die Jungfräulichkeit Gott gefalle ohne die Demut; sicher wäre auch Maria nicht die Gottesmutter geworden, wenn sie in sich Hochmut gehabt hätte. […] und deswegen handelt es sich hier um eine große Tugend, ohne deren Besitz es nicht bloß keine andere wahre Tugend gibt, sondern diese sich zum Hochmut auswächst. […] Christus hat sich für uns erniedrigt […] dass zu seiner Zeit nichts verächtlicher angesehen wurde als er. […] So tief war seine Erniedrigung, so sehr hatte er sich gebeugt, dass niemand über ihn ein rechtes Urteil abgab, niemand von ihm glaubte, dass er Gott sei. Wenn also unser Herr und Meister selber sagt: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr, und der Jünger steht nicht über seinem Meister, dann musst du, wenn du eine Magd Christi, eine Jüngerin Christi bist, gering, verachtet und demütig sein.

December 11, 2018

Dienstag, 11 Dezember 2018 : Kommentar Hl. Faustina Kowalska

Das Warten der Seele auf die Ankunft des Herrn Ich weiß nicht, Herr, zu welcher Stunde Du kommen wirst, So wache ich stets und lausche, als Braut von Dir erwählt. Du liebst es, Dich unbemerkt zu nähern. Vom reinen Herzen, Herr, wirst Du auch bald erspäht. Ich erwarte Dich, Herr, in Schweigen und Stille, Mit einem Herzen, das vor Sehnsucht bebt. Begierig, in unüberwindlicher Fülle, Fühle ich, wie meine Liebe zu Dir in Glut übergeht. Am Ende des Lebens wird sie lodernd aufsteigen zum Himmelszelt. Dann wird alles Erfüllung finden, alles was mir gefällt. Komme bald, mein süßester Herr, Und nimm mein dürstendes Herz, Hoch droben, zu Dir, ins himmlische Land, Wo ewig währt Deines Lebens Band. Das Leben auf Erden ist ein stetes Sterben. Mein Herz fühlt sich bestimmt für ewige Höhen. Hier, im irdischen Tal, will es nichts erben, Mein Vaterhaus kann ich nur im Himmel sehen.

December 10, 2018

Montag, 10 Dezember 2018 : Kommentar Hl. Aelred von Rievaulx

Unglückseliger Adam! Was hast du bloß, über die Gegenwart Gottes hinaus, noch gesucht? Jetzt aber, du Undankbarer, sinnierst du über deine Missetat: „Nein, ich werde sein wie Gott!“ (vgl. Gen 3,5). Welch unerträglicher Stolz! Soeben erst wurdest du aus Ton und Schlamm geformt und willst jetzt in deiner Anmaßung sein wie Gott? […] So hat der Stolz den Ungehorsam gezeugt, die Ursache unseres Unglücks […] Welche Demut könnte einen solchen Stolz wieder gutmachen? Welch menschlicher Gehorsam eine solche Schuld sühnen? Wie könnte ein Gefangener einen Gefangenen befreien? Wie ein Unreiner einen Unreinen? Ist also dein Geschöpf, o Gott, dem Verderben ausgeliefert? „Hat Gott vergessen, dass er gnädig ist? Oder hat er im Zorn sein Erbarmen verschlossen?“ (Ps 77(76),10). Nein! „Ich kenne die Gedanken, die ich für euch denke - Spruch des HERRN -, Gedanken des Friedens und nicht des Unglücks“ (vgl. Jer 29,11). Beeile dich, Herr, komm schnell! Schau auf die Tränen der Armen! „Das Stöhnen des Gefangenen komme vor dein Angesicht!“ (Ps 79(78),11). Welch glücklicher Augenblick, welch heller und ersehnter Tag, wenn die Stimme des Vaters ertönt: „Wegen der Unterdrückung der Schwachen, wegen des Stöhnens der Armen stehe ich jetzt auf“ (Ps 12(11),6). […] Ja, „hilf doch, HERR, der Fromme ist am Ende, ja, verschwunden sind die Treuen unter den Menschen“ (vgl. Ps 12(11),2).

December 9, 2018

Sonntag, 9 Dezember 2018 : Kommentar Sel. Guerricus von Igny

„Stimme eines Rufers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn!“: Brüder, wir müssen vor allem anderen über die Gnade der Einsamkeit nachsinnen, über die Seligkeit der Wüste, die seit Beginn der Heilszeit es wert war, der Erholung der Heiligen zu dienen. Gewiss, die Wüste ist uns heilig durch die „Stimme eines Rufers in der Wüste“, Johannes des Täufers, der dort predigte und eine Taufe zur Vergebung der Sünden spendete. Schon vor ihm hatten die heiligsten unter den Propheten bereits die Einsamkeit als einen Ort geliebt, der vom Geist Gottes bevorzugt wird (vgl. 1 Kön 17,2ff.; 19,3ff.). Doch dieser Ort erfuhr eine unvergleichlich größere Gnade der Heiligung, als Jesus den Platz des Johannes einnahm (Mt 4,1) […] Vierzig Tage blieb er in der Wüste, als wolle er den Ort für ein neues Leben reinigen und heiligen; er besiegte den Despoten, der ihn dort heimsuchte, weniger für sich selbst als für die, die hier leben würden […] Erwarte also in der Wüste den, der dich aus Angst und Ungemach rettet. Welche Kämpfe auch immer dort über dich hereinbrechen, unter welchen Entbehrungen du auch leidest – geh nicht nach Ägypten zurück. Die Wüste wird dich mit Manna besser ernähren. […] Jesus hat in der Wüste gefastet, viele Male jedoch hat er die vielen Menschen, die ihm dorthin gefolgt sind, auf wunderbare Weise mit Nahrung versorgt […] In dem Augenblick, wo du glaubst, er habe dich längst verlassen, kommt er, eingedenk seiner Güte, dich zu trösten und sagt: „Ich gedenke deiner Jugendtreue, der Liebe deiner Brautzeit, wie du mir in der Wüste gefolgt bist“ (Jer 2,2). Da macht er dann wirklich aus dieser Wüste ein Paradies der Wonnen, und du wirst wie der Prophet Jesaja verkünden: „Die Herrlichkeit des Libanon wurde ihr gegeben, die Pracht des Karmel und der Ebene Scharon“ (Jes 35,2). […] Dann wird aus deiner gelabten Seele eine Lobeshymne hervorquellen: „Sie sollen dem HERRN danken für seine Huld, für seine Wundertaten an den Menschen, denn er hat gesättigt die lechzende Kehle und die hungernde Kehle hat er gefüllt mit Gutem“ (Ps 107(106),8–9).

December 8, 2018

Samstag, 8 Dezember 2018 : Kommentar Hl. Sophronius von Jerusalem

„Freue dich, die du voll der Gnade bist, der Herr ist mit dir.“ Was könnte es Größeres geben als diese Freude, o Jungfrau Maria? Was könnte es Größeres geben als diese Gnade, die einzig du empfangen hast als Mitgift von Gott? Was kann man Froheres und Lichtvolleres empfangen? Alles bleibt zurück hinter deinen wunderbaren Eigenschaften; alles bleibt unterhalb deiner Gnade. Die sichersten Vorrechte nehmen nur den zweiten Platz ein und besitzen nur einen blassen Glanz. „Der Herr ist mit dir.“ Wer würde es wagen in diesem Punkt mit dir zu wetteifern? Gott wird aus dir geboren. Wer also würde dir nicht sofort den Platz räumen, um dir mit Freude den ersten Platz und alle Ehre zu geben? Deshalb verkünde ich laut dein Lob, wenn ich dich betrachte, wie du über allen Geschöpfen thronst: „Freue Dich, du Gnadenvolle, der Herr ist mit Dir.“ Die Freude, die von dir ausgeht, wird nicht nur den Menschen verliehen, sondern auch allen Engelsmächten des Himmels […] Gott selbst wohnt leibhaftig in deinem Schoß; er geht daraus hervor wie ein Bräutigam (vgl. Ps 19(18),6), um allen Menschen die himmlische Freude und das himmlische Licht zu bringen. Und in dir, o Jungfrau, hat Gott wie in einem strahlendreinen und lichten Himmel „seine Wohnung bereitet“ (vgl. Ps 76(75),3). Aus dir tritt er aus seinem Gemach hervor wie ein Bräutigam, er gleicht dem frohlockenden Held, der seine Bahn läuft, um sein Leben zu durchschreiten, das allen Lebendigen das Heil bringen wird. Er erstreckt sich von einem Ende des Himmels bis zum anderen wie die Sonne (vgl. Ps 19(18),6-7), er erfüllt alles mit seiner göttlichen Glut und seinem lebenspendenden Licht.

December 7, 2018

Freitag, 7 Dezember 2018 : Kommentar Hl. Maximus von Turin

Der Tag, den der Herr gemacht hat (Ps 118(117),24), durchdringt alles, enthält alles, umfängt zugleich Himmel, Erde und Hölle. Für das Licht, nämlich Christus, sind Mauern kein Hindernis, es wird nicht durch die Elemente gebrochen noch von der Finsternis verschluckt. Das Licht Christi ist ja ein Tag ohne Nacht, ein Tag ohne Ende; es leuchtet überall, strahlt überall, verbleibt überall. Christus ist der Tag, sagt der Apostel Paulus: „Die Nacht ist vorgerückt, der Tag ist nahe“ (Röm 13,12). Die Nacht, sagt er, ist vorgerückt, sie geht dem Tag voraus. Dies bedeutet: Sobald das Licht Christi erstrahlt, entschwindet die Finsternis des Teufels, es folgt ihm nicht die Nacht der Sünde; ewiges Licht vertreibt die Schatten des Gestern und hemmt die schleichende Ausbreitung des Bösen. Die Schrift bezeugt, dass der Tag des Herrn Himmel, Erde und Hölle erleuchtet. Er erstrahlt auf Erden: „Er kam“, so sagt Johannes, „als das wahre Licht in die Welt, das jeden Menschen erleuchtet“ (vgl. Joh 1,9). Er leuchtet in der Hölle. „Das Volk, das in der Finsternis ging, sah ein helles Licht“, sagt der Prophet (Jes 9,1). Und dieses Licht wohnt im Himmel, wie David sagt: „Sein Geschlecht soll bleiben auf ewig, sein Thron habe Bestand vor mir wie die Sonne“ (vgl. Ps 89(88),37).

December 6, 2018

Donnerstag, 6 Dezember 2018 : Kommentar Hl. Johannes vom Kreuz

Ein Wort hat der ewige Vater gesprochen, und dieses Wort war sein Sohn, und er spricht zu uns dasselbe in ewigem Schweigen. Und im Schweigen soll die Seele dieses Wort vernehmen. Rede wenig und mische dich nicht in Dinge, über die du nicht gefragt bist! Beklage dich über niemand, frage um nichts, und musst du eine Frage stellen, so geschehe es mit wenigen Worten! Widersprich nicht und rede nie ein Wort, das nicht aufrichtig ist! Deine Rede sei so beschaffen, dass sich niemand beleidigt fühlt, und betreffe Dinge, die alle hören können, ohne dass du darüber Reue empfinden musst! Bewahre den geistigen Frieden mit einer liebenden Aufmerksamkeit auf Gott, und wenn du reden musst, so geschehe es mit derselben Ruhe und demselben Frieden! Bewahre Schweigen über die Gunstbezeugungen Gottes und denke an das Wort der Hl. Schrift: Mein Geheimnis ist für mich (Is 24,16). […] Es ist unmöglich, Fortschritte zu machen, wenn man sich bei seinem Handeln und Leiden nicht in Schweigen hüllt. Um den Tugenden zum Wachstum zu verhelfen, muss man schweigen und tätig sein. Denn Reden zerstreut, Schweigen und Handeln führt zur Sammlung. Kennt einmal jemand den Rat, der ihm bezüglich seines geistigen Fortschrittes gegeben wurde, so hat er nicht nötig, noch um weiteren Aufschluss zu bitten. Er soll schweigen und sich mutig, still und sorgfältig ans Werk machen, und zwar in Demut, Liebe und Selbstverachtung. Das Wichtigste und dem Menschen am meisten Zuträgliche ist, Gott in der Stille dienen, d. h. sowohl den Gelüsten als auch der Zunge Schweigen gebieten; nur so vernimmt man die Worte der Liebe.

December 5, 2018

Mittwoch, 5 Dezember 2018 : Kommentar Sel. John Henry Newman

Die inspirierte Schrift hat uns gesagt: „Du hast mit allen Erbarmen, weil du alles vermagst, und siehst über die Sünden der Menschen hinweg, damit sie umkehren. Du liebst alles, was ist, und verabscheust nichts von dem, was du gemacht hast […] Du schonst alles, weil es dein Eigentum ist, Herr, du Freund des Lebens“ (Weish 11,23–26). Nun sieh, was ihn vom Himmel herabsteigen lässt und ihm den Namen Jesus gibt […]: „ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen“ (vgl. Mt 1,21). Es ist seine große Liebe zu den Menschen, sein Mitleid mit den Sündern: das ist es, was ihn vom Himmel herabsteigen ließ. Warum also sollte er einwilligen, seine Herrlichkeit in einem sterblichen Leib zu verbergen, hätte er nicht glühend danach verlangt, die zu retten, die sich verirrt und alle Hoffnung auf Rettung verloren hatten. Er selber sagt: „Denn der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist“ (Lk 19,10). Statt uns zugrunde gehen zu lassen, hat er vielmehr alles getan, was ein allmächtiger Gott seiner göttlichen Eigenschaften gemäß tun konnte: er hat sich selbst gegeben. Und er liebt uns alle so sehr, dass er für jeden von uns sein Leben hingeben wollte: so absolut, so ausschließlich, als wenn da nur ein einziger Mensch zu retten gewesen wäre. Er ist unser bester Freund […], der einzig wahre Freund, und er hat jedes nur mögliche Mittel angewandt, um zu erreichen, dass wir seine Liebe erwidern. Er verweigert uns nichts, solange wir nur einwilligen, ihn zu lieben […] O mein Herr und Retter, in deinen Armen ruhe ich sicher. Wenn du mich hältst, habe ich nichts zu fürchten; aber wenn du mich verlässt, habe ich nichts zu hoffen. Ich habe keine Ahnung, was mir noch bis zu meinem Tod geschehen wird, ich weiß nichts über die Zukunft, aber ich vertraue mich dir an […] Ich verlasse mich ganz auf dich, denn du weißt, was für mich gut ist – ich weiß es nicht.

December 4, 2018