Montag, 27 August 2018 : Kommentar Hl. Pater Pio von Pietrelcina

Angesichts von Versuchungen verhalte dich wie eine starke Frau und kämpfe mit Hilfe des Herrn. Wenn du in der Sünde zu Fall kommst, bleib nicht enttäuscht und kraftlos liegen. Demütige dich, aber ohne mutlos zu werden; erniedrige dich, aber ohne dich abzuwerten; vergieße Tränen ehrlicher Reue, um deine Unvollkommenheiten und deine Fehler reinzuwaschen, doch ohne die Hoffnung in das Erbarmen Gottes zu verlieren, das immer größer sein wird als deine Undankbarkeit. Fasse den Plan, dich zu bessern, doch ohne dich zu überheben, denn allein aus Gott sollst du deine Kraft schöpfen; und schließlich erkenne, dass wenn Gott nicht deine Rüstung und dein Schild wäre, dich deine Unvorsichtigkeit dazu gebracht hätte allerlei Sünden zu begehen. Wundere dich nicht über deine Schwächen. Nimm dich selbst an, so wie du bist; erröte über deine Untreue Gott gegenüber, doch schenke ihm dein Vertrauen und überlasse dich ihm voller Ruhe, so wie ein kleines Kind den Armen seiner Mutter.

August 26, 2018

Sonntag, 26 August 2018 : Kommentar Hl. Pater Pio von Pietrelcina

Sei geduldig und halte treu fest an der Betrachtung. Am Anfang begnüge dich damit, in kleinen Schritten voranzugehen. Später wirst du Beine haben, die nur noch laufen wollen, oder besser noch Flügel, um zu fliegen. Begnüge dich auch damit, zu gehorchen. Das ist niemals einfach, doch Gott ist es ja, den wir als unseren Teil erwählt haben. Akzeptiere es, nur eine kleine Biene im Bienenkorb zu sein; schnell wird sie eine dieser großen Arbeiterinnen, die geschickt den Honig herstellen können. Bleibe vor Gott und den Menschen immer demütig in der Liebe. Dann wird der Herr in Wahrheit zu dir sprechen und dich mit seinen Gaben beschenken. Es kann vorkommen, dass die Bienen über die Wiesen große Strecken zurücklegen, bevor sie zu den Blumen kommen, die sie sich ausgewählt haben. Dann aber, müde doch befriedigt und voller Pollen, kommen sie in den Stock zurück, um hier stillschweigend aber fruchtbar die Umgestaltung des Blütennektars zu einem Nektar des Lebens zu vollziehen. Mache es ebenso: Nachdem du das Wort gehört hast, betrachte es aufmerksam, prüfe seine verschiedenen Elemente, suche nach seiner tieferen Bedeutung. Dann wird es für dich klar und licht. Es wird die Kraft haben, deine natürlichen Neigungen in eine reine Erhebung des Geistes zu verwandeln. Dein Herz wird immer mehr vereint sein mit dem Herzen Christi.

August 25, 2018

Samstag, 25 August 2018 : Kommentar Hl. Antonius von Padua

Wer vom Heiligen Geist erfüllt ist, redet in vielen Sprachen (Apg 2,4). Die vielen Sprachen sind ein vielfältiges Zeugnis von Jesus Christus. Solche Sprachen sind: Demut, Armut, Geduld und Gehorsam. In ihnen reden wir, wenn wir sie andern an uns sichtbar machen. Die Rede hat Leben, wenn die Taten sprechen. Ich bitte: Schluss mit den Worten, die Taten sollen sprechen! Wir sind voll von Worten und leer an Werken und darum von Gott verworfen. Denn er verfluchte den Feigenbaum, an dem er keine Frucht, sondern nur Blätter fand (Mk 11,13). Gregor sagt: Es ist ein Gesetz für den Prediger, dass er tut, was er predigt. Vergeblich rühmt sich der Gesetzeskenntnis, wer durch seine Taten zunichte macht, was er lehrt. Die Apostel „redeten, wie es der Geist ihnen eingab“. Wohl dem, der redet, wie es der Geist ihm eingibt, und nicht, wie es sein eigenes Herz ihm sagt […] Lasst uns also reden, wie es uns der Heilige Geist eingibt. Wir wollen ihn demütig und ergeben bitten, uns seine Gnade einzugießen.

August 24, 2018

Freitag, 24 August 2018 : Kommentar Hl. Petrus Damiani

Der Ruhm der Apostel ist so wenig aufteilbar, er ist durch das Band vieler Gnaden so zu einem einzigen verbunden, dass uns am Fest eines von ihnen die gemeinsame Größe aller vor das geistige Auge gestellt wird. Sie teilen sich in der Tat die Autorität oberster Richter, haben den gleichen Rang an Würde inne und besitzen dieselbe Macht zu binden und zu lösen (Mt 19,28; 18,18). Sie sind die kostbaren Perlen, von denen der hl. Johannes uns in der Offenbarung sagt, er habe sie gesehen, aus denen die Tore des himmlischen Jerusalem gefertigt sind (Offb 21,21.14) […] Und wenn die Apostel durch Zeichen und Wunder das göttliche Licht ausstrahlen, öffnen sie den zum christlichen Glauben bekehrten Völkern den Zugang zur himmlischen Glorie Jerusalems […] Auch sagt der Prophet über sie: „Wer sind, die heranfliegen wie eine Wolke?“ (vgl. Jes 60,8) […] Gott erhebt den Geist seiner Verkünder, so dass sie zur Erkenntnis himmlischer Wahrheiten gelangen […] und unsere Herzen überreich mit dem Regen des Wortes Gottes tränken können. So trinken sie das Wasser an der Quelle, um es dann uns zu trinken zu geben. Der heilige Bartholomäus hat aus dem Reichtum dieser Quelle geschöpft, als der Heilige Geist in der Gestalt von Feuerzungen auf ihn herabkam (Apg 2,3). Aber du hörst, dass von Feuer gesprochen wird, und siehst vielleicht den Bezug zum Wasser nicht. So höre, wie der Herr den Heiligen Geist, der wie ein Feuer auf die Apostel herabgekommen ist, als Wasser bezeichnet. „Wenn jemand dürstet, so komme er zu mir, und trinke“, und er fügt hinzu, „Wer an mich glaubt, aus dessen Innerem werden, wie die Schrift sagt, Ströme lebendigen Wassers fließen“, und der Evangelist fügt erläuternd hinzu: „Dies sagte er aber von dem Geiste, welchen diejenigen empfangen sollten, die an ihn glauben würden“ (vgl. Joh 7,37-39 (Vulg.)). Der Psalmist sagt von den Glaubenden auch: „Sie laben sich am Reichtum deines Hauses; du tränkst sie mit dem Strom deiner Wonnen. Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, in deinem Licht schauen wir das Licht“ (Ps 35(36),9-10).

August 23, 2018

Donnerstag, 23 August 2018 : Kommentar Hl. Nerses Schnorhali

Zu deiner göttlichen Hochzeit, Die der Vater für dich, einziger Sohn, ausgerichtet hat, Rief auch mich die Stimme deiner Diener, Auf dass ich mich an deinen unaussprechlichen Freuden erquicke, Schon hier auf Erden im Geheimnis deines Altares Und dereinst oben in der himmlischen Stadt (Offb 21,2f.), In ewiger Freude, Unsagbar und unveränderlich. Weil ich aber nicht das prächtige Kleid trage, Das des Hochzeitssaales würdig wäre – Denn ich habe das Kleid des heiligen Taufbrunnens beschmutzt Durch die schwarzen Sünden der Seele – O unergründlicher Herr […], Bekleide mich nun neu mit dir (vgl. Gal 3,27) Und gib meinem ersten Kleid, dem jetzt beschmutzten, Den einstigen Glanz zurück. Damit ich, Herr, deine Stimme nicht vernehmen muss, wie sie das Wort „Freund“ ausspricht, voll Mitleid, Und dass ich ja nicht wie der Verräter (vgl. Mt 26,50) Ins Verderben gestoßen werde für immer.

August 22, 2018

Mittwoch, 22 August 2018 : Kommentar Hl. Johannes Chrysostomus

Brüder, ihr fragt euch vielleicht, warum diese Arbeiter nicht alle zur gleichen Zeit in den Weinberg des Herrn gerufen werden. Soweit es auf ihn ankam, hätte er es wohl getan; allein, wenn nicht alle auf einmal folgten, so lag der Grund zu diesem Unterschied im Willen der Berufenen. Deshalb wurden die einen schon in der Frühe, andere erst um die dritte, andere um die sechste, neunte oder elfte Stunde berufen, weil sie erst dann bereit waren, dem Ruf zu folgen. So lautet auch die Lehre des hl. Paulus: „Als es aber Gott gefiel, der mich schon im Mutterleib auserwählt und durch seine Gnade berufen hat“ (Gal 1,15). Wann gefiel es ihm denn? Als er voraussah, dass Paulus gehorchen würde. Gott hatte den Willen von jeher gehabt, da er aber vorher nicht entsprochen hätte, so gefiel es dem Herrn, ihn zu berufen, als er sah, dass auch er folgen würde. In gleicher Weise berief er auch den Schächer; er hätte ihn auch schon früher berufen können, aber da würde er nicht Folge geleistet haben; denn, wenn selbst Paulus anfänglich nicht gefolgt hätte, dann um so weniger der Schächer. Wenn die Leute im Gleichnisse sprechen, dass niemand sie angeworben hat, muss man daran denken, dass Gott Geduld hat […] Er lässt hinreichend erkennen, dass er seinerseits alles, was er konnte, getan hat, damit alle schon zur ersten Stunde kommen könnten. So erkennen wir aus dem Gleichnis Jesu, dass sich Menschen in sehr unterschiedlichem Lebensalter Gott ergeben. Und Gott möchte um jeden Preis verhindern, dass die zuerst Gerufenen die zuletzt Gerufenen gering schätzen.

August 21, 2018

Dienstag, 21 August 2018 : Kommentar Juliana von Norwich

Christus ist unser Weg (Joh 14,6). Er führt uns sicher in seinen Geboten, machtvoll trägt er uns zum Himmel in seinem Leib. Ich habe gesehen, wie er in sich uns alle, die er retten will, birgt, wie er uns demütig seinem himmlischen Vater zum Geschenk macht – ein Geschenk, das der Vater mit großer Dankbarkeit entgegennimmt und es liebenswürdig an seinen Sohn Jesus Christus zurückgibt. Dieses Geschenk und die Geste bedeuten Freude für den Vater, Glückseligkeit für den Sohn und Wohlgefallen für den Heiligen Geist. Von allem, was wir tun können, findet nichts mehr das Gefallen unseres Herrn, als wenn wir uns an der Freude erfreuen, die die Dreieinigkeit an unserem Heil hat […] Was immer wir fühlen mögen – Freude oder Trauer, Glück oder Unglück – Gott will, dass wir begreifen und glauben, dass wir wirklich mehr im Himmel als auf der Erde sind. Unser Glaube erwächst aus der natürlichen Liebe, die Gott in unser Herz gelegt hat, aus dem hellen Licht unserer Vernunft und unserer untrüglichen Intelligenz, die wir von Gott empfangen, sobald wir geschaffen sind. Wenn unserem empfindungsfähigen Leib die Seele eingehaucht ist, beginnen Barmherzigkeit und Gnade ihr Werk: sie nehmen sich unser an und behüten uns voller Mitleid und Liebe. Durch diese Einwirkung bildet der Heilige Geist in unserem Glauben die Hoffnung auf Rückkehr zu unserem [ursprünglichen] höherstehenden menschlichen Sein aus, hinein in die Macht Christi, zur Vollkommenheit entwickelt und geführt durch den Heiligen Geist […] Denn von dem Augenblick an, da unsere Seele empfindungsfähig geschaffen ist, wird sie zur Stadt Gottes, zubereitet für ihn seit Ewigkeiten her (Hebr 11,16; Offb 21,2-3). In diese Stadt kommt er; er wird sie niemals verlassen; denn Gott ist nicht außerhalb der Seele: er wird in ihr wohnen, in Glückseligkeit ohne Ende.

August 20, 2018

Sonntag, 19 August 2018 : Kommentar Hl. Johannes Paul II.

Die sakramentale Vergegenwärtigung des durch die Auferstehung vollendeten Opfers Christi in der heiligen Messe beinhaltet eine ganz besondere Gegenwartsweise, die – um die Worte von Paul VI. aufzugreifen – »“wirklich” genannt wird, nicht im ausschließlichen Sinn, als ob die anderen Gegenwartsweisen nicht “wirklich” wären, sondern hervorhebend, weil sie substantiell ist und infolgedessen den ganzen und vollständigen Christus, den Gottmenschen, gegenwärtig macht«. So wird die immer gültige Lehre des Konzils von Trient bekräftigt: »Durch die Konsekration des Brotes und Weines geschieht eine Verwandlung der ganzen Substanz des Brotes in die Substanz des Leibes Christi, unseres Herrn, und der ganzen Substanz des Weines in die Substanz seines Blutes. Diese Wandlung wurde von der heiligen katholischen Kirche treffend und im eigentlichen Sinne Wesensverwandlung genannt«. Die Eucharistie ist wirklich mysterium fidei, ein Geheimnis, das unser Denken übersteigt und das nur im Glauben erfaßt werden kann. Daran erinnern die Kirchenväter oft in ihren Katechesen über dieses göttliche Sakrament: Der heilige Cyrill von Jerusalem mahnt: »Schau in Brot und Wein nicht nur die natürlichen Elemente an, denn der Herr hat ausdrücklich gesagt, daß sie sein Leib und sein Blut sind: Der Glaube versichert es dir, auch wenn die Sinne dir anderes einreden«. […] Angesichts dieses Geheimnisses der Liebe wird die ganze Begrenztheit der menschlichen Vernunft erfahrbar. Man versteht, wie diese Wahrheit im Laufe der Jahrhunderte die Theologie angeregt hat, durch harte Anstrengungen in ihr Verständnis einzudringen. Diese Anstrengungen sind lobenswert und um so nützlicher und fruchtbarer, je mehr sie den kritischen Einsatz des Denkens mit dem »gelebten Glauben« der Kirche zu verbinden vermögen […] Paul VI. hat auf die Grenze hingewiesen, die bestehen bleibt: »Jede theologische Erklärung, die sich um das Verständnis dieses Geheimnisses bemüht, muß, um mit unserem Glauben übereinstimmen zu können, daran festhalten, daß Brot und Wein der Substanz nach, unabhängig von unserem Denken, nach der Konsekration zu bestehen aufgehört haben, so daß nunmehr der anbetungswürdige Leib und das anbetungswürdige Blut unseres Herrn vor uns gegenwärtig sind unter den sakramentalen Gestalten von Brot und Wein«.

August 18, 2018

Samstag, 18 August 2018 : Kommentar Hl. Vinzenz von Paul

Meine Töchter, Gott hat eine große Freude daran, den Dienst zu sehen, den ihr den kleinen Kindern erweist, so wie er sich über ihr Brabbeln und Lallen freut, ja selbst auch über ihr Schreien und ihr Greinen. Jeder dieser kleinen Schreie bewegt das Herz Gottes. Und ihr, meine lieben Schwestern, die ihr, wenn sie schreien, ihnen Erleichterung verschafft und ihnen das verschafft, was sie benötigen, und dies alles aus Liebe zu Gott und aus Verehrung für die Kindheit unseres Herrn Jesus, macht ihr Gott da etwa keine Freude? Und wird Gott durch das Schreien und dem Greinen dieser kleinen Kinder etwa nicht gelobt? Habt also Mut, meine Schwestern! Erfüllt den Dienst an diesen kleinen Kindern mit großer Liebe, da durch ihren Mund Gott ein vollkommenes Lob verschafft wird. Diese Worte stammen nicht von mir, meine Schwestern, sondern vom Propheten: „Aus dem Mund der Säuglinge schaffst du dir Lob“ (vgl. Ps 8,3; vgl. Mt 21,16). Es ist also wahr, meine Töchter, da es die Heilige Schrift so sagt. Erkennt doch, wie glückselig ihr seid, diesen kleinen Geschöpfen zu dienen, die Gott doch so ein vollkommenes Lob darbringen, und die für Gottes Güte solch eine Freude bedeuten, die in gewisser Weise der von Müttern gleicht, denen nichts eine größere Freude verschafft, als dem Tun ihrer kleinen Kinder zuzuschauen. Sie staunen über alles und lieben alles. Ebenso freut sich Gott, der ja ihr Vater ist, so sehr über alles, was sie tun.

August 17, 2018

Freitag, 17 August 2018 : Kommentar Römisches Messbuch

Herr, unser Gott, Schöpfer der Welt und alles Lebens, Du hast Mann und Frau nach Deinem Bild erschaffen (vgl. Gen 1,27). Damit sie Anteil haben an Deinem Werk der Liebe, hast Du ihnen ein Herz geschenkt, dass zur Liebe fähig ist. Du hast N. und N. heute in diese Kirche geführt, damit ihr Leben in Dir eins werde. Du sendest sie, um ihr Leben gemeinsam aufzubauen und jeden Tag mehr in der Liebe zu wachsen nach dem Beispiel Christi. Er hat die Menschen bis zum Tod am Kreuz geliebt. Segne, schütze und stärke die Liebe dieser Neuvermählten: Ihre Liebe sei ihnen Stütze ihrer Treue. Ihre Liebe möge sie glücklich werden lassen und sie in Christus die Freude der Ganzhingabe entdecken lassen, die dem liebenden Menschen eigen ist. Ihre Liebe soll Deiner Liebe immer ähnlicher werden, Herr, und für sie zur Quelle des Lebens werden. Ihre Liebe soll sie aufmerksam werden lassen gegenüber ihren Mitmenschen, die bei ihnen ein offenes Herz finden mögen. Ihre gegenseitige Liebe und die Liebe Christi mögen sie stützen, damit sie aktiv am Aufbau einer Welt teilnehmen, die gerechter und brüderlicher werden kann. Dadurch sollen sie treu zu ihrer Berufung stehen als Menschen und als Christen. Amen.

August 16, 2018