Montag, 18 Februar 2019 : Kommentar Hl. Clemens von Alexandrien

In eurem Unverstand betet ihr Standbilder aus Stein an, die ihr eigenhändig hergestellt habt? […] Allein der Schöpfer der Welt, der Vater, dessen Kunst ohnegleichen ist, hat eine lebendige Statue geschaffen: uns, den Menschen; während die Götzenbilder […] nur das geistlose Werk menschlicher Hände sind. Der Logos, das Wort Gottes, ist das Abbild Gottes (vgl. Hebr 1,3) […]; und der wirkliche Mensch, der Geist im Menschen, ist das Abbild des [göttlichen] Wortes. Deshalb heißt es, dass der Mensch geschaffen ist „als Gottes Abbild, ihm ähnlich“ (vgl. Gen 1,26), dem göttlichen Wort ähnlich durch die Intelligenz seines Geistes […] So nehmt denn ihr, die ihr noch unrein seid, das geistliche Wasser entgegen; wascht euch, reinigt euch, indem ihr euch mit dem Wasser der Wahrheit besprengt; ihr könnt nur gereinigt in den Himmel eingehen. Du bist Mensch, was allgemeiner ist: suche also deinen Schöpfer. Du bist Sohn, was persönlicher ist: erkenne deinen Vater. Verharrst du aber in der Sünde […] zu wem wird der Herr dann sagen: „Euch gehört das Himmelreich“? (vgl. Mt 5,3) Es gehört euch, wenn ihr wollt, wenn ihr euch für Gott entschieden habt. Es gehört euch, wenn ihr nur glauben wollt, wenn ihr die Botschaft befolgen wollt, so wie es die Bewohner Ninives getan haben. Da sie auf den Propheten hörten, haben sie durch aufrichtige Reue das Glück der Rettung erfahren anstelle des angedrohten Verderbens (Jona 3). Wie steigt man zum Himmel auf?, wird gefragt. Der Weg, das ist der Herr (Joh 14,6) – ein schmaler Weg (vgl. Mt 7,13–14), aber er ist vom Himmel (Joh 3,13); ein schmaler Weg, aber er führt zum Himmel. Als schmaler Weg verachtet auf Erden, als breiter Weg im Himmel verehrt. Wer nie vom Wort Gottes gehört hat, dessen Fehler sind durch seine Unwissenheit entschuldigt. Der jedoch, dessen Ohren die Botschaft zwar vernommen, der aber in seinem Herzen nicht zugehört hat, der trägt die Verantwortung für seinen gewollten Ungehorsam. Je bewusster er sich dessen ist, desto mehr wird ihm sein Wissen schaden; sein eigenes Wissen wird ihn dafür verurteilen, dass er nicht das Beste gewählt hat. Denn von seiner Natur als Mensch her wurde er zur Freundschaft mit Gott geschaffen.

February 17, 2019

Sonntag, 17 Februar 2019 : Kommentar Hl. Paul VI.

Man muss freilich das Geheimnis der unergründlichen Freude, die in Christus lebt und ihm eigen ist, gebührend beachten. […] Wenn Jesus einen solchen Frieden, eine derartige Sicherheit und Zuversicht, Freude und Verfügbarkeit ausstrahlt, dann ist das in der unaussprechlichen Liebe begründet, mit der er sich von seinem Vater geliebt weiß. Seit seiner Taufe an den Ufern des Jordan wird diese Liebe, die vom ersten Augenblick seiner Menschwerdung in ihm gegenwärtig ist, offenbar: „Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich mein Wohlgefallen“ (Lk 3,22). Diese Gewissheit ist dem Bewusstsein Jesu unauslöschlich eingeprägt. Es ist eine Gegenwart, aufgrund der er sich nie allein fühlt (vgl. Joh 16,32). Ein innerstes Wissen erfüllt ihn: „Der Vater kennt mich, und ich kenne den Vater“ (Joh 10,15). Es ist ein ständiger und vorbehaltloser Austausch: „Alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein“ (Joh 17,10). […] „Du hast mich geliebt vor Grundlegung der Welt“ (Joh 17,24). Gemeint ist jene nicht mittteilbare Liebesbeziehung, die mit seiner Existenz als Sohn gegeben ist und das Geheimnis des trinitarischen Lebens bildet: der Vater erscheint darin als derjenige, der sich dem Sohn schenkt, ohne Vorbehalt und unaufhörlich, aus überströmender hochherziger Freude; der Sohn hingegen als der, welcher sich auf gleiche Weise dem Vater hinschenkt, in überströmend dankbarer Freude, im Hl. Geist. Die Jünger und alle, die an Christus glauben, sind aufgerufen, an dieser Freude teilzunehmen. Jesus will, dass sie seine Freude in Fülle in sich tragen (vgl. Joh 17,13): „Ich habe ihnen deinen Namen geoffenbart und werde ihn offenbaren, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen sei und ich in ihnen“ (Joh 17,26). Diese Freude, in der Liebe Gottes zu verweilen, beginnt schon hier auf Erden. Es ist die Freude des Reiches Gottes. Sie wird aber nur auf einem steilen Weg geschenkt, der vollkommenes, uneingeschränktes Vertrauen in den Vater und den Sohn und eine Vorliebe für das Reich Gottes erfordert. Die Botschaft Jesu verheißt vor allem Freude, eine anspruchsvolle Freude. Wird sie nicht in den Seligpreisungen offenbar? „Wohl euch, ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes. Wohl euch, die ihr jetzt hungert; denn ihr werdet satt werden. Wohl euch, die ihr jetzt weint; denn ihr werdet lachen“ (Lk 6,20–21).

February 16, 2019

Samstag, 16 Februar 2019 : Kommentar Hl. Johannes Chrysostomus

„Wer wird die Großtaten des Herrn preisen? Wer wird sein Lob verkünden?“ (Ps 105(106),2). Wo ist ein Hirt, der seine Schafe mit seinem eigenen Leibe speist? Was rede ich von einem Hirten? Es gibt oft Mütter, die nach den Wehen der Geburt ihre Kinder fremden Ammen übergeben. Der Herr brachte so etwas nicht übers Herz; er nährt uns mit seinem eigenen Blut und kettet uns auf alle Art an sich. Siehe, er wurde aus unserer Natur geboren. Aber, sagst du, das geht nicht alle Menschen an. Und doch geht es alle an. Denn wenn er unsere Natur heimsuchte, hat er offenbar uns alle heimgesucht, und wenn alle, so auch jeden einzelnen von uns. Aber wie kommt es, fragst du, dass nicht alle daraus Nutzen gezogen haben? Die Schuld liegt nicht an ihm, der für alle die menschliche Natur annahm, sondern an den Menschen, die nicht wollten. Er teilt sich jedem einzelnen durch die Geheimnisse mit; die er wiedergeboren, nährt er mit sich selbst und überlässt sie keinem Fremden, um dich auch dadurch zu überzeugen, dass er dein Fleisch angenommen hat.

February 15, 2019

Freitag, 15 Februar 2019 : Kommentar Oden des Salomo

Er hat mich angefüllt mit Worten der Wahrheit, dass ich sie aussprechen möchte, und wie das Fließen des Wassers fließt die Wahrheit aus meinem Munde, und meine Lippen haben seine Früchte gezeigt. Und er hat in mir gemehrt seine Erkenntnis, denn der Mund des Herrn ist das wahre Wort und das Tor seines Lichtes. Und der Höchste hat es seinen Welten gegeben, den Dolmetschern seiner Schönheit, den Erzählern seines Ruhmes, den Verkündern seines Ratschlusses, den Herolden seines Gedankens und denen, die rein bewahren seine Werke. Denn für die Leichtigkeit des Wortes gibt es keinen Ausdruck, und wie sein Ausdruck, so ist auch seine Leichtigkeit und Schnelligkeit; und ohne Ende ist sein Gang, und niemals fällt es, sondern es steht fest, und es kennt nicht seinen Abstieg und auch nicht seinen Weg. Denn wie sein Werk, so ist auch sein Ende, denn es ist Licht und Aufleuchten eines Gedankens. Und die Welten haben dadurch mit einander geredet und es waren im Wort diejenigen, die schweigsam waren. Und aus ihm ist die Liebe und die Einigkeit entstanden und sie haben eine der andern gesagt, was sie hatten, und sie sind durchdrungen von dem Wort; und sie haben erkannt den, der sie gemacht hat, darum weil sie in Einigkeit waren. Denn es hat zu ihnen der Mund des Höchsten geredet, und seine Erklärung verbreitete sich eilig durch dasselbe; denn der Wohnsitz des Wortes ist der Mensch, und seine Wahrheit ist die Liebe. Selig sind diejenigen, welche dadurch alles verstanden und unsern Herrn erkannt haben in seiner Wahrheit. Hallelujah.

February 14, 2019

Mittwoch, 13 Februar 2019 : Kommentar Hl. Bernhard

Wo kann unsere gebrechliche Natur Ruhe und Sicherheit finden, wenn nicht in den Wunden des Erlösers? Dort berge ich mich mit umso mehr Zuversicht, als seine Macht, mich zu retten, noch größer ist. Die Welt gerät ins Wanken, der Leib lastet schwer auf mir, der Teufel knüpft seine Fallstricke: doch ich komme nicht zu Fall, weil ich auf einen festen Felsen gestellt bin […] Was mir durch eigenes Versagen mangelt, entnehme ich voll Vertrauen dem barmherzigen Innersten des Herrn, denn seinem Leib wurden genügend Wunden geschlagen, damit seine ganze Liebe sich verströmen kann […] Sie haben seine Hände und Füße durchbohrt und mit einem Lanzenstoß seine Seite (vgl. Joh 19,34). Durch diese klaffenden Öffnungen kann ich mich sättigen mit dem Honig aus dem Felsen (Ps 81(80),17) und mit dem Öl, das aus dem harten Gestein fließt, also sehen und schmecken die Süßigkeit des Herrn (vgl. Ps 34(33),9). Er dachte Gedanken des Heils und ich wusste es nicht (vgl. Jer 29,11) […] Aber der Nagel, der ihn durchdringt, ist für mich zu einem Schlüssel geworden, der mir das Geheimnis seiner Pläne eröffnet. Wie könnte man durch diese Öffnungen nicht hindurchblicken? Die Nägel und die Wunden schreien es heraus, dass Gott in der Person Christi wirklich die Welt mit sich versöhnt (2 Kor 5,19). Das Eisen hat sein Wesen durchbohrt und sein Herz getroffen, damit er mit meiner verletzlichen Natur Mitleid empfinden kann. Das Geheimnis seines Herzens liegt entblößt da in den Wunden seines Leibes: das Mysterium der unendlichen Güte ist offen zu sehen, diese zärtliche „Liebe unseres Gottes, durch die uns das aufstrahlende Licht aus der Höhe besucht hat“ (vgl. Lk 1,78). Wie sollte dieses Herz sich durch solche Wunden nicht offenbaren? Wie kann man denn deutlicher als durch deine Wunden aufzeigen, dass du, Herr, sanft bist, voller Mitgefühl und von großer Barmherzigkeit? Denn es gibt kein größeres Mitgefühl, als wenn einer sein Leben hingibt für jene, die zum Tode verurteilt sind (vgl. Joh 15,13).

February 12, 2019

Dienstag, 12 Februar 2019 : Kommentar Hl. Pater Pio von Pietrelcina

Das Gebet ist ein Herz-zu-Herz mit Gott […] Das gut verrichtete Gebet berührt das Herz Gottes und bewegt ihn, uns zu erhören. Wenn wir beten, soll sich unser ganzes Sein Gott zuwenden: unsere Gedanken, unser Herz. Der Herr lässt sich rühren und kommt uns zu Hilfe. Bete und hoffe. Gerate nicht in Erregung; Aufgeregtheit dient zu nichts. Gott ist barmherzig und er hört dein Gebet. Das Gebet ist unsere stärkste Waffe: es ist der Schlüssel, der das Herz Gottes aufschließt. Du musst dich an Jesus wenden, weniger mit den Lippen als mit dem Herzen.

February 11, 2019

Montag, 11 Februar 2019 : Kommentar Hl. Cyrill von Alexandria

Selbst wenn er Tote auferweckt, begnügt sich der Retter nicht damit, durch sein Wort, das doch göttliche Befehle verkündet, zu handeln. Für diese so großartige Tat bedient er sich, wenn man so sagen darf, der Mitwirkung seines Fleisches. Er will damit zeigen, dass es die Macht hat, das Leben zu schenken, und erkennen lassen, dass sein Fleisch eins ist mit ihm: es handelt sich ja in der Tat um sein eigenes Fleisch und nicht um einen fremden Körper. So geschah es auch, als er die Tochter des Synagogenvorstehers auferweckte mit den Worten: „Mädchen, ich sage dir, steh auf!“ (Mk 5,41): Er nahm sie bei der Hand, wie geschrieben steht. Er gab ihr das Leben zurück durch einen allmächtigen Befehl als Gott; er belebte sie auch durch die Berührung mit seinem heiligen Fleisch und bezeugte so, dass in seinem Leib wie in seinem Wort ein und dieselbe Kraft am Werk war. Ebenso geschah es, als er in eine Stadt namens Nain kam, wo man den einzigen Sohn einer Witwe zu Grabe trug: er fasste die Leichenbahre an und sagte: „Jüngling, ich sage dir: Steh auf!“ (Lk 7,14). Er verleiht also nicht nur seinem Wort die Macht, Tote aufzuerwecken; sondern um zu zeigen, dass sein Leib lebendig macht, berührt er auch die Toten, und lässt durch sein Fleisch das Leben in ihre Leichen übergehen. Wenn schon der bloße Kontakt mit seinem heiligen Leib einem Körper, der bereits im Zustand der Zersetzung ist, das Leben zurückgibt – welchen Gewinn werden wir dann erst in seiner lebenspendenden Eucharistie finden, wenn wir sie zu unserer Nahrung machen? Sie verwandelt jene, die am Mahl teilgenommen haben, ganz und gar in das ihr eigene Gut: in die Unsterblichkeit.

February 10, 2019

Sonntag, 10 Februar 2019 : Kommentar Hl. Josémaria Escriva de Balaguer

Als Jesus mit seinen Jüngern auf das Meer hinausfuhr, dachte er nicht nur an dieses Fischen. Deshalb […] antwortet er Petrus: „Fürchte dich nicht; von nun an wirst du Menschen fischen.“ Und auch bei diesem neuen Fischfang wird die göttliche Großzügigkeit nicht fehlen: Die Apostel werden zu Instrumenten für große Wunder, ihrer persönlichen Schwäche zum Trotz. Wenn wir jeden Tag kämpfen, um zur Heiligkeit zu gelangen in unserem gewöhnlichen Leben, ein jeder an seinem Platz inmitten der Welt und in seinem Beruf, dann wage ich zu behaupten, dass der Herr auch aus uns Instrumente machen wird, die fähig sind, Wunder zu wirken, und zwar noch außergewöhnlichere, wenn nötig. Wir werden den Blinden das Augenlicht geben. Wer könnte nicht tausend Beispiele dafür aufzählen, wie ein fast von Geburt an Blinder wieder sehen kann und den vollen Glanz des Lichtes Christi empfängt? Ein anderer war taub und ein anderer stumm, sie konnten kein einziges Wort als Kinder Gottes hören oder reden […]: nun hören und reden sie als wahre Menschen […] „Im Namen Jesu“ geben die Apostel einem Kranken, der keiner nützlichen Handlung fähig ist, seine Kräfte wieder […] „Im Namen des Herrn, steh auf und geh!“ (vgl. Apg 3,6). Ein anderer Mensch, der gestorben war und schon Verwesungsgeruch verbreitete, hörte die Stimme Gottes, wie beim Wunder an dem Sohn der Witwe von Naim: „Junger Mann, ich sage dir, steh auf“ (vgl. Lk 7,14; vgl. Apg 9,40). Wir werden Wunder wirken wie Christus, Wunder, wie die ersten Apostel. Diese Wunder sind vielleicht Wirklichkeit geworden in dir, in mir: vielleicht waren wir blind oder taub oder lahm oder rochen nach Tod, als das Wort Gottes uns unserer Niedergebeugtheit entriss. Wenn wir Christus lieben, wenn wir ihm im Guten folgen, wenn er allein es ist, den wir suchen und nicht uns selbst, können wir in seinem Namen umsonst weitergeben, was wir umsonst empfangen haben.

February 9, 2019

Samstag, 9 Februar 2019 : Kommentar Isaak der Syrer 

Wenn David Gott gerecht und beständig nennt, so hat ihn sein Sohn uns als gut und sanft offenbart. […] Fern sei uns der unbillige Gedanke, Gott sei nicht mitfühlend! O erstaunliches Mitleid Gottes! O Wunder der Huld Gottes, unseres Schöpfers! O alles vermögende Macht! O unermessliche Güte, die er unserer Natur erweist, um sie neu zu schaffen! Wer kann seine Herrlichkeit in Worte fassen? Er richtet den wieder auf, der ihn beleidigt und geschmäht hat; er erweckt seelenlose Asche zu neuem Leben […] und aus unserem zerstreuten Geist und unseren verwirrten Sinnen schafft er eine vernunftbegabte und zum Denken befähigte Natur. Der Sünder ist nicht im Stande, die Gnade seiner Auferstehung zu begreifen […] Was bedeutet schon die Hölle angesichts der Gnade der Auferstehung, wenn uns Gott aus der Verdammnis heraushebt und diesem vergänglichen Leib das Geschenk macht, sich mit Unsterblichkeit zu bekleiden (1 Kor 15,53) […] Ihr, die ihr die Gabe der Unterscheidung habt: kommt und staunt. Welcher mit Weisheit und wunderbarer Intelligenz ausgestattete Mensch könnte die Gnade unseres Schöpfers so bewundern, wie sie es verdient? Mit dieser Gnade belohnt er die Sünder. Denn anstelle der vollen Gerechtigkeit, die sie verdienen, schenkt er ihnen die Auferstehung. Die Leiber, die sein Gesetz entweiht haben, bekleidet er mit der Herrlichkeit der Unverweslichkeit. Diese Gnade – die Auferstehung, die uns geschenkt wird, nachdem wir gesündigt haben – ist größer als die erste, als er uns schuf, da wir noch nicht waren. Ehre sei deiner unermesslichen Gnade, o Herr! Angesichts der Fluten deiner Gnade kann ich nur verstummen. Die Dankbarkeit, die ich dir schulde – ich kann sie nicht in Worte fassen.

February 8, 2019

Freitag, 8 Februar 2019 : Kommentar Hl. Cyprian

„Ich bin nämlich überzeugt, dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll“ (Röm 8,18). Wer wird also nicht auf jede mögliche Weise daran arbeiten, eine solche Herrlichkeit zu erlangen, um ein Freund Gottes zu werden, sich sogleich der Gemeinschaft mit Jesus Christus zu erfreuen und den göttlichen Lohn zu empfangen nach den Leiden und Bitterkeiten dieser Erde? Für die Soldaten dieser Welt ist es eine Ehre, im Triumph in ihr Vaterland zurückzukehren, nachdem sie den Feind bezwungen haben. Ist es nicht eine viel größere Ehre, im Triumph nach dem Sieg über den Dämon ins Paradies zurückzukehren, aus dem Adam aufgrund seiner Sünde verjagt wurde? Die Siegestrophäe zurückzubringen, nachdem jener zu Fall gebracht wurde, der ihn getäuscht hatte? Gott als herrliche Gabe einen unversehrten Glauben darzubringen, einen geistlichen Mut ohne Schwäche, eine Hingabe, die allen Lobes würdig ist? […] Miterbe Christi zu werden, den Engeln gleichgestellt, sich des Himmelreichs zu erfreuen mit den Patriarchen, Aposteln und Propheten? Welche Verfolgung wäre in der Lage, solche Gedanken zu besiegen, die uns dabei helfen können, die Folterungen zu bestehen? […] Die Welt kerkert uns ein während ihrer Verfolgungen, doch der Himmel bleibt offen […] Was für eine Ehre und was für eine Sicherheit, mit Freude aus dieser Welt gehen zu können, herrlich aus ihr auszuziehen, indem man Prüfungen und Leiden durchschreitet! Nur einen Augenblick die Augen zu schließen, die die Menschen und die Welt gesehen haben, um sie gleich wieder zu öffnen für die Schau Gottes und Christi! […] Wenn die Verfolgung einen Soldaten bedrängt, der so vorbereitet ist, kann sie seinen Mut nicht überwältigen! Selbst wenn wir noch vor dem Kampf in den Himmel gerufen werden, wird der Glaube, der so vorbereitet war, nicht ohne Lohn bleiben […] In der Verfolgung krönt Gott seine Soldaten; im Frieden krönt er das gute Gewissen.

February 7, 2019