Montag, 16 Dezember 2019 : Kommentar Hl. Augustinus

Wahrlich, meine Brüder, was Gott verheißen hat, schien den Menschen unglaublich: Aus diesem sterblichen Zustand, worin sie dem Verderben preisgegeben, verachtenswert, schwach, Staub und Asche sind, sollten sie den Engeln Gottes gleich werden! Deshalb begnügte Gott sich nicht damit, den Vertrag der Heiligen Schrift mit den Menschen abzuschließen, damit sie glauben könnten, sondern er hat als Garanten seiner Glaubwürdigkeit einen Mittler eingesetzt: nicht einen Fürsten, einen Engel oder einen Erzengel, sondern seinen einzigen Sohn. So sollte er durch seinen Sohn selbst den Weg zeigen und geben, auf dem er uns zu dem Ziel führen würde, das er uns verheißen hatte. Aber für Gott war es zu wenig, dass sein Sohn uns den Weg nur zeige: Er hat ihn zum Weg gemacht (Joh 14,6), auf dem du unter seiner Führung gehen solltest, zum Weg, dem du folgen solltest. […] Wie weit waren wir doch von ihm entfernt! Er so hoch und wir so tief! Wir waren krank, ohne Hoffnung auf Heilung. Ein Arzt wurde geschickt, aber der Kranke erkannte ihn nicht; „denn hätten sie ihn erkannt, so hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt“ (vgl. 1 Kor 2,8). Doch der Tod des Arztes war das Heilmittel für den Kranken; der Arzt war gekommen, um ihn zu besuchen, und er starb, um ihn zu heilen. Er ließ die, die an ihn glaubten, erkennen, dass er Gott und Mensch ist: Gott, der uns erschaffen hat, Mensch, der uns neu erschuf. Das eine war sichtbar an ihm, das andere war verborgen; und das Verborgene überwog bei weitem das, was sichtbar war. […] Der Kranke wurde durch das geheilt, was sichtbar war, um später in Fülle sehen zu können. Mit dieser letzten, endgültigen Schau verfährt Gott anders, indem er sie verbirgt, nicht verweigert.

December 15, 2019

Samstag, 14 Dezember 2019 : Kommentar Hl. Augustinus

Gott hat eine Zeit für seine Verheißungen festgelegt und eine Zeit, um zu erfüllen, was er verheißen hat. Die Zeit der Verheißungen war die Zeit der Propheten bis hin zu Johannes dem Täufer. Von da an bis zum Ende ist die Zeit der Erfüllung dessen, was verheißen wurde. Gott ist treu, der sich zu unserem Schuldner gemacht hat, nicht indem er etwas von uns empfinge, sondern indem er uns so Großes verheißt. Und es war ihm zu wenig, nur zu verheißen: Er wollte sich auch schriftlich verpflichten, indem er gleichsam einen Vertrag mit uns über seine Verheißungen abschloss, und zwar so, dass, wenn er damit beginnen würde, seine Verheißungen zu erfüllen, wir in der Schrift die Reihenfolge erkennen könnten, in der sich verwirklichen würde, was er verheißen hat. Deshalb war, wie wir oft gesagt haben, die Zeit der Prophetien die Vorhersage der Verheißungen. Er hat das ewige Heil verheißen, das selige Leben ohne Ende mit den Engeln; das unvergängliche Erbe (vgl. 1 Petr 1,4), die ewige Herrlichkeit, die Milde seines Antlitzes, die Wohnstätte seiner Heiligkeit im Himmel und durch die Auferstehung von den Toten keine Angst mehr vor dem Sterben. Dies ist seine Verheißung als das Ziel, auf das sich all unser Streben hinbewegt; und wenn wir dort angelangt sind, werden wir nichts mehr suchen, nichts mehr verlangen. Und den Plan, nach dem wir dieses Endziel erreichen, hat er uns durch seine Verheißungen und seine Ankündigungen aufgezeigt. Er hat den Menschen tatsächlich Vergöttlichung verheißen, den Sterblichen Unsterblichkeit, den Sündern Rechtfertigung, den Gedemütigten Verherrlichung.

December 14, 2019

Freitag, 13 Dezember 2019 : Kommentar Hl. Clemens von Alexandrien

Auf niemand dürften die Ermahnungen der anderen Heiligen einen solchen Eindruck machen wie der Herr selbst, der menschenfreundliche. Denn dies und nichts sonst ist sein einziges Bestreben, dass der Mensch gerettet wird. Deshalb nötigt er selbst zum Heil und ruft: „Das Himmelreich ist herangekommen!“ (Mt 4,17). Er will die Menschen, die sich ihm nahen, durch die Furcht zur Sinnesänderung veranlassen. In diesem Sinn erklärt auch der Apostel des Herrn das Wort Gottes, wenn er sich an die Makedonen wendet und sagt: „Der Herr ist nahe herangekommen; hütet euch, dass wir nicht leer erfunden werden!“ (vgl. Phil 4,5; vgl. 1 Thess 5,4). Ihr aber seid so sehr ohne Furcht, vielmehr so sehr ohne Glauben, dass ihr weder dem Herrn selbst noch Paulus gehorcht, obwohl dieser um Christus willen ein Gefangener (vgl. Phil 1,7) war. „Schmecket und sehet, dass Gott gütig ist!“ (Ps 33(34),9). Der Glaube wird euch herbeiführen, die Erfahrung lehren, die Schrift erziehen. „Kommt her, ihr Kinder“, sagt sie, „höret auf mich, ich will euch die Furcht des Herrn lehren!“ (Ps 33(34),12) Dann fügt sie, da sie zu solchen spricht, die schon zum Glauben gekommen sind, kurz hinzu: „Wer ist der Mensch, der sich nach Leben sehnt, der gute Tage zu sehen wünscht?“ (Ps 33,13). Wir sind es, werden wir antworten, wir, die Verehrer des Guten, wir, die wir nach den Gütern streben. Hört also „ihr, die ihr ferne seid“, hört „ihr, die ihr nahe seid!“ (Jes 57,19). Das Wort wurde keinem verborgen; es ist ein gemeinsames Licht; es leuchtet allen Menschen (vgl. Joh 1,9); hinsichtlich des Wortes ist keiner ein Kimmerier [die Kimmerier, deren Land nach Hom. Od. 11,14ff. in ewige Nacht getaucht ist, sind für in Finsternis lebenden Menschen sprichwörtlich geworden]. Lasst uns eilen zum Heil, zur Wiedergeburt [zur Taufe]! Lasst uns eilen, dass wir, die wir viele sind, entsprechend der Einheit des einzigartigen Wesens zu einer Herde versammelt werden! (vgl. Joh 10,16). Da wir Gutes erfahren, lasst uns in gleicher Weise nach Einheit streben, indem wir eifrig nach der guten Monas [Einheit] suchen! Wenn die aus vielen bestehende Vereinigung aus den vielen und zerstreuten Stimmen zu einer göttlichen Harmonie gelangt ist, dann entsteht ein einziger zusammenklingender Gesang, der sich von einem einzigen Chorführer und Meister, dem Logos, leiten lässt und sein Ende erst bei der Wahrheit selbst mit dem Ruf findet: „Abba, Vater!“ (vgl. Mk 14,36).

December 12, 2019

Donnerstag, 12 Dezember 2019 : Kommentar Johannes von Karpathos

Wie können wir die Sünde überwinden, wenn sie sich schon unser bemächtigt hat? Dazu ist Gewalt nötig. Es heißt tatsächlich: „Ein Mensch entreißt sich dem Verderben, indem er sich abmüht“ (vgl. Spr 16,26 LXX), und ständig darauf bedacht ist, nach der Heiligkeit seiner eigenen Gedanken zu streben. Gewalt mit Gewalt zu brechen war noch nie gesetzlich verboten. Wenn wir also etwas Gewalt anwenden – mag sie noch so schwach sein –, und wenn wir anschließend erwarten, dass uns Kraft von oben zukommt, während wir in Jerusalem bleiben (vgl. Lk 24,49), also in unablässigem Gebet und jeglicher Tugend, dann wird dieses Handeln uns eines Tages große Gewalt einbringen, nicht zu vergleichen mit unserer eigenen, die ja so gering ist. Lippen von Fleisch sind nicht fähig, eine solche Gewalt in Worte zu fassen, die in der Lage ist, sich mit all ihrer Kraft zu behaupten und die schlimmsten Gewohnheiten und Bosheiten der Dämonen zu überwinden, zu überwinden auch den inneren Drang, der unsere Seelen zum Schlimmsten antreibt, zu überwinden schließlich auch die ungeordneten Regungen des Leibes. In der Apostelgeschichte (2,2) steht tatsächlich: „Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt“, um die Bosheit zu verjagen, die uns ständig zum Schlimmsten antreibt. Möge auf dem Altar deiner Seele beständig das Feuer des Gebetes brennen, heilige Betrachtung geisterfüllter Worte, jene Gebete, die aufsteigen zum Höchsten.

December 11, 2019

Mittwoch, 11 Dezember 2019 : Kommentar Hesychius

Die Eigenart eines Sternes ist das Licht, mit dem er sich umgibt. Die Eigenart eines Menschen, der Gott fürchtet und ehrt, ist die Einfachheit und die Demut. Denn es gibt kein anderes Zeichen, an dem die Jünger Christi zu erkennen und wahrzunehmen sind, als eine demütige innere Haltung und ein schlichtes Äußeres. Das verkünden die vier Evangelien immer wieder. Wer nicht so, das heißt nicht demütig lebt, verliert seinen Anteil an Jenem, der sich selbst bis zum Tod am Kreuz erniedrigt hat (vgl. Phil 2,8), der das Gesetz der göttlichen Evangelien erlassen und umgesetzt hat. Es heißt: „Auf, ihr Durstigen, kommt alle zum Wasser“ (Jes 55,1). Ihr, die ihr nach Gott dürstet, kommt zur Lauterkeit der Besinnung. Wer jedoch durch diese hoch empor fliegt, muss auch den Boden seiner eigenen Einfachheit im Blick haben. Denn niemand ist höher als der Demütige. So wie alles dunkel und düster ist, wenn das Licht fehlt, so ist all unser Bemühen, Gott ähnlich zu werden, eitel und nichtig, wenn die Demut fehlt […]. Die von Jesus mit Wohltaten und Süßigkeit erfüllte Seele antwortet ihrem Wohltäter durch Danksagung in Jubel und Liebe. Sie dankt und ruft mit Freude Jenen an, der ihr Frieden schenkt. Sie sieht durch die ihr innewohnende Erkenntnis, wie er die Trugbilder böser Geister vertreibt […]. Binden wir uns also fest an das Gebet und an die Demut, an diese beiden, die – zusammen mit Nüchternheit und Wachsamkeit – uns wie mit einem feurigen Schwert gegen die Dämonen bewaffnen. Wenn wir nämlich so leben, wird es uns möglich sein, jeden Tag und jede Stunde in geheimer Freude zu einem Herzensfest zu machen […]. Der Herr hat gesagt: „Lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele“ (Mt 11,29).

December 10, 2019

Dienstag, 10 Dezember 2019 : Kommentar Hl. Faustina Kowalska

Grauer Alltag hat wieder begonnen. Die feierliche Zeit der ewigen Gelübde ist vorüber, aber in der Seele verblieb die große Gnade Gottes. Ich fühle, dass ich ganz Gott angehöre, ich fühle, dass ich Sein Kind bin, dass ich ganz Sein eigen bin. Das erfahre ich sogar physisch und fühlbar. In jeder Hinsicht bin ich beruhigt, denn ich weiß, dass es Sache des Bräutigams ist, an mich zu denken. Mich selbst habe ich vollkommen vergessen. Mein grenzenloses Vertrauen liegt in Seinem barmherzigsten Herzen. Fortwährend bin ich mit Ihm vereinigt. Ich sehe, als ob Jesus ohne mich nicht glücklich sein könnte, und ich ohne Ihn. Doch ich verstehe gut, dass Er als Gott in Sich selbst glücklich ist und zu Seinem Glück überhaupt kein Geschöpf benötigt, und doch veranlasst Ihn seine Güte, sich den Geschöpfen hinzugeben – und das in so unbegreiflicher Fülle.

December 9, 2019

Montag, 9 Dezember 2019 : Kommentar Hl. Gertrud von Helfta

Es preise dich, mein Gott, o mein Glück, die heilige Herrlichkeit deiner Gottheit, mit welcher du neun Monate lang den keuschen Schoß der Jungfrau Maria erfüllt und in ihm gewohnt hast. Es preise dich die höchste Kraft deiner Gottheit, die sich zur Niedrigkeit des jungfräulichen Tales herabgeneigt hat. Es preise dich deine höchst kunstreiche Allmacht, höchster Gott, durch welche du der jungfräulichen Rose so große Kraft, Schönheit und Zier verliehen hast, wie du selber sie dir wünschen konntest. Es preise dich deine wunderbare Weisheit, deren Reichtum an Gnade bewirkt hat, dass Marias ganzes Leben, sowohl dem Leib als auch der Seele nach, deiner Würde entsprechend war. Es preise dich deine starke, weise und überaus süße Liebe, die bewirkt hat, dass du, der Jungfräulichkeit Blüte und Bräutigam, der Sohn der Jungfrau geworden bist. […] Es juble dir an meiner Stelle das überaus würdige Herz und die Seele der glorreichen Jungfrau und Mutter Maria, die du zur Mutter erwählt hast, weil ich heilsbedürftig bin, damit mir stets ihre mütterliche Milde offen stehe. Es juble dir die treueste Sorge, die du um mich hast, in der du für mich eine solch große Fürsprecherin und Beschützerin bestellt hast, durch die ich ganz leicht die Gnade finden kann. Und ich glaube vertrauensvoll, dass mir in ihr deine ewige Barmherzigkeit erhalten bleibt. Es juble dir dieses bewundernswerte Zelt deiner Herrlichkeit, das allein dir würdig als heilige Wohnung gedient hat, und durch das du dir am besten die Weise des Lobes und der Verherrlichung ergänzen kannst, die ich dir schulde.

December 8, 2019

Sonntag, 8 Dezember 2019 : Kommentar Origenes

Johannes der Täufer sagte: „Jede Schlucht soll aufgefüllt werden“ (Lk 3,5), aber nicht Johannes war es, der jede Schlucht aufgefüllt hat; es ist der Herr, unser Retter […] „Was krumm ist, soll gerade werden“. Jeder von uns war krumm […], und es ist das Kommen Christi, das sich bis in unsere Seele hinein erfüllt, das gerade gemacht hat, was krumm war. […] Nichts war unbrauchbarer als ihr. Schaut doch auf eure ungeordneten Begierden von früher, auf euren Jähzorn und eure anderen bösen Neigungen – wenn sie denn überhaupt verschwunden sind: Ihr werdet erkennen, dass nichts unbrauchbarer war als ihr, oder um es noch deutlicher zu sagen: nichts war ungehobelter. Euer Betragen war ungehobelt, eure Worte und Werke waren ungehobelt. Aber mein Herr Jesus ist gekommen: Er hat eure Grobheiten geglättet, er hat dieses ganze Chaos in ordentliche Straßen verwandelt, um in euch einen ebenen Weg zu schaffen, einen geraden und sehr sauberen Weg, damit Gott, der Vater, in euch wandeln kann und Christus, der Herr, in euch Wohnung nehmen und sagen kann: „Mein Vater und ich werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen“ (vgl. Joh 14,23).

December 7, 2019

Samstag, 7 Dezember 2019 : Kommentar Hl. Johannes Paul II.

Wenn man die heutige Welt oberflächlich betrachtet, ist man nicht wenig betroffen von den negativen Tatsachen, die zum Pessimismus führen können. Aber dieses Gefühl ist nicht gerechtfertigt: wir glauben an Gott, den Vater und Herrn, an seine Güte und Barmherzigkeit. Unmittelbar vor Anbruch des dritten Jahrtausends der Erlösung ist Gott dabei, einen großen christlichen Frühling zu bereiten, dessen Morgenröte man schon ahnend erkennen kann. Tatsächlich gibt es sowohl in der nichtchristlichen Welt als auch in der alten Christenheit eine fortschreitende Annäherung der Völker an die Ideale und Werte des Evangeliums, die zu fördern sich die Kirche bemüht. In der Tat zeigt sich heute seitens der Völker ein neues Zusammengehen hinsichtlich dieser Werte: die Absage an Gewalt und Krieg; die Achtung der menschlichen Person und ihrer Rechte; der Wunsch nach Freiheit, Gerechtigkeit und Brüderlichkeit; die Überwindung von Rassismen und Nationalismen; die Bejahung der Würde und Aufwertung der Frau. Die christliche Hoffnung bestärkt uns darin, uns mit allen Kräften für die Neuevangelisierung und für die Weltmission einzusetzen, indem sie uns beten lässt, wie Jesus uns gelehrt hat: „Dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf der Erde“ (Mt 6,10). Die Zahl der Menschen, die auf Christus warten, ist noch immer unendlich groß: Die menschlichen und kulturellen Räume, die von der Verkündigung des Evangeliums noch gar nicht erreicht worden sind oder wo die Kirche nur schwach präsent ist, sind so ausgedehnt, dass sie die Einheit aller ihrer Kräfte erfordern. Mit der Vorbereitung auf die Feier des Jubeljahres Zweitausend engagiert sich die ganze Kirche noch mehr für einen neuen missionarischen Advent. Wir müssen in uns den apostolischen Eifer nähren, das Licht und die Freude des Glaubens an andere weiterzugeben, und zu diesem Ideal müssen wir jeden von uns und das ganze Volk Gottes erziehen.

December 6, 2019

Freitag, 6 Dezember 2019 : Kommentar Hl. Maximus der Bekenner

Jeder Einzelne von uns besitzt die Kraft des Heiligen Geistes. Sie wirkt und zeigt sich in dem Maß des Glaubens, der in ihm vorhanden ist. So ist jeder der Verwalter seiner eigenen Gnade. Und niemals sollte einer, der gutgesinnt ist, jemanden, der mit Gnaden ausgestattet ist, um etwas beneiden können, solange er selbst in der Lage ist, von Gott Gaben zu erlangen. Es ist das Maß des Glaubens eines jeden Einzelnen, was dazu führt, dass Gottes Gaben in ihm verbleiben. Denn in dem Maß, wie wir glauben, wird uns auch der Eifer zum Handeln gegeben. Wer handelt, der offenbart also je nach seinem Handeln das Maß seines Glaubens: Er empfängt die Zuteilung der Gnade dem entsprechend, was er geglaubt hat. […] Durch das Üben und Erstarken einzelner Tugenden lassen wir die Charismen, die uns zugeteilt wurden, sich ihrem Urgrund, dem sie entstammen, mit Gottes Hilfe annähern, sodass wir unseren Glauben nicht durch allmähliche Nachlässigkeit blind und augenlos machen, des Lichtes beraubt, das die Werke des Geistes hervorbringt; und damit wir nicht in Ewigkeit dafür bestraft werden, die göttlichen Augen des Glaubens in uns selbst geblendet zu haben, wie es in unserer Macht lag. […] Wer die göttlichen Gebote des Glaubens nicht erfüllt, hat einen blinden Glauben. Denn wenn die Gebote Gottes erleuchten (vgl. Ps 19,9), bedeutet dies, dass derjenige, der die Gebote Gottes nicht erfüllt, ohne göttliches Licht ist. Er lässt den göttlichen Ruf unbeantwortet. Er antwortet ihm nicht wirklich.

December 5, 2019