Sonntag, 1 März 2020 : Kommentar Hesychius

Unser Meister und menschgewordener Gott hat uns ein Vorbild jeder Tugend gegeben (vgl. 1 Petr 2,21), ein Beispiel für das Menschengeschlecht, und er führte uns aus dem alten Sündenfall zurück, indem er das Tugendleben an seinem eigenen Fleisch deutlich machte. Er offenbarte uns all seine guten Werke, und mit ihnen ging er nach der Taufe in die Wüste, wo er durch Fasten in den geistigen Kampf eintrat, bei dem der Teufel sich ihm in der Gestalt eines Menschen näherte (vgl. Mt 4,3). Durch die Art und Weise wie er siegte, lehrte uns der Meister dann, wie auch wir unnütze Menschen den Kampf gegen die bösen Geister führen sollen: in Demut, Fasten, Gebet (vgl. Mt 17,21), Nüchternheit und Wachsamkeit. Christus selbst allerdings bedurfte dieser Dinge keineswegs. Denn er ist Gott, der Gott aller Götter. […] Wer den inneren Kampf führt, muss in jedem Augenblick diese vier Dinge haben: Demut, größte Aufmerksamkeit, Gegenrede und Gebet. Demut, weil der Kampf ihn stolzen Dämonen gegenüberstellt, und um die Hilfe Christi in Reichweite seines Herzens zu haben, denn „der Herr widersteht den Stolzen“ (vgl. Spr 3,34 LXX). Aufmerksamkeit, um sein Herz stets von allen Gedanken rein zu bewahren, wie gut sie auch erscheinen mögen. Gegenrede, damit wir dem Teufel sofort mit Zorn widersprechen können, sobald wir ihn kommen sehen. Es steht geschrieben: „Ich will Antwort geben dem, der mich schmäht“ (vgl. Ps 119(118),42), „bei Gott allein kommt meine Seele zur Ruhe“ (Ps 62(61),2). Schließlich das Gebet, damit wir mit „unaussprechlichen Seufzen“ (vgl. Röm 8,26) zu Christus rufen, gleich nach der Gegenrede. Dann wird derjenige, der kämpft, den Feind mit seinem Trugbild wie Staub im Wind oder verfliegenden Rauch verschwinden sehen, vertrieben durch den anbetungswürdigen Namen Jesu. […] Die Seele soll also ihr Vertrauen auf Christus setzen, ihn anrufen und überhaupt keine Angst haben. Denn sie kämpft nicht alleine, sondern mit dem gewaltigen König, mit Jesus Christus, dem Schöpfer aller Wesen, der körperlichen und der unkörperlichen, das heißt der sichtbaren und der unsichtbaren.

February 29, 2020

Samstag, 29 Februar 2020 : Kommentar Hl. Johannes Paul II.

Auf Christus hören und ihn anbeten führt dazu, mutige Entscheidungen zu treffen, manchmal sogar heroische Entschlüsse zu fassen. Jesus ist anspruchsvoll, denn er möchte unser wahres Glück. Einige beruft er, alles zu verlassen, damit sie ihm im Priestertum oder im geweihten Leben folgen. Wer diese Einladung verspürt, soll keine Angst haben, ihm mit einem „Ja“ zu antworten und ihm großmütig nachzufolgen. Aber über die Berufungen zur besonderen Weihe hinaus gibt es die jedem Getauften eigene Berufung: Auch diese ist eine Berufung zu jenem „hohen Maßstab“ des alltäglichen christlichen Lebens, der sich in der Heiligkeit ausdrückt (vgl. Novo millennio ineunte, 31). […] Es gibt noch so viele Zeitgenossen, die die Liebe Gottes noch nicht kennen oder die ihr Herz mit unbedeutenden Ersatzmitteln zu füllen suchen. Deswegen ist es dringend notwendig, Zeugen der in Christus vertieften Liebe zu sein. […] die Kirche braucht wahre Zeugen für die Neuevangelisierung: Männer und Frauen, deren Leben durch die Begegnung mit Christus gewandelt worden ist; Männer und Frauen, die fähig sind, diese Erfahrung den anderen mitzuteilen. Die Kirche braucht Heilige. Wir alle sind zur Heiligkeit berufen, und nur die Heiligen können die Menschheit erneuern.

February 28, 2020

Freitag, 28 Februar 2020 : Kommentar Hl. Klara von Assisi

[…] keine von uns, die gesund und bei Kräften ist, [darf] etwas anderes als Fastenspeisen essen […], sowohl an Wochentagen wie an Festtagen; wir fasten jeden Tag, außer an den Sonntagen und am Geburtsfest des Herrn: an diesen Tagen sollen wir zweimal essen. Auch an den Donnerstagen der gewöhnlichen Zeit [im Jahreskreis] ist das Fasten der Entscheidung der einzelnen Schwester anheimgestellt, so dass diejenige, die nicht fasten möchte, nicht dazu verpflichtet ist. Wir Gesunden aber fasten täglich, außer an den Sonntagen und an Weihnachten. An jedem Hochfest aber, so heißt es in einem Schreiben des heiligen Franziskus, sowie an den Marien- und Apostelfesten sind wir nicht zum Fasten verpflichtet, außer das Fest fällt auf einen Freitag; und wie schon gesagt, essen wir Gesunden und Kräftigen immer Fastenspeisen. Aber unser Fleisch ist weder Fleisch aus Erz, noch Felsenkraft unsere Kraft. Im Gegenteil, wir sind gebrechlich und anfällig für allerhand Schwächen. Daher bitte ich Dich, Liebste, dass Du weise und besonnen von jeder unvernünftigen und unmöglichen Strenge der Enthaltsamkeit, wie Du sie meines Wissens auf Dich genommen hast, Abstand nimmst. Ich bitte Dich im Herrn, dass Du als Lebendige lebendig den Herrn preisest, dem Herrn einen geistigen Gottesdienst darbringst und Dein Opfer stets mit Salz gewürzt sei. Lebe stets wohl im Herrn, wie auch ich es für mich sehr wünsche […].

February 27, 2020

Donnerstag, 27 Februar 2020 : Kommentar Hl. Franz von Sales

Wir lieben uns selber auch auf verschiedene Weise, denn unsere Selbstliebe ist sowohl eine Tat- als auch eine Gefühlsliebe. Die Tatliebe beherrscht die Großen, die Machthungrigen, die Geldgierigen, die Besitz um Besitz zusammenraffen und nie genug haben. Andere lieben sich wieder eher mit einer mehr sentimentalen Liebe, sie gehen sehr zärtlich mit sich um und tun nichts, als sich verhätscheln, verpäppeln und pflegen. Immer sind sie voller Angst, dass ihnen etwas schaden könnte. Es ist geradezu ein Jammer! […] Seelische Verweichlichung ist noch unausstehlicher als körperliche. Leider wird sie gerade von geistlichen Personen am meisten gepflegt und großgezogen; sie möchten ohne Anstrengung mit einem Schlag heilig sein; ja, sie möchten sogar verschont bleiben von allen Kämpfen, welche das Niedere in unserer Seele mit seinem Widerstreben gegen alles, was der Natur entgegen ist, heraufbeschwört. […] Unseren Widersprüchen widersprechen, unseren Neigungen abgeneigt sein, unsere Gefühle unterdrücken, auf unsere eigene Meinung verzichten – das alles kann die gefühlvolle, sentimentale Liebe, die wir für uns hegen, nicht zulassen, ohne Ach und Weh zu schreien. Und das ist die Ursache, dass wir untätig bleiben. […] Auch trüge ich lieber ein kleines Strohkreuz, das mir auf die Schultern gelegt würde, ohne dass ich es wählte, als ein großes Kreuz, das ich mir mit großer Mühe selber aus dem Wald geholt und an dem ich recht schwer schleppen müsste. Ich glaube, dass ich dem lieben Gott wahrscheinlich mit dem Strohkreuz lieber bin als mit dem anderen großen, das ich mir mit vieler Plage und vielen Schweißtropfen selber gezimmert habe. Denn dieses selbstgewählte Kreuz tragen, ist eine größere Befriedigung für die Eigenliebe, die ein großes Gefallen an dem hat, was sie sich selber zurechtlegt, während es ihr nicht gefällt, sich einfach führen und leiten zu lassen.

February 26, 2020

Mittwoch, 26 Februar 2020 : Kommentar Benedikt XVI.

Seit den Ursprüngen wird daher die Fastenzeit als eine Zeit der unmittelbaren Vorbereitung auf die Taufe gelebt, die in der Osternacht feierlich gespendet werden soll. Die ganze Fastenzeit war ein Weg hin zu dieser großen Begegnung mit Christus, zu diesem Eintauchen in Christus und dieser Erneuerung des Lebens. Wir sind schon getauft, aber die Taufe ist in unserem Alltagsleben oft nicht sehr wirksam. Darum ist auch für uns die Fastenzeit ein neues „Katechumenat“, in dem wir erneut unserer Taufe entgegengehen, um sie wieder neu zu entdecken und zutiefst wieder zu erleben, um wieder wirklich Christen zu werden. Die Fastenzeit ist also eine Gelegenheit, um wieder neu Christen „zu werden“, durch einen ständigen Prozess des inneren Wandels und des Fortschreitens in der Erkenntnis und in der Liebe Christi. Die Umkehr geschieht nie ein für allemal, sondern sie ist ein Prozess, ein innerer Weg während unseres ganzen Lebens. Dieser Weg der dem Evangelium entsprechenden Umkehr darf sich gewiss nicht auf eine besondere Periode des Jahres beschränken: Es ist ein Weg, der jeden Tag zu gehen ist, der den ganzen Bogen der Existenz, jeden Tag unseres Lebens umfassen muss. […] Umkehren: Was heißt das wirklich? Umkehren heißt Gott suchen, mit Gott gehen, die Lehren seines Sohnes, Jesu Christi, willig befolgen. Umkehren ist nicht ein Bemühen um Selbstverwirklichung, denn der Mensch ist nicht der „Architekt“ seines eigenen ewigen Schicksals. Wir haben uns nicht selbst gemacht. Deshalb ist die Selbstverwirklichung ein Widerspruch und für uns auch zu wenig. Wir haben eine höhere Bestimmung. Wir könnten sagen, dass die Umkehr gerade darin besteht, sich nicht als „Schöpfer“ seiner selbst zu betrachten und so die Wahrheit zu entdecken, denn wir sind nicht die Urheber von uns selbst. Umkehr besteht darin, frei und mit Liebe zu akzeptieren, dass wir in allem von Gott, unserem wahren Schöpfer, abhängig sind, dass wir von der Liebe abhängig sind. Das ist nicht Abhängigkeit, sondern Freiheit.

February 25, 2020

Dienstag, 25 Februar 2020 : Kommentar Hl. Irenäus von Lyon

Sollte aber jemand sagen: „Wie denn? Konnte Gott nicht von Anfang an den Menschen vollkommen machen?“ so soll er wissen, dass Gott, der Unveränderliche und Unerschaffene, an und für sich alles vermag, das Erschaffene aber, eben weil es seinen Anfang erst später genommen hat, deshalb auch seinem Schöpfer nachstehen muss. […] Weil sie nicht unerschaffen sind, daher bleiben sie hinter dem Vollkommenen zurück. Weil sie jünger sind, darum sind sie gleichsam Kinder und folglich noch nicht gewöhnt und ungeübt in der Wissenschaft des Vollkommenen. […] Gott war imstande, dem Menschen die Vollkommenheit von Anfang an zu gewähren, der Mensch aber war unfähig, sie aufzunehmen; denn er war noch ein Kind. Und deswegen kam unser Herr in den letzten Zeiten, indem er alles in sich rekapitulierte, zu uns, nicht wie er selber hätte können, sondern wie wir ihn zu sehen vermochten. Er hätte nämlich in seiner unaussprechlichen Herrlichkeit zu uns kommen können; aber wir waren nicht im geringsten imstande, die Größe seiner Herrlichkeit zu ertragen. […] Deshalb wurde das Wort, der Sohn Gottes, mit uns zum Kinde, obgleich er vollkommen war, nicht seinetwegen, sondern wegen des Kindheitszustandes des Menschen, so begreifbar geworden, wie eben der Mensch ihn begreifen konnte.

February 24, 2020

Montag, 24 Februar 2020 : Kommentar Hl. Johannes Chrysostomus

„In diesen Tagen erhob sich Petrus im Kreis der Brüder […] und sagte …“ (vgl. Apg 1,15f.). Da er leidenschaftlich ist und der Erste der Gemeinschaft, ergreift er auch immer als erster das Wort: „Brüder, wir müssen einen von den Männern wählen, die die ganze Zeit mit uns zusammen waren“ (vgl. Apg 1,21). Seht nur, wie sehr ihm daran gelegen ist, dass diese neuen Apostel Augenzeugen sind. Zweifellos musste der Heilige Geist kommen, aber Petrus war dieser Aspekt sehr wichtig. „Einer von den Männern, die die ganze Zeit mit uns zusammen waren, als Jesus, der Herr, bei uns ein und aus ging.“ Er weist darauf hin, dass sie mit ihm zusammen gelebt haben müssen und nicht bloß einfach Jünger gewesen sein dürfen. Anfangs sind ihm tatsächlich viele gefolgt […] „[…] bis zu dem Tag, an dem er von uns ging […] einer von diesen muss nun zusammen mit uns Zeuge seiner Auferstehung sein.“ Petrus hat nicht gesagt: „Zeuge von allem Übrigen“, sondern nur „Zeuge der Auferstehung“. Denn jener Jünger wäre ja viel glaubwürdiger, der sagen könnte: „Derjenige, der aß, der trank, der gekreuzigt wurde: der ist es, der auferstand“. Daher brauchte er weder Zeuge der vorausgegangenen noch der nachfolgenden Zeit noch der Wunder sein. Erforderlich war nur, dass er Zeuge der Auferstehung war. Alles übrige war offenkundig und schon verkündigt worden, während sich die Auferstehung im Geheimen vollzogen hatte und daher nur einigen wenigen offenkundig war.

February 23, 2020

Sonntag, 23 Februar 2020 : Kommentar Hl. Maximus der Bekenner

Selig der Mensch, der alle Menschen gleichermaßen lieben kann. Selig der Mensch, der sich an nichts bindet, was hinfällig und vergänglich ist. […] Wer Gott liebt, liebt auch seinen Nächsten ganz und gar. Ein solcher Mensch kann nicht für sich behalten, was er hat, sondern teilt es aus wie Gott, indem er jedem gibt, was er braucht. Wer in Nachahmung Gottes Almosen gibt, kennt keinen Unterschied zwischen Bösen und Guten, Gerechten und Ungerechten (vgl. Mt 5,45), wenn sie körperlich leiden. Sondern er gibt allen gleichermaßen, je nach ihren Bedürfnissen, auch wenn er den Tugendhaften wegen seines guten Willens dem Verdorbenen vorzieht. So wie Gott, der wesenhaft gut und unerschütterlich ist, zwar alle Lebewesen als seine Geschöpfe gleichermaßen liebt, den tugendhaften Menschen jedoch verherrlicht, weil dieser mit ihm durch die [Gottes-]Erkenntnis vereint ist, während er in seiner Güte den Verdorbenen bemitleidet und ihn umkehren lässt, indem er ihn noch zu Lebzeiten unterweist. Ebenso liebt einer, der aus eigenem Antrieb gut und unerschütterlich ist, alle Menschen gleichermaßen. Er liebt den Tugendhaften wegen seines Wesens und seines guten Willens. Und er liebt den Verderbten wegen seines Wesens und aus Mitleid, denn er hat Erbarmen mit ihm wie mit einem Verrückten, der in der Dunkelheit umherirrt. Nicht nur teilen, wie es uns die Kunst des Liebens ans Herz legt, sondern vielmehr das Wort umsetzen und den anderen in ihrem Leibe dienen. […] „Ich aber sage euch“, bittet der Herr: „Liebt eure Feinde, tut Gutes denen, die euch hassen, und betet für die, die euch verfolgen“ (vgl. Mt 5,44; vgl. Lk 6,27–28).

February 22, 2020

Samstag, 22 Februar 2020 : Kommentar Hl. Augustinus

„Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen“. Man nennt ihn Petrus, weil er der erste war, der bei den Völkern die Fundamente des Glaubens legte, und weil er der unzerstörbare Fels ist, auf dem die Basis und das ganze Bauwerk ruhen, das Jesus Christus errichtet hat. Wegen seiner Treue heißt er Fels, während der Herr denselben Namen wegen seiner Macht trägt, nach dem Wort des heiligen Paulus: „[…] sie tranken aus dem geistgeschenkten Felsen, der mit ihnen zog. Und dieser Fels war Christus“ (1 Kor 10,4). Ja, er hatte es verdient, denselben Namen mit Christus zu teilen, dieser Apostel, der auserwählt wurde, um Mitarbeiter an seinem Werk zu sein. Gemeinsam bauten sie dasselbe Gebäude. Petrus ist es, der pflanzt, der Herr ist es, der Wachstum schenkt, der Herr ist es auch, der diejenigen sendet, die begießen sollen (vgl. 1 Kor 3,6f.). Ihr wisst, geliebte Brüder, es war seine eigene Schuld im Augenblick des Leidens seines Retters, aus der der selige Petrus erhoben wurde. Nachdem er den Herrn verleugnet hatte, wurde er bei ihm der erste. Da er über seinen Glaubensverrat weinte, fand er zu größerer Treue, und es wurde ihm eine größere Gnade zuteil, als die, die er verloren hatte. Christus hat ihm seine Herde anvertraut, auf dass er sie führe wie der gute Hirte, und er, der so schwach gewesen war, wurde zur Stütze für alle. Er, der gefallen war, als nach seinem Glauben gefragt wurde, sollte die anderen auf das unerschütterliche Fundament des Glaubens stellen. Deshalb wird er genannt: der Grundstein der Frömmigkeit der Kirchen.

February 21, 2020

Freitag, 21 Februar 2020 : Kommentar Hl. Gertrud von Helfta

O du geliebtester Tod, du bist mein glücklichstes Los. Ja, bei dir, bei dir kann meine Seele ein Nest für sich finden, o Tod. O Tod, der du die Früchte für ein ewiges Leben zur Welt bringst, ach wenn doch deine Lebensflüsse mich ganz umhüllten. O Tod, du ewiges Leben, ach lass mich doch immerfort hoffnungsfroh sein unter deinen Flügeln. O du heilbringender Tod, ach wenn doch meine Seele verweilen könnte bei deinen Gütern. O ganz kostbarer Tod, meine liebste Erwerbung bist du. Ja, so nimm doch mein ganzes Leben auf, in dich hinein, und versenke in dir meinen Tod. […] O Tod, voller Leben, ja unter deinen Flügeln lass mich dahinschmelzen. O Tod, du Lebenstropfen, ja, in alle Ewigkeit glühe in mir der Funken deiner überaus süßen Lebenskraft. […] O du herzinnigster Tod, du geistige Zuversicht meines Herzens. O Tod, du geliebtester, in dir sind für mich alle Güter aufbewahrt. Ja, so umgebe mich deine gütige Sorge, damit ich im Sterben lieblich in deinem Schatten ruhen kann. O Tod, du barmherzigster, du bist mein allerglücklichstes Leben. Du bist mein bestes Teil (Lk 10,42). Du bist der, der mich freikauft, versehen mit den reichsten Mitteln. Du bist mein alles überstrahlendes Erbteil. Ja, so hülle mich doch ganz in dir ein, verbirg in dir mein ganzes Leben, birg in dir meinen Tod. O herzinnigster Tod, bewahre du mich auf für dich in alle Ewigkeit in deiner väterlichen barmherzigen Liebe als ewigwährende Erwerbung und Besitz.

February 20, 2020