Samstag, 21 März 2020 : Kommentar Hl. Johannes Klimakos

Wenn du dich aufmachst, um vor den Herrn zu treten, sei dein Gewand gänzlich aus dem Stoff oder besser dem Material des Nichtnachtragens gewoben, andernfalls wird dir das Gebet nichts nutzen. Die Art deines Gebetes sollte äußerst einfach sein, denn mit einem Wort söhnten der Zöllner und der verlorene Sohn Gott mit sich aus. Versuche nicht viele Worte zu machen, damit sich dein Geist nicht bei der Suche nach Worten verliert. Ein Wort des Zöllners hat Gott Genüge getan, und ein Wort des Glaubens hat den Räuber gerettet. Viele Worte haben im Gebet oft den Geist mit Vorstellungen erfüllt und ihn zerstreut. Die wenigen Worte aber pflegen den Geist zu sammeln. Verspürst du Lieblichkeit und Ergriffenheit bei einem bestimmten Satz des Gebets, so verweile bei ihm, denn dies bedeutet, dass unser Wächter gemeinsam mit uns im Gebet ist. Bitte mit der Trauer, suche mit dem Gehorsam, und klopfe an mit der Langmut, denn wer auf diese Weise bittet, „ der erhält, und wer sucht, der findet, und wer anklopft, dem wird aufgetan“ (Lk 11,10)! […] Wer pausenlos den Stab des Gebetes hält, wird nicht anstoßen. Sollte dies dennoch geschehen, wird er jedoch nicht ganz und gar fallen, denn das Gebet ist eine fromme „Tyrannei“, die auf Gott ausgeübt wird.

March 20, 2020

Freitag, 20 März 2020 : Kommentar Sel. Columba Marmion

Die Liebe ist letztlich der Maßstab für den Wert all unserer Handlungen, selbst der gewöhnlichsten. So bezeichnet der hl. Benedikt die Gottesliebe als allererstes „Werkzeug“: „Vor allem: Gott, den Herrn, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft“. Ebenso sagt er uns: „Gebt vor allem der Liebe einen Platz in eurem Herzen; die Liebe lenke und leite euch in allem, was ihr tut; die Liebe ist es, die alle anderen Werkzeuge guter Werke in eure Hände legen muss; sie ist es, die den unbedeutendsten Einzelheiten eurer Tage einen hohen Wert verleiht. Die kleinen Dinge, sagt der hl. Augustinus, sind an und für sich klein; aber sie werden groß durch die treue Liebe, mit der sie vollbracht werden“ (De doctrina christiana, 1. IV, Kap. 18). […] Das Ideal, das wir anstreben müssen, ist […] die Genauigkeit der Liebe, weder der Skrupel noch die Sorge, sich bloß nicht zu irren, noch der Wunsch, sich sagen zu können: „Ich möchte, dass man mir niemals einen Fehler nachweisen kann“. Das zeugt von Stolz. Aus dem Herzen entspringt das innere Leben; und wenn ihr das besitzt, werdet ihr versuchen, all eure Vorschriften aus Liebe zu erfüllen, mit der reinsten Absicht und der größtmöglichen Sorgfalt. […] Der wahre Wert einer Sache liegt in dem Grad der Vereinigung mit Christus, den wir ihm durch Glaube und Liebe geben. Alles was wir tun, muss aus Liebe zu unserem Vater im Himmel und – durch den Glauben – in Einheit mit unserem Herrn geschehen. Lasst uns nie vergessen: Die eigentliche Quelle des Wertes unserer Werke liegt in unserer gnadenhaften Vereinigung mit Christus, in der Liebe, mit der wir unsere Taten vollbringen. Dazu ist es nötig, wie der hl. Benedikt sagt, dass wir vor jeder guten Unternehmung unsere Absicht auf Gott ausrichten, mit großer Intensität des Glaubens und der Liebe.

March 19, 2020

Donnerstag, 19 März 2020 : Kommentar Hl. Johannes Paul II.

Am Anfang dieses Pilgerweges trifft sich der Glaube Mariens mit dem Glauben Josefs. Wenn Elisabet von der Mutter des Erlösers sagte: „Selig ist die, die geglaubt hat“, so kann man gewissermaßen dieses Seligsein auch auf Josef beziehen, weil er positiv auf das Wort Gottes antwortete, als es ihm in jenem entscheidenden Augenblick überbracht wurde. Um genau zu sein: Josef antwortete auf die „Verkündigung“ des Engels nicht wie Maria, sondern „er tat, was der Herr ihm befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich“. Was er getan hat, ist reinster „Gehorsam des Glaubens“ (vgl. Röm 1,5; 16,26; 2 Kor 10,5–6). Man kann sagen, das, was Josef getan hat, verband ihn in ganz besonderer Weise mit dem Glauben Mariens: er nahm als von Gott kommende Wahrheit an, was sie bereits bei der Verkündigung angenommen hatte. Das Konzil lehrt: „Dem offenbarenden Gott ist der ‚Gehorsam des Glaubens‘ zu leisten. Darin überantwortet sich der Mensch Gott als ganzer in Freiheit, indem er sich ‚dem offenbarenden Gott mit Verstand und Willen voll unterwirft‘ und seiner Offenbarung willig zustimmt“ (Dei Verbum, 5). Der eben zitierte Satz, der das Wesen selbst des Glaubens berührt, trifft voll und ganz auf Josef von Nazaret zu. Er wurde deswegen in einzigartiger Weise ein Hüter des Geheimnisses, das „von Ewigkeit her in Gott verborgen war“ (vgl. Eph 3,9), so wie es Maria in jenem entscheidenden Augenblick wurde, den der Apostel die „Fülle der Zeit“ nennt, als nämlich „Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau, sandte, damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz stehen, und damit wir die Sohnschaft erlangen“ (vgl. Gal 4,4–5). […] Der erste Hüter dieses göttlichen Geheimnisses ist Josef, zusammen mit Maria. […] Wenn wir den Text beider Evangelisten, Matthäus und Lukas, vor Augen haben, können wir auch sagen, dass Josef der erste ist, der am Glauben der Gottesmutter teilhat, und dass er dadurch seine Frau im Glauben der göttlichen Verkündigung unterstützt. Er ist es auch, der von Gott als erster auf den „Pilgerweg des Glaubens“ gestellt wurde, auf dem Maria – vor allem seit Golgota und Pfingstgeschehen – in vollkommener Weise „vorangegangen ist“. Josefs eigener Weg, sein Pilgerweg des Glaubens wird früher enden […] Doch der Glaubensweg Josefs schlägt dieselbe Richtung ein […].

March 18, 2020

Mittwoch, 18 März 2020 : Kommentar Sel. Columba Marmion

Die Treue ist die wertvollste und zarteste Blüte der Liebe hier unten. Im Himmel droben wird sich die Liebe entfalten in Danksagung, in Zufriedenheit, in Freude, im vollen und ganzen Besitz dessen, den sie liebt. Hier unten kommt sie durch eine großherzige und beständige Treue Gott gegenüber zum Ausdruck, trotz der Dunkelheit im Glauben, trotz der Prüfungen, der Schwierigkeiten, der Widersprüchlichkeiten. Nach dem Beispiel unseres göttlichen Vorbildes sollen wir uns ohne Vorbehalt hingeben, so wie er selbst sich bei seinem Eintritt in die Welt ohne Vorbehalt dem Vater hingegeben hat: „Ja, ich komme, um deinen Willen, Gott, zu tun“ (vgl. Hebr 10,7). […] Wir sollen zu Jesus sagen: „Ich will dir ganz gehören; ich möchte dein Leben leben in Glaube und Liebe; ich will, dass deine Wünsche meine Wünsche seien, und wie du, will ich aus Liebe zu deinem Vater alles tun, was dir gefällt: ‚Ich habe dein Gesetz in die Mitte meines Herzens gestellt‘ (vgl. Ps 39(40),9 Vulg.); es gefällt dir, dass ich die von dir gegebenen Vorschriften des christlichen Gesetzes treu befolge […]; um dir die Zartheit meiner Liebe zu zeigen will ich sagen, was du selber gesagt hast: ‚Nicht ein Jota und nicht ein Strichlein werde ich aus deinem Gesetz streichen‘ (vgl. Mt 5,18). Gib mir deine Gnade, dass ich nicht das Geringste vernachlässige, was dir gefallen könnte, damit ich, nach deinem eigenen Wort ‚durch Zuverlässigkeit in den kleinen Dingen auch in den großen zuverlässig werde‘ (vgl. Lk 16,10). Lass mich vor allem immer aus Liebe zu dir und zu deinem Vater handeln (vgl. Joh 14,31). Ich sehne mich aus ganzem Herzen danach, wie du sagen zu können: ‚Ich tue immer das, was dem Vater gefällt‘“ (vgl. Joh 8,29).

March 17, 2020

Dienstag, 17 März 2020 : Kommentar Die byzantinischen und orientalischen Liturgien zur Fastenzeit

Herr und Gebieter meines Lebens, den Geist des Müßiggangs, der Verzagtheit, der Herrschsucht und der Geschwätzigkeit gib mir nicht! (große Metanie) Gib mir hingegen, Deinem Knecht, den Geist der Keuschheit, der Demut, der Geduld und der Liebe! (große Metanie) Ja, mein Herr und mein König, gib mir meine eigenen Sünden zu sehen und nicht meinen Bruder zu verurteilen, denn gesegnet bist Du in der Ewigkeit der Ewigkeit. Amen. (große Metanie) (Es folgen 11 kleine Metanien mit den Worten) Herr, reinige mich Sünder. (Und eine zwölfte mit den Worten) Herr, reinige mich Sünder und erbarme Dich meiner.

March 16, 2020

Montag, 16 März 2020 : Kommentar Hl. Ambrosius

Naaman war ein Syrer und litt am Aussatz und vermochte von niemand gereinigt zu werden. Da sprach ein Mädchen von den Gefangenen, es sei ein Prophet in Israel, der ihn von der ansteckenden Krankheit des Aussatzes reinigen könne. […] Vernimm nun, wer jenes junge Mädchen aus den Gefangenen sei! Es ist die Heidenkirche, das heißt: die Kirche des Herrn, die vorher, als sie sich noch nicht der Freiheit der Gnade erfreute, unter der Gefangenschaft der Sünde schmachtete. Auf ihren Rat hörte jenes törichte Heidenvolk auf das Wort der Propheten, an dem es vorher solange zweifelte, während es jedoch nachher – sobald es glaubte, dasselbe befolgen zu sollen – von jeglicher Sündenbefleckung reingewaschen wurde. Jener Naaman zweifelte wohl, bevor er geheilt wurde: du bist schon geheilt und darfst darum nicht zweifeln. […] Darum wurde dir vorhin eingeschärft, nicht nur das zu glauben, was du sahst, damit nicht auch du etwa so sprechen würdest: das nun soll jenes große Geheimnis sein, „das kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und in kein Menschenherz gekommen ist?“ (vgl. 1 Kor 2,9). Wasser nur sehe ich, wie ich es alle Tage gesehen: das soll mich reinigen? So oft stieg ich hinein und nie ward ich rein? Lerne daraus, dass das Wasser ohne den Geist nicht reinigt! Eben darum hast du gelesen, dass die drei Zeugen bei der Taufe eins sind: Wasser, Blut und Geist (1 Joh 5,8); denn, wenn du sie auf einen derselben einschränkst, besteht das Sakrament der Taufe nicht zu recht. Was ist denn das Wasser ohne das Kreuz Christi? Ein gewöhnliches Element ohne irgendwelche sakramentale Wirkung. Und umgekehrt: ohne Wasser kein Geheimnis der Wiedergeburt; denn „wer nicht wiedergeboren ist aus dem Wasser und dem Geist, kann in das Reich Gottes nicht eingehen“ (vgl. Joh 3,5). Es glaubt aber auch der Katechumene an das Kreuz des Herrn Jesus, mit dem auch er bezeichnet wird; doch, wenn er nicht getauft wird im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, kann er den Nachlass der Sünden nicht empfangen und das Geschenk der geistigen Gnade nicht ganz in sich aufnehmen. Jener Syrer tauchte siebenmal kraft des Gesetzes unter; du aber wurdest getauft im Namen des dreieinigen Gottes: du hast den Vater bekannt – sei dessen eingedenk, was du getan! – hast den Sohn bekannt, hast den Heiligen Geist bekannt. Halte Punkt für Punkt an diesem Glauben fest! Der Welt bist du abgestorben und Gott bist du auferstanden. In jenem irdischen Element gleichsam begraben und der Sünde gestorben, bist du zum ewigen Leben wiedererweckt worden.

March 15, 2020

Sonntag, 15 März 2020 : Kommentar Hl. Augustinus

„Jesus also, ermüdet von der Reise, setzte sich so hin an den Brunnen. Es war um die sechste Stunde.“ Nun beginnen die Geheimnisse. Denn nicht umsonst wird Jesus müde; nicht umsonst wird die Kraft Gottes müde […] Deinetwegen ist Jesus ermüdet von der Reise. Wir finden die Kraft Jesus, wir finden den schwachen Jesus; den starken und den schwachen Jesus: den starken, denn „im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dieses war im Anfang bei Gott“. Willst du sehen, wie stark dieser Sohn Gottes war? „Alles ist durch ihn geworden, und ohne ihn ist nichts geworden“; und ohne Anstrengung ist es geworden. Was ist also stärker als der, durch den ohne Anstrengung alles geworden ist? Willst du den schwachen kennenlernen? „Das Wort ist Fleisch geworden, und hat unter uns gewohnt“ (Joh 1,1.3.14). Die Stärke Christi hat dich erschaffen, die Schwäche Christi hat dich neugeschaffen. Die Stärke Christi hat bewirkt, dass sei, was nicht war; die Schwäche Christi hat bewirkt, dass nicht verloren gehe, was war. Er hat uns erschaffen durch seine Stärke, uns gesucht durch seine Schwäche. Er nährt also, selbst schwach, die Schwachen, wie eine Henne ihre Jungen; denn dieser hat er sich ähnlich gemacht: „Wie oft wollte ich“, sagt er zu Jerusalem, „deine Kinder unter die Flügel versammeln, und du hast nicht gewollt“? (Mt 23,37). […] So also wird Jesus schwach, müde von der Reise. Seine Reise ist das Fleisch, das er für uns angenommen hat. Denn wie kann man bei dem von einer Reise reden, der überall ist, der nirgends abwesend ist? Er geht und kommt, aber er würde zu uns nicht kommen, wenn er nicht die Gestalt des sichtbaren Fleisches angenommen hätte. Weil er also, um zu uns zu kommen, sich in der Weise würdigte, dass er durch Annahme des Fleisches in Knechtsgestalt erschien, so ist die Annahme des Fleisches seine Reise. Was heißt darum „müde von der Reise“ anderes als Ermüdung im Fleisch? Jesus wird schwach im Fleisch, aber werde du nicht schwach; in seiner Schwäche sollst du stark sein; denn was schwach ist an Gott, ist stärker als die Menschen (1 Kor 1,25).

March 14, 2020

Samstag, 14 März 2020 : Kommentar Benedikt XVI.

Das eigentlich Neue des Neuen Testaments sind nicht neue Ideen, sondern die Gestalt Christi selber, der den Gedanken Fleisch und Blut, einen unerhörten Realismus gibt. Schon im Alten Testament besteht das biblisch Neue nicht einfach in Gedanken, sondern in dem unerwarteten und in gewisser Hinsicht unerhörten Handeln Gottes. Dieses Handeln Gottes nimmt seine dramatische Form nun darin an, dass Gott in Jesus Christus selbst dem „verlorenen Schaf“, der leidenden und verlorenen Menschheit, nachgeht. Wenn Jesus in seinen Gleichnissen von dem Hirten spricht, der dem verlorenen Schaf nachgeht, von der Frau, die die Drachme sucht, von dem Vater, der auf den verlorenen Sohn zugeht und ihn umarmt, dann sind dies alles nicht nur Worte, sondern Auslegungen seines eigenen Seins und Tuns. In seinem Tod am Kreuz vollzieht sich jene Wende Gottes gegen sich selbst, in der er sich verschenkt, um den Menschen wieder aufzuheben und zu retten – Liebe in ihrer radikalsten Form. Der Blick auf die durchbohrte Seite Jesu, von dem Johannes spricht (vgl. 19,37), begreift, was Ausgangspunkt dieses Schreibens war: „Gott ist Liebe“ (1 Joh 4,8). Dort kann diese Wahrheit angeschaut werden. Und von dort her ist nun zu definieren, was Liebe ist. Von diesem Blick her findet der Christ den Weg seines Lebens und Liebens. Diesem Akt der Hingabe hat Jesus bleibende Gegenwart verliehen durch die Einsetzung der Eucharistie während des Letzten Abendmahles. Er antizipiert seinen Tod und seine Auferstehung, indem er schon in jener Stunde den Jüngern in Brot und Wein sich selbst gibt, seinen Leib und sein Blut […] Die Eucharistie zieht uns in den Hingabeakt Jesu hinein. […] Die „Mystik“ des Sakraments, die auf dem Abstieg Gottes zu uns beruht, […] führt höher, als jede mystische Aufstiegsbegegnung des Menschen reichen könnte.

March 13, 2020

Freitag, 13 März 2020 : Kommentar Hl. Irenäus von Lyon

Gott pflanzte den Weinberg des Menschengeschlechts zuerst durch die Erschaffung Adams und die Erwählung der Patriarchen und übergab ihn den Bauern durch die Gesetzgebung des Moses. Dann umgab er ihn mit einem Zaun, d. h. er umgrenzte ihr Gebiet, und baute einen Turm, indem er Jerusalem erwählte. Dann grub er eine Kelter, indem er das Gefäß für den prophetischen Geist vorbereitete. Und so schickte er die Propheten bereits vor der babylonischen Gefangenschaft und wieder andere nach derselben, und zwar mehr als vorher, die Früchte fordern sollten, indem sie zu ihnen sprachen: „‚Bessert euer Verhalten und euer Tun‘ (Jer 7,3); ‚Haltet gerechtes Gericht, jeder zeige seinem Bruder gegenüber Güte und Erbarmen; unterdrückt nicht die Witwen und Waisen, die Fremden und Armen, und plant in eurem Herzen nichts Böses gegeneinander!‘ (Sach 7,9–10) […] ‚Wascht euch, reinigt euch! Lasst ab von eurem üblen Treiben! […] Lernt, Gutes zu tun! Sorgt für das Recht! Helft den Unterdrückten!‘“ (Jes 1,16–17). […] Indem die Propheten dies verkündeten, suchten sie die Frucht der Gerechtigkeit. Da sie aber jenen nicht glaubten, sandte der Herr zuletzt seinen Sohn, unsern Herrn Jesus Christus. Diesen schlugen die bösen Bauern und warfen ihn aus dem Weinberge hinaus. Nun aber umgab ihn der Herr Gott nicht mit einem Wall, sondern dehnte ihn aus über die ganze Welt und übergab ihn anderen Bauern, die Frucht geben zu ihrer Zeit, nachdem der Turm seiner Erwählung prächtig an allen Orten erhöht worden ist. Denn überall ist die herrliche Kirche und überall gegraben ringsherum die Kelter, denn überall nimmt man den Geist auf. […] Deshalb sprach der Herr zu seinen Jüngern, um uns zu guten Arbeitern vorzubereiten: „‚Nehmt euch in acht und wacht allezeit, dass nicht Rausch und Trunkenheit und die Sorgen des Alltags euch verwirren‘ (vgl. Lk 21,34.36) […]; ‚Legt euren Gürtel nicht ab, und lasst eure Lampen brennen! Seid wie Menschen, die auf die Rückkehr ihres Herrn warten‘“ (Lk 12,35–36).

March 12, 2020

Donnerstag, 12 März 2020 : Kommentar Theodor von Studion

Eure Aufgabe gleicht jener der Engel. Wenn wir auch manche Leiden ertragen müssen, wenn wir uns ein wenig abtöten müssen – gedulden wir uns noch ein wenig. Und schon ist das Ziel und das Ende unseres Lebens da; wir werden von den heiligen Engeln geleitet werden, ewige Freude genießen und mit allen Heiligen Miterben derselben Verheißung sein (vgl. Hebr 11,9). […] Deshalb nehmen wir künftig geduldig an, was auch mit uns geschehen mag; denn wir erhalten dafür ewiges Glück, so wie umgekehrt denen, die Böses tun, Unglück zuteilwird. Der Himmel möge uns davor bewahren, diese Unglücksworte zu hören: „Du hast in deinem Leben Gutes empfangen, jetzt aber wird dieser getröstet“, und „zwischen uns und euch ist ein tiefer, unüberwindlicher Abgrund“ (vgl. Lk 16,25–26). Sind sie nicht schrecklich zu hören, diese göttlichen Worte, die den Sünder von dem Gerechten scheiden? In der Tat entfernen der Abstand, der Abgrund, der Verlust und Fall derer, die in der Sünde stehen, diese vom Herrn, unserem Gott so weit, wie der Himmel von der Erde entfernt ist (vgl. Jes 55,9). Aber jene, die wie ihr jeden Tag mit brennendem Verlangen danach streben, seine Freunde und seine wahren Diener zu sein, werden mit ihm in die himmlischen Wohnungen einziehen, in das himmlische Jerusalem (vgl. Gal 4,26), die große Stadt, die erfüllt ist von unvorstellbaren Wundern, verbunden mit grenzenloser Herrlichkeit und ewiger Macht. Dort werden wir einander sehen und vollkommen erkennen. Und ich glaube, dass wir, wenn wir den Willen Gottes erfüllen, allesamt in ewiger Freude vereint sein werden. Verhaltet auch ihr euch nach Art der Engel, und haltet euch fest am Arm Gottes, der euch Kraft verleiht, an den Ermutigungen des Heiligen Geistes, der euch stark macht, an den heiligen Engeln, an allen Märtyrern und von Gott gesegneten Heiligen, die euch zu Hilfe kommen.

March 11, 2020