Freitag, 10 April 2020 : Kommentar Hl. Amadeus von Lausanne

„Wahrhaftig, du bist ein verborgener Gott“ (Jes 45,15). Warum verborgen? Weil ihm weder Glanz noch Schönheit blieb, während doch die Macht in seinen Händen lag. Hier verbirgt sich seine Stärke. War er nicht verborgen, als er seine Hände rohen Kerlen überließ und seine Handflächen von Nägeln durchbohrt wurden? Die Nägel durchbrachen seine Hände, und seine unschuldige Seite bot sich der Verwundung dar. Sie fesselten seine Füße, das Eisen durchbohrte seine Fußsohlen, und seine Füße wurden an den Kreuzesstamm geheftet. Diese Wunden hat Gott in seinem eigenen Haus und durch die Hände der Seinen für uns erlitten (vgl. Sach 13,6). O, wie edel sind doch seine Wunden, die die Wunden der Welt geheilt haben. Wie siegreich sind doch seine Wunden, durch die er den Tod getötet und die Unterwelt besiegt hat! […] Da hast du, o Kirche, da hast du, o Taube, das Felsennest und das Loch in der Steilwand, wo du zur Ruhe kommen kannst (vgl. Hld 2,14). […] Und was wirst du tun […], wenn er mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken kommen wird? Er wird herabsteigen, wenn Himmel und Erde prasselnd vergehen und die Elemente sich auflösen bei der Schrecklichkeit seiner Ankunft (vgl. 2 Petr 3,10). Wenn er kommt, wird das Zeichen des Kreuzes am Himmel erscheinen, und der Geliebte wird die Narben seiner Wunden zeigen und die Male der Nägel, mit denen du ihn in seinem eigenen Haus angenagelt hast.

April 9, 2020

Donnerstag, 9 April 2020 : Kommentar Origenes

„Jesus, der wusste, dass ihm der Vater alles in die Hand gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott zurückkehrte, stand vom Mahl auf“. Was vorher nicht in Jesu Händen war, wird ihm vom Vater in seine Hände gelegt: nicht nur bestimmte Dinge und andere nicht, sondern alles. David hatte gesagt: „So spricht der Herr zu meinem Herrn: Setze dich mir zur Rechten, und ich lege dir deine Feinde als Schemel unter die Füße“ (Ps 110(109),1). Die Feinde Jesu waren nun tatsächlich ein Teil von diesem „Alles“, von dem er wusste, dass sein Vater es ihm gegeben hatte. […] Wegen jener, die in die Gottferne gegangen waren, ist er, der von Natur aus den Vater nicht verlassen will, in die Gottferne gegangen. Er ist aus Gott herausgetreten, damit alles, was sich von Gott entfernt hatte, mit ihm, in seiner Hand, zu Gott zurückkehrt, nach seinem ewigen Plan. […] Was tat Jesus denn, als er den Jüngern die Füße wusch? Hat Jesus ihnen nicht, indem er sie wusch und mit dem Tuch, mit dem er umgürtet war, abtrocknete, die Füße schön gemacht, in dem Moment, als sie die frohe Botschaft verkünden sollten? Damals erfüllte sich meiner Meinung nach das Prophetenwort: „Wie sind die Freudenboten willkommen, die Gutes verkündigen!“ (vgl. Jes 52,7; Röm 10,15). Wenn Jesus aber schon die Füße der Jünger wäscht und sie schönmacht: Wie soll man dann die wahre innere Schönheit derer beschreiben, die er ganz „mit dem Heiligen Geist und mit Feuer“ tauft (Mt 3,11)? Die Füße der Apostel wurden schön, damit […] sie die heilige Straße betreten und in dem wandeln konnten, der gesagt hat: „Ich bin der Weg“ (Joh 14,6). Denn jeder, dem die Füße von Jesus gewaschen wurden – und nur er –, folgt diesem lebendigen Weg, der zum Vater führt; dieser Weg hat keinen Platz für schmutzige Füße. […] Um diesem lebendigen und geistlichen (vgl. Hebr 10,20) Weg zu folgen, müssen die Füße von Jesus gewaschen werden, der seine Kleider ablegte […], um an seinem eigenen Leib den Schmutz ihrer Füße aufzunehmen, mit diesem Leinen, das sein einziges Kleidungsstück war, denn „er hat unsere Krankheit getragen“ (Jes 53,4).

April 8, 2020

Mittwoch, 8 April 2020 : Kommentar Hl. Antonius von Padua

Seht! Derjenige, der den Gefangenen die Freiheit gibt, wird ausgeliefert; er, den die Engel verherrlichen, wird verspottet; der Gott des Universums wird ausgepeitscht; der „makellose Spiegel der Majestät Gottes, und das Abbild seiner Güte“ (vgl. Weish 7,26) wird angespuckt, das Leben der Sterblichen wird ausgelöscht. Was bleibt uns anderes übrig, als mit ihm zu sterben? (vgl. Joh 11,16). – Zieh uns, Herr Jesus, heraus aus der Grube des Grauens (vgl. Ps 40(39),3) mit dem „Haken“, der dein Kreuz ist, damit wir hinterhereilen können (vgl. Hld 1,4), ich sage nicht dem Duft, sondern der Bitternis deiner Passion. Weine bitterlich, meine Seele, über den Tod des einzigen Sohnes, über die Passion des Gekreuzigten. „Was wollt ihr mir geben“, sagt der Verräter, „wenn ich euch Jesus ausliefere?“ (Mt 26,15). Welch ein Schmerz! Es wird ein Preis festgesetzt für Unschätzbares. Gott wird verraten, für einen schnöden Preis verkauft! „Was wollt ihr mir geben?“, sagt er. O Judas, du willst den Sohn Gottes verkaufen, als wäre er ein gemeiner Sklave, ein toter Hund; du willst nicht den Preis wissen, den du bezahlen würdest, sondern den der Käufer. „Was wollt ihr mir geben?“ – Wenn sie dir den Himmel geben würden und seine Engel, die Erde und die Menschen auf ihr, das Meer und alles, was es enthält: Könnten sie damit den Sohn Gottes kaufen, „in dem alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen sind“ (vgl. Kol 2,3)? Kann der Schöpfer von einem Geschöpf gekauft oder verkauft werden? Sag mir: Womit hat er dich beleidigt? Was hat er dir Böses getan, dass du sagst: „Ich liefere ihn euch aus“? Solltest du die unvergleichliche Demut des Gottessohnes vergessen haben und seine freiwillige Armut, seine Sanftheit und seine Freundlichkeit, sein ansprechendes Predigen und seine Wunder, die Gunst, mit der er dich zum Apostel erwählt und zu seinem Freund gemacht hat? … Wie viele Judas Iskariots gibt es noch immer in unseren Tagen, die für ein paar materielle Vorteile die Wahrheit verkaufen, ihren Nächsten ausliefern und sich am Strick der ewigen Verdammnis aufhängen?

April 7, 2020

Dienstag, 7 April 2020 : Kommentar Hl. Leo der Große

Mit den Worten: „Wahrlich, ich sage euch, einer von euch wird mich verraten“ (vgl. Mt 26,21), bewies also der Herr, dass er um die böse Absicht seines Verräters wusste. Nicht durch harten und offenen Tadel bringt er den gottvergessenen Jünger in Verwirrung, nein, mit sanftem und stillem Mahnen naht er sich ihm, um den umso leichter durch Reue zu bessern, dem die Schmach einer Ausstoßung erspart geblieben war. Warum machst du dir, unseliger Judas, eine solche Güte nicht zunutze? Siehe, in schonender Weise spricht der Herr von deinem Vorhaben, und Christus verrät dich keinem, außer dir selbst! Weder dein Name noch deine Person wird bloßgestellt. Nur auf deine geheimen Gedanken spielt er mit wahrheitsgetreuen und mitleidigen Worten an. Weder die Ehre des apostolischen Ranges noch die Teilnahme an den Sakramenten wird dir versagt. Kehre wieder auf den rechten Weg zurück, lass ab von deinem wahnsinnigen Beginnen und besinne dich auf dich selbst! Gottes Milde ladet dich dazu ein, dein Retter klopft an dein Herz, und er, der das Leben selbst ist (vgl. Joh 14,6), ruft dich zum Leben zurück. Siehe, die anderen Jünger, die rein und schuldlos sind, erschrecken bei der Andeutung dieser Missetat und fürchten insgesamt für sich selbst, da sie nicht den Namen des Frevlers hören! Sie sind traurig geworden (vgl. Mt 26,22), nicht etwa weil sie sich schuldig fühlen, sondern weil sie wissen, wie unbeständig und wankelmütig der Mensch ist. Sie sind in Sorge, es möchte ihre Kenntnis des eigenen Ichs weniger zuverlässig sein als das, was die Wahrheit selbst vorhersah. Sie, die sich keiner Schuld bewusst sind, zittern, und du missbrauchst die Langmut des Herrn und hältst dich, dreist wie du bist, für unentdeckt. […] Da sprach der Herr, als er sah, auf welche Untat des Judas Sinnen und Trachten gerichtet war: „Was du tun willst, tue bald!“ (vgl. Joh 13,27). In diesem Wort liegt kein Befehl, sondern eine stille Erlaubnis. Es offenbart sich darin nicht Furcht, sondern Bereitschaft. Damit bekundete vielmehr jener, der über alle Zeit gebietet, dass er seinem Verräter freie Hand lässt und er in der Weise dem Willen seines Vaters, die Welt zu erlösen, nachkommt, ohne das von seinen Gegnern geplanten Verbrechen zu provozieren noch davor zurückzuschrecken.

April 6, 2020

Montag, 6 April 2020 : Kommentar Hl. Gertrud von Helfta

Beim Andenken an den Herrn, von dem es heißt, dass er an diesem Tag spät zu Martha und Maria nach Betanien ging, [wurde sie] von dem Verlangen, ihn zu beherbergen, entzündet. [Sie] ging zu einem Kruzifix, küsste mit innigster Liebe die Wunde der heiligsten Seite und zog alles Verlangen des liebevollsten Herzens des Sohnes Gottes in sich, indem sie mit der Innigkeit aller Gebete, welche jemals aus diesem süßesten Herzen herausgeflossen sind, flehte, er möge in das Hütchen ihres unwürdigsten Herzens einkehren. Darauf gewährte der Herr, der stets allen, die ihn anrufen, nahe ist, ihr die ersehnte Gegenwart und sprach: „Sieh, hier bin ich! (vgl. Ps 144,18; Jes 58,9). Was wirst du mir denn nun geben?“ Sie antwortete: „Sei mir willkommen, du mein einziges Heil und mein ganzes, mein allein wahres Gut! Ach Herr, ich Unwürdige habe nichts, was deiner göttlichen Erhabenheit geziemen kann, bereitet; aber ich opfere mein ganzes Wesen deiner Güte auf, begehrend und bittend, dass du selber dir in mir bereiten mögest, was deine göttliche Huld erfreuen kann.“ Der Herr sagte: „Ja, wenn du mir diese Freiheit in dir gewähren willst, so gib mir den Schlüssel, womit ich alles nehmen und zurücklegen kann, was mir zur Bequemlichkeit und zur Erquickung gefällt.“ Sie entgegnete: „Aber was ist denn der Schlüssel?“ Der Herr erwiderte: „Dein eigener Wille.“ Bei diesen Worten erkannte sie, dass, wenn jemand den Herrn beherbergen will, er sich seinem preiswürdigsten Wohlgefallen vollständig anheimstellen muss, in der Zuversicht, seine gütigste Huld werde in allem sein Heil wirken. Dann kehrt der Herr bei ihm ein und vollendet in seinem Herzen und in seiner Seele alles, woran sein göttlicher Wille sich erfreut.

April 5, 2020

Sonntag, 5 April 2020 : Kommentar Hl. Thomas More

Vielleicht fragen wir uns verwundert, wie Christus, unser Erlöser, obwohl wahrer Gott und dem allmächtigen Vater gleich, Traurigkeit, Leiden und Kummer kennen konnte. Sicherlich wäre das nicht möglich gewesen, wenn er Gott, und zwar nur Gott gewesen wäre, ohne zugleich Mensch zu sein. […] Aber in Wahrheit, da er nicht weniger wahrer Mensch als wahrer Gott war, denke ich, sollte uns die Tatsache, dass er als Mensch die gewöhnlichen menschlichen Gefühle erlebte (vorausgesetzt, dass es sich nicht um Sünde handelte), nicht mehr verwundern, als die gewaltigen Wunder, die er als Gott vollbrachte. […] Denn wenn wir uns wundern, dass Christus Angst, Abscheu und Kummer erlebte, obwohl er doch offensichtlich Gott war, wie sollte es uns dann nicht ebenso verwundern, dass er Hunger und Durst hatte, dass er schlief? Indem er sich diesen Notwendigkeiten beugte, war er nicht weniger Gott. […] Indessen hatte Christus sehr wohl seine Gründe, Angst, Traurigkeit und Kummer erleben zu wollen. „Wollen“ sage ich, nicht „dazu gezwungen werden“. Denn wer hätte Gott zu etwas zwingen können? Doch Christus wollte dies, wie ich bereits sagte, in seiner wunderbaren Güte aus vielen Gründen. […] Er kam nämlich, um Zeugnis für die Wahrheit abzulegen. Es fehlte nicht an Menschen, die seine wahre Menschheit bestritten. Um also diese so tödliche Krankheit zu heilen, wollte unser vortrefflicher und zartfühlender Arzt uns zeigen, dass er wirklich Mensch war.

April 4, 2020

Samstag, 4 April 2020 : Kommentar Juliana von Norwich

Einmal sagte unser guter Herr zu mir: „Alles wird gut enden“; ein andermal sagte er: „Du wirst es selber sehen: Alles wird gut“. Aus diesen beiden Worten erkannte meine Seele […]: Er möchte uns wissen lassen, dass er seine Aufmerksamkeit nicht nur edlen und großen Dingen zuwendet, sondern auch solchen, die demütig, klein, gering, einfach sind. Das meint er, wenn er sagt: „Alles, was auch immer es sei, wird gut enden.“ Er möchte, dass wir erkennen: Auch das Allerkleinste wird nicht vergessen. Und er möchte, dass wir erkennen: Vieles, was geschieht, ist in unseren Augen so böse und verursacht so viel Schlimmes, dass es uns unmöglich erscheint, es könnte je ein gutes Ende finden. Und so machen wir uns Sorgen und trauern derart, dass wir in der seligen Betrachtung Gottes keinen Frieden mehr finden, wie wir es doch sollten. Denn hier auf Erden ist unsere Art zu Denken so blind, so flach, so simpel, dass wir die erhabene und wunderbare Weisheit, Macht und Güte der seligen Dreifaltigkeit nicht erkennen können […] Es ist so, als sagte Gott: „Achtet jetzt darauf, dass ihr mir glaubt und vertraut, und am Ende werdet ihr alles in der Wahrheit und damit in der Fülle der Freude erkennen.“ […] Soweit ich es sehe, gibt es ein Werk, das die Heilige Dreifaltigkeit am letzten Tag vollbringen wird. Wann und wie dieses Werk vollbracht wird, weiß keines der Christus untergeordneten Geschöpfe und wird es auch nicht wissen, bevor es vollendet ist. […] Wenn Gott uns wissen lassen möchte, dass er dieses Werk vollbringen wird, dann deshalb, damit wir gelassener und friedvoller in der Liebe sind; damit wir aufhören, auf alle möglichen Stürme zu starren, die uns daran hindern, uns wirklich an ihm zu erfreuen. Das ist das große Werk, das unser Herr von aller Ewigkeit her beschlossen hat, ein zutiefst in seinem seligen Inneren verborgener Schatz, der nur ihm bekannt ist. Durch dieses Werk wird er alles zu einem guten Ende führen; denn so wie die Heilige Dreieinheit alles aus dem Nichts erschaffen hat, so wird sie auch alles, was nicht gut ist, gut machen.

April 3, 2020

Freitag, 3 April 2020 : Kommentar Hl. Augustinus

„Heißt es nicht in eurem Gesetz: Ich habe gesagt: Ihr seid Götter? Wenn er jene Götter nannte, an die das Wort Gottes gerichtet wurde, und die Schrift nicht aufgehoben werden kann, wie sprecht ihr zu dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat: Du lästerst, weil ich gesagt habe: Ich bin der Sohn Gottes“? Wenn das Wort Gottes an Menschen ergangen ist, dass sie Götter genannt wurden, wie sollte dann nicht das Wort Gottes selbst, welches bei Gott ist, Gott sein? Wenn durch die Anrede Gottes Menschen Götter werden, wenn sie durch Teilnahme Götter werden, ist dann der, an welchem sie teilnehmen, nicht Gott? […] Du trittst zum Licht hin und wirst erleuchtet und unter die Söhne Gottes gezählt; wenn du dich vom Lichte entfernst, wirst du verdunkelt und unter die Finsternis gerechnet […] „Glaubt den Werken, damit ihr erkennt und glaubt, dass der Vater in mir ist und ich in ihm“ (vgl. Joh 10,38). Der Sohn sagt nicht so: In mir ist der Vater und ich in ihm, wie es die Menschen sagen können. Wenn wir nämlich recht denken, sind wir in Gott; und wenn wir recht leben, ist Gott in uns; als Gläubige an seiner Gnade teilnehmend, von ihm erleuchtet, sind wir in ihm und er in uns. […] Erkenne das Eigentum des Herrn und das Geschenk des Knechtes. Das Eigentum des Herrn ist die Gleichheit mit dem Vater, das Geschenk des Knechtes ist die Teilnahme am Heiland. „Sie suchten ihn nun zu ergreifen.“ Dass sie ihn nur ergreifen würden, aber so, dass sie an ihn glauben und ihn verstehen, nicht so, dass sie gegen ihn wüten und ihn töten. Denn jetzt, meine Brüder […] sowohl ihr, die ihr gleichsam aus derselben Masse seid wie ich, als auch ich selbst, der ich zu euch rede, wir alle wollen Christus ergreifen. Was heißt ergreifen? Hast du verstanden, so hast du ergriffen. Aber nicht so die Juden; du hast ihn ergriffen, um ihn zu haben; jene wollten ihn ergreifen, um ihn nicht zu haben. Und da sie ihn in solcher Weise ergreifen wollten, was hat er ihnen getan? „Er entging ihren Händen.“ Sie ergriffen ihn nicht, weil sie nicht die Hände des Glaubens hatten. […] Mit dem Geist das Wort ergreifen, das heißt Christus recht ergreifen.

April 2, 2020

Donnerstag, 2 April 2020 : Kommentar Hl. Gertrud von Helfta

Als […] im Evangelium die Worte gelesen wurden: „Du hast einen Teufel“ (Joh 7,20), wurde sie über die Schmähung ihres Herrn innerlich erschüttert, und es nicht ertragend, dass der Geliebte ihrer Seele auf so unverdiente Worte horche, redete sie mit der innigsten Liebe des Herzens ihn also an: „[…] Liebreichster Jesus, du mein höchstes und einziges Heil!“ Hierfür in gewohnter Weise sie würdig belohnend, neigte der Herr sich freundlich zu ihr und flößte dem Ohr ihrer Seele folgende Worte ein: „Ich, dein Schöpfer und Erlöser, habe dich durch Todesängste mit all meiner Seligkeit erworben.“ […] Bemühen wir uns darum, mit ganzer Zuneigung des Herzens dem Herrn liebe Worte zu sagen, sooft irgendeine Schmähung erwähnt wird, die ihm jemand zugefügt hat! Und wenn wir es nicht mit demselben Eifer tun können, sagen wir ihm zumindest unseren Willen und Wunsch nach diesem Eifer, bringen wir ihm unsere Sehnsucht und die Liebe der ganzen Schöpfung. Vertrauen wir auf seine großzügige Güte. Er wird die bescheidene Opfergabe seiner armen Kinder nicht verschmähen, sondern sie vielmehr nach dem Reichtum seiner Barmherzigkeit und Milde annehmen und sie uns weit über unsere Verdienste hinaus vergelten.

April 1, 2020

Mittwoch, 1 April 2020 : Kommentar Sel. Columba Marmion

Durch den Glauben hängen wir uns an Christus; durch ihn wird das Gebäude unseres übernatürlichen Lebens fest und sicher. Christus lässt uns an der Festigkeit des göttlichen Felsens teilhaben, den selbst die Mächte der Unterwelt nicht überwinden können (vgl. Mt 16,18). Mit der göttlichen Hilfe können auch wir die Angriffe und Versuchungen der Welt und des Teufels, des Fürsten dieser Welt, überwinden (1 Joh 5,4). Der Teufel und die Welt, deren der Teufel sich als Komplize bedient, gefährden und verlocken uns. Im Glauben an das Wort Jesu gehen wir siegreich aus diesen Angriffen hervor. […] Der Teufel ist der Vater der Lüge und Weltherrscher der Finsternis (vgl. Eph 6,12; vgl. auch Joh 8,44), während Gott die Wahrheit ist und das Licht, in dem keine Finsternis ist (vgl. Joh 14,6; 1 Joh 1,5). Wenn wir stets auf Gott hören, werden wir immer Sieger sein. Wenn unser Herr, der in allem unser Vorbild ist, selbst auch versucht worden ist, dann schauen wir doch auf ihn, was er getan hat, um die Versuchung zu vertreiben. Jeder Verlockung des Bösen setzte er die Autorität des Wortes Gottes entgegen. Wir müssen dasselbe tun; wir müssen die Angriffe der Hölle durch den Glauben an das Wort Jesu vertreiben. Was für den Teufel gilt, gilt auch für die Welt: Durch den Glauben sind wir Sieger. Wer einen lebendigen Glauben an Christus hat, der fürchtet weder Schwierigkeiten, noch Widerspruch, noch das Urteil der Welt, denn er weiß, dass Christus durch den Glauben in ihm wohnt und dass er sich auf ihn stützen kann.

March 31, 2020