Benedikt XVI.

Heute widmen wir unsere Betrachtung zwei Aposteln aus der Reihe der Zwölf: Simon Kananäus und Judas Thaddäus (nicht zu verwechseln mit Judas Iskariot). Wir betrachten sie nicht nur deswegen gemeinsam, weil sie in den Listen der Zwölf immer nebeneinander angeführt werden (vgl. Mt 10,4; Mk 3,18; Lk 6,15; Apg 1,13), sondern auch, weil es nur wenige Nachrichten über sie gibt, abgesehen davon, dass der Kanon der neutestamentlichen Schriften einen Brief enthält, der Judas Thaddäus zugeschrieben wird. ...

October 28, 2026

Hl. Johannes Chrysostomus

Gibt es etwas Lächerlicheres als einen Christen, der sich nicht um andere kümmert? Nimm nicht deine Armut zum Vorwand: Die Witwe, die zwei kleine Münzen in den Opferkasten des Tempels warf (vgl. Mk 12,42), würde gegen dich aufstehen; ebenso Petrus, der zu dem Gelähmten sagte: „Silber und Gold besitze ich nicht“ (vgl. ...

October 27, 2026

Hl. Gregor der Große

„Am Sabbat lehrte Jesus in einer Synagoge. Und siehe, da war eine Frau, die seit achtzehn Jahren krank war, weil sie von einem Geist geplagt wurde; sie war ganz verkrümmt und konnte nicht mehr aufrecht gehen.“ Sie konnte nicht mehr nach oben schauen. Der Sünder, der nur mit irdischen Dingen beschäftigt ist und nicht nach den himmlischen strebt, ist nicht in der Lage, nach oben zu schauen. ...

October 26, 2026

Hl. Hildegard von Bingen

Aus der wahren Liebe, die ganz göttlich ist, kommt auch das Gute, das wertvoller ist als alles, was man ersehnt. Sie sammelt alle, die es suchen, und zieht sie an sich. Die Verdienste, die aus der Sehnsucht nach dem Himmel und aus den geistlichen Stoßseufzern durch göttlichen Antrieb kommen, und ebenso alle Werke des Menschen, die er um Gottes willen vollbracht hat, wägt sie mit gerechtem Urteil. ...

October 25, 2026

Hl. Leo der Große

Lasst uns danach streben, an der Auferstehung Christi teilzuhaben. Schon während unserer irdischen Wanderschaft müssen wir vom Tod zum Leben übergehen. Jeder Mensch, der irgendeine Umwandlung durchmacht, hört auf zu sein, was er war, und beginnt zu sein, was er nicht war. Doch ist es nicht gleichgültig, wofür man lebt oder stirbt; denn es gibt einen Tod, der zum Leben, und ein Leben, das zum Tod führt. ...

October 24, 2026

Jean-Pierre de Caussade

Trotz andauernder Hinweise, dass alles, was in der Welt geschieht, nur Schatten, nur Abbild, nur Geheimnis des Glaubens ist, verhalten wir uns immer nach menschlichem Maß und nach dem natürlichen Sinn der Dinge, der doch nur ein Rätsel ist. Wie kann das sein? Wie Narren tappen wir immer wieder in die Falle, anstatt unsere Augen zu erheben und zum Anfang, zur Quelle, zum Ursprung aller Dinge zurückzukehren, wo alles übernatürlich, göttlich und heiligend ist, wo alles an der Fülle Jesu Christi teilhat, wo alles ein Stein des himmlischen Jerusalems ist (vgl. ...

October 23, 2026

Dionysius der Kartäuser

„Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen?“ Das ist, als wolle Christus sagen: „Denkt nicht, ich sei gekommen, um den Menschen einen Frieden zu bringen, wie das Fleisch und die Welt ihn will, Frieden ohne jede Regel, der ihnen ein einträchtiges Zusammenleben im Bösen ermöglichen und ihnen Wohlstand auf dieser Erde sichern würde. ...

October 22, 2026

Hl. Mutter Teresa von Kalkutta

Geliebter Herr, lass mich dich heute und jeden Tag in deinen Kranken erkennen und, indem ich sie pflege, dir dienen. Wenn du dich hinter der unsympathischen Fassade des Wütenden, Unzufriedenen, Arroganten verbirgst, so lass mich dich dennoch erkennen und sagen: „Jesus, du mein Patient, wie süß ist es doch, dir zu dienen“. ...

October 21, 2026

Johannes Tauler

Diese Worte wollen sagen: Ihr sollt wachsam und aufmerksam sein, da ihr den Zeitpunkt nicht kennt, an dem der Herr von der Hochzeit kommen wird. […] Denn sobald eine Regung des Stolzes, der Selbstgefälligkeit oder des Eigenwillens den Menschen überkommt, ist der Feind schon da und nimmt ihm den kostbaren Schatz all seiner guten Werke. ...

October 20, 2026

Hl. Hildegard von Bingen

[Die heilige Hildegard schildert eine Vision, in der Laster und Tugend einander gegenüberstehen:] Die Worte der Habsucht: „Ich bin nicht töricht […]. Ich reiße alles an mich und sammle alles in meinem Schoß, und je mehr ich an mich heranziehe, umso mehr besitze ich. Es ist mir ja viel nützlicher, selbst über das Notwendige zu verfügen, als wenn ich andere darum anflehen müsste. ...

October 19, 2026