Samstag, 27 Oktober 2018 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 13,1-9.

Zu jener Zeit kamen einige Leute zu Jesus und berichteten ihm von den Galiläern, die Pilatus beim Opfern umbringen ließ, so dass sich ihr Blut mit dem ihrer Opfertiere vermischte. Da sagte er zu ihnen: Meint ihr, dass nur diese Galiläer Sünder waren, weil das mit ihnen geschehen ist, alle anderen Galiläer aber nicht? Nein, im Gegenteil: Ihr alle werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht bekehrt. Oder jene achtzehn Menschen, die beim Einsturz des Turms von Schiloach erschlagen wurden - meint ihr, dass nur sie Schuld auf sich geladen hatten, alle anderen Einwohner von Jerusalem aber nicht? Nein, im Gegenteil: Ihr alle werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht bekehrt. Und er erzählte ihnen dieses Gleichnis: Ein Mann hatte in seinem Weinberg einen Feigenbaum; und als er kam und nachsah, ob er Früchte trug, fand er keine. Da sagte er zu seinem Weingärtner: Jetzt komme ich schon drei Jahre und sehe nach, ob dieser Feigenbaum Früchte trägt, und finde nichts. Hau ihn um! Was soll er weiter dem Boden seine Kraft nehmen? Der Weingärtner erwiderte: Herr, lass ihn dieses Jahr noch stehen; ich will den Boden um ihn herum aufgraben und düngen. Vielleicht trägt er doch noch Früchte; wenn nicht, dann lass ihn umhauen.

October 26, 2018

Freitag, 26 Oktober 2018 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 12,54-59.

In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Sobald ihr im Westen Wolken aufsteigen seht, sagt ihr: Es gibt Regen. Und es kommt so. Und wenn der Südwind weht, dann sagt ihr: Es wird heiss. Und es trifft ein. Ihr Heuchler! Das Aussehen der Erde und des Himmels könnt ihr deuten. Warum könnt ihr dann die Zeichen dieser Zeit nicht deuten? Warum findet ihr nicht schon von selbst das rechte Urteil? Wenn du mit deinem Gegner vor Gericht gehst, bemüh dich noch auf dem Weg, dich mit ihm zu einigen. Sonst wird er dich vor den Richter schleppen, und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben, und der Gerichtsdiener wird dich ins Gefängnis werfen. Ich sage dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du auch den letzten Pfennig bezahlt hast.

October 25, 2018

Freitag, 26 Oktober 2018 : Kommentar Hl. Augustinus

Wir haben gerade das Evangelium gehört, indem Jesus den Leuten vorwarf, sie könnten die Zeichen des Himmels deuten, doch seien sie unfähig, die rechte Zeit zu erkennen, wo es unumgänglich sei, an das Himmelreich zu glauben. Dies sagte er den Juden damals, doch diese Worte erreichen auch uns. Außerdem hatte der Herr seine Verkündigung mit folgenden Worten eröffnet: „Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe“ (Mt 4,17). Johannes der Täufer, sein Vorläufer, hatte auf dieselbe Weise begonnen: „Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe“ (Mt 3,2). Und jetzt klagt der Herr sie an, weil sie sich nicht bekehren wollen, obgleich das Himmelreich nahe ist […] Nur Gott weiß, wann das Ende der Zeiten naht: wann auch immer das auch sei: jetzt ist die Zeit zu glauben […] Für jeden von uns ist die Zeit nahe, weil wir sterblich sind. Unser Lebensweg birgt viele Gefahren. Wenn wir aus Glas wären, würde uns das weniger ängstigen. Was ist zerbrechlicher als ein Glas Wasser? Dennoch bewahrt man es und es überdauert Jahrhunderte, denn man fürchtet, es könne hinfallen, doch nicht, es könne in die Jahre kommen, noch es könne an Fieber erkranken. Wir sind also zerbrechlicher und anfälliger, und diese Zerbrechlichkeit lässt uns täglich alle möglichen Schicksalsschläge befürchten, die zum menschlichen Leben dazugehören. Und wenn es nicht diese Schläge sind, dann aber die Vergänglichkeit. Der Mensch vermeidet alle Arten von Schlägen, kann er jedoch den letzten Herzschlag vermeiden? Er verhindert, was ihm von außen zustoßen kann, doch kann er verhindern, was in ihm zu wachsen anfängt? Manchmal ereilt ihn irgendeine Krankheit aus heiterem Nichts. Doch selbst wenn dem Menschen in seinem Leben all das erspart geblieben ist, wenn er dann ins Alter kommt, gibt es keinen Aufschub mehr.

October 25, 2018

Donnerstag, 25 Oktober 2018 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 12,49-53.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen! Ich muss mit einer Taufe getauft werden, und ich bin sehr bedrückt, solange sie noch nicht vollzogen ist. Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, nicht Frieden, sondern Spaltung. Denn von nun an wird es so sein: Wenn fünf Menschen im gleichen Haus leben, wird Zwietracht herrschen: Drei werden gegen zwei stehen und zwei gegen drei, der Vater gegen den Sohn und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen ihre Schwiegertochter und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter.

October 24, 2018

Mittwoch, 24 Oktober 2018 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 12,39-48.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Bedenkt: Wenn der Herr des Hauses wüsste, in welcher Stunde der Dieb kommt, so würde er verhindern, dass man in sein Haus einbricht. Haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet. Da sagte Petrus: Herr, meinst du mit diesem Gleichnis nur uns oder auch all die anderen? Der Herr antwortete: Wer ist denn der treue und kluge Verwalter, den der Herr einsetzen wird, damit er seinem Gesinde zur rechten Zeit die Nahrung zuteilt? Selig der Knecht, den der Herr damit beschäftigt findet, wenn er kommt! Wahrhaftig, das sage ich euch: Er wird ihn zum Verwalter seines ganzen Vermögens machen. Wenn aber der Knecht denkt: Mein Herr kommt noch lange nicht zurück!, und anfängt, die Knechte und Mägde zu schlagen; wenn er isst und trinkt und sich berauscht, dann wird der Herr an einem Tag kommen, an dem der Knecht es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt; und der Herr wird ihn in Stücke hauen und ihm seinen Platz unter den Ungläubigen zuweisen. Der Knecht, der den Willen seines Herrn kennt, sich aber nicht darum kümmert und nicht danach handelt, der wird viele Schläge bekommen. Wer aber, ohne den Willen des Herrn zu kennen, etwas tut, was Schläge verdient, der wird wenig Schläge bekommen. Wem viel gegeben wurde, von dem wird viel zurückgefordert werden, und wem man viel anvertraut hat, von dem wird man um so mehr verlangen.

October 23, 2018

Mittwoch, 24 Oktober 2018 : Kommentar Sel. John Henry Newman

„Siehe, ich komme wie ein Dieb. Selig, wer wach bleibt und sein Gewand anbehält“, sagt der Herr (Offb 16,15) […] Wenn Christus also sagte, dass er bald komme, aber doch plötzlich und unerwartet – so sagte er damit, dass uns diese Wartezeit lang erscheinen würde […] Wie kann es sein, dass das Christentum ständig versagt und doch immer fortbesteht? Das weiß Gott allein, der es so will –, aber so ist es. Und es ist kein Widerspruch, einerseits zu sagen, dass es [das Christentum] schon achtzehnhundert Jahre besteht, dass es noch viele weitere Jahre überdauern kann, und dass es andererseits auf ein Ende zugeht, nein vielmehr, dass es wahrscheinlich jederzeit aufhören kann zu bestehen. Und Gott will, dass wir unseren Verstand und unser Herz auf die letztere Seite der Alternative ausrichten, sie den Eindrücken von dieser Seite her öffnen, nämlich dass das Ende kommt. Es wäre heilsam, so zu leben, als würde in unseren Tagen eintreten, was irgendwann geschehen kann. Vor der Ankunft Christi war es anders: der Heiland sollte kommen und alles erfüllen; die Religion wuchs dieser Erfüllung entgegen. Es gab eine Reihe fortschreitender Offenbarungen […] Vor der Ankunft Christi wurde die Zeit für das gläubige Gemüt nach dem Wort der Propheten ausgemessen […] Das auserwählte Volk sollte nicht erwarten, dass Er sofort komme, sondern erst nach einem Herumreisen in Kanaan und einer Gefangenschaft in Ägypten, nach einer Wanderung durch die Wüste, nach Richtern und Königen und Propheten; endlich wurden sieben lange Wochen festgesetzt, um ihn dann in die Welt einzuführen. Diese seine Verzögerung war, so möchte ich sagen, damals allgemein anerkannt, und während seiner Verzögerung wurden andere Lehren, andere Regeln gegeben, um die Wartezeit auszufüllen. Aber als Christus dann gekommen war als der Sohn über sein eigenes Haus, mit seinem vollkommenen Evangelium, blieb nichts mehr zu vollenden übrig als die Zusammenführung seiner Heiligen. Kein höherer Priester könnte noch kommen, keine wahrere Lehre. Das Licht und das Leben der Menschen war erschienen und hat gelitten und ist wieder auferstanden. Es blieb nichts mehr zu tun übrig […]; die Endzeit war da. Und von jetzt an zählt die Zeit nicht mehr im Plan des Evangeliums, obwohl eine bestimmte Zeitspanne zwischen dem ersten und dem letzten Kommen Christi liegt […]. Sie läuft, nicht mehr auf das Ende zu, sondern an ihm entlang und an seinem Rand; und sie ist immer gleich nah an dem großen Ereignis, in welches sie, liefe sie dagegen, sofort hineinlaufen würde. Christus ist also immer an unserer Tür, vor achtzehn Jahrhunderten ebenso nah wie jetzt und heute nicht näher als damals; und bei seiner Wiederkunft nicht näher als jetzt.

October 23, 2018

Dienstag, 23 Oktober 2018 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 12,35-38.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Legt euren Gürtel nicht ab, und lasst eure Lampen brennen! Seid wie Menschen, die auf die Rückkehr ihres Herrn warten, der auf einer Hochzeit ist, und die ihm öffnen, sobald er kommt und anklopft. Selig die Knechte, die der Herr wach findet, wenn er kommt! Amen, ich sage euch: Er wird sich gürten, sie am Tisch Platz nehmen lassen und sie der Reihe nach bedienen. Und kommt er erst in der zweiten oder dritten Nachtwache und findet sie wach - selig sind sie.

October 22, 2018

Montag, 22 Oktober 2018 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 12,13-21.

In jener Zeit bat einer aus der Volksmenge Jesus: Meister, sag meinem Bruder, er soll das Erbe mit mir teilen. Er erwiderte ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Schlichter bei euch gemacht? Dann sagte er zu den Leuten: Gebt acht, hütet euch vor jeder Art von Habgier. Denn der Sinn des Lebens besteht nicht darin, dass ein Mensch aufgrund seines großen Vermögens im Überfluss lebt. Und er erzählte ihnen folgendes Beispiel: Auf den Feldern eines reichen Mannes stand eine gute Ernte. Da überlegte er hin und her: Was soll ich tun? Ich weiß nicht, wo ich meine Ernte unterbringen soll. Schließlich sagte er: So will ich es machen: Ich werde meine Scheunen abreißen und größere bauen; dort werde ich mein ganzes Getreide und meine Vorräte unterbringen. Dann kann ich zu mir selber sagen: Nun hast du einen großen Vorrat, der für viele Jahre reicht. Ruh dich aus, iss und trink, und freu dich des Lebens! Da sprach Gott zu ihm: Du Narr! Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern. Wem wird dann all das gehören, was du angehäuft hast? So geht es jedem, der nur für sich selbst Schätze sammelt, aber vor Gott nicht reich ist.

October 21, 2018

Sonntag, 21 Oktober 2018 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus - Mk 10,35-45.

In jener Zeit traten Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, zu ihm und sagten: Meister, wir möchten, dass du uns eine Bitte erfüllst. Er antwortete: Was soll ich für euch tun? Sie sagten zu ihm: Lass in deinem Reich einen von uns rechts und den andern links neben dir sitzen. Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder die Taufe auf euch nehmen, mit der ich getauft werde? Sie antworteten: Wir können es. Da sagte Jesus zu ihnen: Ihr werdet den Kelch trinken, den ich trinke, und die Taufe empfangen, mit der ich getauft werde. Doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die diese Plätze bestimmt sind. Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über Jakobus und Johannes. Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.

October 20, 2018

Samstag, 20 Oktober 2018 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 12,8-12.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich sage euch: Wer sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem wird sich auch der Menschensohn vor den Engeln Gottes bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, der wird auch vor den Engeln Gottes verleugnet werden. Jedem, der etwas gegen den Menschensohn sagt, wird vergeben werden; wer aber den Heiligen Geist lästert, dem wird nicht vergeben. Wenn man euch vor die Gerichte der Synagogen und vor die Herrscher und Machthaber schleppt, dann macht euch keine Sorgen, wie ihr euch verteidigen oder was ihr sagen sollt. Denn der Heilige Geist wird euch in der gleichen Stunde eingeben, was ihr sagen müsst.

October 19, 2018