Mittwoch, 23 September 2020 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 9,1-6.

In jener Zeit rief Jesus die Zwölf zu sich und gab ihnen die Kraft und die Vollmacht, alle Dämonen auszutreiben und die Kranken gesund zu machen. Und er sandte sie aus mit dem Auftrag, das Reich Gottes zu verkünden und zu heilen. Er sagte zu ihnen: Nehmt nichts mit auf den Weg, keinen Wanderstab und keine Vorratstasche, kein Brot, kein Geld und kein zweites Hemd. Bleibt in dem Haus, in dem ihr einkehrt, bis ihr den Ort wieder verlasst. Wenn euch aber die Leute in einer Stadt nicht aufnehmen wollen, dann geht weg, und schüttelt den Staub von euren Füßen, zum Zeugnis gegen sie. Die Zwölf machten sich auf den Weg und wanderten von Dorf zu Dorf. Sie verkündeten das Evangelium und heilten überall die Kranken.

September 22, 2020

Mittwoch, 23 September 2020 : Kommentar Die Dreigefährtenlegende des hl. Franz von Assisi

Eines Tages ging er [Herr Bernhard] insgeheim zum Manne Gottes [Bruder Franziskus], der noch keinen Gefährten hatte. „Bruder“, sagte Bernhard, „ich will alle meine zeitlichen Güter aus Liebe zu meinem Herrn, der sie mir gegeben hat, verteilen, so wie es dir besser erscheint.“ Ihm erwiderte der Heilige: „In aller Frühe wollen wir zur Kirche gehen und durch das Evangelienbuch erfahren, wie der Herr seine Jünger gelehrt hat.“ Sie machten sich also des Morgens auf, zusammen mit noch einem anderen namens Pietro, der ebenfalls Bruder werden wollte, und kamen zur Kirche San Nicolò am Marktplatz der Stadt Assisi. Dort traten sie ein, um zu beten; denn sie waren einfältig und wussten nicht, wie sie das Wort des Evangeliums vom Verzicht auf die Welt finden sollten. Deshalb baten sie andächtig den Herrn, er möge ihnen beim ersten Öffnen des Buches gnädig seinen Willen kundtun. Nach dem Gebet ergriff der selige Franziskus das geschlossene Buch, kniete vor dem Altar nieder und öffnete es. Beim ersten Öffnen stieß er auf jenen Rat des Herrn: „Wenn du vollkommen sein willst, geh und verkaufe alles, was du hast, und gib es den Armen, und du wirst einen Schatz im Himmel haben!“ (Mt 19,21; vgl. Lk 18,22). Als der selige Franziskus dies erfahren hatte, freute er sich sehr und sagte Gott Dank. Weil er aber ein wahrer Verehrer der Dreifaltigkeit war, wollte er eine dreimalige Bestätigung erfahren und öffnete das Buch ein zweites und ein drittes Mal. Beim zweiten Mal fand er das Wort „Nehmt nichts mit auf den Weg …“ (Lk 9,3) usw. Beim dritten Mal: „Wer mir nachfolgen will, verleugne sich selbst …“ (Lk 9,23; Mt 16,24) usw. […] Darauf sprach er [Bruder Franziskus] zu den genannten Männern Bernhard und Petrus: „Brüder, das ist das Leben und die Regel für uns und für alle, die sich unserer Gemeinschaft anschließen wollen. Geht also hin und erfüllt, was ihr gehört habt!“ So ging nun Herr Bernhard, der sehr reich war, hin und verkaufte alles, was er besaß. Und als er viel Geld beisammen hatte, verteilte er alles an die Armen der Stadt […] Von jener Stunde an lebten sie mit ihm [Bruder Franziskus] zusammen nach der ihnen vom Herrn gezeigten Form des heiligen Evangeliums. Darum hat der selige Franziskus in seinem Testament gesagt: „Der Herr selbst hat mir offenbart, dass ich nach der Form des heiligen Evangeliums leben sollte.“

September 22, 2020

Dienstag, 22 September 2020 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 8,19-21.

In jener Zeit kamen die Mutter Jesu und seine Brüder zu ihm; sie konnten aber wegen der vielen Leute nicht zu ihm gelangen. Da sagte man ihm: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und möchten dich sehen. Er erwiderte: Meine Mutter und meine Brüder sind die, die das Wort Gottes hören und danach handeln.

September 21, 2020

Dienstag, 22 September 2020 : Kommentar Ehrwürdige Dienerin Gottes Madeleine Delbrêl

Das Evangelium ist das Buch des Herren-Lebens. Es wurde geschrieben, damit es das Buch unseres Lebens wird. Es wurde nicht geschrieben, um verstanden zu werden, sondern um als eine Schwelle des Mysteriums behandelt zu werden. Es wurde nicht geschrieben, um gelesen zu werden, sondern um in uns aufgenommen zu werden. Jedes seiner Worte ist Geist und Leben. Flink und frei warten sie nur darauf, dass die Begierde unserer Seele in sie hineinstürzt. Sie sind lebendig und wie Sauerteig, der unsere Teigmasse angreifen und zu neuer Lebensweise umgestalten wird. […] Die Worte des Evangeliums wirken Wunder. Sie verändern uns nur deshalb nicht, weil wir sie nicht darum bitten, uns zu verändern. Aber jedem Satz Jesu, jedem seiner Beispiele wohnt immer noch die feurige Kraft inne, die heilte, reinigte und auferweckte –, unter der Bedingung, dass wir ihm persönlich begegnen, wie der Gelähmte oder der Zenturio; dass wir sofort in vollem Gehorsam handeln. […] Helfen wird uns dabei, das Wort, dem wir gehorchen wollen, in der Glut unseres Glaubens und unserer Hoffnung in uns zu tragen und zu „bewahren“. Zwischen dem Wort und unserem Willen wird sich dann so etwas wie ein Lebensbund schließen. Wenn wir unser Evangelium in Händen halten, sollten wir daran denken, dass in ihm das Wort wohnt, das Fleisch werden will in uns, das von uns Besitz ergreifen will, damit wir – sein Herz auf das unsere aufgepfropft, sein Geist mit dem unseren verbunden – sein Leben noch einmal neu beginnen, an einem anderen Ort, in einer anderen Zeit, in einer anderen menschlichen Gesellschaft. Das Evangelium auf diese Weise zu vertiefen, bedeutet, unser Leben loszulassen, um eine Bestimmung zu empfangen, deren einzige Form Christus ist.

September 21, 2020

Montag, 21 September 2020 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 9,9-13.

In jener Zeit sah Jesus einen Mann namens Matthäus am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand Matthäus auf und folgte ihm. Und als Jesus in seinem Haus beim Essen war, kamen viele Zöllner und Sünder und aßen zusammen mit ihm und seinen Jüngern. Als die Pharisäer das sahen, sagten sie zu seinen Jüngern: Wie kann euer Meister zusammen mit Zöllnern und Sündern essen? Er hörte es und sagte: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Darum lernt, was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer. Denn ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.

September 20, 2020

Montag, 21 September 2020 : Kommentar Rupert von Deutz

Matthäus, der Zöllner, wird […] mit dem „Brot des Lebens und der Einsicht“ (Sir 15,3 Vulg.) genährt; und aus dieser Einsicht heraus ließ er für Jesus, den Herrn, ein großes Fest in seinem Haus ausrichten, denn er hatte – entsprechend der Bedeutung seines Namens: „Gabe des Herrn“ – eine große Gnade empfangen. Gott hatte diesem Mahl der Gnade ein Zeichen vorausgehen lassen: Berufen, als er an seinem Schreibtisch saß, […], „folgte er dem Herrn und gab für ihn in seinem Haus ein großes Festmahl“ (vgl. Lk 5,28–29). Er richtete für ihn also ein Festmahl aus, und zwar ein großes, sozusagen ein königliches Festmahl. Matthäus ist ja der Evangelist, der uns Christus anhand seiner Herkunft und seiner Taten als König aufzeigt. Gleich zu Beginn seines Werkes erklärt er den „Stammbaum Jesu Christi, des Sohnes Davids“ (Mt 1,1). Dann schildert er, wie der Neugeborene von den Sterndeutern als König der Juden angebetet wird; der weitere Bericht ist durchwebt von königlichen Gesten und Gleichnissen vom Königreich; und er endet schließlich mit den Worten dieses Königs, der bereits mit der der Auferstehungsherrlichkeit gekrönt ist: „Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde“ (28,18). Wenn du sein ganzes Evangelium sorgfältig studierst, wirst du erkennen, dass es ganz und gar die Geheimnisse der Königsherrschaft Gottes ausstrahlt. Kein Wunder: Matthäus war Zöllner gewesen, er dachte daran, dass er vom öffentlichen Dienst der Königsherrschaft der Sünde in die Freiheit der Königsherrschaft Gottes, des Reiches der Gerechtigkeit, berufen worden war. Als ein Mann, der gegenüber dem großen König, der ihn befreit hatte, nicht undankbar war, diente er daher treu den Gesetzen seines Königreiches.

September 20, 2020

Sonntag, 20 September 2020 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 20,1-16a.

In jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Gutsbesitzer, der früh am Morgen sein Haus verließ, um Arbeiter für seinen Weinberg anzuwerben. Er einigte sich mit den Arbeitern auf einen Denar für den Tag und schickte sie in seinen Weinberg. Um die dritte Stunde ging er wieder auf den Markt und sah andere dastehen, die keine Arbeit hatten. Er sagte zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg! Ich werde euch geben, was recht ist. Und sie gingen. Um die sechste und um die neunte Stunde ging der Gutsherr wieder auf den Markt und machte es ebenso. Als er um die elfte Stunde noch einmal hinging, traf er wieder einige, die dort herumstanden. Er sagte zu ihnen: Was steht ihr hier den ganzen Tag untätig herum? Sie antworteten: Niemand hat uns angeworben. Da sagte er zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg! Als es nun Abend geworden war, sagte der Besitzer des Weinbergs zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter, und zahl ihnen den Lohn aus, angefangen bei den letzten, bis hin zu den ersten. Da kamen die Männer, die er um die elfte Stunde angeworben hatte, und jeder erhielt einen Denar. Als dann die ersten an der Reihe waren, glaubten sie, mehr zu bekommen. Aber auch sie erhielten nur einen Denar. Da begannen sie, über den Gutsherrn zu murren, und sagten: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleichgestellt; wir aber haben den ganzen Tag über die Last der Arbeit und die Hitze ertragen. Da erwiderte er einem von ihnen: Mein Freund, dir geschieht kein Unrecht. Hast du nicht einen Denar mit mir vereinbart? Nimm dein Geld und geh! Ich will dem letzten ebensoviel geben wie dir. Darf ich mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will? Oder bist du neidisch, weil ich zu anderen gütig bin? So werden die Letzten die Ersten sein und die Ersten die Letzten.

September 19, 2020

Sonntag, 20 September 2020 : Brief des Apostels Paulus an die Philipper 1,20ad-24.27a.

Darauf warte und hoffe ich, dass ich in keiner Hinsicht beschämt werde, dass vielmehr Christus in aller Öffentlichkeit - wie immer, so auch jetzt - durch meinen Leib verherrlicht wird, ob ich lebe oder sterbe. dass Christus durch meinen Leib verherrlicht wird, ob ich lebe oder sterbe. Denn für mich ist Christus das Leben, und Sterben Gewinn. Wenn ich aber weiterleben soll, bedeutet das für mich fruchtbare Arbeit. Was soll ich wählen? Ich weiß es nicht. Es zieht mich nach beiden Seiten: Ich sehne mich danach, aufzubrechen und bei Christus zu sein - um wieviel besser wäre das! Aber euretwegen ist es notwendiger, dass ich am Leben bleibe. Vor allem: lebt als Gemeinde so, wie es dem Evangelium Christi entspricht. Ob ich komme und euch sehe oder ob ich fern bin, ich möchte hören, daß ihr in dem einen Geist feststeht, einmütig für den Glauben an das Evangelium kämpft

September 19, 2020

Samstag, 19 September 2020 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 8,4-15.

In jener Zeit als die Leute aus allen Städten zusammenströmten und sich viele Menschen um Jesus versammelten, erzählte er ihnen dieses Gleichnis: Ein Sämann ging aufs Feld, um seinen Samen auszusäen. Als er säte, fiel ein Teil der Körner auf den Weg; sie wurden zertreten, und die Vögel des Himmels fraßen sie. Ein anderer Teil fiel auf Felsen, und als die Saat aufging, verdorrte sie, weil es ihr an Feuchtigkeit fehlte. Wieder ein anderer Teil fiel mitten in die Dornen, und die Dornen wuchsen zusammen mit der Saat hoch und erstickten sie. Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden, ging auf und brachte hundertfach Frucht. Als Jesus das gesagt hatte, rief er: Wer Ohren hat zum Hören, der höre! Seine Jünger fragten ihn, was das Gleichnis bedeute. Da sagte er: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu erkennen. Zu den anderen Menschen aber wird nur in Gleichnissen geredet; denn sie sollen sehen und doch nicht sehen, hören und doch nicht verstehen. Das ist der Sinn des Gleichnisses: Der Samen ist das Wort Gottes. Auf den Weg ist der Samen bei denen gefallen, die das Wort zwar hören, denen es aber der Teufel dann aus dem Herzen reißt, damit sie nicht glauben und nicht gerettet werden. Auf den Felsen ist der Samen bei denen gefallen, die das Wort freudig aufnehmen, wenn sie es hören; aber sie haben keine Wurzeln: Eine Zeitlang glauben sie, doch in der Zeit der Prüfung werden sie abtrünnig. Unter die Dornen ist der Samen bei denen gefallen, die das Wort zwar hören, dann aber weggehen und in den Sorgen, dem Reichtum und den Genüssen des Lebens ersticken, deren Frucht also nicht reift. Auf guten Boden ist der Samen bei denen gefallen, die das Wort mit gutem und aufrichtigem Herzen hören, daran festhalten und durch ihre Ausdauer Frucht bringen.

September 18, 2020

Freitag, 18 September 2020 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 8,1-3.

In jener Zeit wanderte Jesus von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf und verkündete das Evangelium vom Reich Gottes. Die Zwölf begleiteten ihn, außerdem einige Frauen, die er von bösen Geistern und von Krankheiten geheilt hatte: Maria Magdalene, aus der sieben Dämonen ausgefahren waren, Johanna, die Frau des Chuzas, eines Beamten des Herodes, Susanna und viele andere. Sie alle unterstützten Jesus und die Jünger mit dem, was sie besaßen.

September 17, 2020