Donnerstag, 7 November 2019 : Kommentar Hl. Nerses Schnorhali

Ich habe mich in der Wüste verlaufen, Ich irrte umher in unbewohntem Land, Wie in dem Gleichnis vom Schaf, dem Einen aus der Schar der Hundert. Der böse Feind hat es zerrissen: Unheilbare Wunden schlug er ihm; Daher gibt es keine andere Heilung für die Wunde, Es sei denn, du nimmst dich seiner an. Aufgelöst in Tränen flehe ich dich an, Mein Schreien steigt auf zu meinem Retter: Du guter Hirte, der du vom Himmel gekommen bist, Mach dich auf die Suche nach der kleinen Herde. Suche, Herr, die gefallene Drachme, Die dein verlorenes Ebenbild ist (vgl. Gen 1,26), Das ich im Laster der Sünde verscharrt habe Und in ekligem Schlamm. Wasche mich, o Herr, von meiner Unreinheit Mach rein meine Seele, weiß wie Schnee (vgl. Jes 1,18). Mach die Zehnerzahl wieder vollständig, Wie du’s getan mit den vierzig Heiligen [von Sebaste]. Nimm mich auf deine Schultern, du, der du das Kreuz getragen hast, Erhebe meine gefallene Seele; Erfreue der Engel himmlisches Heer Durch die Umkehr eines einzigen Sünders.

November 6, 2019

Donnerstag, 7 November 2019 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 15,1-10.

In jener Zeit kamen alle Zöllner und Sünder zu Jesus, um ihn zu hören. Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: Er gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen. Da erzählte er ihnen ein Gleichnis und sagte: Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eins davon verliert, lässt er dann nicht die neunundneunzig in der Steppe zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet? Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es voll Freude auf die Schultern, und wenn er nach Hause kommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: Freut euch mit mir; ich habe mein Schaf wiedergefunden, das verloren war. Ich sage euch: Ebenso wird auch im Himmel mehr Freude herrschen über einen einzigen Sünder, der umkehrt, als über neunundneunzig Gerechte, die es nicht nötig haben umzukehren. Oder wenn eine Frau zehn Drachmen hat und eine davon verliert, zündet sie dann nicht eine Lampe an, fegt das ganze Haus und sucht unermüdlich, bis sie das Geldstück findet? Und wenn sie es gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und sagt: Freut euch mit mir; ich habe die Drachme wiedergefunden, die ich verloren hatte. Ich sage euch: Ebenso herrscht auch bei den Engeln Gottes Freude über einen einzigen Sünder, der umkehrt.

November 6, 2019

Donnerstag, 7 November 2019 : Brief des Apostels Paulus an die Römer 14,7-12.

Brüder! Keiner von uns lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber: Leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Ob wir leben oder ob wir sterben, wir gehören dem Herrn. Denn Christus ist gestorben und lebendig geworden, um Herr zu sein über Tote und Lebende. Wie kannst also du deinen Bruder richten? Und du, wie kannst du deinen Bruder verachten? Wir werden doch alle vor dem Richterstuhl Gottes stehen. Denn es heißt in der Schrift: So wahr ich lebe, spricht der Herr, vor mir wird jedes Knie sich beugen, und jede Zunge wird Gott preisen. Also wird jeder von uns vor Gott Rechenschaft über sich selbst ablegen.

November 6, 2019

Mittwoch, 6 November 2019 : Brief des Apostels Paulus an die Römer 13,8-10.

Brüder! Bleibt niemand etwas schuldig; nur die Liebe schuldet ihr einander immer. Wer den andern liebt, hat das Gesetz erfüllt. Denn die Gebote: Du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht begehren!, und alle anderen Gebote sind in dem einen Satz zusammengefasst: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. Also ist die Liebe die Erfüllung des Gesetzes.

November 5, 2019

Mittwoch, 6 November 2019 : Psalm 112(111),1-2.4-5.8-9.

Wohl dem Mann, der den Herrn fürchtet und ehrt und sich herzlich freut an seinen Geboten. Seine Nachkommen werden mächtig im Land, das Geschlecht der Redlichen wird gesegnet. Den Redlichen erstrahlt im Finstern ein Licht: der Gnädige, Barmherzige und Gerechte. Wohl dem Mann, der gütig und zum Helfen bereit ist, der das Seine ordnet, wie es recht ist. Sein Herz ist getrost, er fürchtet sich nie; denn bald wird er herabschauen auf seine Bedränger. Sein Herz ist getrost, er fürchtet sich nie; Reichlich gibt er den Armen, sein Heil hat Bestand für immer; er ist mächtig und hoch geehrt.

November 5, 2019

Mittwoch, 6 November 2019 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 14,25-33.

In jener Zeit als viele Menschen Jesus begleiteten, wandte er sich an sie und sagte: Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein Jünger sein. Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein. Wenn einer von euch einen Turm bauen will, setzt er sich dann nicht zuerst hin und rechnet, ob seine Mittel für das ganze Vorhaben ausreichen? Sonst könnte es geschehen, dass er das Fundament gelegt hat, dann aber den Bau nicht fertigstellen kann. Und alle, die es sehen, würden ihn verspotten und sagen: Der da hat einen Bau begonnen und konnte ihn nicht zu Ende führen. Oder wenn ein König gegen einen anderen in den Krieg zieht, setzt er sich dann nicht zuerst hin und überlegt, ob er sich mit seinen zehntausend Mann dem entgegenstellen kann, der mit zwanzigtausend gegen ihn anrückt? Kann er es nicht, dann schickt er eine Gesandtschaft, solange der andere noch weit weg ist, und bittet um Frieden. Darum kann keiner von euch mein Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet.

November 5, 2019

Mittwoch, 6 November 2019 : Kommentar Dem hl. Makarius

Wie ist es darum möglich, dass wir angesichts solcher Aufmunterungen und Verheißungen von seiten des Herrn nicht gewillt sind, uns ihm voll und ganz zu nahen, uns ihm ganz und gar zu weihen, dem Evangelium gemäß allem zu entsagen und selbst unser Leben zu verleugnen und einzig und allein ihn zu lieben, [wie ist es denkbar,] dass wir mit ihm zusammen noch etwas anderes [lieben wollen]? Betrachte dies alles! Welch eine Herrlichkeit ist uns beschieden! Welche Heilsveranstaltungen hat der Herr seit den Zeiten der Väter und Propheten getroffen! Welche Verheißungen sind gegeben worden! Welche Ermunterungen! Welch inniges Erbarmen zeigte der Herr von Anfang an gegen uns! Endlich hat er seine unaussprechliche Liebe zu uns durch seine eigene Ankunft und durch seine Kreuzigung bewiesen, um uns zum Leben zu führen, wenn wir uns bekehren. Trotzdem geben wir unseren Eigenwillen und unsere Weltliebe, unsere vorgefassten Meinungen und schlimmen Gewohnheiten nicht auf. Dadurch zeigen wir uns kleingläubig oder auch ungläubig. Und siehe, trotz alledem erzeigt er sich liebreich gegen uns, unsichtbar hütet und pflegt er uns, überlässt uns nicht entsprechend unseren Sünden auf immer der Bosheit und dem Truge der Welt, lässt uns in seiner großen Güte und Langmut nicht zugrunde gehen, vielmehr schaut er von hoher Warte aus, wann wir uns etwa zu ihm bekehren.

November 5, 2019

Dienstag, 5 November 2019 : Psalm 131(130),1.2.3.

Herr, mein Herz ist nicht stolz, nicht hochmütig blicken meine Augen. Ich gehe nicht um mit Dingen, die mir zu wunderbar und zu hoch sind. Ich ließ meine Seele ruhig werden und still; wie ein kleines Kind bei der Mutter ist meine Seele still in mir. Israel, harre auf den Herrn von nun an bis in Ewigkeit!

November 4, 2019

Dienstag, 5 November 2019 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 14,15-24.

In jener Zeit sagte einer der Gäste, der zusammen mit Jesus eingeladen worden war, zu ihm: Selig, wer im Reich Gottes am Mahl teilnehmen darf. Jesus sagte zu ihm: Ein Mann veranstaltete ein großes Festmahl und lud viele dazu ein. Als das Fest beginnen sollte, schickte er seinen Diener und ließ den Gästen, die er eingeladen hatte, sagen: Kommt, es steht alles bereit! Aber einer nach dem andern ließ sich entschuldigen. Der erste ließ ihm sagen: Ich habe einen Acker gekauft und muss jetzt gehen und ihn besichtigen. Bitte, entschuldige mich! Ein anderer sagte: Ich habe fünf Ochsengespanne gekauft und bin auf dem Weg, sie mir genauer anzusehen. Bitte, entschuldige mich! Wieder ein anderer sagte: Ich habe geheiratet und kann deshalb nicht kommen. Der Diener kehrte zurück und berichtete alles seinem Herrn. Da wurde der Herr zornig und sagte zu seinem Diener: Geh schnell auf die Straßen und Gassen der Stadt und hol die Armen und die Krüppel, die Blinden und die Lahmen herbei. Bald darauf meldete der Diener: Herr, dein Auftrag ist ausgeführt; aber es ist immer noch Platz. Da sagte der Herr zu dem Diener: Dann geh auf die Landstraßen und vor die Stadt hinaus und nötige die Leute zu kommen, damit mein Haus voll wird. Das aber sage ich euch: Keiner von denen, die eingeladen waren, wird an meinem Mahl teilnehmen.

November 4, 2019

Dienstag, 5 November 2019 : Kommentar Hl. Bonaventura

Wenn du also […] irgendwelche Tugenden besitzt oder gute Werke getan hast, ja, weil du solche Tugenden hast: fahre fort damit, mach Fortschritte darin, kämpfe darin bis zum Tode beherzt den Kampf Christi, damit dir, wenn der letzte Tag, das Ende deines Lebens, gekommen ist, als Preis und Lohn deiner Mühen die Krone der Ehre und Herrlichkeit gegeben wird. Daher spricht Jesus Christus […] im Buch der Apokalypse zu dir: „Sei getreu bis in den Tod, dann will ich dir die Krone des Lebens geben“ (Offb 2,10). Diese Krone ist nichts anderes als der Lohn des ewigen Lebens. Nach ihr muss die ganze Christenheit vor Sehnsucht glühen […] Steh auf, Freundin Gottes, Braut Jesu Christi, Taube des ewigen Königs, komm, eile zur Hochzeit des Sohnes Gottes (vgl. Offb 19,9), denn der ganze himmlische Hofstaat erwartet dich, und alles ist bereitet (Mt 22,4). Bereit steht erlesene, edle Dienerschaft, dir aufzuwarten, kostbare und wohlschmeckende Speise, dich zu erquicken, die liebenswerte Gesellschaft von Freunden, sich mit dir zu freuen. Steh also auf und eile im Laufschritt zur Hochzeit, denn dort steht erlesene Dienerschaft zu deinem Dienst bereit: Jene Dienerschaft ist nichts anderes als die Gemeinschaft der Engel, ja sogar der Sohn des ewigen Gottes in eigener Person, wie er über sich im Evangelium bezeugt: „Amen, ich sage euch, er wird sich gürten, sie zu Tisch liegen lassen, umhergehen und sie bedienen“ (Lk 12,37). Welch eine große Ehre für die Armen und Verachteten, wenn sie als Diener den Sohn Gottes, des höchsten Königs, haben, und die ganze Heerschar des himmlischen Reiches! Bereit steht erlesene und wohlschmeckende Speise, dich zu erquicken. Der Sohn Gottes bereitet mit eigenen Händen den Tisch, wie er selbst von sich bezeugt: „Ich übergebe euch das Reich, wie mein Vater es mir übergeben hat, ihr sollt in meinem Reich an meinem Tisch essen und trinken“ (Lk 22,29f.). Wie süß und wohlschmeckend ist diese Speise, die Gott in seiner Güte dem Armen bereitet hat (Ps 68,11)! Wie selig ist jener, der im Himmelreich jenes Brot essen wird, das im Schoß der Jungfrau durch das Feuer des Hl. Geistes bereitet wurde. „Wenn jemand von diesem Brote isst, wird er in Ewigkeit leben“ (Joh 6,52). Mit dieser Speise, diesem Brot, nährt und erquickt jener himmlische König seine Erwählten an seinem Tisch, wie es im Buch der Weisheit heißt: „Mit der Speise der Engel hast du dein Volk genährt […]“ (Weish 16,20).

November 4, 2019