Freitag, 15 November 2019 : Psalm 19(18),2-3.4-5ab.

Die Himmel rühmen die Herrlichkeit Gottes, vom Werk seiner Hände kündet das Firmament. Ein Tag sagt es dem andern, eine Nacht tut es der andern kund, ohne Worte und ohne Reden, unhörbar bleibt ihre Stimme. Doch ihre Botschaft geht in die ganze Welt hinaus, ihre Kunde bis zu den Enden der Erde. Dort hat er der Sonne ein Zelt gebaut.

November 14, 2019

Donnerstag, 14 November 2019 : Buch der Weisheit 7,22-30.8,1.

In der Weisheit ist ein Geist, gedankenvoll, heilig, einzigartig, mannigfaltig, zart, beweglich, durchdringend, unbefleckt, klar, unverletzlich, das Gute liebend, scharf, nicht zu hemmen, wohltätig, menschenfreundlich, fest, sicher, ohne Sorge, alles vermögend, alles überwachend und alle Geister durchdringend, die denkenden, reinen und zartesten. Denn die Weisheit ist beweglicher als alle Bewegung; in ihrer Reinheit durchdringt und erfüllt sie alles. Sie ist ein Hauch der Kraft Gottes und reiner Ausfluss der Herrlichkeit des Allherrschers; darum fällt kein Schatten auf sie. Sie ist der Widerschein des ewigen Lichts, der ungetrübte Spiegel von Gottes Kraft, das Bild seiner Vollkommenheit. Sie ist nur eine und vermag doch alles; ohne sich zu ändern, erneuert sie alles. Von Geschlecht zu Geschlecht tritt sie in heilige Seelen ein und schafft Freunde Gottes und Propheten; denn Gott liebt nur den, der mit der Weisheit zusammenwohnt. Sie ist schöner als die Sonne und übertrifft jedes Sternbild. Sie ist strahlender als das Licht; denn diesem folgt die Nacht, doch über die Weisheit siegt keine Schlechtigkeit. Machtvoll entfaltet sie ihre Kraft von einem Ende zum andern und durchwaltet voll Güte das All.

November 13, 2019

Donnerstag, 14 November 2019 : Psalm 119(118),89-90.91.130.135.175.

Herr, dein Wort bleibt auf ewig, es steht fest wie der Himmel. Deine Treue währt von Geschlecht zu Geschlecht; du hast die Erde gegründet, sie bleibt bestehen. Nach deiner Ordnung bestehen sie bis heute, und dir ist alles dienstbar. Die Erklärung deiner Worte bringt Erleuchtung, den Unerfahrenen schenkt sie Einsicht. Lass dein Angesicht leuchten über deinem Knecht, und lehre mich deine Gesetze! Lass meine Seele leben, damit sie dich preisen kann. Deine Entscheidungen mögen mir helfen.

November 13, 2019

Donnerstag, 14 November 2019 : Kommentar Hl. John Henry Newman

Ist es schwierig für den Glauben, das Wort der Schrift über unsere Verbindung mit einer höheren Welt anzunehmen? […] Die Welt der Geister ist zwar unsichtbar, aber gegenwärtig: Gegenwart, nicht Zukunft, nicht Ferne. Sie ist nicht oberhalb des Himmels, sie ist nicht jenseits des Grabes, sie ist hier und jetzt: „Das Reich Gottes ist unter uns“ (vgl. Lk 17,21). Davon spricht der hl. Paulus, wenn er sagt: „Wir starren nicht auf das Sichtbare, sondern blicken nach dem Unsichtbaren aus, denn das Sichtbare ist vergänglich, das Unsichtbare ist ewig“ (vgl. 2 Kor 4,18) […] So ist das verborgene Reich Gottes; und wie es jetzt verborgen ist, so wird es offenbar werden, wenn die Zeit gekommen ist. Die Menschen denken, sie seien die Herren der Welt und könnten machen, was sie wollen. Sie denken, diese Erde sei ihr Eigentum und sie könnten ihren Lauf bestimmen; während […] doch die Kleinen darin wohnen, die zu Christus gehören, von ihnen jedoch verachtet werden, und seine Engel, an die sie nicht glauben. Und diese werden am Ende die Welt in Besitz nehmen und sich offenbaren. Gegenwärtig läuft scheinbar alles so weiter wie von Beginn der Schöpfung an, und die Spötter fragen: „Wo bleibt denn seine verheißene Ankunft?“ (2 Petr 3,4). Zur festgesetzten Zeit aber wird es „das Offenbarwerden der Söhne Gottes“ geben, und dann „werden die Gerechten im Reich ihres Vaters wie die Sonne leuchten“ (Röm 8,19; Mt 13,43). Als die Engel den Hirten erschienen, war das eine plötzliche Erscheinung: „Plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer“ (Lk 2,13). Was für ein wunderbarer Anblick! Vorher schien es eine Nacht wie jede andere Nacht zu sein: Sie hielten Wache bei ihren Herden; sie beobachteten den Lauf der Nacht. Die Sterne zogen ihre Bahn: es war Mitternacht. Sie hatten keine Ahnung von dem Ereignis, als der Engel erschien. So ist es mit der Macht und Stärke, die in den Dingen, die wir sehen, verborgenen sind, und nach Gottes Willen werden sie offenbar.

November 13, 2019

Donnerstag, 14 November 2019 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 17,20-25.

In jener Zeit als Jesus von den Pharisäern gefragt wurde, wann das Reich Gottes komme, antwortete er: Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es an äußeren Zeichen erkennen könnte. Man kann auch nicht sagen: Seht, hier ist es!, oder: Dort ist es! Denn: Das Reich Gottes ist (schon) mitten unter euch. Er sagte zu den Jüngern: Es wird eine Zeit kommen, in der ihr euch danach sehnt, auch nur einen von den Tagen des Menschensohnes zu erleben; aber ihr werdet ihn nicht erleben. Und wenn man zu euch sagt: Dort ist er! Hier ist er!, so geht nicht hin, und lauft nicht hinterher! Denn wie der Blitz von einem Ende des Himmels bis zum andern leuchtet, so wird der Menschensohn an seinem Tag erscheinen. Vorher aber muss er vieles erleiden und von dieser Generation verworfen werden.

November 13, 2019

Mittwoch, 13 November 2019 : Buch der Weisheit 6,1-11.

Hört, ihr Könige, und seid verständig, lernt, ihr Gebieter der ganzen Welt! Horcht, ihr Herrscher der Massen, die ihr stolz seid auf Völkerscharen! Der Herr hat euch die Gewalt gegeben, der Höchste die Herrschaft, er, der eure Taten prüft und eure Pläne durchforscht. Ihr seid Diener seines Reichs, aber ihr habt kein gerechtes Urteil gefällt, das Gesetz nicht bewahrt und die Weisung Gottes nicht befolgt. Schnell und furchtbar wird er kommen und euch bestrafen; denn über die Großen ergeht ein strenges Gericht. Der Geringe erfährt Nachsicht und Erbarmen, doch die Mächtigen werden gerichtet mit Macht. Denn der Herrscher des Alls scheut niemand und weicht vor keiner Größe zurück. Er hat klein und groß erschaffen und trägt gleiche Sorge für alle; den Mächtigen aber droht strenge Untersuchung. An euch also, ihr Herrscher, richten sich meine Worte, damit ihr Weisheit lernt und nicht sündigt. Wer das Heilige heilig hält, wird geheiligt, und wer sich darin unterweisen lässt, findet Schutz. Verlangt also nach meinen Worten; sehnt euch danach, und ihr werdet gute Belehrung empfangen.

November 12, 2019

Mittwoch, 13 November 2019 : Psalm 82(81),3-4.6-7.

„Verschafft Recht den Unterdrückten und Waisen, verhelft den Gebeugten und Bedürftigen zum Recht! Befreit die Geringen und Armen, entreißt sie der Hand der Frevler!» Wohl habe ich gesagt: Ihr seid Götter, ihr alle seid Söhne des Höchsten. Doch nun sollt ihr sterben wie Menschen, sollt stürzen wie jeder der Fürsten."

November 12, 2019

Mittwoch, 13 November 2019 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 17,11-19.

Auf dem Weg nach Jerusalem zog Jesus durch das Grenzgebiet von Samarien und Galiläa. Als er in ein Dorf hineingehen wollte, kamen ihm zehn Aussätzige entgegen. Sie blieben in der Ferne stehen und riefen: Jesus, Meister, hab Erbarmen mit uns! Als er sie sah, sagte er zu ihnen: Geht, zeigt euch den Priestern! Und während sie zu den Priestern gingen, wurden sie rein. Einer von ihnen aber kehrte um, als er sah, dass er geheilt war; und er lobte Gott mit lauter Stimme. Er warf sich vor den Füßen Jesu zu Boden und dankte ihm. Dieser Mann war aus Samarien. Da sagte Jesus: Es sind doch alle zehn rein geworden. Wo sind die übrigen neun? Ist denn keiner umgekehrt, um Gott zu ehren, außer diesem Fremden? Und er sagte zu ihm: Steh auf und geh! Dein Glaube hat dir geholfen.

November 12, 2019

Mittwoch, 13 November 2019 : Kommentar Das Leben des hl. Franziskus von Assisi

Als nun der selige Franziskus dort über fünfzig Tage lang krank darniederlag, ertrug er es nicht, tagsüber das Tageslicht und in der Nacht das Licht des Feuers zu sehen, sondern blieb im Haus und in jener kleinen Zelle stets im Dunkeln. […] Als der selige Franziskus daher eines Nachts darüber nachdachte, wie viel Not er leide, wurde er von Mitleid gegen sich selbst bewegt und sagte in seinem Inneren: „Herr, schau her zu meiner Hilfe in meinen Krankheiten, damit ich sie geduldig zu ertragen vermag!“ Und sogleich wurde ihm im Geist gesagt: „Sag mir, Bruder: Wenn dir jemand für diese deine Krankheiten und Plagen einen so großen und kostbaren Schatz gäbe […] Würdest du dich dann nicht sehr freuen? […] Wohlan denn, Bruder, freue dich und frohlocke sehr in deinen Krankheiten und Plagen, denn fortan magst du dich so sicher fühlen, als wärst du schon in meinem Königreich.“ Als er sich frühmorgens erhob, sagte er zu seinen Gefährten: „[…] Also muss ich […] im Herrn Mut schöpfen. Gott, dem Vater, und seinem einzigen Sohn, unserem Herrn Jesus Christus, und dem Heiligen Geist muss ich immer danken für die so große, mir erwiesene Gnade und den Segen, hat er doch einem noch im Fleische Lebenden, nämlich mir, seinem unwürdigen kleinen Diener, durch seine Barmherzigkeit gnädig sein Königreich zugesichert. Daher will ich zu seinem Lob, zu unserem Trost und zur Erbauung des Nächsten ein neues ‚Loblied des Herrn auf seine Geschöpfe‘ dichten, deren wir uns täglich bedienen und ohne die wir nicht leben können. In ihnen beleidigt die Menschheit den Schöpfer sehr, und täglich sind wir undankbar für eine so große Gnade, weil wir unseren Schöpfer und Spender aller Güter nicht dafür loben, wie wir sollten.“ […] Nun gab er dem „Loblied des Herrn“, das er schuf, nämlich: „Höchster, allmächtiger, guter Herr“, einen Namen und nannte es: „Gesang von Bruder Sonne“, welcher schöner als alle anderen Geschöpfe und mit Gott mehr zu vergleichen ist. Daher sagte er: „Am Morgen, wenn die Sonne aufgeht, sollte jeder Mensch Gott loben, der sie geschaffen hat, da durch sie unsere Augen am Tage erleuchtet werden. Abends, wenn es Nacht wird, sollte jeder Mensch Gott loben wegen des anderen Geschöpfes, des Bruders Feuer, da durch dieses unsere Augen in der Nacht erleuchtet werden.“ Und er sagte: „Wir alle sind wie Blinde, und der Herr erleuchtet durch diese beiden Geschöpfe unsere Augen. Wegen dieser und seiner anderen Geschöpfe, deren wir uns täglich bedienen, müssen wir ihn, den glorreichen Schöpfer, deshalb immer ganz besonders loben.“

November 12, 2019

Dienstag, 12 November 2019 : Buch der Weisheit 2,23-24.3,1-9.

Gott hat den Menschen zur Unvergänglichkeit erschaffen und ihn zum Bild seines eigenen Wesens gemacht. Doch durch den Neid des Teufels kam der Tod in die Welt, und ihn erfahren alle, die ihm angehören. Die Seelen der Gerechten sind in Gottes Hand, und keine Qual kann sie berühren. In den Augen der Toren sind sie gestorben, ihr Heimgang gilt als Unglück, ihr Scheiden von uns als Vernichtung; sie aber sind in Frieden. In den Augen der Menschen wurden sie gestraft; doch ihre Hoffnung ist voll Unsterblichkeit. Ein wenig nur werden sie gezüchtigt; doch sie empfangen große Wohltat. Denn Gott hat sie geprüft und fand sie seiner würdig. Wie Gold im Schmelzofen hat er sie erprobt und sie angenommen als ein vollgültiges Opfer. Beim Endgericht werden sie aufleuchten wie Funken, die durch ein Stoppelfeld sprühen. Sie werden Völker richten und über Nationen herrschen, und der Herr wird ihr König sein in Ewigkeit. Alle, die auf ihn vertrauen, werden die Wahrheit erkennen, und die Treuen werden bei ihm bleiben in Liebe. Denn Gnade und Erbarmen wird seinen Erwählten zuteil.

November 11, 2019