Sonntag, 22 Dezember 2019 : Psalm 24(23),1-2.3-4.5-6.

Dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt, der Erdkreis und seine Bewohner. Denn er hat ihn auf Meere gegründet, ihn über Strömen befestigt. Wer darf hinaufziehn zum Berg des Herrn, wer darf stehn an seiner heiligen Stätte? Der reine Hände hat und ein lauteres Herz, der nicht betrügt und keinen Meineid schwört. Er wird Segen empfangen vom Herrn und Heil von Gott, seinem Helfer. Das sind die Menschen, die nach ihm fragen, die dein Antlitz suchen, Gott Jakobs.

December 21, 2019

Sonntag, 22 Dezember 2019 : Kommentar Hl. Beda Venerabilis

„Seht“, so spricht der Prophet Jesaja, „die Jungfrau wird ein Kind empfangen, sie wird einen Sohn gebären, und sie wird ihm den Namen Immanuel (Gott mit uns) geben“ (Jes 7,14). Der Name des Retters „Gott mit uns“, den der Prophet genannt hat, weist hin auf die beiden Naturen seiner einzigen Person. In der Tat: Er, der Gott ist, aus dem Vater geboren vor aller Zeit, ist selbst jener Immanuel am Ende der Zeiten, das heißt „Gott mit uns“. Er wurde es im Schoß seiner Mutter, weil er die Hinfälligkeit unserer Natur in die Einheit seiner Person hat aufnehmen wollen, als „das Wort Fleisch geworden ist und unter uns gewohnt hat“ (vgl. Joh 1,14). Das heißt, dass er auf wundersame Weise begonnen hat zu sein, was wir sind, ohne aufzuhören, das zu sein, was er war, indem er unsere Natur annahm, ohne aufzugeben, was er aus sich selbst war […] „Maria gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen […] und gab ihm den Namen Jesus“ (vgl. Lk 2,7.21). Der Name Jesus ist also jener des von der Jungfrau geborenen Sohnes und bedeutet gemäß der Erklärung des Engels, dass er sein Volk von seinen Sünden erlösen wird. […] Er ist offensichtlich auch derjenige, der uns von der Verderbnis der Seele und des Leibes, den Folgen der Sünde, erlösen wird. Was den Namen Christus betrifft, so ist dies die Bezeichnung einer priesterlichen und königlichen Würde. Denn nach dem alten Gesetz wurden Priester und Könige aufgrund der Salbung mit Chrisam „Christoi“ genannt. Diese Salbung mit heiligem Öl war ein Vorausbild dessen, der als wahrer König und Priester in die Welt kam und „mit dem Öl der Freude gesalbt wurde wie keiner seiner Gefährten“ (vgl. Ps 45,8). Aufgrund dieser Salbung (Chrismation) werden sowohl Christus selbst als auch jene, die an derselben Salbung, d.h. an der spirituellen Gnade teilhaben, „Christen“ genannt. Weil Christus Erlöser ist, kann er uns von unseren Sünden erlösen; weil er Priester ist, kann er uns mit Gott, dem Vater, versöhnen; weil er König ist, möge er uns das ewige Reich seines Vaters schenken.

December 21, 2019

Sonntag, 22 Dezember 2019 : Buch Jesaja 7,10-14.

In jenen Tagen sprach der Herr zu Ahas - dem König von Juda; er sagte: Erbitte dir vom Herrn, deinem Gott, ein Zeichen, sei es von unten, aus der Unterwelt, oder von oben, aus der Höhe. Ahas antwortete: Ich will um nichts bitten und den Herrn nicht auf die Probe stellen. Da sagte Jesaja: Hört her, ihr vom Haus David! Genügt es euch nicht, Menschen zu belästigen? Müsst ihr auch noch meinen Gott belästigen? Darum wird euch der Herr von sich aus ein Zeichen geben: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, sie wird einen Sohn gebären, und sie wird ihm den Namen Immanuel - Gott mit uns - geben.

December 21, 2019

Samstag, 21 Dezember 2019 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 1,39-45.

In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. Als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabeth vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.

December 20, 2019

Samstag, 21 Dezember 2019 : Psalm 33(32),2-3.11-12.20-21.

Preist den Herrn mit der Zither, spielt für ihn auf der zehnsaitigen Harfe! Singt ihm ein neues Lied, greift voll in die Saiten und jubelt laut! Der Ratschluss des Herrn bleibt ewig bestehen, die Pläne seines Herzens überdauern die Zeiten. Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist, der Nation, die er sich zum Erbteil erwählt hat. Unsre Seele hofft auf den Herrn; er ist für uns Schild und Hilfe. Ja, an ihm freut sich unser Herz, wir vertrauen auf seinen heiligen Namen.

December 20, 2019

Samstag, 21 Dezember 2019 : Kommentar Byzantinische Liturgie

Da Maria Gott empfangen, eilte sie zu Elisabeth. Deren Ungeborenes erkannte sogleich ihren liebenden Gruß und freute sich ihrer Freude, als sänge es der Mutter Gottes: Sei gegrüßt, Reis des nie verdorrenden Stammes; sei gegrüßt, reich bist du an lauterer Frucht. Sei gegrüßt, du ernährst den, der uns Nahrung gewährt; sei gegrüßt, du geleitest zum Leben den, der unser Leben leitet. Sei gegrüßt, solchen Reichtum des Erbarmens ziehst du auf deiner Flur; sei gegrüßt, wie von einem Altar hebst du den Segen der Versöhnung. Sei gegrüßt, dass du dem Leibe Stärkung in Fülle gewährst; sei gegrüßt, dass du den Seelen die bergende Hülle bereitest. Sei gegrüßt, des Lobgesanges Weihe; sei gegrüßt, du Aussöhnung für das unendliche All. Sei gegrüßt, du bist Gottes Wohlgefallen bei den Sterblichen; sei gegrüßt, der Sterblichen Fürbitte bei Gott bist du. Sei gegrüßt, du jungfräuliche Mutter! Ein innerer Ansturm zweideutiger Gedanken verwirrte den besonnenen Josef. Er, der dich als die Unvermählte kannte, tadelte dich im Argwohn hinterlistiger Verbindung, du ohne Fehl. Als er aber deiner Erwählung vom Heiligen Geiste gewahr wurde, sprach er: Halleluja, Halleluja, Halleluja! Aus den Jubelchören der Engel vernahmen die Hirten die fleischgewordene Gegenwart Christi. Wie zu einem Hirten liefen sie zu ihm und sahen das Lamm Gottes unschuldig in Mariens Schoße weiden. Da jubelten auch sie: Sei gegrüßt, des Lammes Mutter und des Hirten; sei gegrüßt, Hürde der geistigen Schafe Sei gegrüßt, du beschützest vor den unerkannten Gegnern; sei gegrüßt, du erschließest das Heiligtum des Paradieses. Sei gegrüßt, die Himmel jauchzen mit der Erde; sei gegrüßt, in Christus frohlocken alle Geschöpfe. Sei gegrüßt, durch dich sind die Apostel mündig geworden; sei gegrüßt, an dir haben die Märtyrer Gleichmut gewonnen. Sei gegrüßt, du starker Halt des Glaubens; sei gegrüßt, du lichte Offenbarung der Gnade. Sei gegrüßt, durch dich wird die Unterwelt entmachtet; sei gegrüßt, von dir sind wir im Glauben ermächtigt. Sei gegrüßt, du jungfräuliche Mutter! […] Solch ungewöhnlicher Geburt nachsinnend werden wir dem Gewöhnlichen mehr und mehr entwöhnt und wenden unser Sinnen zum Himmel. Denn der Gewaltige hat die Schwäche des Menschseins auf sich genommen, damit er aus der Tiefe führe, die als Herrn ihn glauben: Halleluja, Halleluja, Halleluja!

December 20, 2019

Samstag, 21 Dezember 2019 : Das Hohelied 2,8-14.

Horch! Mein Geliebter! Sieh da, er kommt. Er springt über die Berge, hüpft über die Hügel. Der Gazelle gleicht mein Geliebter, dem jungen Hirsch. Ja, draußen steht er an der Wand unsres Hauses; er blickt durch die Fenster, späht durch die Gitter. Der Geliebte spricht zu mir: Steh auf, meine Freundin, meine Schöne, so komm doch! Denn vorbei ist der Winter, verrauscht der Regen. Auf der Flur erscheinen die Blumen; die Zeit zum Singen ist da. Die Stimme der Turteltaube ist zu hören in unserem Land. Am Feigenbaum reifen die ersten Früchte; die blühenden Reben duften. Steh auf, meine Freundin, meine Schöne, so komm doch! Meine Taube im Felsennest, versteckt an der Steilwand, dein Gesicht lass mich sehen, deine Stimme hören! Denn süß ist deine Stimme, lieblich dein Gesicht.

December 20, 2019

Freitag, 20 Dezember 2019 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 1,26-38.

In jener Zeit wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben. Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabeth, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich. Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.

December 19, 2019

Freitag, 20 Dezember 2019 : Psalm 24(23),1-2.3-4.5-6.

Dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt, der Erdkreis und seine Bewohner. Denn er hat ihn auf Meere gegründet, ihn über Strömen befestigt. Wer darf hinaufziehn zum Berg des Herrn, wer darf stehn an seiner heiligen Stätte? Der reine Hände hat und ein lauteres Herz, der nicht betrügt und keinen Meineid schwört. Er wird Segen empfangen vom Herrn und Heil von Gott, seinem Helfer. Das sind die Menschen, die nach ihm fragen, die dein Antlitz suchen, Gott Jakobs.

December 19, 2019

Freitag, 20 Dezember 2019 : Kommentar Hl. Amadeus von Lausanne

Sag uns, seliger David, wie die Herabkunft des Wortes vor sich ging. „Er strömte wie Regen herab auf die Felder, wie Regenschauer, die die Erde benetzen“ (vgl. Ps 72,6 LXX). […] Wie gelangt der Regen auf das Feld und wie fallen die Tropfen auf die Erde? […] Der Regen fällt geräuschlos auf das Feld, ohne Aufprall, ungeteilt und ungetrennt. Er sickert sanft ein, wird in Ruhe aufgenommen, wird mit Wonne aufgesogen. So dringen die Tröpfchen langsam und allmählich in die Erde ein, auf eine so erstaunliche und so subtile Weise, dass man es kaum sieht, und sie nur durch ihre Wirkung hervortreten, indem sie die Pflanzen wachsen lassen. Ebenso stieg der Tau von jenseits der überirdischen Wasser in den Schoß der Jungfrau, ohne menschliches Zutun, ohne Begehrlichkeit, unter Achtung ihrer Makellosigkeit und indem er das Siegel ihrer Jungfräulichkeit unversehrt ließ. Er sickerte sanft ein, wurde in Ruhe aufgenommen und nahm Fleisch an auf unsagbare Weise. Auch tropfte er allmählich auf die Erde, nicht wahrnehmbar bei seiner Ankunft, doch bei seiner Geburt in Erscheinung tretend. […] Wir haben gerade die Herabkunft des Wortes Gottes beschrieben. Was den Ort der Herabkunft betrifft, so trat ebenso zutage, dass es der Schoß der Jungfrau war, in den er herabstieg: ein Schoß, der, durch göttliche Salbung geweiht, unberührt und unbefleckt verblieb.

December 19, 2019