Samstag, 9 Mai 2020 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Joh 14,7-14.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen. Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater; das genügt uns. Jesus antwortete ihm: Schon so lange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke. Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist; wenn nicht, glaubt wenigstens aufgrund der Werke! Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen, und er wird noch größere vollbringen, denn ich gehe zum Vater. Alles, um was ihr in meinem Namen bittet, werde ich tun, damit der Vater im Sohn verherrlicht wird. Wenn ihr mich um etwas in meinem Namen bittet, werde ich es tun.

May 8, 2020

Samstag, 9 Mai 2020 : Apostelgeschichte 13,44-52.

Am Sabbat nach der ersten Predigt des Paulus in Antiochia versammelte sich fast die ganze Stadt, um das Wort des Herrn zu hören. Als die Juden die Scharen sahen, wurden sie eifersüchtig, widersprachen den Worten des Paulus und stießen Lästerungen aus. Paulus und Barnabas aber erklärten freimütig: Euch musste das Wort Gottes zuerst verkündet werden. Da ihr es aber zurückstoßt und euch des ewigen Lebens unwürdig zeigt, wenden wir uns jetzt an die Heiden. Denn so hat uns der Herr aufgetragen: Ich habe dich zum Licht für die Völker gemacht, bis an das Ende der Erde sollst du das Heil sein. Als die Heiden das hörten, freuten sie sich und priesen das Wort des Herrn; und alle wurden gläubig, die für das ewige Leben bestimmt waren. Das Wort des Herrn aber verbreitete sich in der ganzen Gegend. Die Juden jedoch hetzten die vornehmen gottesfürchtigen Frauen und die Ersten der Stadt auf, veranlassten eine Verfolgung gegen Paulus und Barnabas und vertrieben sie aus ihrem Gebiet. Diese aber schüttelten gegen sie den Staub von ihren Füßen und zogen nach Ikonion. Und die Jünger waren voll Freude und erfüllt vom Heiligen Geist.

May 8, 2020

Freitag, 8 Mai 2020 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Joh 14,1-6.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott, und glaubt an mich! Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten? Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. Und wohin ich gehe - den Weg dorthin kennt ihr. Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie sollen wir dann den Weg kennen? Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.

May 7, 2020

Freitag, 8 Mai 2020 : Apostelgeschichte 13,26-33.

In jenen Tagen, als Paulus nach Antiochia in Pisidien gekommen war, sagte er in der Synagoge: Brüder, ihr Söhne aus Abrahams Geschlecht und ihr Gottesfürchtigen! Uns wurde das Wort dieses Heils gesandt. Denn die Einwohner von Jerusalem und ihre Führer haben Jesus nicht erkannt, aber sie haben die Worte der Propheten, die an jedem Sabbat vorgelesen werden, erfüllt und haben ihn verurteilt. Obwohl sie nichts fanden, wofür er den Tod verdient hätte, forderten sie von Pilatus seine Hinrichtung. Als sie alles vollbracht hatten, was in der Schrift über ihn gesagt ist, nahmen sie ihn vom Kreuzesholz und legten ihn ins Grab. Gott aber hat ihn von den Toten auferweckt, und er ist viele Tage hindurch denen erschienen, die mit ihm zusammen von Galiläa nach Jerusalem hinaufgezogen waren und die jetzt vor dem Volk seine Zeugen sind. So verkünden wir euch das Evangelium: Gott hat die Verheißung, die an die Väter ergangen ist, an uns, ihren Kindern, erfüllt, indem er Jesus auferweckt hat, wie es schon im zweiten Psalm heißt: Mein Sohn bist du, heute habe ich dich gezeugt.

May 7, 2020

Freitag, 8 Mai 2020 : Psalm 2,6-7.8-9.10-11.

«Ich selber habe meinen König eingesetzt auf Zion, meinem heiligen Berg.» Den Beschluss des Herrn will ich kundtun. Er sprach zu mir: «Mein Sohn bist du. Heute habe ich dich gezeugt. Fordere von mir, und ich gebe dir die Völker zum Erbe, die Enden der Erde zum Eigentum. Du wirst sie zerschlagen mit eiserner Keule, wie Krüge aus Ton wirst du sie zertrümmern.» Nun denn, ihr Könige, kommt zur Einsicht, lasst euch warnen, ihr Gebieter der Erde! Dient dem Herrn in Furcht, und küsst ihm mit Beben die Füße.

May 7, 2020

Freitag, 8 Mai 2020 : Kommentar Theodor von Studion

Folgt Tag für Tag dem Weg Gottes, haltet euch eng an ihn, um seiner Verheißung willen. In der Tat, er selbst hat allen, die seinen Willen und seine Zeichen suchen (vgl. Ps 118,31 LXX), durch die Vermittlung seiner Apostel gesagt, dass er bis zum Ende der Welt bei ihnen sein werde (Mt 28,20), dort, wo niemand seine Wege und Spuren sieht (vgl. Ps 77(76),20), wie es der Gottesmann David in seinen Liedern besang. Auf unsichtbare Weise zwar, ist er den Augen des Geistes gegenwärtig und lässt sich von denen schauen, die ein reines Herz haben, und spricht mit ihnen. Folgt also eurem Weg […]. Nehmt die Flügel der Gottesliebe, um wie die Wolken zu fliegen (vgl. Jes 60,8), hoch erhoben über den Fallstricken dieser Erde. Salbt eure Füße mit dem Öl der Freude (vgl. Ps 45(44),8) und der Mäßigkeit. Belästigt nicht mit euren trägen Schritten den schmalen Pfad des Herrn. Wenn ihr in eurem Kleinmut Durst habt, so trinkt das Wasser der Geduld (vgl. Sir 15,3); wenn ihr in eurer geistlichen Erschlaffung Hunger habt, esst Brot, das das Menschenherz nährt und stärkt (vgl. Ps 104(103),15): ein Wort der Weisheit und der Ermutigung. Krempelt die Ärmel hoch und seid bereit zu handeln, schaut hinauf zur Höhe und beladet euch nicht mit der überwältigenden Last eurer bösen Begehrlichkeiten; denn für den, der die Reise von der Erde zum Himmel unternimmt, genügt es, eifrig seinem Weg zu folgen, ohne sich zusätzliche Lasten aufzuladen. […] Seid stark im Herrn, zieht hinauf zum Berg des Herrn, zu seinem heiligen Haus (vgl. Jes 2,3), zusammen mit dem Sänger Jesaja, dem Propheten mit einer so mächtigen Stimme. Keiner bleibe zurück, keiner ruhe sich aus; helft einander, seid alle verwurzelt in beständiger Nächstenliebe.

May 7, 2020

Donnerstag, 7 Mai 2020 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Joh 13,16-20.

Nachdem Jesus seinen Jüngern die Füße gewaschen hatte, sprach er zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Der Sklave ist nicht größer als sein Herr, und der Abgesandte ist nicht größer als der, der ihn gesandt hat. Selig seid ihr, wenn ihr das wisst und danach handelt. Ich sage das nicht von euch allen. Ich weiß wohl, welche ich erwählt habe, aber das Schriftwort muss sich erfüllen: Einer, der mein Brot aß, hat mich hintergangen. Ich sage es euch schon jetzt, ehe es geschieht, damit ihr, wenn es geschehen ist, glaubt: Ich bin es. Amen, amen, ich sage euch: Wer einen aufnimmt, den ich sende, nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.

May 6, 2020

Donnerstag, 7 Mai 2020 : Apostelgeschichte 13,13-25.

Von Paphos fuhr Paulus mit seinen Begleitern ab und kam nach Perge in Pamphylien. Johannes aber trennte sich von ihnen und kehrte nach Jerusalem zurück. Sie selbst wanderten von Perge weiter und kamen nach Antiochia in Pisidien. Dort gingen sie am Sabbat in die Synagoge und setzten sich. Nach der Lesung aus dem Gesetz und den Propheten schickten die Synagogenvorsteher zu ihnen und ließen ihnen sagen: Brüder, wenn ihr ein Wort des Trostes für das Volk habt, so redet. Da stand Paulus auf, gab mit der Hand ein Zeichen und sagte: Ihr Israeliten und ihr Gottesfürchtigen, hört! Der Gott dieses Volkes Israel hat unsere Väter erwählt und das Volk in der Fremde erhöht, in Ägypten; er hat sie mit hoch erhobenem Arm von dort herausgeführt und fast vierzig Jahre durch die Wüste getragen. Sieben Völker hat er im Land Kanaan vernichtet und ihr Land ihnen zum Besitz gegeben, für etwa vierhundertfünfzig Jahre. Danach hat er ihnen Richter gegeben bis zum Propheten Samuel. Dann verlangten sie einen König, und Gott gab ihnen Saul, den Sohn des Kisch, einen Mann aus dem Stamm Benjamin, für vierzig Jahre. Nachdem er ihn verworfen hatte, erhob er David zu ihrem König, von dem er bezeugte: Ich habe David, den Sohn des Isai, als einen Mann nach meinem Herzen gefunden, der alles, was ich will, vollbringen wird. Aus seinem Geschlecht hat Gott dem Volk Israel, der Verheißung gemäß, Jesus als Retter geschickt. Vor dessen Auftreten hat Johannes dem ganzen Volk Israel Umkehr und Taufe verkündigt. Als Johannes aber seinen Lauf vollendet hatte, sagte er: Ich bin nicht der, für den ihr mich haltet; aber seht, nach mir kommt einer, dem die Sandalen von den Füßen zu lösen ich nicht wert bin.

May 6, 2020

Donnerstag, 7 Mai 2020 : Psalm 89(88),2-3.20a.4-5.27.29.

Von den Taten deiner Huld, Herr, will ich ewig singen, bis zum fernsten Geschlecht laut deine Treue verkünden. Denn ich bekenne: Deine Huld besteht für immer und ewig; deine Treue steht fest im Himmel. Einst hast du in einer Vision zu deinen Frommen gesprochen: «Einen Helden habe ich zum König gekrönt, einen jungen Mann aus dem Volk erhöht. «Ich habe einen Bund geschlossen mit meinem Erwählten und David, meinem Knecht, geschworen: Deinem Haus gebe ich auf ewig Bestand, und von Geschlecht zu Geschlecht richte ich deinen Thron auf.» Er wird zu mir rufen: Mein Vater bist du, mein Gott, der Fels meines Heiles. Auf ewig werde ich ihm meine Huld bewahren, mein Bund mit ihm bleibt allzeit bestehen.

May 6, 2020

Donnerstag, 7 Mai 2020 : Kommentar Theodor von Studion

Gedenkt der Wunder, die er an uns in der Vergangenheit getan hat (vgl. Ps 105,5) und die er heute noch vollbringt. […] Meine geliebten Brüder, geben wir ihm für das, was er an uns getan hat, noch mehr zurück, ja, geben wir ihm das, was wir ihm schuldig sind. Was will er denn anderes von uns, als dass wir ihn fürchten, ihn lieben mit ganzem Herzen und mit unserem ganzen Denken (vgl. Mt 22,37), ihn nachahmen so gut es möglich ist in seiner Art, im Fleisch zu leben? Er entäußerte sich selbst, indem er den Himmel verließ und auf die Erde herabstieg, damit auch wir unseren Gedanken und unserem eigenen Willen entsagen. Er war seinem Vater gehorsam, damit auch wir unverzüglich gehorchen […]. Er erniedrigte sich bis zum Tod (vgl. Phil 2,8), damit auch ihr ihm darin ähnlich seid, damit auch ihr euch niederbeugt und euch in euren Gedanken, euren Taten, euren Worten und euren Gesten erniedrigt. Gibt es eine andere, wirkliche Ehre Gottes, als um Gottes Willen unter den Menschen ehrlos zu sein? […] Alles Niedrige und Verachtete hat mein Gott und Heiland erwählt, er, der unser Fleisch annahm, um zu vernichten, was unter den Menschen angesehen und wertvoll ist (vgl. 1 Kor 1,27–28). Deshalb kam er in einer Höhle zur Welt und wurde in eine Krippe gebettet, deshalb wurde er „Sohn des Zimmermanns“ und „Nazarener“ genannt, deshalb kleidete ihn nur eine einfache Tunika und ein einfacher Mantel, deshalb ging er zu Fuß, kannte Mühsal und Plage, wurde von den Juden gesteinigt (vgl. Joh 10,31), beleidigt, verhaftet, gekreuzigt, mit einer Lanze durchbohrt, ins Grab gelegt und ist auferstanden. So möchte er auch uns dazu bewegen, meine Brüder, dass wir vor den Engeln Gottes (vgl. Lk 12,8; 15,10) denselben Weg wählen wie er, damit wir mit ihm im Himmelreich gekrönt werden, durch denselben Christus, unserem Herrn, dem mit dem Vater und dem Heiligen Geist alle Ehre und Macht gebührt jetzt und in Ewigkeit. Amen.

May 6, 2020