Montag, 11 Mai 2020 : Psalm 115(113B),1-2.3-4.15-16.

Nicht uns, o Herr, bring zu Ehren, nicht uns, sondern deinen Namen, in deiner Huld und Treue! Warum sollen die Völker sagen: «Wo ist denn ihr Gott?» Unser Gott ist im Himmel; alles, was ihm gefällt, das vollbringt er. Die Götzen der Völker sind nur Silber und Gold, ein Machwerk von Menschenhand. Seid gesegnet vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Der Himmel ist der Himmel des Herrn, die Erde aber gab er den Menschen.

May 10, 2020

Montag, 11 Mai 2020 : Kommentar Hl. Gertrud von Helfta

Der hl. Bernhard sagt in der Erklärung des Hohenliedes: Die heilige Seele ist nicht bloß himmlisch wegen des Ursprungs, sondern kann auch wegen der Ähnlichkeit selbst ein Himmel genannt werden, weil ihr Wandel im Himmel ist. Deshalb sagt die Schrift: „Die Seele des Gerechten ist der Wohnsitz der Weisheit“ (vgl. Spr 12,23). Und: „Der Himmel ist mein Sitz“ (Jes 66,1). Wer aber weiß, dass Gott ein Geist ist, der wird ihm auch einen geistigen Wohnsitz zuschreiben. In dieser Anschauung bestärkt mich zumeist jene Verheißung: „Zu ihm [das heißt zu dem heiligen Menschen] werden wir kommen und Wohnung bei ihm nehmen“ (Joh 14,23). Auch glaube ich, dass der Prophet keinen andern Himmel gemeint hat mit den Worten: „Du aber, o Lobpreis Israels, wohnst in dem Heiligen“ (Ps 21,4). Und der Apostel sagt, Christus wohne durch den Glauben in unseren Herzen (Eph 3,17). Ich aber seufzte von fern zu jenen Seligen auf, von denen es heißt: „Ich werde in ihnen wohnen und in ihnen wandeln“ (2 Kor 6,16). O wie groß muss die Ausdehnung der Seele sein, wie groß auch ihr Vorzug an Verdiensten, wenn sie würdig erfunden wird, die göttliche Macht in sich aufzunehmen, und fähig, sie zu fassen, die auch Räume und Gänge genug besitzt für das Werk der Majestät! Sie ist emporgewachsen zu einem heiligen Tempel im Herrn, gewachsen nach dem Maß der Liebe, welche die Größe der Seele ist. Die heilige Seele ist sonach ein Himmel, der seine Sonne hat, und diese ist die Erkenntnis, seinen Mond, der ist der Glaube, und seine Sterne, die Tugenden; oder auch: Die Sonne ist die Gerechtigkeit oder der Eifer der glühenden Liebe und der Mond die Enthaltsamkeit. Kein Wunder, wenn der Herr Jesus einen solchen Himmel gern bewohnt! Denn von diesem hat er nicht, wie von den Übrigen, nur gesprochen und sie wurden, sondern er hat ihn erkämpft und erkauft durch seinen Tod. Darum sprach er, als er nach der Arbeit sein Verlangen erfüllt sah: „Hier ist meine Ruhe auf ewig, hier will ich wohnen“ (Ps 131,14).

May 10, 2020

Montag, 11 Mai 2020 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Joh 14,21-26.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren. Judas - nicht der Judas Iskariot - fragte ihn: Herr, warum willst du dich nur uns offenbaren und nicht der Welt? Jesus antwortete ihm: Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen. Wer mich nicht liebt, hält an meinen Worten nicht fest. Und das Wort, das ihr hört, stammt nicht von mir, sondern vom Vater, der mich gesandt hat. Das habe ich zu euch gesagt, während ich noch bei euch bin. Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.

May 10, 2020

Montag, 11 Mai 2020 : Apostelgeschichte 14,5-18.

In jenen Tagen als die Apostel merkten, dass die Heiden und die Juden zusammen mit ihren Führern entschlossen waren, sie zu misshandeln und zu steinigen, flohen sie in die Städte von Lykaonien, Lystra und Derbe, und in deren Umgebung. Dort verkündeten sie das Evangelium. In Lystra war ein Mann, der von Geburt an gelähmt war; er saß ohne Kraft in den Füßen da und hatte nie gehen können. Er hörte der Predigt des Paulus zu. Dieser blickte ihm fest ins Auge; und da er sah, dass der Mann darauf vertraute, gerettet zu werden, rief er laut: Steh auf! Stell dich aufrecht auf deine Füße! Da sprang der Mann auf und ging umher. Als die Menge sah, was Paulus getan hatte, fing sie an zu schreien und rief auf lykaonisch: Die Götter sind in Menschengestalt zu uns herabgestiegen. Und sie nannten den Barnabas Zeus, den Paulus aber Hermes, weil er der Wortführer war. Der Priester des Zeus vor der Stadt brachte Stiere und Kränze an die Tore und wollte zusammen mit der Volksmenge ein Opfer darbringen. Als die Apostel Barnabas und Paulus davon hörten, zerrissen sie ihre Kleider, sprangen unter das Volk und riefen: Männer, was tut ihr? Auch wir sind nur Menschen, von gleicher Art wie ihr; wir bringen euch das Evangelium, damit ihr euch von diesen nichtigen Götzen zu dem lebendigen Gott bekehrt, der den Himmel, die Erde und das Meer geschaffen hat und alles, was dazugehört. Er ließ in den vergangenen Zeiten alle Völker ihre Wege gehen. Und doch hat er sich nicht unbezeugt gelassen: Er tat Gutes, gab euch vom Himmel her Regen und fruchtbare Zeiten; mit Nahrung und mit Freude erfüllte er euer Herz. Doch selbst mit diesen Worten konnten sie die Volksmenge kaum davon abbringen, ihnen zu opfern.

May 10, 2020

Sonntag, 10 Mai 2020 : Kommentar Hl. Augustinus

Hören wir ihn selbst: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Joh 14,6). Wenn du die Wahrheit suchst, halte den Weg ein; denn der Weg ist zugleich die Wahrheit. Er ist es, wohin du gehst, er ist es, worauf du gehst; nicht durch ein anderes gehst du zu einem andern, nicht durch ein anderes kommst du zu Christus, durch Christus kommst du zu Christus. Wie durch Christus zu Christus? Durch Christus den Menschen zu Christus dem Gott, durch das Fleisch gewordene Wort zu dem Worte, welches im Anfang war Gott bei Gott; von dem, was der Mensch aß, zu dem, was die Engel täglich essen. Denn so steht geschrieben: „Das Brot des Himmels hast du ihnen gegeben; das Brot der Engel hat der Mensch gegessen“ (Ps 77(78),24–25). Wer isst das Brot der Engel? „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.“ Wie hat der Mensch das Brot der Engel gegessen? „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.“

May 9, 2020

Sonntag, 10 Mai 2020 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Joh 14,1-12.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott, und glaubt an mich! Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten? Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. Und wohin ich gehe - den Weg dorthin kennt ihr. Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie sollen wir dann den Weg kennen? Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich. Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen. Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater; das genügt uns. Jesus antwortete ihm: Schon so lange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke. Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist; wenn nicht, glaubt wenigstens aufgrund der Werke! Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen, und er wird noch größere vollbringen, denn ich gehe zum Vater.

May 9, 2020

Sonntag, 10 Mai 2020 : Apostelgeschichte 6,1-7.

In diesen Tagen, als die Zahl der Jünger zunahm, begehrten die Hellenisten gegen die Hebräer auf, weil ihre Witwen bei der täglichen Versorgung übersehen wurden. Da riefen die Zwölf die ganze Schar der Jünger zusammen und erklärten: Es ist nicht recht, dass wir das Wort Gottes vernachlässigen und uns dem Dienst an den Tischen widmen. Brüder, wählt aus eurer Mitte sieben Männer von gutem Ruf und voll Geist und Weisheit; ihnen werden wir diese Aufgabe übertragen. Wir aber wollen beim Gebet und beim Dienst am Wort bleiben. Der Vorschlag fand den Beifall der ganzen Gemeinde, und sie wählten Stephanus, einen Mann, erfüllt vom Glauben und vom Heiligen Geist, ferner Philippus und Prochorus, Nikanor und Timon, Parmenas und Nikolaus, einen Proselyten aus Antiochia. Sie ließen sie vor die Apostel hintreten, und diese beteten und legten ihnen die Hände auf. Und das Wort Gottes breitete sich aus, und die Zahl der Jünger in Jerusalem wurde immer größer; auch eine große Anzahl von den Priestern nahm gehorsam den Glauben an.

May 9, 2020

Sonntag, 10 Mai 2020 : Psalm 33(32),1-2.4-5.18-19.

Ihr Gerechten, jubelt vor dem Herrn; für die Frommen ziemt es sich, Gott zu loben. Preist den Herrn mit der Zither, spielt für ihn auf der zehnsaitigen Harfe! Denn das Wort des Herrn ist wahrhaftig, all sein Tun ist verlässlich. Er liebt Gerechtigkeit und Recht, die Erde ist erfüllt von der Huld des Herrn. Das Auge des Herrn ruht auf allen, die ihn fürchten und ehren, die nach seiner Güte ausschaun; dass er sie dem Tod entreiße und ihr Leben erhalte in Hungersnot.

May 9, 2020

Samstag, 9 Mai 2020 : Psalm 98(97),1.2-3ab.3cd-4.

Singet dem Herrn ein neues Lied; denn er hat wunderbare Taten vollbracht! Er hat mit seiner Rechten geholfen und mit seinem heiligen Arm. Der Herr hat sein Heil bekannt gemacht und sein gerechtes Wirken enthüllt vor den Augen der Völker. Er dachte an seine Huld und an seine Treue zum Hause Israel. Alle Enden der Erde sahen das Heil unsres Gottes. Er dachte an seine Huld und an seine Treue zum Hause Israel. Alle Enden der Erde sahen das Heil unsres Gottes. Er dachte an seine Huld und an seine Treue zum Hause Israel. Alle Enden der Erde sahen das Heil unsres Gottes. Jauchzt vor dem Herrn, alle Länder der Erde, freut euch, jubelt und singt!

May 8, 2020

Samstag, 9 Mai 2020 : Kommentar Hl. Gertrud von Helfta

Da sie [Gertrud] zu wissen begehrte, welche Frucht durch die Hinkehr der Gedanken auf Gott gewonnen würde, wurde sie also belehrt: Wenn der Mensch in der Betrachtung oder bei der Erweckung der Absicht seine Gedanken auf Gott richtet, so stellt er vor dem Thron der Herrlichkeit Gott gleichsam einen Spiegel von wunderbarem Glanz auf, worin der Herr sein eigenes Bild gar angenehm beschaut, weil er es ist, der alles Gute einflößt und zum Ziel ordnet. Und je mehr der Mensch zuweilen sich hierin abmüht, um so ergötzlicher erscheint jener Spiegel vor dem Angesicht der heiligsten Dreifaltigkeit und aller Heiligen. Und dies wird ewig bleiben zur Verherrlichung Gottes und zum beständigen Frohlocken jener Seele. […] Eines Tages sagte sie in übergroßer Liebe zum Herrn: „Hätte ich doch, o Herr, ein solches Feuer, dass meine Seele vollständig hinschmelzen und zerfließen würde, damit ich sie ganz umso reiner in dich ergießen könnte!“ Der Herr antwortete ihr: „Dein Wille ist dir ein solches Feuer.“ Aus diesen Worten erkannte sie, dass der Mensch durch seinen Willen die volle Verwirklichung aller jener Wünsche erlangt, die sich auf Gott beziehen.

May 8, 2020