Sonntag, 24 Mai 2020 : Kommentar Sel. Columba Marmion

Auf der Suche nach Gott, dem Ursprung unserer Heiligkeit, können wir kein besseres Vorbild finden als Christus Jesus selbst. „Aber“, werden Sie sogleich sagen, „wie kann Christus dabei unser Vorbild sein? Wie hat er denn Gott suchen können, wenn er doch selber Gott war?“ Es ist wahr, dass Jesus Gott ist, „Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott“ (Credo der Heiligen Messe), der Sohn des lebendigen Gottes, eines Wesens mit dem Vater. Aber er ist auch Mensch. Er ist wirklich einer von uns, aufgrund seiner menschlichen Natur. […] Und wir sehen Christus Jesus wie einen Helden seine Bahn laufen (vgl. Ps 19,6), voll Verlangen nach der Ehre seines Vaters. Das ist seine eigentliche Bestimmung. Hören wir, wie er selbst uns dies im Evangelium mit eigenen Worten sagt: „Ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat“ (vgl. Joh 5,30). Den Juden zeigt er auf, dass er von Gott kommt, dass seine Lehre göttlich ist, weil er „nicht seine eigene Ehre sucht, sondern die Ehre dessen, der ihn gesandt hat“ (vgl. Joh 8,50). Ständig hat er die Worte „mein Vater“ auf den Lippen; sein ganzes Leben ist nichts anderes als das großartige Echo dieses Schreis: „Abba Vater!“ Für ihn kommt alles einzig und allein darauf an, den Willen und die Ehre seines Vaters zu suchen. Und mit welcher Unbedingtheit tut er dies! Er selbst erklärt uns, dass er niemals davon abweicht: „Ich tue immer, was meinem Vater gefällt“ (vgl. Joh 8,29). In der hohen Stunde des letzten Abschieds, als er im Begriff ist, in den Tod zu gehen, sagt er uns, er habe „das Werk zu Ende geführt, das ihm der Vater aufgetragen hat“ (vgl. Joh 17,4). […] Wenn Jesus als Gott das Ziel unserer Suche ist, dann ist er als Mensch das unbeschreibliche Modell, das einzigartige Vorbild, von dem wir niemals unseren Blick abwenden dürfen.

May 23, 2020

Sonntag, 24 Mai 2020 : Psalm 27(26),1.4.7-8.

Der Herr ist mein Licht und mein Heil: Vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist die Kraft meines Lebens: Vor wem sollte mir bangen? Nur eines erbitte ich vom Herrn, danach verlangt mich: Im Haus des Herrn zu wohnen alle Tage meines Lebens, die Freundlichkeit des Herrn zu schauen und nachzusinnen in seinem Tempel. Vernimm, o Herr, mein lautes Rufen; sei mir gnädig, und erhöre mich! Mein Herz denkt an dein Wort: «Sucht mein Angesicht!» Dein Angesicht, Herr, will ich suchen.

May 23, 2020

Samstag, 23 Mai 2020 : Kommentar Hl. Jean-Baptiste Marie Vianney

Bedenkt, meine Kinder, der Schatz eines Christen liegt nicht auf Erden, er ist im Himmel. Dorthin müssen wir unsere Gedanken richten, wo unser Schatz ist. Der Mensch hat eine schöne Aufgabe, nämlich zu beten und zu lieben … Lasst uns deshalb beten und lieben! Darin besteht die menschliche Seligkeit auf Erden. Das Gebet ist nichts anderes, als sich mit Gott vereinen. Wenn unser Herz rein und mit Gott verbunden ist, fühlen wir in uns eine süße, berauschende Labung und ein blendendes Licht. In dieser innigen Gemeinschaft sind Gott und die Seele wie zwei zusammengeschmolzene Wachsstücke, die man nicht mehr trennen kann. Diese Vereinigung Gottes mit seinem kleinen Geschöpf ist etwas Wunderbares – ein unbegreiflich großes Glück. Wir hatten es verdient, nicht mehr beten zu können, aber Gott hat uns in seiner Güte erlaubt, mit ihm zu sprechen. Unser Gebet ist der Weihrauch, den er mit größtem Wohlgefallen annimmt. Meine Kinder, klein ist euer Herz, doch das Gebet macht es groß und fähig, Gott zu lieben. Das Gebet ist ein Vorgeschmack des Himmels, ein Labsal aus dem Paradies. Niemals lässt es uns ohne Trost. Wie Honig ist es, der in die Seele fließt und alles versüßt. Im guten Gebet schmilzt das Leid wie der Schnee in der Sonne.

May 22, 2020

Samstag, 23 Mai 2020 : Apostelgeschichte 18,23-28.

Nachdem Paulus einige Zeit in Antiochia in Syrien geblieben war, zog er weiter, durchwanderte zuerst das galatische Land, dann Phrygien, und stärkte alle Jünger. Ein Jude namens Apollos kam nach Ephesus. Er stammte aus Alexandria, war redekundig und in der Schrift bewandert. Er war unterwiesen im Weg des Herrn. Er sprach mit glühendem Geist und trug die Lehre von Jesus genau vor; doch kannte er nur die Taufe des Johannes. Er begann, offen in der Synagoge zu sprechen. Priszilla und Aquila hörten ihn, nahmen ihn zu sich und legten ihm den Weg Gottes noch genauer dar. Als er nach Achaia gehen wollte, ermunterten ihn die Brüder dazu und schrieben den Jüngern, sie möchten ihn freundlich aufnehmen. Nach seiner Ankunft wurde er den Gläubigen durch die Gnade eine große Hilfe. Denn mit Nachdruck widerlegte er die Juden, indem er öffentlich aus der Schrift nachwies, dass Jesus der Messias sei.

May 22, 2020

Samstag, 23 Mai 2020 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Joh 16,23b-28.

An jenem Tag werdet ihr mich nichts mehr fragen. Amen, amen, ich sage euch: Was ihr vom Vater erbitten werdet, das wird er euch in meinem Namen geben. An jenem Tag werdet ihr mich nichts mehr fragen. Bis jetzt habt ihr noch nichts in meinem Namen erbeten. Bittet, und ihr werdet empfangen, damit eure Freude vollkommen ist. Dies habe ich in verhüllter Rede zu euch gesagt; es kommt die Stunde, in der ich nicht mehr in verhüllter Rede zu euch spreche, sondern euch offen den Vater verkünden werde. An jenem Tag werdet ihr in meinem Namen bitten, und ich sage nicht, dass ich den Vater für euch bitten werde; denn der Vater selbst liebt euch, weil ihr mich geliebt und weil ihr geglaubt habt, dass ich von Gott ausgegangen bin. Vom Vater bin ich ausgegangen und in die Welt gekommen; ich verlasse die Welt wieder und gehe zum Vater.

May 22, 2020

Samstag, 23 Mai 2020 : Psalm 47(46),2-3.8-9.10.

Ihr Völker alle, klatscht in die Hände; jauchzt Gott zu mit lautem Jubel! Denn furchtgebietend ist der Herr, der Höchste, ein großer König über die ganze Erde. Denn Gott ist König der ganzen Erde. Spielt ihm ein Psalmenlied! Gott wurde König über alle Völker, Gott sitzt auf seinem heiligen Thron. Die Fürsten der Völker sind versammelt als Volk des Gottes Abrahams. Denn Gott gehören die Mächte der Erde; er ist hoch erhaben.

May 22, 2020

Freitag, 22 Mai 2020 : Kommentar Johannes von Karpathos

Was hat es uns genützt, in Kümmernis zu fallen, uns, die unaufhörlich beten und lobpreisen? Wo doch andere, die nicht beten, nicht nachtwachen und heiterer Stimmung sind, gedeihen und sich vergnügen? Wie der Prophet sagt: „Siehe, Fremde haben Häuser gebaut und wir schätzen sie glücklich.“ Er fügt hinzu: „Das ist es, was die Diener Gottes zum Vorwurf machen“ (vgl. Mal 3,15–16 LXX), sie, die das Wissen haben. Man muss jedoch wissen, dass die Heimgesuchten, die schwer Bekümmerten, solche die durch viele Prüfungen das Zeichen ihres Meisters an sich tragen, nichts erleiden, was sie überraschen könnte. Denn sie haben die Ankündigung davon in den Evangelien gehört: „Amen, amen, ich sage euch, die ihr bei mir seid: Ihr werdet weinen und klagen, aber die Welt wird sich freuen“ (vgl. Joh 16,20). Nur noch eine kurze Zeit, und ich werde durch den Tröster zu euch kommen; ich werde euch aus eurer Niedergeschlagenheit herausholen und euch durch Gedanken des Lebens und des himmlischen Friedens wiederaufrichten, auch durch sanfte Tränen, die ihr während der Tage eurer Prüfung nicht geweint habt. Ich nähre euch mit meiner Gnade, wie eine Mutter ihr weinendes Kind stillt. Ich werde euch, die ihr vom Kampf erschöpft seid, durch die Kraft von oben stärken. Euch, die ihr mit Bitterkeit bedeckt wart, werde ich mit Sanftmut und Milde erfüllen, wie es Jeremia in den Klageliedern sagt, wenn er von dem Jerusalem spricht, das in dir verborgen ist. Aber ich komme euch besuchen und euer Herz wird sich über diesen heimlichen Besuch freuen. Euer Kummer wird sich in Freude verwandeln, und niemand wird euch eure Freude nehmen können (vgl. Joh 16,22).

May 21, 2020

Freitag, 22 Mai 2020 : Apostelgeschichte 18,9-18.

Als Paulus in Korinth war, sagte der Herr nachts in einer Vision zu ihm: Fürchte dich nicht! Rede nur, schweige nicht! Denn ich bin mit dir, niemand wird dir etwas antun. Viel Volk nämlich gehört mir in dieser Stadt. So blieb Paulus ein Jahr und sechs Monate und lehrte bei ihnen das Wort Gottes. Als aber Gallio Prokonsul von Achaia war, traten die Juden einmütig gegen Paulus auf, brachten ihn vor den Richterstuhl und sagten: Dieser verführt die Menschen zu einer Gottesverehrung, die gegen das Gesetz verstößt. Als Paulus etwas erwidern wollte, sagte Gallio zu den Juden: Läge hier ein Vergehen oder Verbrechen vor, ihr Juden, so würde ich eure Klage ordnungsgemäß behandeln. Streitet ihr jedoch über Lehre und Namen und euer Gesetz, dann seht selber zu! Darüber will ich nicht Richter sein. Und er wies sie vom Richterstuhl weg. Da ergriffen alle den Synagogenvorsteher Sosthenes und verprügelten ihn vor dem Richterstuhl. Gallio aber kümmerte sich nicht darum. Paulus blieb noch längere Zeit. Dann verabschiedete er sich von den Brüdern und segelte zusammen mit Priszilla und Aquila nach Syrien ab. In Kenchreä hatte er sich aufgrund eines Gelübdes den Kopf kahlscheren lassen.

May 21, 2020

Freitag, 22 Mai 2020 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Joh 16,20-23a.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet weinen und klagen, aber die Welt wird sich freuen; ihr werdet bekümmert sein, aber euer Kummer wird sich in Freude verwandeln. Wenn die Frau gebären soll, ist sie bekümmert, weil ihre Stunde da ist; aber wenn sie das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an ihre Not über der Freude, dass ein Mensch zur Welt gekommen ist. So seid auch ihr jetzt bekümmert, aber ich werde euch wiedersehen; dann wird euer Herz sich freuen, und niemand nimmt euch eure Freude. An jenem Tag werdet ihr mich nichts mehr fragen. Amen, amen, ich sage euch: Was ihr vom Vater erbitten werdet, das wird er euch in meinem Namen geben.

May 21, 2020

Freitag, 22 Mai 2020 : Psalm 47(46),2-3.4-5.6-7.

Ihr Völker alle, klatscht in die Hände; jauchzt Gott zu mit lautem Jubel! Denn furchtgebietend ist der Herr, der Höchste, ein großer König über die ganze Erde. Er unterwirft uns Völker und zwingt Nationen unter unsre Füße. Er wählt unser Erbland für uns aus, den Stolz Jakobs, den er liebt. Gott stieg empor unter Jubel, der Herr beim Schall der Hörner. Singt unserm Gott, ja singt ihm! Spielt unserm König, spielt ihm!

May 21, 2020