Dienstag, 28 Juli 2020 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 13,36-43.

In jener Zeit verließ Jesus die Menge und ging nach Hause. Und seine Jünger kamen zu ihm und sagten: Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker. Er antwortete: Der Mann, der den guten Samen sät, ist der Menschensohn; der Acker ist die Welt; der gute Samen, das sind die Söhne des Reiches; das Unkraut sind die Söhne des Bösen; der Feind, der es gesät hat, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende der Welt; die Arbeiter bei dieser Ernte sind die Engel. Wie nun das Unkraut aufgesammelt und im Feuer verbrannt wird, so wird es auch am Ende der Welt sein: Der Menschensohn wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reich alle zusammenholen, die andere verführt und Gottes Gesetz übertreten haben, und werden sie in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt. Dort werden sie heulen und mit den Zähnen knirschen. Dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters wie die Sonne leuchten. Wer Ohren hat, der höre!

July 27, 2020

Dienstag, 28 Juli 2020 : Psalm 79(78),5.8.9.11.13.

Wie lange noch, Herr? Willst du auf ewig zürnen? Wie lange noch wird dein Eifer lodern wie Feuer? Rechne uns die Schuld der Vorfahren nicht an! Mit deinem Erbarmen komm uns eilends entgegen! Denn wir sind sehr erniedrigt. Um der Ehre deines Namens willen hilf uns, du Gott unsres Heils! Um deines Namens willen reiß uns heraus und vergib uns die Sünden! Das Stöhnen der Gefangenen dringe zu dir. Befrei die Todgeweihten durch die Kraft deines Armes! Wir aber, dein Volk, die Schafe deiner Weide, wollen dir ewig danken, deinen Ruhm verkünden von Geschlecht zu Geschlecht.

July 27, 2020

Montag, 27 Juli 2020 : Kommentar Hl. Claude de la Colombière

Die Gnade Gottes ist ein Same, der nicht erstickt, aber auch nicht zu sehr herausgestellt werden darf. Wir müssen ihn in unseren Herzen nähren und dürfen ihn menschlichen Blicken nicht zu sehr aussetzen. Es gibt zwei Arten von Gnaden, die zwar unscheinbar sind, doch von denen unsere Vervollkommnung und unser Heil abhängen können: 1. Ein Licht, das uns eine Wahrheit erkennen lässt: Wir müssen es sorgsam aufnehmen und achtgeben, dass es nicht durch unsere Schuld ausgelöscht wird; wir müssen es wie eine Regel in all unseren Handlungen benützen und erkennen, wohin es uns führt, usw.; 2. Eine Anregung, die uns dazu veranlasst, bei bestimmten Gelegenheiten etwas Tugendhaftes zu tun. Diesen Anregungen müssen wir treu folgen, weil von dieser Treue manchmal unser Glück abhängt. Eine Abtötung, zu der Gott uns unter bestimmten Umständen anregt – wenn wir auf seine Stimme hören –, wird vielleicht reiche Früchte und Heiligkeit in uns bewirken; missachten wir stattdessen diese kleine Gnade, könnte das sehr schlimme Folgen haben. Denn es ist vorgekommen, dass Menschen, die hoch in Gunst standen, in Ungnade gefallen sind, weil sie es in ganz kleinen Dingen an Dienstbereitschaft hatten fehlen lassen.

July 26, 2020

Montag, 27 Juli 2020 : Buch Jeremia 13,1-11.

So hat der Herr zu mir gesagt: Geh, kauf dir einen leinenen Gürtel, und leg ihn dir um die Hüften, aber tauch ihn nicht ins Wasser! Da kaufte ich, wie der Herr mir aufgetragen hatte, den Gürtel und legte ihn mir um die Hüften. Nun erging das Wort des Herrn zum zweitenmal an mich; er sagte: Nimm den gekauften Gürtel, den du um die Hüften trägst, mach dich auf den Weg an den Eufrat, und verbirg ihn dort in einer Felsspalte! Ich ging hin und verbarg ihn am Eufrat, wie mir der Herr befohlen hatte. Nach längerer Zeit sprach der Herr zu mir: Mach dich auf den Weg an den Eufrat, und hol den Gürtel zurück, den du dort auf meinen Befehl hin verborgen hast. Da ging ich zum Eufrat, suchte den Gürtel und holte ihn von der Stelle, wo ich ihn verborgen hatte. Doch der Gürtel war verdorben, zu nichts mehr zu gebrauchen. Nun erging das Wort des Herrn an mich: So spricht der Herr: Ebenso verderbe ich die stolze Pracht Judas und Jerusalems, wie groß sie auch sei. Dieses böse Volk weigert sich, auf meine Worte zu hören, es folgt dem Trieb seines Herzens und läuft anderen Göttern nach, um ihnen zu dienen und sie anzubeten; es soll daher wie dieser Gürtel werden, der zu nichts mehr zu gebrauchen ist. Denn wie sich der Gürtel den Hüften des Mannes anschmiegt, so wollte ich, dass sich das ganze Haus Juda mir anschmiegte - Spruch des Herrn -, damit es mein Volk und mein Ruhm, mein Preis und mein Schmuck wäre. Sie aber haben nicht gehorcht.

July 26, 2020

Montag, 27 Juli 2020 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 13,31-35.

In jener Zeit erzählte Jesus der Menge ein weiteres Gleichnis und sagte: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn, das ein Mann auf seinen Acker säte. Es ist das kleinste von allen Samenkörnern; sobald es aber hochgewachsen ist, ist es größer als die anderen Gewächse und wird zu einem Baum, so dass die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten. Und er erzählte ihnen noch ein Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit dem Sauerteig, den eine Frau unter einen großen Trog Mehl mischte, bis das Ganze durchsäuert war. Dies alles sagte Jesus der Menschenmenge durch Gleichnisse; er redete nur in Gleichnissen zu ihnen. Damit sollte sich erfüllen, was durch den Propheten gesagt worden ist: Ich öffne meinen Mund und rede in Gleichnissen, ich verkünde, was seit der Schöpfung verborgen war.

July 26, 2020

Montag, 27 Juli 2020 : Deuteronomium 32,18-19.20.21.

An den Fels, der dich gezeugt hat, dachtest du nicht mehr, du vergaßest den Gott, der dich geboren hat. Da sah der Herr, dass er geschmäht wurde von seinen Söhnen und Töchtern, die seinen Zorn erregten. Und er sagte: Ich will mein Gesicht vor ihnen verbergen und dann sehen, was in Zukunft mit ihnen geschieht. Denn sie sind eine Generation des Aufruhrs, Söhne, in denen die Untreue sitzt. Sie haben meine Eifersucht geweckt durch einen Gott, der kein Gott ist, mich zum Zorn gereizt durch ihre Götter aus Luft - so wecke ich ihre Eifersucht durch ein Volk, das kein Volk ist, durch ein dummes Volk reize ich sie zum Zorn.

July 26, 2020

Sonntag, 26 Juli 2020 : Kommentar Hl. Basilius

Da unser Herr Jesus Christus nach wiederholter und durch mehrere Taten bekräftigter Aufforderung zu allen sagt: „Wenn jemand zu mir kommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach“ (vgl. Mt 16,24) […] Und anderswo fügt er zu den Worten: „Wenn du vollkommen werden willst“ erst dann hinzu: „Komm und folge mir nach“, nachdem er vorhergesagt hat: „Gehe hin, verkaufe alles, was du hast, und gib es den Armen“ (vgl. Mt 19,21). Auch das Gleichnis von dem Kaufmann weist, wie jeder Vernünftige leicht begreift, ebendahin. „Denn das Himmelreich“, sagt er, „ist gleich einem Kaufmann, der gute Perlen sucht. Wenn er eine kostbare Perle gefunden hat, geht er hin, verkauft alles, was er hat, und kauft sie“ (vgl. Mt 13,45–46). Denn offenbar bezeichnet die kostbare Perle gleichnisweise das Himmelreich, welches wir, wie die Worte des Herrn zeigen, unmöglich erlangen können, wenn wir nicht zugleich alles, was wir haben, Reichtum, Ehre, hohe Geburt und was es sonst noch gibt, wonach die Menschen streben, aufgeben, um es gegen jenes einzutauschen. Dass es ferner auch unmöglich sei, wenn das Gemüt von verschiedenen Sorgen zerrissen ist, das, wonach man strebt, auf die rechte Weise zu tun, zeigt der Herr in den Worten: „Niemand kann zwei Herren dienen“ (Mt 6,24). […] Daher müssen wir einzig und allein den himmlischen Schatz wählen, um bei ihm das Herz zu haben. „Denn wo dein Schatz ist“, heißt es, „da ist auch dein Herz“ (Mt 6,21). […] Diese Freiheit [losgelöst sein von allem Irdischen], um es mit einem Wort zu sagen, ist eine Versetzung des menschlichen Herzens in den Himmel, sodass wir sagen können: „Unser Wandel aber ist im Himmel“ (Phil 3,20 Vulg.). Ja sie ist, was das Größte ist, der Anfang der Gleichförmigkeit mit Christus, der unseretwegen arm wurde, da er reich war (vgl. 2 Kor 8,9).

July 25, 2020

Sonntag, 26 Juli 2020 : Erstes Buch der Könige 3,5.7-12.

In jenen Tagen erschien der Herr dem Salomo nachts im Traum und forderte ihn auf: Sprich eine Bitte aus, die ich dir gewähren soll. So hast du jetzt, Herr, mein Gott, deinen Knecht anstelle meines Vaters David zum König gemacht. Doch ich bin noch sehr jung und weiß nicht, wie ich mich als König verhalten soll. Dein Knecht steht aber mitten in deinem Volk, das du erwählt hast: einem großen Volk, das man wegen seiner Menge nicht zählen und nicht schätzen kann. Verleih daher deinem Knecht ein hörendes Herz, damit er dein Volk zu regieren und das Gute vom Bösen zu unterscheiden versteht. Wer könnte sonst dieses mächtige Volk regieren? Es gefiel dem Herrn, dass Salomo diese Bitte aussprach. Daher antwortete ihm Gott: Weil du gerade diese Bitte ausgesprochen hast und nicht um langes Leben, Reichtum oder um den Tod deiner Feinde, sondern um Einsicht gebeten hast, um auf das Recht zu hören, werde ich deine Bitte erfüllen. Sieh, ich gebe dir ein so weises und verständiges Herz, dass keiner vor dir war und keiner nach dir kommen wird, der dir gleicht.

July 25, 2020

Sonntag, 26 Juli 2020 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 13,44-52.

In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war. Ein Mann entdeckte ihn, grub ihn aber wieder ein. Und in seiner Freude verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte den Acker. Auch ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. Als er eine besonders wertvolle Perle fand, verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte sie. Weiter ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Netz, das man ins Meer warf, um Fische aller Art zu fangen. Als es voll war, zogen es die Fischer ans Ufer; sie setzten sich, lasen die guten Fische aus und legten sie in Körbe, die schlechten aber warfen sie weg. So wird es auch am Ende der Welt sein: Die Engel werden kommen und die Bösen von den Gerechten trennen und in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt. Dort werden sie heulen und mit den Zähnen knirschen. Habt ihr das alles verstanden? Sie antworteten: Ja. Da sagte er zu ihnen: Jeder Schriftgelehrte also, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, gleicht einem Hausherrn, der aus seinem reichen Vorrat Neues und Altes hervorholt.

July 25, 2020

Sonntag, 26 Juli 2020 : Psalm 119(118),57.72.76-77.127-128.129-130.

Mein Anteil ist der Herr; ich habe versprochen, dein Wort zu beachten. Die Weisung deines Mundes ist mir lieb, mehr als große Mengen von Gold und Silber. Tröste mich in deiner Huld, wie du es deinem Knecht verheißen hast. Dein Erbarmen komme über mich, damit ich lebe; denn deine Weisung macht mich froh. Darum liebe ich deine Gebote mehr als Rotgold und Weißgold. Darum lebe ich genau nach deinen Befehlen; ich hasse alle Pfade der Lüge. Deine Vorschriften sind der Bewunderung wert; darum bewahrt sie mein Herz. Die Erklärung deiner Worte bringt Erleuchtung, den Unerfahrenen schenkt sie Einsicht.

July 25, 2020