Montag, 31 Mai 2021 : Kommentar Hl. Johannes Chrysostomus

„Christus hat uns den Dienst der Versöhnung gegeben“ (vgl. 2 Kor 5,18). Paulus zeigt hier sowohl die Würde der Apostel, indem er hinweist auf die Größe des Dienstes, der in ihre Hände gelegt ist, als auch das Übermaß der Liebe Gottes. Denn selbst dann, als die Menschen den erschienenen Gesandten nicht hatten hören wollen, ergrimmte Gott nicht über die Menschen, noch überließ er sie ihrem Schicksal, sondern unablässig fährt er fort, teils selbst, teils durch andere zu mahnen. […] „Und der in (auf) uns gelegt hat das Wort der Versöhnung“ (vgl. 5,19). Wir sind also nicht gekommen, um ein mühseliges Werk zu verrichten, sondern um alle zu Freunden Gottes zu machen. Denn nachdem sie mir, spricht Gott, nicht folgen wollten, so ermahnt ihr sie solange weiter, bis ihr sie überredet habt. Darum heißt es dann: „Für Christus sind wir demnach Gesandte, als ob Gott durch uns ermahnte. Wir bitten für Christus. Versöhnt euch mit Gott“ (vgl. 2 Kor 5,20). […] Was lässt sich mit einer so überschwenglichen Liebe vergleichen? Gott ist es, der beleidigt worden, und zwar nach Erweisung unzähliger Wohltaten; aber statt der Bestrafung gab er seinen Sohn, damit wir ausgesöhnt würden; aber die ihn empfingen, töteten den Sohn, statt sich zu versöhnen. Wieder schickte Gott andere Gesandte, die da mahnen sollten; aber obschon er sie gesendet, fährt er dennoch fort, selbst zu mahnen. Und zu was ermahnt er? „Versöhnt euch mit Gott!“ Es heißt nicht: Versöhnt Gott mit euch; denn nicht Gott hält Feindschaft, sondern ihr; denn Gott hält niemals Feindschaft.

May 31, 2021

Montag, 31 Mai 2021 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus - Mk 12,1-12.

In jener Zeit begann Jesus zu den Hohenpriestern, den Schriftgelehrten und den Ältesten in Form von Gleichnissen zu reden. Er sagte: Ein Mann legte einen Weinberg an, zog ringsherum einen Zaun, hob eine Kelter aus und baute einen Turm. Dann verpachtete er den Weinberg an Winzer und reiste in ein anderes Land. Als nun die Zeit dafür gekommen war, schickte er einen Knecht zu den Winzern, um bei ihnen seinen Anteil an den Früchten des Weinbergs holen zu lassen. Sie aber packten und prügelten ihn und jagten ihn mit leeren Händen fort. Darauf schickte er einen anderen Knecht zu ihnen; auch ihn misshandelten und beschimpften sie. Als er einen dritten schickte, brachten sie ihn um. Ähnlich ging es vielen anderen; die einen wurden geprügelt, die andern umgebracht. Schließlich blieb ihm nur noch einer: sein geliebter Sohn. Ihn sandte er als letzten zu ihnen, denn er dachte: Vor meinem Sohn werden sie Achtung haben. Die Winzer aber sagten zueinander: Das ist der Erbe. Auf, wir wollen ihn töten, dann gehört sein Erbgut uns. Und sie packten ihn und brachten ihn um und warfen ihn aus dem Weinberg hinaus. Was wird nun der Besitzer des Weinbergs tun? Er wird kommen und die Winzer töten und den Weinberg anderen geben. Habt ihr nicht das Schriftwort gelesen: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, er ist zum Eckstein geworden; das hat der Herr vollbracht, vor unseren Augen geschah dieses Wunder? Daraufhin hätten sie Jesus gern verhaften lassen; aber sie fürchteten die Menge. Denn sie hatten gemerkt, dass er mit diesem Gleichnis sie meinte. Da ließen sie ihn stehen und gingen weg.

May 31, 2021

Montag, 31 Mai 2021 : Psalm 112(111),1-2.3-4.5-6.

Wohl dem Mann, der den Herrn fürchtet und ehrt und sich herzlich freut an seinen Geboten. Seine Nachkommen werden mächtig im Land, das Geschlecht der Redlichen wird gesegnet. Wohlstand und Reichtum füllen sein Haus, sein Heil hat Bestand für immer. Den Redlichen erstrahlt im Finstern ein Licht: der Gnädige, Barmherzige und Gerechte. Wohl dem Mann, der gütig und zum Helfen bereit ist, der das Seine ordnet, wie es recht ist. Niemals gerät er ins Wanken; ewig denkt man an den Gerechten.

May 31, 2021

Montag, 31 Mai 2021 : Buch Tobias 1,3.2,1b-8.

Anfang der Geschichte Tobits. Ich, Tobit, habe mich mein ganzes Leben lang an den Weg der Wahrheit und Gerechtigkeit gehalten und ich habe den Brüdern aus meinem Stamm und meinem Volk, die mit mir zusammen in das Land der Assyrer nach Ninive gekommen waren, aus Barmherzigkeit viel geholfen. Als ich heimkehrte und meine Frau Hanna und mein Sohn Tobias mir wiedergeschenkt waren, veranstaltete man mir zu Ehren am Pfingsttag - dem Fest der Sieben Wochen - ein Festmahl. Man veranstaltete mir zu Ehren am Pfingsttag - dem Fest der Sieben Wochen - ein Festmahl. Ich setzte mich zu Tisch; als ich aber die vielen Speisen sah, sagte ich zu meinem Sohn: Geh zu unseren Brüdern, und wenn du einen Armen findest, der dem Herrn treu geblieben ist, bring ihn her; ich warte auf dich. Er kam zurück und sagte: Auf dem Marktplatz liegt einer von unserem Volk, den man erdrosselt hat. Ich sprang auf, noch ehe ich etwas gegessen hatte, und verbarg den Toten bis zum Sonnenuntergang in einer Hütte. Nach meiner Rückkehr wusch ich mich und aß voll Trauer mein Mahl. Ich erinnerte mich an das Wort des Propheten Amos: Eure Feste sollen sich in Trauer verwandeln und alle eure Freudenlieder in Totenklage. Und ich begann zu weinen. Nach Sonnenuntergang ging ich hinaus, um ein Grab zu schaufeln, und begrub den Toten. Meine Nachbarn aber sagten hämisch: Er hat schon gar keine Angst mehr, wegen dieser Tat hingerichtet zu werden. Eben erst hat er fliehen müssen und schon begräbt er wieder die Toten.

May 31, 2021

Sonntag, 30 Mai 2021 : Kommentar Hl. Irenäus von Lyon

Das ist die Richtschnur unseres Glaubens, das ist das Fundament unseres Bauwerks, das ist es, was unserem Verhalten Festigkeit verleiht. Erstens: Gott Vater, ungeschaffen, unbegrenzt, unsichtbar; der eine Gott, Schöpfer des Universums; das ist der erste Artikel unseres Glaubens. Zweiter Artikel: Das Wort Gottes, der Sohn Gottes, Jesus Christus, unser Herr; er wurde den Propheten geoffenbart, gemäß der Art ihrer Weissagungen und gemäß dem Ratschluss des Vaters; durch seine Mitwirkung wurde alles geschaffen; In der Fülle der Zeit – um alles kurz zusammenzufassen –, hat er sich herabgelassen, Mensch zu werden unter den Menschen, sichtbar, berührbar, um so den Tod zu vernichten, das Leben hervorzubringen und die Versöhnung zwischen Gott und den Menschen zu erwirken. Und der dritte Artikel: der Heilige Geist; durch ihn haben die Propheten geweissagt, haben unsere Väter die göttlichen Dinge gelernt und wurden die Gerechten auf den Weg der Gerechtigkeit geführt; als die Zeit erfüllt war, wurde er auf neue Weise auf die Menschen ausgegossen, um sie auf der ganzen Erde für Gott zu erneuern. Deshalb steht die Taufe unserer neuen Geburt unter dem Zeichen dieser drei Artikel. Gott Vater gewährt sie uns im Hinblick auf unsere neue Geburt in seinem Sohn durch den Heiligen Geist. Denn jene, die den Heiligen Geist in sich tragen, werden zum Wort geführt, das der Sohn ist, und der Sohn führt sie zum Vater, und der Vater verleiht uns die Unsterblichkeit. Ohne den Geist ist es unmöglich, das Wort Gottes zu verstehen, und ohne den Sohn kann man sich nicht dem Vater nähern. Denn die Erkenntnis des Vaters ist der Sohn, und die Erkenntnis des Sohnes geschieht durch den Heiligen Geist, und der Sohn gibt den Geist, wie es dem Vater gefällt.

May 30, 2021

Samstag, 29 Mai 2021 : Kommentar Hl. Athanasius

Die eingeborene und selbsteigene Weisheit Gottes ist also Schöpferin und Bildnerin von allem; denn „alles“, heißt es, „hast Du in Weisheit gemacht“ (Ps 103(104),24) […] Denn wie unser Wort ein Bild des Sohnes Gottes ist, insofern es Wort ist, so ist auch die Weisheit in uns wieder ein Bild von ihm, insofern er Weisheit ist. Und da wir in ihr das Wissen und Denken besitzen, werden wir für die schöpferische Weisheit empfänglich und können durch sie ihren Vater erkennen. Denn, „wer den Sohn hat“, sagt er, „hat auch den Vater, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat“ (vgl. 1 Joh 2,23; Mt 10,40). […] „Denn weil die Welt in der Weisheit Gottes“ – in der vorhin angegebenen Weise – „durch die Weisheit Gottes nicht erkannte, so gefiel es Gott, durch die Torheit der Predigt die zu retten, die glauben“ (1 Kor 1,21). Denn Gott wollte nicht mehr wie in früheren Zeiten durch Bild und Schatten der in den Geschöpfen befindlichen Weisheit erkannt werden, sondern er ließ die wahre Weisheit selbst Fleisch annehmen, Mensch werden und den Kreuzestod erleiden, damit durch den Glauben an das Kreuz von nun an alle Gläubigen gerettet werden könnten. Es ist also die Weisheit Gottes selbst, die sich zuvor durch ihr Bild in den Geschöpfen […] offenbarte und durch sich ihren Vater. Später aber ist sie, die [auch] das Wort war, Fleisch geworden, wie Johannes gesagt hat (Joh 1,14), und nachdem sie den Tod vernichtet und unser Geschlecht gerettet hatte, offenbarte sie sich noch mehr und durch sich ihren Vater, wie sie sagte: „Gib ihnen, dass sie Dich, den einzig wahren Gott, erkennen und den Du gesandt hast, Jesus Christus“ (vgl. Joh 17,3). Es ward also die ganze Erde voll von seiner Erkenntnis. Es gibt ja nur Eine Erkenntnis des Vaters durch den Sohn und des Sohnes vom Vater und an ihm freut sich der Vater und dieselbe Freude genießt der Sohn im Vater, wie er ja sagt: „Ich war es, woran er sich erfreute, Tag um Tag war ich in Entzücken vor seinem Angesicht“ (Spr 8,30).

May 29, 2021

Samstag, 29 Mai 2021 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus - Mk 11,27-33.

In jener Zeit kamen Jesus und seine Jünger wieder nach Jerusalem. Als er im Tempel umherging, kamen die Hohenpriester, die Schriftgelehrten und die Ältesten zu ihm und fragten ihn: Mit welchem Recht tust du das alles? Wer hat dir die Vollmacht gegeben, das zu tun? Jesus sagte zu ihnen: Zuerst will ich euch eine Frage vorlegen. Antwortet mir, dann werde ich euch sagen, mit welchem Recht ich das tue. Stammte die Taufe des Johannes vom Himmel oder von den Menschen? Antwortet mir! Da überlegten sie und sagten zueinander: Wenn wir antworten: Vom Himmel!, so wird er sagen: Warum habt ihr ihm dann nicht geglaubt? Sollen wir also antworten: Von den Menschen? Sie fürchteten sich aber vor den Leuten; denn alle glaubten, dass Johannes wirklich ein Prophet war. Darum antworteten sie Jesus: Wir wissen es nicht. Jesus erwiderte: Dann sage auch ich euch nicht, mit welchem Recht ich das alles tue.

May 29, 2021

Samstag, 29 Mai 2021 : Psalm 19(18),8.9.10.

Die Weisung des Herrn ist vollkommen, sie erquickt den Menschen. Das Gesetz des Herrn ist verlässlich, den Unwissenden macht es weise. Die Befehle des Herrn sind richtig, sie erfreuen das Herz; das Gebot des Herrn ist lauter, es erleuchtet die Augen. Die Furcht des Herrn ist rein, sie besteht für immer. Die Urteile des Herrn sind wahr, gerecht sind sie alle.

May 29, 2021

Samstag, 29 Mai 2021 : Buch Jesus Sirach 51,12cd-20.

Er erlöste mich von allem Unheil und rettete mich am Tag der Not. Darum danke ich dem Herrn und will seinen Namen loben und verherrlichen. Danket dem Herrn, denn er ist gut, denn seine Huld währt ewig. Danket dem Gott der Lobgesänge, denn seine Huld währt ewig. Danket dem Wächter Israels, denn seine Huld währt ewig. Danket dem Schöpfer des Alls, denn seine Huld währt ewig. Danket dem Erlöser Israels, denn seine Huld währt ewig. Danket dem, der Israels Versprengte sammelt, denn seine Huld währt ewig. Danket dem Erbauer seiner Stadt und seines Heiligtums, denn seine Huld währt ewig. Danket dem, der dem Haus David Macht verlieh, denn seine Huld währt ewig. Danket dem, der Zadoks Söhne zu Priestern erwählt hat, denn seine Huld währt ewig. Danket dem Schild Abrahams, denn seine Huld währt ewig. Danket dem Fels Isaaks, denn seine Huld währt ewig. Danket dem Starken Jakobs, denn seine Huld währt ewig. Danket dem, der Zion erwählt hat, denn seine Huld währt ewig. Danket dem König der höchsten Könige, denn seine Huld währt ewig. Seinem Volk verleiht er Macht - das ist ein Ruhm für all seine Frommen, für Israels Söhne, das Volk, das sich ihm nahen darf. Halleluja! und will seinen Namen loben und verherrlichen. Als ich jung und noch nicht unstet war, suchte ich eifrig die Weisheit. Sie kam zu mir in ihrer Schönheit, und bis zuletzt will ich sie erstreben. Und wie nach dem Blühen die Trauben reifen, die das Herz erfreuen, so schritt mein Fuß auf geradem Weg; denn schon von Jugend an habe ich sie erkannt. Nur kurz hörte ich hin, und schon fand ich Belehrung in Menge. Sie ist für mich zur Amme geworden; meinem Lehrer will ich danken. Ich hatte im Sinn, Freude zu erleben, ich strebte ohne Rast nach Glück. Ich verlangte brennend nach ihr und wandte von ihr meinen Blick nicht ab. Ich richtete mein Verlangen auf sie, und auf ihren Höhen wanke ich nicht. Meine Hand öffnete ihre Tore, und ich nahm sie leibhaftig wahr. Ich habe ihretwegen meine Hände gereinigt, und ich fand die Weisheit in ihrer Reinheit. Einsicht erwarb ich durch sie von Anfang an, darum lasse ich nicht von ihr.

May 29, 2021

Freitag, 28 Mai 2021 : Kommentar Hl. Cyrill von Jerusalem

„Einen gläubigen Mann zu finden, ist etwas Großes“ (Spr 20,6). Nicht sollst du mir dein Gewissen offenbaren; denn nicht von menschlichem Gerichte wirst du gerichtet werden. Aber du sollst deinen ungeheuchelten Glauben Gott offenbaren, der Nieren und Herzen prüft (Ps 7,10) und die Gedanken der Menschen kennt (Ps 93(94),11). Es ist etwas Großartiges um einen gläubigen Mann; er ist reicher als alle Reichen. Denn „dem Gläubigen gehört die ganze Welt der Reichtümer“ (Spr 17,6a LXX), insofern er sie verachtet und mit Füßen tritt. Diejenigen, welche nach außen hin reich sind und viel besitzen, sind seelisch arm. Je mehr sie sich nämlich Schätze sammeln, von umso größerer Begierde nach dem, was ihnen noch fehlt, werden sie verzehrt. Der Gläubige dagegen – so widersprechend es klingt – ist reich in der Armut. Da er weiß, dass er nur Kleidung und Nahrung braucht, ist er damit zufrieden und tritt den Reichtum mit Füßen. Nicht nur bei uns, die wir den Namen Christi führen, steht der Glaube in großem Ansehen, sondern auch das ganze soziale Leben, auch das Leben derer, die außerhalb der Kirche stehen, vollzieht sich im Glauben. Die gesetzliche Trauung von Personen, die sich fremd gewesen sind, erfolgt auf Grund des Glaubens. […] Der Ackerbau beruht auf dem Glauben; denn wer nicht an eine Ernte glaubt, unterzieht sich keinen Mühen. Im Glauben begibt man sich auf das Meer, vertraut sich kleinstem Holze an […] Auf dem Glauben beruhen also die meisten menschlichen Unternehmungen, und nicht nur bei uns herrscht dieser Glaube, sondern, wie gesagt, auch bei jenen, welche uns ferne stehen. […] Zum wahren Glauben ruft euch die heutige Schriftlesung. Sie zeigt euch den Weg, den auch ihr betreten müsst, um Gott zu gefallen. […] Der Glaube verstopft nach Daniel die Rachen der Löwen (vgl. Dan 6,23) […] „In allem ergreifet den Schild des Glaubens, womit ihr werdet alle feurigen Geschosse des Bösen auslöschen können!“ (Eph 6,16). […] Der Glaube vermag so viel, dass er sogar Menschen befähigt, auf dem Meere zu wandeln (vgl. Mt 14,29). […] Der Glaube hat eine solche Kraft, dass nicht nur der, welcher glaubt, das Heil erhält, sondern dass auch auf Grund des Glaubens der einen andere gerettet worden sind (vgl. Mt 9,2–7). […] Und der Glaube der Schwestern des Lazarus hatte die Kraft, den Toten aus den Toren der Unterwelt zurückzurufen (vgl. Joh 11). […] Der Glaube, der durch den Heiligen Geist als Gnadengeschenk verliehen wird, ist also nicht nur ein dogmatischer, er wirkt auch Übermenschliches. Wer den Glauben letzterer Art hat, wird zu diesem Berg sagen: „Gehe von hier dorthin, und er wird fortgehen“ (Mt 17,19).

May 28, 2021