Sonntag, 19 September 2021 : Kommentar Hl. Gregor von Nazianz

Antworte jenen, die durch die Wundmale der Passion am Leibe Christi verunsichert die Frage stellen: „Wer ist dieser König der Herrlichkeit?“ (Ps 24(23),8), antworte ihnen, dass es Christus ist, „stark und gewaltig“ (ebd.) in allem was er getan hat und immer noch tut […] Ist er denn wirklich klein, weil er sich um deinetwillen erniedrigt hat? Ist er zu verachten, weil er, der gute Hirt, sein Leben für seine Herde gibt? Weil er gekommen ist, das verirrte Schaf zu suchen, und es, wenn er es gefunden hat, zurückbringt auf seinen Schultern, die um des Schafes willen das Kreuz getragen haben, und weil er es von oben wieder zum ewigen Leben erweckt und in die Schar der treuen Schafe aufnimmt, die in der Herde geblieben sind (vgl. Joh 10,11; vgl. Lk 15,4)? Verachtest du ihn, weil er auf der Suche nach dem verlorenen Geldstück eine Lampe – sein eigenes Fleisch – angezündet und sein Haus gefegt und so die Welt von der Sünde befreit hat, während er die Schönheit seines königlichen Antlitzes durch sein Leiden verlor (vgl. Lk 15,8f.; vgl. Mk 12,16)? […] Glaubst du, er ist weniger groß, weil er sich mit einem Tuch umgürtet, um die Füße seiner Jünger zu waschen und ihnen so zu zeigen, dass die sicherste Weise, sich zu erheben, darin besteht, sich zu erniedrigen (vgl. Joh 13,4f.)? Machst du es Gott zum Vorwurf, dass Christus sich erniedrigt und seine Seele zur Erde beugt, um diejenigen, die unter der Last der Sünde gebeugt sind, mit ihm zu erheben (vgl. Mt 11,28)? Wirfst du ihm vor, dass er mit den Zöllnern und Sündern gegessen hat […] um ihres Heiles willen (Mt 9,10)? Wie kann man einem Arzt den Prozess machen, der sich über die Leiden und Wunden der Kranken beugt, um sie zu heilen?

September 19, 2021

Sonntag, 19 September 2021 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus - Mk 9,30-37.

In jener Zeit zogen Jesus und seine Jünger durch Galiläa. Jesus wollte aber nicht, dass jemand davon erfuhr; denn er wollte seine Jünger über etwas belehren. Er sagte zu ihnen: Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert, und sie werden ihn töten; doch drei Tage nach seinem Tod wird er auferstehen. Aber sie verstanden den Sinn seiner Worte nicht, scheuten sich jedoch, ihn zu fragen. Sie kamen nach Kafarnaum. Als er dann im Haus war, fragte er sie: Worüber habt ihr unterwegs gesprochen? Sie schwiegen, denn sie hatten unterwegs miteinander darüber gesprochen, wer von ihnen der Größte sei. Da setzte er sich, rief die Zwölf und sagte zu ihnen: Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein. Und er stellte ein Kind in ihre Mitte, nahm es in seine Arme und sagte zu ihnen: Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt nicht nur mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.

September 19, 2021

Sonntag, 19 September 2021 : Psalm 54(53),3-4.5-6.8-9.

Hilf mir, Gott, durch deinen Namen, verschaff mir Recht mit deiner Kraft! Gott, höre mein Flehen, vernimm die Worte meines Mundes! Denn es erheben sich gegen mich stolze Menschen, freche Leute trachten mir nach dem Leben; sie haben Gott nicht vor Augen. Doch Gott ist mein Helfer, der Herr beschützt mein Leben. Freudig bringe ich dir dann mein Opfer dar und lobe deinen Namen, Herr; denn du bist gütig. Der Herr hat mich herausgerissen aus all meiner Not, und mein Auge kann auf meine Feinde herabsehn.

September 19, 2021

Sonntag, 19 September 2021 : Brief des Jakobus 3,16-18.4,1-3.

Brüder! Wo Eifersucht und Ehrgeiz herrschen, da gibt es Unordnung und böse Taten jeder Art. Doch die Weisheit von oben ist erstens heilig, sodann friedlich, freundlich, gehorsam, voll Erbarmen und reich an guten Früchten, sie ist unparteiisch, sie heuchelt nicht. Wo Frieden herrscht, wird von Gott für die Menschen, die Frieden stiften, die Saat der Gerechtigkeit ausgestreut. Woher kommen die Kriege bei euch, woher die Streitigkeiten? Doch nur vom Kampf der Leidenschaften in eurem Innern. Ihr begehrt und erhaltet doch nichts. Ihr mordet und seid eifersüchtig und könnt dennoch nichts erreichen. Ihr streitet und führt Krieg. Ihr erhaltet nichts, weil ihr nicht bittet. Ihr bittet und empfangt doch nichts, weil ihr in böser Absicht bittet, um es in eurer Leidenschaft zu verschwenden.

September 19, 2021

Sonntag, 19 September 2021 : Buch der Weisheit 2,1a.12.17-20.

Die Frevler tauschen ihre verkehrten Gedanken aus und sagen: Kurz und traurig ist unser Leben; für das Ende des Menschen gibt es keine Arznei, und man kennt keinen, der aus der Welt des Todes befreit. Lasst uns dem Gerechten auflauern! Er ist uns unbequem und steht unserem Tun im Weg. Er wirft uns Vergehen gegen das Gesetz vor und beschuldigt uns des Verrats an unserer Erziehung. Wir wollen sehen, ob seine Worte wahr sind, und prüfen, wie es mit ihm ausgeht. Ist der Gerechte wirklich Sohn Gottes, dann nimmt sich Gott seiner an und entreißt ihn der Hand seiner Gegner. Roh und grausam wollen wir mit ihm verfahren, um seine Sanftmut kennenzulernen, seine Geduld zu erproben. Zu einem ehrlosen Tod wollen wir ihn verurteilen; er behauptet ja, es werde ihm Hilfe gewährt.

September 19, 2021

Samstag, 18 September 2021 : Kommentar Theodor von Studion

Es will mir scheinen, dass der selige Prophet Joel sich an Maria wendet, wenn er ausruft: „Fürchte dich nicht, fruchtbares Land! Freu dich und juble; denn der Herr hat Großes getan“ (2,21). Denn Maria ist ein Land: jenes Land nämlich, auf dem der Gottesmann Mose den Befehl bekam, seine Sandale auszuziehen (vgl. Ex 3,5) – Sandale als ein Bild des Gesetzes, an dessen Stelle die Gnade treten wird. Sie ist auch das Land, auf dem – durch den Heiligen Geist – derjenige Wohnung nahm, von dem wir singen, dass er „die Erde auf Pfeiler gegründet hat“ (vgl. Ps 104(103),5). Sie ist ein Land, das Frucht hervorbringt, ohne eingesät worden zu sein, und dessen Frucht „allen Geschöpfen Nahrung gibt“ (Ps 136(135),25). Ein Land, auf dem der Dorn der Sünde gar nicht gewachsen ist, ganz im Gegenteil: Es bringt jenen hervor, der diesen Dorn mitsamt der Wurzel ausgerissen hat. Ein Land schließlich, das nicht verflucht ist wie das erste, von dem man Dornen und Disteln erntete (vgl. Gen 3,18), sondern auf dem der Segen des Herrn ruht und das in seinem Schoß „eine gesegnete Frucht“ birgt, wie das heilige Wort sagt (vgl. Lk 1,42) […] Freue dich, Maria, du Haus des Herrn, du Land, über das Gott geschritten ist […] Freue dich, du Paradies, das glücklicher ist als der Garten Eden, du, der Garten, in dem alle Tugenden gesprossen sind und der Baum des Lebens gewachsen ist.

September 18, 2021

Samstag, 18 September 2021 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 8,4-15.

In jener Zeit als die Leute aus allen Städten zusammenströmten und sich viele Menschen um Jesus versammelten, erzählte er ihnen dieses Gleichnis: Ein Sämann ging aufs Feld, um seinen Samen auszusäen. Als er säte, fiel ein Teil der Körner auf den Weg; sie wurden zertreten, und die Vögel des Himmels fraßen sie. Ein anderer Teil fiel auf Felsen, und als die Saat aufging, verdorrte sie, weil es ihr an Feuchtigkeit fehlte. Wieder ein anderer Teil fiel mitten in die Dornen, und die Dornen wuchsen zusammen mit der Saat hoch und erstickten sie. Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden, ging auf und brachte hundertfach Frucht. Als Jesus das gesagt hatte, rief er: Wer Ohren hat zum Hören, der höre! Seine Jünger fragten ihn, was das Gleichnis bedeute. Da sagte er: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu erkennen. Zu den anderen Menschen aber wird nur in Gleichnissen geredet; denn sie sollen sehen und doch nicht sehen, hören und doch nicht verstehen. Das ist der Sinn des Gleichnisses: Der Samen ist das Wort Gottes. Auf den Weg ist der Samen bei denen gefallen, die das Wort zwar hören, denen es aber der Teufel dann aus dem Herzen reißt, damit sie nicht glauben und nicht gerettet werden. Auf den Felsen ist der Samen bei denen gefallen, die das Wort freudig aufnehmen, wenn sie es hören; aber sie haben keine Wurzeln: Eine Zeitlang glauben sie, doch in der Zeit der Prüfung werden sie abtrünnig. Unter die Dornen ist der Samen bei denen gefallen, die das Wort zwar hören, dann aber weggehen und in den Sorgen, dem Reichtum und den Genüssen des Lebens ersticken, deren Frucht also nicht reift. Auf guten Boden ist der Samen bei denen gefallen, die das Wort mit gutem und aufrichtigem Herzen hören, daran festhalten und durch ihre Ausdauer Frucht bringen.

September 18, 2021

Samstag, 18 September 2021 : Psalm 100(99),2-3.4-5.

Dient dem Herrn mit Freude! Kommt vor sein Antlitz mit Jubel! Erkennt: Der Herr allein ist Gott. Er hat uns geschaffen, wir sind sein Eigentum, sein Volk und die Herde seiner Weide. Tretet mit Dank durch seine Tore ein! Kommt mit Lobgesang in die Vorhöfe seines Tempels! Dankt ihm, preist seinen Namen! Denn der Herr ist gütig, ewig währt seine Huld, von Geschlecht zu Geschlecht seine Treue.

September 18, 2021

Samstag, 18 September 2021 : Erster Brief des Apostels Paulus an Timotheus 6,13-16.

Mein Sohn! Ich gebiete dir bei Gott, von dem alles Leben kommt, und bei Christus Jesus, der vor Pontius Pilatus das gute Bekenntnis abgelegt hat und als Zeuge dafür eingetreten ist: Erfülle deinen Auftrag rein und ohne Tadel, bis zum Erscheinen Jesu Christi, unseres Herrn, das zur vorherbestimmten Zeit herbeiführen wird der selige und einzige Herrscher, der König der Könige und Herr der Herren, der allein die Unsterblichkeit besitzt, der in unzugänglichem Licht wohnt, den kein Mensch gesehen hat noch je zu sehen vermag: Ihm gebührt Ehre und ewige Macht. Amen.

September 18, 2021

Freitag, 17 September 2021 : Kommentar Hl. Johannes Paul II.

Es ist außerordentlich bewegend, über die Haltung nachzudenken, die Jesus Frauen gegenüber einnimmt. Er legte eine für die damalige Zeit überraschende Kühnheit an den Tag, insofern die Frau im Heidentum als ein Objekt der Lust, des Besitzes und der Arbeit galt und im Judentum untergeordnet und gedemütigt wurde. Jesus brachte der Frau, und zwar jeder Frau, stets die größte Wertschätzung und den größten Respekt entgegen, und er war besonders feinfühlig für ihre Leiden. Indem er über die religiösen und sozialen Schranken seiner Zeit hinausging, hat Jesus der Frau ihre volle Würde als menschliche Person vor Gott und den Menschen wiedergeschenkt. Wie sollten wir dabei nicht an seine Begegnungen mit Martha und Maria (Lk 10,38–42), mit der Samariterin (Joh 4,1–42), mit der Witwe von Naim (Lk 7,11–17), mit der Ehebrecherin (Joh 8,3–11), mit der Frau, die an Blutungen litt (Mt 9,20–22), und mit der Sünderin im Haus Simons, des Pharisäers (Lk 7,36–50) denken? Schon ihre bloße Aufzählung rührt unser Herz. Und wie sollten wir nicht vor allem daran denken, dass Jesus den Zwölfen einige Frauen zugesellen wollte (Lk 8,2–3)? Sie begleiteten ihn, dienten ihm und spendeten ihm Trost auf dem schmerzhaften Weg bis unter das Kreuz. Und nach seiner Auferstehung erschien Jesus den heiligen Frauen und Maria Magdalena, der er den Auftrag gab, den Jüngern seine Auferstehung zu verkünden (Mt 28,7–8). Als er Fleisch annehmen und in unsere menschliche Geschichte eintreten wollte, da wünschte sich Jesus eine Mutter – Maria –, und erhob so die Frau auf den höchsten und wunderbarsten Gipfel ihrer Würde. Maria, die Mutter des fleischgewordenen Gottes, die Makellose, Unsere Liebe Frau, in den Himmel erhoben, Königin des Himmels und der Erde. Deshalb sollt ihr christlichen Frauen, wie Maria Magdalena und die anderen Frauen des Evangeliums, verkünden und bezeugen, dass Christus wirklich auferstanden ist, dass er unser einziger wahrer Trost ist. Achtet also auf euer inneres Leben und pflegt die Betrachtung und das Gebet.

September 17, 2021