Freitag, 26 November 2021 : Kommentar Hl. Claude de la Colombière

Nur Gott allein ist unsterblich (vgl. 1 Tim 6,16). Alle anderen sterben: Könige, Eltern, Freunde; diejenigen, die uns schätzen oder denen wir zu Dank verpflichtet sind, trennen sich von uns, entweder durch den Tod oder durch ihre Abwesenheit; wir trennen uns von ihnen; ihre Erinnerung an unsere Wohltaten, ihre Wertschätzung, ihre Freundschaft, ihre Anerkennung sterben mit ihnen. Die Menschen, die wir lieben, sterben, oder zumindest sterben in ihnen die Schönheit, die Unschuld, die Jugend, die Klugheit, die Stimme, die Sehkraft usw. Die Sinnesfreuden dauern sozusagen nur einen Augenblick des Lebens. Gott allein ist in jeder Hinsicht unsterblich. Da er höchst „einfach“ ist, kann er nicht [wie Wesen, die aus mehreren Teilen bestehen,] durch Trennung der Teile sterben; da er höchst unabhängig ist, kann er nicht [wie Wesen, die auf fremde Einwirkungen angewiesen sind, um ihr Leben zu bewahren] durch Wegfall fremder Einwirkung zugrunde gehen. Außerdem kann er weder verschwinden noch sich verändern; er wird nicht nur immer sein, sondern auch immer gut sein, immer treu, immer vernünftig, immer schön, großzügig, liebenswürdig, mächtig, weise und in jeder Hinsicht vollkommen. Die Freude, die man verspürt, wenn man ihn besitzt, ist eine Freude, die niemals vergeht, sie ist unveränderlich, unabhängig von Zeit und Ort; sie ruft niemals Überdruss hervor – im Gegenteil: Sie wird umso liebreizender, je mehr man sie verkostet.

November 26, 2021

Freitag, 26 November 2021 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 21,29-33.

In jener Zeit gebrauchte Jesus einen Vergleich und sagte: Seht euch den Feigenbaum und die anderen Bäume an: Sobald ihr merkt, dass sie Blätter treiben, wisst ihr, dass der Sommer nahe ist. Genauso sollt ihr erkennen, wenn ihr all das geschehen seht, dass das Reich Gottes nahe ist. Amen, ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis alles eintrifft. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.

November 26, 2021

Freitag, 26 November 2021 : Buch Daniel 3,75.76.77.78.79.80.81.

Preist den Herrn, ihr Berge und Hügel; lobt und rühmt ihn in Ewigkeit! Preist den Herrn, all ihr Gewächse auf Erden; lobt und rühmt ihn in Ewigkeit! Preist den Herrn, ihr Quellen; lobt und rühmt ihn in Ewigkeit! Preist den Herrn, ihr Meere und Flüsse; lobt und rühmt ihn in Ewigkeit! Preist den Herrn, ihr Tiere des Meeres. Lobt und rühmt ihn in Ewigkeit! Preist den Herrn, all ihr Vögel am Himmel; lobt und rühmt ihn in Ewigkeit! Preist den Herrn, all ihr Tiere, wilde und zahme; lobt und rühmt ihn in Ewigkeit!

November 26, 2021

Freitag, 26 November 2021 : Buch Daniel 7,2-14.

Ich, Daniel, hatte während der Nacht eine Vision: Die vier Winde des Himmels wühlten das große Meer auf. Dann stiegen aus dem Meer vier große Tiere herauf; jedes hatte eine andere Gestalt. Das erste war einem Löwen ähnlich, hatte jedoch Adlerflügel. Während ich es betrachtete, wurden ihm die Flügel ausgerissen; es wurde vom Boden emporgehoben und wie ein Mensch auf zwei Füße gestellt und es wurde ihm ein menschliches Herz gegeben. Dann erschien ein zweites Tier; es glich einem Bären und war nach einer Seite hin aufgerichtet. Es hielt drei Rippen zwischen den Zähnen in seinem Maul und man ermunterte es: Auf, friss noch viel mehr Fleisch! Danach sah ich ein anderes Tier; es glich einem Panther, hatte aber auf dem Rücken vier Flügel, wie die Flügel eines Vogels; auch hatte das Tier vier Köpfe; ihm wurde die Macht eines Herrschers verliehen. Danach sah ich in meinen nächtlichen Visionen ein viertes Tier; es war furchtbar und schrecklich anzusehen und sehr stark; es hatte große Zähne aus Eisen. Es fraß und zermalmte alles, und was übrig blieb, zertrat es mit den Füßen. Von den anderen Tieren war es völlig verschieden. Auch hatte es zehn Hörner. Als ich die Hörner betrachtete, da wuchs zwischen ihnen ein anderes, kleineres Horn empor und vor ihm wurden drei von den früheren Hörnern ausgerissen; und an diesem Horn waren Augen wie Menschenaugen und ein Maul, das anmaßend redete. Ich sah immer noch hin; da wurden Throne aufgestellt und ein Hochbetagter nahm Platz. Sein Gewand war weiß wie Schnee, sein Haar wie reine Wolle. Feuerflammen waren sein Thron und dessen Räder waren loderndes Feuer. Ein Strom von Feuer ging von ihm aus. Tausendmal Tausende dienten ihm, zehntausendmal Zehntausende standen vor ihm. Das Gericht nahm Platz und es wurden Bücher aufgeschlagen. Ich sah immer noch hin, bis das Tier - wegen der anmaßenden Worte, die das Horn redete - getötet wurde. Sein Körper wurde dem Feuer übergeben und vernichtet. Auch den anderen Tieren wurde die Herrschaft genommen. Doch ließ man ihnen das Leben bis zu einer bestimmten Frist. Immer noch hatte ich die nächtlichen Visionen: Da kam mit den Wolken des Himmels einer wie ein Menschensohn. Er gelangte bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihn geführt. Da kam mit den Wolken des Himmels einer wie ein Menschensohn. Er gelangte bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihn geführt. Ihm wurden Herrschaft, Würde und Königtum gegeben. Alle Völker, Nationen und Sprachen müssen ihm dienen. Seine Herrschaft ist eine ewige, unvergängliche Herrschaft. Sein Reich geht niemals unter.

November 26, 2021

Donnerstag, 25 November 2021 : Kommentar Eine griechische Homilie aus dem 4. Jh.

Was bedeutet das Kommen Christi? Befreiung aus der Sklaverei, Abkehr vom alten Zwang, Beginn der Freiheit und die Ehre, an Kindes statt angenommen zu sein, Quelle der Sündenvergebung und wahrhaft unsterbliches Leben für alle. Als der Logos, das Wort Gottes, aus seiner Höhe auf unseren Zustand sah: unter der Tyrannei des Todes, im Zerfall begriffen, gebunden mit den Fesseln der Verkommenheit, fortgerissen auf einem Weg ohne Wiederkehr …, da kam er und nahm – dem Plan des Vaters gemäß – die Natur Adams, des ersten Menschen an. Weder Engeln noch Erzengeln vertraute er die Bürde unserer Erlösung an, sondern er selbst nahm, dem Willen des Vaters gehorsam, den ganzen Kampf für uns auf sich. […] Indem er die ganze Fülle seiner Göttlichkeit in sich zusammenfasste und verdichtete, kam er auf die Art und Weise, wie er es wollte. […] Durch die Macht des Vaters verlor er nicht, was er hatte, sondern nahm an, was er nicht hatte, und kam so, wie vorgesehen, in Begrenztheit. […] Seht und erkennt, dass er der Herr ist: „So spricht der Herr zu meinem Herrn: Setze dich mir zur Rechten“ (Ps 110(109),1). […] Seht und erkennt, dass er der Sohn ist: „Er wird zu mir rufen: Mein Vater bist du […] Ich mache ihn zum erstgeborenen Sohn“ (Ps 89(88),27–28). […] Seht und erkennt auch, dass er Gott ist: Die Mächtigen „werden zu dir kommen […] Sie werfen sich nieder vor dir und bekennen: Nur bei dir gibt es einen Gott, und sonst gibt es keinen“ (Jes 45,14). […] Seht und erkennt, dass er König ist in Ewigkeit: „Das Zepter deiner Herrschaft ist ein gerechtes Zepter […], darum hat Gott, dein Gott, dich gesalbt mit dem Öl der Freude“ (Ps 45(44),7–8). […] Seht und erkennt, dass er der König der Herrlichkeit ist: „Wer ist der König der Herrlichkeit? Der Herr, stark und gewaltig, der Herr, mächtig im Kampf“ (Ps 24(23),8). […] Seht und erkennt auch, dass er Hohepriester auf ewig ist: „Du bist Priester auf ewig“ (Ps 110(109),4). Wenn er aber Herr und Gott, Sohn und König, Herr der Herrlichkeit und Hohepriester auf ewig ist, so ist er, da er es so gewollt hat, auch „ein Mensch. Doch wer kann es fassen?“ (vgl. Jer 17,9 LXX). […] Als Gott und Mensch also ist dieser große Jesus zu uns gekommen. […] Er hat unseren armseligen und sterblichen Leib angenommen […]; er hat unsere Leiber von ihren Gebrechen befreit, hat all unsere Krankheiten durch seine Macht geheilt, damit sich das Wort erfülle: „Ich, der Herr, […] Ich werde deine rechte Hand ergreifen und dir Kraft verleihen. […] Ich bin der Herr, dies ist mein Name. […] Und der letzte Feind, der entmachtet wird, ist der Tod. […] Tod, wo ist dein Stachel?“ (vgl. Jes 42,6.8 LXX; vgl. 1 Kor 15,26.55).

November 25, 2021

Donnerstag, 25 November 2021 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 21,20-28.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn ihr aber seht, dass Jerusalem von einem Heer eingeschlossen wird, dann könnt ihr daran erkennen, dass die Stadt bald verwüstet wird. Dann sollen die Bewohner von Judäa in die Berge fliehen; wer in der Stadt ist, soll sie verlassen, und wer auf dem Land ist, soll nicht in die Stadt gehen. Denn das sind die Tage der Vergeltung, an denen alles in Erfüllung gehen soll, was in der Schrift steht. Wehe den Frauen, die in jenen Tagen schwanger sind oder ein Kind stillen. Denn eine große Not wird über das Land hereinbrechen: Der Zorn Gottes wird über dieses Volk kommen. Mit scharfem Schwert wird man sie erschlagen, als Gefangene wird man sie in alle Länder verschleppen, und Jerusalem wird von den Heiden zertreten werden, bis die Zeiten der Heiden sich erfüllen. Es werden Zeichen sichtbar werden an Sonne, Mond und Sternen, und auf der Erde werden die Völker bestürzt und ratlos sein über das Toben und Donnern des Meeres. Die Menschen werden vor Angst vergehen in der Erwartung der Dinge, die über die Erde kommen; denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf einer Wolke kommen sehen. Wenn all das beginnt, dann richtet euch auf, und erhebt eure Häupter; denn eure Erlösung ist nahe.

November 25, 2021

Donnerstag, 25 November 2021 : Buch Daniel 3,68.69.70.71.72.73.74.

Preist den Herrn, Tau und Schnee; lobt und rühmt ihn in Ewigkeit! Preist den Herrn, Eis und Kälte; lobt und rühmt ihn in Ewigkeit! Preist den Herrn, Raureif und Schnee; lobt und rühmt ihn in Ewigkeit! Preist den Herrn, ihr Nächte und Tage; lobt und rühmt ihn in Ewigkeit! Preist den Herrn, Licht und Dunkel; lobt und rühmt ihn in Ewigkeit! Preist den Herrn, ihr Blitze und Wolken; lobt und rühmt ihn in Ewigkeit! Die Erde preise den Herrn; lobt und rühmt ihn in Ewigkeit!

November 25, 2021

Donnerstag, 25 November 2021 : Buch Daniel 6,12-28.

In jenen Tagen schlichen sich die obersten Beamten heran und fanden Daniel, wie er zu seinem Gott betete und flehte. Darauf gingen sie zum König und erinnerten ihn an sein Verbot; sie sagten: O König, hast du nicht ein Verbot unterzeichnet, nach dem jeder, der innerhalb von dreißig Tagen an irgendeinen Gott oder Menschen außer an dich, König, eine Bitte richtet, in die Löwengrube geworfen werden soll? Der König gab zur Antwort: Die Anordnung steht fest nach dem unwandelbaren Gesetz der Meder und Perser. Da berichteten sie dem König: Daniel, einer von den verschleppten Juden, achtet weder dich, König, noch das Verbot, das du unterschrieben hast, sondern verrichtet dreimal am Tag sein Gebet. Als der König das hörte, war es ihm sehr peinlich und er dachte nach, wie er Daniel retten könne. Bis Sonnenuntergang bemühte er sich, ihn freizubekommen. Doch jene Männer bestürmten ihn und sagten: Bedenke, König, es ist bei den Medern und Persern Gesetz, dass jedes Verbot und Dekret, das der König erlässt, unabänderlich ist. Darauf befahl der König, Daniel herzubringen, und man warf ihn zu den Löwen in die Grube. Der König sagte noch zu Daniel: Möge dein Gott, dem du so unablässig dienst, dich erretten. Und man nahm einen großen Stein und wälzte ihn auf die Öffnung der Grube. Der König versiegelte ihn mit seinem Siegel und den Siegeln seiner Großen, um zu verhindern, dass an der Lage Daniels etwas verändert würde. Dann ging der König in seinen Palast; fastend verbrachte er die Nacht; er ließ sich keine Speisen bringen und konnte keinen Schlaf finden. Früh am Morgen, als es gerade hell wurde, stand der König auf und ging in Eile zur Löwengrube. Als er sich der Grube näherte, rief er mit schmerzlicher Stimme nach Daniel und fragte: Daniel, du Diener des lebendigen Gottes! Hat dein Gott, dem du so unablässig dienst, dich vor den Löwen erretten können? Daniel antwortete ihm: O König, mögest du ewig leben. Mein Gott hat seinen Engel gesandt und den Rachen der Löwen verschlossen. Sie taten mir nichts zuleide; denn in seinen Augen war ich schuldlos und auch dir gegenüber, König, bin ich ohne Schuld. Darüber war der König hoch erfreut und befahl, Daniel aus der Grube herauszuholen. So wurde Daniel aus der Grube herausgeholt; man fand an ihm nicht die geringste Verletzung, denn er hatte seinem Gott vertraut. Nun aber ließ der König die Männer herbeiholen, die Daniel verklagt hatten, und ließ sie mit ihren Kindern und Frauen in die Löwengrube werfen. Sie waren noch nicht am Boden der Grube angelangt, da stürzten sich die Löwen auf sie und zermalmten ihnen alle Knochen. Daraufhin schrieb König Darius an alle Völker, Nationen und Sprachen auf der ganzen Erde: Friede sei mit euch in Fülle! Hiermit ordne ich an: Im ganzen Gebiet meines Reiches soll man vor dem Gott Daniels zittern und sich vor ihm fürchten. Denn er ist der lebendige Gott; er lebt in Ewigkeit. Sein Reich geht niemals unter; seine Herrschaft hat kein Ende. Er rettet und befreit; er wirkt Zeichen und Wunder am Himmel und auf der Erde; er hat Daniel aus den Tatzen der Löwen errettet.

November 25, 2021

Mittwoch, 24 November 2021 : Kommentar Hl. Augustinus

Möchtest du so leben, dass du niemals in die Irre gehst? Wer wollte das nicht? […] Wir alle wollen Leben und Wahrheit. Aber wie kommen wir dahin? Welchem Weg sollen wir folgen? Gewiss, wir sind noch nicht am Ziel der Reise, aber wir sehen es schon […], wir atmen schon das Leben und die Wahrheit. Christus ist beides zugleich. Doch wie kommen wir dahin? „Ich bin der Weg“, sagt er. Und wohin geht die Reise? „Ich bin die Wahrheit und das Leben“ (vgl. Joh 14,6). Das ist es, wonach die Märtyrer sich sehnten, das ist der Grund, warum sie die Liebe zu den irdischen und vergänglichen Gütern hinter sich ließen. Wundert euch nicht über ihren Mut: Die Liebe war es, die in ihnen die Qualen überwand. […] Lasst uns in ihre Fußstapfen treten, die Augen auf den gerichtet, der ihr und unser Anführer ist. Wenn wir danach verlangen, ein so großes Glück zu erlangen, dann lasst uns keine Angst haben, auf schwierigen Wegen zu gehen. Der uns das Glück verheißen hat, ist wahrhaftig, er ist treu, er kann uns nicht täuschen. […] Warum also die harten Pfade des Leidens und der Drangsal fürchten? Der Erlöser selbst ist auf ihnen gegangen. Du antwortest: „Das war ja auch er, der Erlöser!“ Dann wisse, dass auch die Apostel auf diesen Pfaden gegangen sind. Du wirst sagen: „Das waren ja auch Apostel!“ Das weiß ich. Vergiss aber nicht, dass viele Männer, so wie du einer bist, ihnen darauf nachgefolgt sind […], auch Frauen […], auch Kinder, ja, sogar junge Mädchen sind darauf gewandelt. Wie kann er dann noch hart sein, dieser Pfad, den so viele Menschen geebnet haben?

November 24, 2021

Mittwoch, 24 November 2021 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 21,12-19.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Man wird euch festnehmen und euch verfolgen. Man wird euch um meines Namens willen den Gerichten der Synagogen übergeben, ins Gefängnis werfen und vor Könige und Statthalter bringen. Dann werdet ihr Zeugnis ablegen können. Nehmt euch fest vor, nicht im voraus für eure Verteidigung zu sorgen; denn ich werde euch die Worte und die Weisheit eingeben, so dass alle eure Gegner nicht dagegen ankommen und nichts dagegen sagen können. Sogar eure Eltern und Geschwister, eure Verwandten und Freunde werden euch ausliefern, und manche von euch wird man töten. Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden. Und doch wird euch kein Haar gekrümmt werden. Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen.

November 24, 2021