Mittwoch, 15 Dezember 2021 : Kommentar Gregor von Agrigento

Das Licht der Sonne, das wir mit den Augen unseres Leibes sehen, verkündet die geistliche Sonne, die „Sonne der Gerechtigkeit“ (Mal 3,20) [unseren Herrn Jesus Christus]. Dies ist wahrlich die süßeste Sonne, die jemals aufgegangen ist für diejenigen, die damals das Glück hatten, seine Jünger zu sein und ihn mit ihren Augen anzuschauen, während er das Leben der Menschen teilte, als wäre er ein gewöhnlicher Mensch. Und doch war er seinem Wesen nach auch wahrer Gott. Deshalb konnte er den Blinden das Augenlicht zurückgeben, die Lahmen gehend machen und den Tauben das Gehör schenken. Er heilte die Aussätzigen und rief mit einem einzigen Wort die Toten ins Leben zurück. Und immer noch gibt es nichts Süßeres, als die Augen unseres Geistes auf ihn zu richten, um seine unaussprechliche und göttliche Schönheit zu betrachten und sich vorzustellen. Es gibt nichts Süßeres, als durch diese Teilhabe und Vereinigung mit dem Licht erleuchtet und geschmückt zu werden, ein sanftes Herz, eine geheiligte Seele zu haben und alle Tage des gegenwärtigen Lebens mit göttlichem Jubel erfüllt zu werden. […] Wahrhaftig, diese Sonne der Gerechtigkeit ist für jene, die sie betrachten, der Freudenbringer, gemäß der Prophezeiung Davids: „Die Gerechten aber freuen sich und jubeln vor Gott; sie jauchzen in heller Freude“ (Ps 68(67),4). Und anderswo: „Ihr Gerechten, jubelt vor dem Herrn; für die Frommen ziemt es sich, Gott zu loben“ (Ps 33(32),1).

December 15, 2021

Mittwoch, 15 Dezember 2021 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 7,18b-23.

Johannes erfuhr das alles von seinen Jüngern. Da rief er zwei von ihnen zu sich, schickte sie zum Herrn und ließ ihn fragen: Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen andern warten? Als die beiden Männer zu Jesus kamen, sagten sie: Johannes der Täufer hat uns zu dir geschickt und lässt dich fragen: Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen andern warten? Damals heilte Jesus viele Menschen von ihren Krankheiten und Leiden, befreite sie von bösen Geistern und schenkte vielen Blinden das Augenlicht. Er antwortete den beiden: Geht und berichtet Johannes, was ihr gesehen und gehört habt: Blinde sehen wieder, Lahme gehen, und Aussätzige werden rein; Taube hören, Tote stehen auf, und den Armen wird das Evangelium verkündet. Selig ist, wer an mir keinen Anstoß nimmt.

December 15, 2021

Mittwoch, 15 Dezember 2021 : Psalm 85(84),9-10.11-12.13-14.

Ich will hören, was Gott redet: Frieden verkündet der Herr seinem Volk und seinen Frommen, den Menschen mit redlichem Herzen. Frieden verkündet der Herr seinem Volk und seinen Frommen, den Menschen mit redlichem Herzen. Sein Heil ist denen nahe, die ihn fürchten. Seine Herrlichkeit wohne in unserm Land. Es begegnen einander Huld und Treue; Gerechtigkeit und Friede küssen sich. Treue sprosst aus der Erde hervor; Gerechtigkeit blickt vom Himmel hernieder. Auch spendet der Herr dann Segen, und unser Land gibt seinen Ertrag. Gerechtigkeit geht vor ihm her, und Heil folgt der Spur seiner Schritte.

December 15, 2021

Mittwoch, 15 Dezember 2021 : Buch Jesaja 45,6b-8.18.21b-25.

damit man vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang erkennt, dass es außer mir keinen Gott gibt. Ich bin der Herr und sonst niemand. Ich erschaffe das Licht und mache das Dunkel, ich bewirke das Heil und erschaffe das Unheil. Ich bin der Herr, der das alles vollbringt. Taut, ihr Himmel, von oben, ihr Wolken, lasst Gerechtigkeit regnen! Die Erde tue sich auf und bringe das Heil hervor, sie lasse Gerechtigkeit sprießen. Ich, der Herr, will es vollbringen. Denn so spricht der Herr, der den Himmel erschuf, er ist der Gott, der die Erde geformt und gemacht hat - er ist es, der sie erhält, er hat sie nicht als Wüste geschaffen, er hat sie zum Wohnen gemacht -: Ich bin der Herr und sonst niemand. Macht es bekannt, bringt es vor, beratet euch untereinander: Wer hat das alles seit langem verkündet und längst im Voraus angesagt? War es nicht ich, der Herr? Es gibt keinen Gott außer mir; außer mir gibt es keinen gerechten und rettenden Gott. Es gibt keinen Gott außer mir; außer mir gibt es keinen gerechten und rettenden Gott. Wendet euch mir zu und lasst euch erretten, ihr Menschen aus den fernsten Ländern der Erde; denn ich bin Gott und sonst niemand. Ich habe bei mir selbst geschworen und mein Mund hat die Wahrheit gesprochen, es ist ein unwiderrufliches Wort: Vor mir wird jedes Knie sich beugen und jede Zunge wird bei mir schwören: Nur beim Herrn - sagt man von mir - gibt es Rettung und Schutz. Beschämt kommen alle zu ihm, die sich ihm widersetzten. Alle Nachkommen Israels bekommen ihr Recht und erlangen Ruhm durch den Herrn.

December 15, 2021

Dienstag, 14 Dezember 2021 : Kommentar Hl. Petrus Chrysologus

Johannes der Täufer lehrt in Worten und Taten. Als wahrer Lehrer zeigt er durch sein Beispiel, was sein Mund redet. Das Wissen macht den Lehrer, aber das Verhalten ist es, was Autorität verleiht. Wer belehren will, muss diese eine Regel beachten: durch Taten lehren. Unterweisung durch Worte ist Wissensvermittlung; wenn das Wissen aber in Taten umgesetzt wird, ist es Tugend. Authentisch ist also nur das Wissen, das mit der Tugend verbunden ist: Sie ist es, sie allein, die göttlich ist und nicht bloß menschlich. […] „In jenen Tagen trat Johannes der Täufer auf und verkündete in der Wüste von Judäa: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe“ (Mt 3,1–2). „Kehrt um.“ Warum sagt er stattdessen nicht: „Freut euch“? „Freut euch vielmehr, weil die menschlichen Wirklichkeiten den göttlichen weichen, die irdischen den himmlischen, die zeitlichen den ewigen, das Böse dem Guten, die Ungewissheit der Sicherheit, der Kummer dem Glück, das Vergängliche dem ewig Bleibenden. Das Himmelreich ist nahe. Kehrt um.“ Dein Verhalten soll offenbar machen, dass du umgekehrt bist. Du, der du das Menschliche dem Göttlichen vorgezogen hast, der du lieber Sklave der Welt sein wolltest, als mit dem Herrn der Welt die Welt zu überwinden, kehr um! Du, der du die Freiheit, die dir die Tugenden verschafft hätten, gemieden hast, weil du das Joch der Sünde tragen wolltest: Kehr um! Kehr wirklich um, der du aus Angst, das wahre Leben zu besitzen, dich dem Tod ausgeliefert hast.

December 14, 2021

Dienstag, 14 Dezember 2021 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 21,28-32.

In jener Zeit sprach Jesus zu den Hohenpriestern und den Ältesten des Volkes: Was meint ihr? Ein Mann hatte zwei Söhne. Er ging zum ersten und sagte: Mein Sohn, geh und arbeite heute im Weinberg! Er antwortete: Ja, Herr!, ging aber nicht. Da wandte er sich an den zweiten Sohn und sagte zu ihm dasselbe. Dieser antwortete: Ich will nicht. Später aber reute es ihn, und er ging doch. Wer von den beiden hat den Willen seines Vaters erfüllt? Sie antworteten: Der zweite. Da sagte Jesus zu ihnen: Amen, das sage ich euch: Zöllner und Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr. Denn Johannes ist gekommen, um euch den Weg der Gerechtigkeit zu zeigen, und ihr habt ihm nicht geglaubt; aber die Zöllner und die Dirnen haben ihm geglaubt. Ihr habt es gesehen, und doch habt ihr nicht bereut und ihm nicht geglaubt.

December 14, 2021

Dienstag, 14 Dezember 2021 : Psalm 34(33),2-3.6-7.17-18.19.23.

Ich will den Herrn allezeit preisen; immer sei sein Lob in meinem Mund. Meine Seele rühme sich des Herrn; die Armen sollen es hören und sich freuen. Blickt auf zu ihm, so wird euer Gesicht leuchten, und ihr braucht nicht zu erröten. Da ist ein Armer; er rief, und der Herr erhörte ihn. Er half ihm aus all seinen Nöten. Das Antlitz des Herrn richtet sich gegen die Bösen, um ihr Andenken von der Erde zu tilgen. Schreien die Gerechten, so hört sie der Herr; er entreißt sie all ihren Ängsten. Nahe ist der Herr den zerbrochenen Herzen, er hilft denen auf, die zerknirscht sind. Der Herr erlöst seine Knechte; straflos bleibt, wer zu ihm sich flüchtet.

December 14, 2021

Dienstag, 14 Dezember 2021 : Buch Zefanja 3,1-2.9-13.

So spricht der Herr: Weh der trotzigen, der schmutzigen, der gewalttätigen Stadt. Sie will nicht hören und nimmt sich keine Warnung zu Herzen. Sie verlässt sich nicht auf den Herrn und sucht nicht die Nähe ihres Gottes. Dann werde ich die Lippen der Völker verwandeln in reine Lippen, damit alle den Namen des Herrn anrufen und ihm einmütig dienen. Von jenseits der Ströme von Kusch bringen mir meine Verehrer dann als Gabe die Gemeinde meiner Verstreuten. An jenem Tag brauchst du dich nicht mehr zu schämen, wegen all deiner schändlichen Taten, die du gegen mich verübt hast. Ja, dann entferne ich aus deiner Mitte die überheblichen Prahler, und du wirst nicht mehr hochmütig sein auf meinem heiligen Berg. Und ich lasse in deiner Mitte übrig ein demütiges und armes Volk, das seine Zuflucht sucht beim Namen des Herrn. Der Rest von Israel wird kein Unrecht mehr tun und wird nicht mehr lügen, in ihrem Mund findet man kein unwahres Wort mehr. Ja, sie gehen friedlich auf die Weide, und niemand schreckt sie auf, wenn sie ruhen.

December 14, 2021

Montag, 13 Dezember 2021 : Kommentar Hl. Cyrill von Jerusalem

Außer Mose wurden auch die Propheten gesandt, um Israel zu heilen. Doch sie bemühten sich unter Tränen darum, denn es gelang ihnen nicht, das Böse zu überwinden. Einer von ihnen fasste es in die Worte: „Weh mir! […] Verschwunden sind die Treuen im Land“ (Mi 7,1–2). […] Groß war die Wunde des Menschengeschlechts: „Vom Kopf bis zum Fuß kein heiler Fleck, nur Beulen, Striemen und frische Wunden, sie sind nicht ausgedrückt, nicht verbunden, nicht mit Öl gelindert“ (Jes 1,6). Die vom Klagen erschöpften Propheten sagten: „Ach, käme doch vom Zion Hilfe für Israel“ (Ps 14(13),7). […] Ein anderer Prophet fleht: „Herr, neig deinen Himmel, und steig herab“ (Ps 144(143),5). Die Wunden des Menschengeschlechts sind zu schlimm für unsere Heilmittel. Sie haben deine Propheten getötet und deine Altäre zerstört (vgl. 1 Kön 19,10). Wir können unserem Elend nicht abhelfen; wir brauchen dich, um wieder auf die Beine zu kommen. Der Herr hat das Gebet der Propheten erhört. Der Vater hat unser tödlich verletztes Geschlecht nicht verachtet; er sandte seinen eigenen Sohn als Arzt vom Himmel. „Dann kommt plötzlich der Herr, den ihr sucht“ sagt ein Prophet. Wohin? „In seinen Tempel“ (vgl. Mal 3,1), dorthin, wo ihr seinen Propheten gesteinigt habt (vgl. 2 Chr 24,21). […] Gott selbst sagt sogar: „Siehe, ich komme und wohne in deiner Mitte, und viele Völker werden sich dem Herrn anschließen“ (vgl. Sach 2,14–15). […] „Nun komme ich, um die Völker aller Sprachen zusammenzurufen“, denn „er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf“ (Joh 1,11). Du kommst; und was gibst du den Völkern? „Ich komme, um die Völker aller Sprachen zusammenzurufen, und ich stelle bei ihnen ein Zeichen auf“ (vgl. Jes 66,18–19). In der Tat werde ich nach meinem Kampf am Kreuz jedem meiner Knechte das königliche Siegel auf die Stirn drücken (vgl. Offb 7,3). Ein anderer Prophet sagte: „Er neigte den Himmel und fuhr herab, zu seinen Füßen dunkle Wolken“ (Ps 18(17),10). Doch seine Herabkunft vom Himmel blieb den Menschen unbekannt.

December 13, 2021

Montag, 13 Dezember 2021 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 21,23-27.

In jener Zeit, als Jesus in den Tempel ging und dort lehrte, kamen die Hohenpriester und die Ältesten des Volkes zu ihm und fragten: Mit welchem Recht tust du das alles? Wer hat dir dazu die Vollmacht gegeben? Jesus antwortete ihnen: Auch ich will euch eine Frage stellen. Wenn ihr mir darauf antwortet, dann werde ich euch sagen, mit welchem Recht ich das tue. Woher stammte die Taufe des Johannes? Vom Himmel oder von den Menschen? Da überlegten sie und sagten zueinander: Wenn wir antworten: Vom Himmel!, so wird er zu uns sagen: Warum habt ihr ihm dann nicht geglaubt? Wenn wir aber antworten: Von den Menschen!, dann müssen wir uns vor den Leuten fürchten; denn alle halten Johannes für einen Propheten. Darum antworteten sie Jesus: Wir wissen es nicht. Da erwiderte er: Dann sage auch ich euch nicht, mit welchem Recht ich das alles tue.

December 13, 2021