Mittwoch, 2 März 2022 : Kommentar Hl. Cyrill von Jerusalem

[„Kehrt um, und jeder von euch lasse sich auf den Namen Jesu Christi taufen zur Vergebung seiner Sünden“ (Apg 2,38).] Da ihr jetzt zu Jüngern des Neuen Bundes und Teilnehmern an den Geheimnissen Christi berufen seid, in kurzem es aber auch durch die Gnade werden sollt, so erneuert euer Herz und euren Geist (vgl. Ez 18,31), damit der Himmel an euch Freude haben kann (vgl. Lk 15,7)! […] Nachdem ihr einen guten, so herrlichen Weg eingeschlagen habt, so eilt gewissenhaft auf dem Pfad der Frömmigkeit! Zu eurer Erlösung ist gerne bereit der eingeborene Sohn Gottes, da er sagt: „Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid, und ich will euch erquicken!“ (vgl. Mt 11,28). Ihr, die ihr mit schweren Vergehen bekleidet seid und gefesselt mit den Stricken eurer Sünden, hört auf das Wort des Propheten: „Wascht euch, werdet rein! Reinigt eure Seele von den Sünden vor meinen Augen!“ (vgl. Jes 1,16). Die Chöre der Engel mögen euch zurufen: „Selig sind die, deren Unrecht nachgelassen und deren Sünden zugedeckt sind“ (Ps 31(32),1). […] Jetzt ist die Zeit zu beichten. Beichte, was du in Wort und Tat, bei Nacht und bei Tag begangen hast! Beichte zur rechten Zeit (vgl. Jes 49,8) und nimm hin am Tage des Heiles den himmlischen Schatz (vgl. 2 Kor 6,2)! […] Alle menschliche Sorge lege beiseite! Der Seele wegen läufst du. […] Verlasse die Gegenwart, vertraue auf die Zukunft! […] „Gönnt euch Ruhe und erkennt, dass ich Gott bin!“ sagt die göttliche Schrift (vgl. Ps 45(46),11). […] Reinige dein Gefäß, damit du noch mehr Gnade erhältst! Nachlass der Sünden wird allen in gleicher Weise verliehen, der Heilige Geist aber wird dem einzelnen seinem Glauben entsprechend zuteil. Wer sich wenig plagt, erhält wenig; wer viel arbeitet, hat großen Lohn. Laufe du für dich, schaue auf deinen Nutzen! Hast du etwas gegen jemanden, so verzeihe ihm! Du kommst, um Nachlass der Sünden zu erhalten: auch du musst dem Sünder vergeben.

March 2, 2022

Mittwoch, 2 März 2022 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 6,1-6.16-18.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Hütet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zur Schau zu stellen; sonst habt ihr keinen Lohn von eurem Vater im Himmel zu erwarten. Wenn du Almosen gibst, lass es also nicht vor dir herposaunen, wie es die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gelobt zu werden. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut. Dein Almosen soll verborgen bleiben, und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler. Sie stellen sich beim Gebet gern in die Synagogen und an die Straßenecken, damit sie von den Leuten gesehen werden. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber geh in deine Kammer, wenn du betest, und schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler. Sie geben sich ein trübseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber salbe dein Haar, wenn du fastest, und wasche dein Gesicht, damit die Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der auch das Verborgene sieht; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

March 2, 2022

Mittwoch, 2 März 2022 : Psalm 51(50),3-4.5-6ab.12-13.14.17.

Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld, tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen! Wasch meine Schuld von mir ab, und mach mich rein von meiner Sünde! Denn ich erkenne meine bösen Taten, meine Sünde steht mir immer vor Augen. Gegen dich allein habe ich gesündigt, ich habe getan, was dir missfällt. Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen, beständigen Geist! Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir! Mach mich wieder froh mit deinem Heil; mit einem willigen Geist rüste mich aus! Herr, öffne mir die Lippen, und mein Mund wird deinen Ruhm verkünden.

March 2, 2022

Mittwoch, 2 März 2022 : Buch Joel 2,12-18.

So spricht der Herr: Kehrt um zu mir von ganzem Herzen mit Fasten, Weinen und Klagen. Zerreißt eure Herzen, nicht eure Kleider, und kehrt um zum Herrn, eurem Gott! Denn er ist gnädig und barmherzig, langmütig und reich an Güte und es reut ihn, dass er das Unheil verhängt hat. Vielleicht kehrt er um und es reut ihn und er lässt Segen zurück, so dass ihr Speise- und Trankopfer darbringen könnt für den Herrn, euren Gott. Auf dem Zion stoßt in das Horn, ordnet ein heiliges Fasten an, ruft einen Gottesdienst aus! Versammelt das Volk, heiligt die Gemeinde! Versammelt die Alten, holt die Kinder zusammen, auch die Säuglinge! Der Bräutigam verlasse seine Kammer und die Braut ihr Gemach. Zwischen Vorhalle und Altar sollen die Priester klagen, die Diener des Herrn sollen sprechen: Hab Mitleid, Herr, mit deinem Volk und überlass dein Erbe nicht der Schande, damit die Völker nicht über uns spotten. Warum soll man bei den Völkern sagen: Wo ist denn ihr Gott? Da erwachte im Herrn die Leidenschaft für sein Land und er hatte Erbarmen mit seinem Volk.

March 2, 2022

Mittwoch, 2 März 2022 : Zweiter Brief des Apostels Paulus an die Korinther 5,20-21.6,1-2.

Brüder! Wir sind Gesandte an Christi statt, und Gott ist es, der durch uns mahnt. Wir bitten an Christi statt: Lasst euch mit Gott versöhnen! Er hat den, der keine Sünde kannte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm Gerechtigkeit Gottes würden. Als Mitarbeiter Gottes ermahnen wir euch, dass ihr seine Gnade nicht vergebens empfangt. Denn es heißt: Zur Zeit der Gnade erhöre ich dich, am Tag der Rettung helfe ich dir. Jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade; jetzt ist er da, der Tag der Rettung.

March 2, 2022

Dienstag, 1 März 2022 : Kommentar Hl. Katharina von Siena

[Die heilige Katharina hörte Gott zu ihr sagen:] Als Petrus Jesus fragte: „Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was werden wir dafür bekommen?“, da antwortete ihm meine Ewige Wahrheit: Ihr werdet „dafür das Hundertfache erhalten und das ewige Leben erben“ (vgl. Mt 19,27–29). Es ist, als habe er ihm sagen wollen: „Petrus, du hast gut daran getan, alles zu verlassen; denn anders hättest du mir nicht nachzufolgen können. Ich aber gebe dir in diesem Leben für das Eine das Hundertfache! Und was, geliebte Tochter, bedeutet dieses Hundertfache, dem später noch das ewige Leben folgen soll? Was verstand meine Ewige Wahrheit darunter und was wollte sie damit sagen? Sprach sie von zeitlichen Gütern? Nicht direkt, auch wenn ich diese manchmal vervielfache zugunsten derer, die großzügig Almosen geben. Aber was ist dann gemeint? Wisse: Wenn einer mir seinen Willen übergibt, schenkt er mir „eine“ Sache: seinen Willen. Und für diese eine Sache gebe ich ihm das „Hundertfache“. Warum gerade die Zahl „hundert“? Weil hundert die vollkommene Zahl ist; du kannst ihr nichts hinzufügen, ohne wieder bei eins zu beginnen. Ebenso ist die Liebe die vollkommenste aller Tugenden, man kann zu keiner höheren aufsteigen. Beginne bloß immer neu bei der Selbsterkenntnis, um erneut das Hundertfache an Verdiensten zu erlangen. Weiter kannst du es nicht bringen. Und dies Hundertfache wird denen gegeben, die mir das „Eine“, nämlich ihren eigenen Willen – im allgemeinen und besonderen Gehorsam – dahingegeben haben. Mit diesem Hundertfachen erlangt ihr das ewige Leben. […] Dieses Hundertfache ist das Feuer der göttlichen Liebe. Und weil sie [die Heiligen] dieses Hundertfache von mir empfangen haben, befinden sie sich in wunderbarer Glückseligkeit, die ihr ganzes Herz erfüllt.

March 1, 2022

Dienstag, 1 März 2022 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus - Mk 10,32-45.

In jener Zeit, als Jesus und seine Jünger auf dem Weg hinauf nach Jerusalem waren, ging Jesus voraus. Die Leute wunderten sich über ihn, die Jünger aber hatten Angst. Da versammelte er die Zwölf wieder um sich und kündigte ihnen an, was ihm bevorstand. Er sagte: Wir gehen jetzt nach Jerusalem hinauf; dort wird der Menschensohn den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten ausgeliefert; sie werden ihn zum Tod verurteilen und den Heiden übergeben; sie werden ihn verspotten, anspucken, geißeln und töten. Aber nach drei Tagen wird er auferstehen. Da traten Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, zu ihm und sagten: Meister, wir möchten, dass du uns eine Bitte erfüllst. Er antwortete: Was soll ich für euch tun? Sie sagten zu ihm: Lass in deinem Reich einen von uns rechts und den andern links neben dir sitzen. Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder die Taufe auf euch nehmen, mit der ich getauft werde? Sie antworteten: Wir können es. Da sagte Jesus zu ihnen: Ihr werdet den Kelch trinken, den ich trinke, und die Taufe empfangen, mit der ich getauft werde. Doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die diese Plätze bestimmt sind. Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über Jakobus und Johannes. Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.

March 1, 2022

Dienstag, 1 März 2022 : Psalm 147,12-13.14-15.19-20.

Jerusalem, preise den Herrn, lobsinge, Zion, deinem Gott! Denn er hat die Riegel deiner Tore festgemacht, die Kinder in deiner Mitte gesegnet. Er verschafft deinen Grenzen Frieden, und sättigt dich mit bestem Weizen. Er sendet sein Wort zur Erde, rasch eilt sein Befehl dahin. Er verkündet Jakob sein Wort, Israel seine Gesetze und Rechte. An keinem andern Volk hat er so gehandelt, keinem sonst seine Rechte verkündet.

March 1, 2022

Dienstag, 1 März 2022 : Erster Brief des Apostels Petrus 1,18-25.

Liebe Brüder! Ihr wisst, dass ihr aus eurer sinnlosen, von den Vätern ererbten Lebensweise nicht um einen vergänglichen Preis losgekauft wurdet, nicht um Silber oder Gold, sondern mit dem kostbaren Blut Christi, des Lammes ohne Fehl und Makel. Er war schon vor der Erschaffung der Welt dazu ausersehen, und euretwegen ist er am Ende der Zeiten erschienen. Durch ihn seid ihr zum Glauben an Gott gekommen, der ihn von den Toten auferweckt und ihm die Herrlichkeit gegeben hat, so dass ihr an Gott glauben und auf ihn hoffen könnt. Der Wahrheit gehorsam, habt ihr euer Herz rein gemacht für eine aufrichtige Bruderliebe; darum hört nicht auf, einander von Herzen zu lieben. Ihr seid neu geboren worden, nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen: aus Gottes Wort, das lebt und das bleibt. Denn alles Sterbliche ist wie Gras, und all seine Schönheit ist wie die Blume im Gras. Das Gras verdorrt, und die Blume verwelkt; doch das Wort des Herrn bleibt in Ewigkeit. Dieses Wort ist das Evangelium, das euch verkündet worden ist.

March 1, 2022

Montag, 28 Februar 2022 : Kommentar Die Dreigefährtenlegende des hl. Franz von Assisi

Einige Tage nach seiner Rückkehr nach Assisi wählten ihn seine Gefährten eines Abends zum Anführer, damit er nach Belieben die Kosten trage. Er ließ also ein üppiges Mahl bereiten, wie er es schon oft getan hatte. Nach dem Schmaus gingen sie ins Freie; die Gefährten schritten allesamt vor ihm her, und so zogen sie singend durch die Stadt. Er selbst trug gleichsam als Anführer einen Stab in der Hand und ging ein wenig hinter ihnen her; aber statt zu singen, war er in Gedanken versunken. Und siehe, plötzlich wird er vom Herrn heimgesucht und sein Herz mit solcher Süßigkeit erfüllt, dass er weder sprechen noch sich von der Stelle bewegen konnte […] Als aber seine Gefährten sich umblickten und sahen, wie weit er sich von ihnen entfernt hatte, kehrten sie zu ihm zurück und hielten ihn, der gleichsam schon in einen anderen Menschen verwandelt war, erschrocken fest. Und sie fragten ihn: „An was hast du gedacht, da du uns nicht nachgekommen bist? Hast du vielleicht daran gedacht, eine Frau zu nehmen?“ Mit lebhafter Stimme antwortete jener: „Ihr habt die Wahrheit gesagt; denn ich habe daran gedacht, mir eine Braut zu nehmen, die edler, reicher und schöner ist, als ihr je eine gesehen habt.“ Da verlachten sie ihn. […] Für kurze Zeit zog er sich von der weltlichen Unruhe zurück und war bestrebt, Jesus Christus im inneren Menschen zu bergen. Er verbarg die Perle, die er um den Kaufpreis all seiner Habe zu erwerben wünschte, vor den Augen der Spötter (vgl. Mt 13,46). Oft, ja fast täglich begab er sich im Geheimen zum Gebet. Dazu drängte ihn jene geheimnisvolle Süßigkeit, die ihn immer öfter heimsuchte und ihn so von der Piazza und anderen öffentlichen Orten weg zum Gebet antrieb. Zwar war er schon lange ein Wohltäter der Armen, doch von jetzt an beschloss er noch fester in seinem Herzen, künftig keinem Armen, der ihn um Gottes willen bitte, etwas abzuschlagen, vielmehr noch freigebiger und reichlicher als gewöhnlich Almosen zu spenden. Immer wenn er konnte, versorgte er deshalb jeden Armen, der ihn außerhalb des Hauses um ein Almosen anflehte, mit Geld. Hatte er aber kein Geld, gab er den Hut oder den Ledergürtel, um den Armen nicht leer fortzuschicken. Hatte er aber auch das nicht bei sich, ging er an eine verborgene Stelle, zog sein Hemd aus und schickte den Armen diskret dorthin, damit er es um Gottes willen für sich hole.

February 28, 2022