Sonntag, 18. Dezember : Hl. Aelred von Rievaulx

„Immanuel – das heißt übersetzt: Gott mit uns.“ Ja, Gott mit uns! Bis dahin war er „Gott über uns“, „Gott, uns gegenüber“, doch heute ist er der „Immanuel“. Heute ist er der Gott mit uns in unserer Natur, mit uns in seiner Gnade. Er ist mit uns in unserer Schwachheit, mit uns in seiner Güte. Er ist mit uns in unserem Elend, mit uns in seiner Barmherzigkeit. Er ist mit uns durch die Liebe, mit uns durch Familienbande, mit uns durch Zärtlichkeit, mit uns durch sein Mitleiden. Gott mit uns! Ihr Kinder Adams, ihr konntet nicht in den Himmel hinaufsteigen, um mit Gott zu sein (vgl. Dtn 30,12). Gott steigt vom Himmel herab, um der Immanuel, Gott mit uns, zu sein. Er kommt zu uns, um der Immanuel, Gott mit uns, zu sein –, und wir, wir vernachlässigen es, zu Gott zu kommen, um mit ihm zu sein! „Ihr Mächtigen, wie lange noch schmäht ihr meine Ehre, warum liebt ihr den Schein und sinnt auf Lügen?“ (Ps 4,3). Seht, hier kommt die Wahrheit: „Warum liebt ihr den Schein?“ Seht, hier kommt das wahre und unveränderliche Wort: „Warum sinnt ihr auf Lügen“? Seht, Gott mit uns. Könnte er denn noch mehr mit mir sein? Klein wie ich, schwach wie ich, nackt wie ich, arm wie ich; in allem wurde er mir gleich, nahm, was mein war, und gab, was sein war. Ich lag da wie tot, ohne Stimme, ohne Sinne; selbst das Licht meiner Augen war mir genommen. Heute ist dieser so große Mensch herabgestiegen, „dieser Prophet, mächtig in Wort und Tat“ (vgl. Lk 24,19). „Er legte seinen Mund auf meinen Mund, seine Hände auf meine Hände“ (vgl. 2 Kön 4,34) und wurde Immanuel, Gott mit uns!

December 18, 2022

Sonntag, 18. Dezember : Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 1,18-24.

Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes. Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen. Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen. Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott ist mit uns. Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich.

December 18, 2022

Sonntag, 18. Dezember : Brief des Apostels Paulus an die Römer 1,1-7.

Paulus, Knecht Christi Jesu, berufen zum Apostel, auserwählt, das Evangelium Gottes zu verkündigen, das er durch seine Propheten im voraus verheißen hat in den heiligen Schriften: das Evangelium von seinem Sohn, der dem Fleisch nach geboren ist als Nachkomme Davids, der dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzt ist als Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten, das Evangelium von Jesus Christus, unserem Herrn. Durch ihn haben wir Gnade und Apostelamt empfangen, um in seinem Namen alle Heiden zum Gehorsam des Glaubens zu führen; zu ihnen gehört auch ihr, die ihr von Jesus Christus berufen seid. An alle in Rom, die von Gott geliebt sind, die berufenen Heiligen: Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus.

December 18, 2022

Sonntag, 18. Dezember : ps 24(23),1-2.3-4.5-6.

Dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt, der Erdkreis und seine Bewohner. Denn er hat ihn auf Meere gegründet, ihn über Strömen befestigt. Wer darf hinaufziehn zum Berg des Herrn, wer darf stehn an seiner heiligen Stätte? Der reine Hände hat und ein lauteres Herz, der nicht betrügt und keinen Meineid schwört. Er wird Segen empfangen vom Herrn und Heil von Gott, seinem Helfer. Das sind die Menschen, die nach ihm fragen, die dein Antlitz suchen, Gott Jakobs.

December 18, 2022

Sonntag, 18. Dezember : Buch Jesaja 7,10-14.

In jenen Tagen sprach der Herr zu Ahas - dem König von Juda; er sagte: Erbitte dir vom Herrn, deinem Gott, ein Zeichen, sei es von unten, aus der Unterwelt, oder von oben, aus der Höhe. Ahas antwortete: Ich will um nichts bitten und den Herrn nicht auf die Probe stellen. Da sagte Jesaja: Hört her, ihr vom Haus David! Genügt es euch nicht, Menschen zu belästigen? Müsst ihr auch noch meinen Gott belästigen? Darum wird euch der Herr von sich aus ein Zeichen geben: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, sie wird einen Sohn gebären, und sie wird ihm den Namen Immanuel - Gott mit uns - geben.

December 18, 2022

Samstag, 17. Dezember : Sel. Guerricus von Igny

O Erwartung der Völker! (vgl. Gen 49,10 Vulg). Alle, die auf dich warten, werden nicht zuschanden. Unsere Väter haben dich erwartet, alle Gerechten seit Anbeginn der Welt haben auf dich gehofft, und du hast sie nicht enttäuscht (vgl. Ps 22(21),5). […] Die Kirche aber, die in den Gerechten von damals auf das erste Kommen Christi wartete, erwartet in gleicher Weise das zweite Kommen in den Gerechten des Neuen Bundes. So sicher wie sie war, dass durch sein erstes Kommen der Preis der Erlösung bezahlt würde, so sicher ist sie auch, dass sein zweites Kommen ihr die Frucht des Lohns bringen wird. Durch diese Erwartung und Hoffnung ist die Kirche über den irdischen Dingen verortet und strebt mit ebenso großer Freude wie Sehnsucht nach den ewigen Gütern. Während andere ihrem Glück hier auf der Erde nachjagen, ohne darauf zu achten, ob der Wille des Herrn sich darin erfüllt, und wo sie sich auf das stürzen, was ihnen diese Welt bietet, da hält sich der „selige Mensch, der seine Hoffnung auf den Herrn gesetzt und nicht auf Nichtigkeiten und auf trügerischen Wahn geblickt hat“ (vgl. Ps 39(40),5 Vulg.), von ihren Wegen fern. […] Er weiß, dass es besser ist, mit den Sanftmütigen erniedrigt zu werden, als mit den Stolzen die Beute zu teilen. Er tröstet sich mit den Worten: „Mein Anteil ist der Herr, darum harre ich auf ihn. Gut ist der Herr zu dem, der auf ihn hofft, zur Seele, die ihn sucht. Herr, meine Seele verzehrt sich nach deinem Heil, und auf dein Wort habe ich meine Hoffnung gesetzt“ (vgl. Kgl 3,24–26; Ps 118(119),81 Vulg). […] Ich bin sicher, „dass er am Ende kommen und uns nicht enttäuschen wird“; deshalb „warte ich auf ihn, auch wenn er sich verzögert; denn er wird gewiss kommen und nicht ausbleiben“ (vgl. Hab 2,3).

December 17, 2022

Samstag, 17. Dezember : Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 1,1-17.

Stammbaum Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams: Abraham war der Vater von Isaak, Isaak von Jakob, Jakob von Juda und seinen Brüdern. Juda war der Vater von Perez und Serach; ihre Mutter war Tamar. Perez war der Vater von Hezron, Hezron von Aram, Aram von Amminadab, Amminadab von Nachschon, Nachschon von Salmon. Salmon war der Vater von Boas; dessen Mutter war Rahab. Boas war der Vater von Obed; dessen Mutter war Rut. Obed war der Vater von Isai, Isai der Vater des Königs David. David war der Vater von Salomo, dessen Mutter die Frau des Urija war. Salomo war der Vater von Rehabeam, Rehabeam von Abija, Abija von Asa, Asa von Joschafat, Joschafat von Joram, Joram von Usija. Usija war der Vater von Jotam, Jotam von Ahas, Ahas von Hiskija, Hiskija von Manasse, Manasse von Amos, Amos von Joschija. Joschija war der Vater von Jojachin und seinen Brüdern; das war zur Zeit der Babylonischen Gefangenschaft. Nach der Babylonischen Gefangenschaft war Jojachin der Vater von Schealtiel, Schealtiel von Serubbabel, Serubbabel von Abihud, Abihud von Eljakim, Eljakim von Azor. Azor war der Vater von Zadok, Zadok von Achim, Achim von Eliud, Eliud von Eleasar, Eleasar von Mattan, Mattan von Jakob. Jakob war der Vater von Josef, dem Mann Marias; von ihr wurde Jesus geboren, der der Christus (der Messias) genannt wird. Im ganzen sind es also von Abraham bis David vierzehn Generationen, von David bis zur Babylonischen Gefangenschaft vierzehn Generationen und von der Babylonischen Gefangenschaft bis zu Christus vierzehn Generationen.

December 17, 2022

Samstag, 17. Dezember : ps 72(71),1-2.3-4ab.7-8.17.

Verleih dein Richteramt, o Gott, dem König, dem Königssohn gib dein gerechtes Walten! Er regiere dein Volk in Gerechtigkeit und deine Armen durch rechtes Urteil. Dann tragen die Berge Frieden für das Volk und die Höhen Gerechtigkeit. Er wird Recht verschaffen den Gebeugten im Volk, Hilfe bringen den Kindern der Armen. Die Gerechtigkeit blühe auf in seinen Tagen und großer Friede, bis der Mond nicht mehr da ist. Er herrsche von Meer zu Meer, vom Strom bis an die Enden der Erde. Sein Name soll ewig bestehen; solange die Sonne bleibt, sprosse sein Name. Glücklich preisen sollen ihn alle Völker und in ihm sich segnen.

December 17, 2022

Samstag, 17. Dezember : Buch Genesis 49,1-2.8-10.

Darauf rief Jakob seine Söhne und sprach: Versammelt euch, dann sage ich euch an, was euch begegnet in künftigen Tagen. Kommt zusammen, ihr Söhne Jakobs, und hört, auf Israel hört, auf euren Vater! Juda, dir jubeln die Brüder zu, deine Hand hast du am Genick deiner Feinde. Deines Vaters Söhne fallen vor dir nieder. Ein junger Löwe ist Juda. Vom Raub, mein Sohn, wurdest du groß. Er kauert, liegt da wie ein Löwe, wie eine Löwin. Wer wagt, sie zu scheuchen? Nie weicht von Juda das Zepter, der Herrscherstab von seinen Füßen, bis der kommt, dem er gehört, dem der Gehorsam der Völker gebührt.

December 17, 2022

Freitag, 16. Dezember : Hl. Maximus von Turin

Als die ganze Schöpfung von der Finsternis des Teufels überwältigt war und die Dunkelheit der Sünde auf der Welt herrschte, hat eine neue Sonne, Christus, unser Herr, in diesen letzten Zeiten, in der schon fortgeschrittenen Nacht, die ersten Strahlen eines neuen Tages verbreiten wollen. Vor dem Erscheinen dieses Lichtes, also bevor „die Sonne der Gerechtigkeit“ (Mal 3,20) sich zeigte, hatte Gott bereits – wie eine Morgenröte – durch seine Propheten angekündigt: „Ich habe meine Propheten vor dem Licht ausgeschickt“ (vgl. Jer 7,25 Vulg.). Später sandte Christus selbst seine Strahlen, das heißt seine Apostel aus, um sein Licht aufleuchten zu lassen und das Universum mit seiner Wahrheit zu erfüllen, damit sich niemand in der Dunkelheit verirrt. […] Wenn wir Menschen vor dem Sonnenaufgang unerlässlichen Aufgaben zu erledigen haben, zünden wir eine Lampe an und nehmen so das Licht vorweg. Nun hat auch die Sonne, nämlich Christus, eine Lampe, die seinem Kommen vorausgegangen ist, wie der Prophet sagt: „Ich stelle für meinen Gesalbten ein Licht auf“ (Ps 132(131),17). Der Herr weist auf diese Lampe hin, indem er über Johannes den Täufer sagt: „Er ist die Lampe, die brennt und leuchtet“ (vgl. Joh 5,35). Und Johannes selbst sagt, als wäre er der schwache Schein einer Laterne, die man vor sich herträgt: „Es kommt aber einer, der stärker ist als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen“ (Lk 3,16). Gleichzeitig erkannte er, dass sein Licht von den Strahlen der Sonne überstrahlt werden sollte, und sagte voraus: „Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden“ (Joh 3,30). Und tatsächlich: So wie der Schein einer Laterne verblasst, wenn die Sonne aufgeht, so verlor auch die von Johannes verkündete Bußtaufe mit dem Aufleuchten der Gnade Christi ihren Wert.

December 16, 2022