Dienstag, 26. April : Hl. Hilarius

Allmächtiger Gott, „dein Heiliger Geist“ – so der Apostel Paulus – „ergründet und kennt die Tiefen deines Wesens“ (vgl. 1 Kor 2,10–11) und tritt für mich ein und spricht statt meiner zu dir mit „Seufzen, das wir nicht in Worte fassen können“ (Röm 8,26). […] Nichts, was außerhalb deiner ist, ergründet dein Mysterium; nichts, was dir fremd ist, ist mächtig genug, die Tiefe deiner unendlichen Majestät zu ermessen. Alles, was in dich eindringt, ist von dir; nichts, was außerhalb deiner ist, hat die Macht, dich zu ergründen. […] Ich glaube fest, dass dein Heiliger Geist durch deinen einzigen Sohn von dir kommt; auch wenn ich dieses Mysterium nicht begreife, bin ich doch von seiner Wahrheit zutiefst überzeugt. Denn in den geistlichen Wirklichkeiten, die dein Bereich sind, ist mein Geist beschränkt. Dein einziger Sohn bezeugt ja: „Wundere dich nicht, dass ich dir sagte: Ihr müsst von neuem geboren werden. Denn der Heilige Geist weht, wo er will; du hörst seine Stimme, weißt aber nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist es mit jedem, der aus dem Wasser und dem Geist geboren ist“ (vgl. Joh 3,7–8). Ich glaube, dass ich von neuem geboren bin, ohne es zu verstehen, und im Glauben halte ich fest, was sich meinem Verstand entzieht. Ich weiß, dass ich die Macht habe, von neuem geboren zu werden, aber ich weiß nicht, wie das vor sich geht. Dem Geist sind keine Schranken gesetzt; er spricht, wann er will; er sagt, was er will und wo er will. Der Grund seines Gehens und Kommens bleibt mir unbekannt, aber ich bin zutiefst überzeugt von seiner Gegenwart.

April 26, 2022

Dienstag, 26. April : Apostelgeschichte 4,32-37.

Die Gemeinde der Gläubigen war ein Herz und eine Seele. Keiner nannte etwas von dem, was er hatte, sein Eigentum, sondern sie hatten alles gemeinsam. Mit großer Kraft legten die Apostel Zeugnis ab von der Auferstehung Jesu, des Herrn, und reiche Gnade ruhte auf ihnen allen. Es gab auch keinen unter ihnen, der Not litt. Denn alle, die Grundstücke oder Häuser besaßen, verkauften ihren Besitz, brachten den Erlös und legten ihn den Aposteln zu Füßen. Jedem wurde davon so viel zugeteilt, wie er nötig hatte. Auch Josef, ein Levit aus Zypern, der von den Aposteln Barnabas, das heißt übersetzt Sohn des Trostes, genannt wurde, verkaufte einen Acker, der ihm gehörte, brachte das Geld und legte es den Aposteln zu Füßen.

April 26, 2022

Montag, 25. April : Hl. Irenäus von Lyon

Die Kirche erstreckt sich über das ganze Weltall bis an die äußersten Grenzen der Erde. Sie hat von den Aposteln und ihren Schülern den Glauben empfangen, den Glauben an den einen Gott, den allmächtigen Vater, den Schöpfer des Himmels und der Erde und der Meere und alles was in ihnen ist, und an den einen Christus Jesus, den Sohn Gottes, der, um uns zu erlösen, Fleisch angenommen hat, und an den heiligen Geist, der durch die Propheten die Heilsordnung Gottes verkündet hat, die zweifache Ankunft des Herrn, seine Geburt aus der Jungfrau, sein Leiden, seine Auferstehung von den Toten und die leibliche Himmelfahrt unseres lieben Herrn Christus Jesus und seine Wiederkunft vom Himmel in der Herrlichkeit des Vaters, um „alles wiederherzustellen“ (vgl. Eph 1,10) und alles Fleisch der ganzen Menschheit wiederzuerwecken, damit vor Jesus Christus, unserm Herrn und Gott, unserm Heiland und König, nach dem Wohlgefallen des unsichtbaren Vaters, „jedes Knie sich beuge derer, die im Himmel, auf der Erde und unter der Erde sind, und jegliche Zunge ihn preise“ (vgl. Phil 2,10–11). Dann wird er ein gerechtes Gericht über alle halten. […] Nun wohl, diese Botschaft und diesen Glauben bewahrt die Kirche, wie sie ihn empfangen hat, obwohl sie, wie gesagt, über die ganze Welt zerstreut ist, sorgfältig, als ob sie in einem Hause wohnte, glaubt so daran, als ob sie nur eine Seele und ein Herz hätte, und verkündet und überliefert ihre Lehre so einstimmig, als ob sie nur einen Mund besäße. Und wenngleich es auf der Welt verschiedene Sprachen gibt, so ist doch die Kraft der Überlieferung ein und dieselbe. Die in Germanien gegründeten Kirchen glauben und überliefern nicht anders als die in Spanien oder bei den Kelten, die im Orient oder in Ägypten, die in Lybien oder in der Mitte der Welt. So wie Gottes Sonne in der ganzen Welt eine und dieselbe ist, so dringt auch die Botschaft der Wahrheit überall hin und erleuchtet alle Menschen, die zur Erkenntnis der Wahrheit kommen wollen.

April 25, 2022

Montag, 25. April : Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus 16,15-20.

In jener Zeit erschien Jesus den Elf und sprach zu ihnen: Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen! Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden. Und durch die, die zum Glauben gekommen sind, werden folgende Zeichen geschehen: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden; wenn sie Schlangen anfassen oder tödliches Gift trinken, wird es ihnen nicht schaden; und die Kranken, denen sie die Hände auflegen, werden gesund werden. Nachdem Jesus, der Herr, dies zu ihnen gesagt hatte, wurde er in den Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes. Sie aber zogen aus und predigten überall. Der Herr stand ihnen bei und bekräftigte die Verkündigung durch die Zeichen, die er geschehen ließ.

April 25, 2022

Samstag, 23. April : Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus 16,9-15.

Als Jesus am frühen Morgen des ersten Wochentages auferstanden war, erschien er zuerst Maria aus Magdala, aus der er sieben Dämonen ausgetrieben hatte. Sie ging und berichtete es denen, die mit ihm zusammengewesen waren und die nun klagten und weinten. Als sie hörten, er lebe und sei von ihr gesehen worden, glaubten sie es nicht. Darauf erschien er in einer anderen Gestalt zweien von ihnen, als sie unterwegs waren und aufs Land gehen wollten. Auch sie gingen und berichteten es den anderen, und auch ihnen glaubte man nicht. Später erschien Jesus auch den Elf, als sie bei Tisch waren; er tadelte ihren Unglauben und ihre Verstocktheit, weil sie denen nicht glaubten, die ihn nach seiner Auferstehung gesehen hatten. Dann sagte er zu ihnen: Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen!

April 23, 2022

Samstag, 23. April : Hl. Augustinus

Ihr habt gehört, was der Herr nach der Auferstehung zu seinen Jüngern sagt. Er sendet sie aus, das Evangelium zu verkünden, und sie haben es getan. Hört: „Ihre Botschaft geht in die ganze Welt hinaus, ihre Kunde bis zu den Enden der Erde“ (Ps 19(18),5). Schritt für Schritt gelangte das Evangelium zu uns und wurde bis an die äußersten Enden der Erde gebracht. Mit wenigen Worten, die er an seine Jünger richtet, legt der Herr fest, was wir tun und worauf wir hoffen sollen. Er sagt nämlich, wir ihr gehört habt: „Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet“. Er verlangt unseren Glauben und bietet uns das Heil an. Was er uns anbietet ist so kostbar, wie das, was er von uns verlangt, gering ist. „Die Menschen bergen sich im Schatten deiner Flügel […]; du tränkst sie mit dem Strom deiner Wonnen. Denn bei dir ist die Quelle des Lebens“ (Ps 36(35),8–10). Jesus Christus ist die Quelle des Lebens. Bevor die Quelle des Lebens zu uns kam, gab es für uns nur rein menschliches Heil, ähnlich dem der Tiere, wovon der Psalm spricht: „Herr, du hilfst Menschen und Tieren“ (Ps 36(35),7). Doch jetzt ist die Quelle des Lebens zu uns gekommen, die Quelle des Lebens ist für uns gestorben. Sollte er uns sein Leben verweigern, der für uns seinen Tod auf sich nahm? Er ist das Heil, und dieses Heil ist nicht vergeblich wie das andere. Warum? Weil es nicht vergänglich ist. Der Erlöser ist gekommen. Er ist gestorben, aber er hat den Tod getötet: Er hat dem Tod durch sich selbst ein Ende gesetzt. Er nahm ihn auf sich und tötete ihn. Wo ist nun der Tod? Suche ihn in Christus, doch er ist nicht mehr dort. Er war in ihm, aber er ist dort gestorben. O Leben, du Tod des Todes! Schöpft also Mut: Er wird auch in uns sterben. Was sich im Haupt vollzog, das wird sich auch in den Gliedern vollziehen, und der Tod wir auch in uns sterben.

April 23, 2022

Samstag, 23. April : Apostelgeschichte 4,13-21.

Als sie den Freimut des Petrus und des Johannes sahen und merkten, dass es ungelehrte und einfache Leute waren, wunderten sie sich. Sie erkannten sie als Jünger Jesu, sahen aber auch, dass der Geheilte bei ihnen stand; so konnten sie nichts dagegen sagen. Sie befahlen ihnen, den Hohen Rat zu verlassen; dann berieten sie miteinander und sagten: Was sollen wir mit diesen Leuten anfangen? Dass offensichtlich ein Wunder durch sie geschehen ist, ist allen Einwohnern von Jerusalem bekannt; wir können es nicht abstreiten. Damit aber die Sache nicht weiter im Volk verbreitet wird, wollen wir ihnen bei Strafe verbieten, je wieder in diesem Namen zu irgendeinem Menschen zu sprechen. Und sie riefen sie herein und verboten ihnen, jemals wieder im Namen Jesu zu predigen und zu lehren. Doch Petrus und Johannes antworteten ihnen: Ob es vor Gott recht ist, mehr auf euch zu hören als auf Gott, das entscheidet selbst. Wir können unmöglich schweigen über das, was wir gesehen und gehört haben. Jene aber drohten ihnen noch mehr und ließen sie dann gehen; denn sie sahen keine Möglichkeit, sie zu bestrafen, mit Rücksicht auf das Volk, da alle Gott wegen des Geschehenen priesen.

April 23, 2022

Samstag, 23. April : ps 118(117),1-2.14-15.16-21.

Danket dem Herrn, denn er ist gütig, denn seine Huld währt ewig. So soll Israel sagen: Denn seine Huld währt ewig. Meine Stärke und mein Lied ist der Herr; er ist für mich zum Retter geworden. Frohlocken und Jubel erschallt in den Zelten der Gerechten, die Rechte des Herrn wirkt mit Macht! Die Rechte des HERRN, sie erhöht, die Rechte des HERRN, Taten der Macht vollbringt sie. Ich werde nicht sterben, sondern leben, um die Taten des HERRN zu verkünden. Der Herr hat mich hart gezüchtigt, doch er hat mich nicht dem Tod übergeben. Öffnet mir die Tore zur Gerechtigkeit, damit ich eintrete, um dem Herrn zu danken. Das ist das Tor zum Herrn, nur Gerechte treten hier ein. Ich danke dir, dass du mich erhört hast; du bist für mich zum Retter geworden.

April 23, 2022

Freitag, 22. April : Hl. Petrus Chrysologus

„Als es schon Morgen wurde“, heißt es im Evangelium, „stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war.“ […] Die ganze Welt war in Verwirrung gestürzt und fragte sich, ob der Tod des Schöpfers sie wohl wieder in die ursprüngliche Finsternis und in das urzeitliche Chaos (vgl. Gen 1,2) zurückversetzt habe. Doch plötzlich, im Licht seiner Auferstehung, bringt der Herr den Tag zurück und gibt der Welt ihr vertrautes Gesicht wieder. Er kommt, um alle Wesen mit ihm und in seiner Herrlichkeit auferstehen zu lassen, alle Wesen, die er in so trauriger Niedergeschlagenheit gesehen hatte. […] „Als es schon Morgen wurde“ […] „stand Jesus am Ufer“: Er kommt […], um den Zweifel zu zerstreuen, den Sturm zu besänftigen, das Chaos zu beruhigen, die Grundfesten der Erde, die so plötzlich erschüttert worden waren, in ihrer gewohnten Unerschütterlichkeit zu festigen. Und er kommt, um der Welt ihre ganze glühende Hingabe ihrem Meister gegenüber zurückzugeben. „Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer.“ In erster Linie stand er da, um seine Kirche wieder in den Hafen des Glaubens zurückzuholen, jene Kirche, in der die Jünger damals den bitteren Fluten hilflos ausgeliefert waren. Er fand sie ohne Glauben, all ihrer menschlichen Kraft beraubt. Deshalb nennt er sie auch „Kinder“: „Meine Kinder, habt ihr nicht etwas zu essen?“ Da ist Petrus, der ihn verleugnet hat, Thomas, der gezweifelt hat, Johannes, der geflohen ist […]; er lädt sie wie kleine Kinder zum Essen ein. Auf diese Weise soll seine Menschlichkeit sie an die Gnade gemahnen, das Brot an das Vertrauen, die Nahrung an den Glauben. Sie würden nämlich nicht glauben können, dass er mit seinem Leib auferstanden ist, wenn sie ihn nicht wie einen Menschen essen sähen. Aus diesem Grund bittet der, der allen Geschöpfe Nahrung gibt, um Speise; er, das Brot (vgl. Joh 6,35), isst, denn ihn hungert nicht nach ihrer Speise, sondern nach ihrer Liebe.

April 22, 2022

Freitag, 22. April : Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Joh 21,1-14.

offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal, am See von Tiberias, und er offenbarte sich in folgender Weise. Simon Petrus, Thomas, genannt Didymus – Zwilling –, Natanaal aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen. Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts. Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr keinen Fisch zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus und ihr werdet etwas finden. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es. Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei, gürtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in den See. Dann kamen die anderen Jünger mit dem Boot – sie waren nämlich nicht weit vom Land entfernt, nur etwa zweihundert Ellen – und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her. Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot liegen. Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt! Da stieg Simon Petrus ans Ufer und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt, und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht. Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst! Keiner von den Jüngern wagte ihn zu befragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war. Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch. Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war.

April 22, 2022