Montag, 11. Juli : Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 19,27-29.

In jener Zeit sagte Petrus zu Jesus: Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was werden wir dafür bekommen? Jesus erwiderte ihnen: Amen, ich sage euch: Wenn die Welt neu geschaffen wird und der Menschensohn sich auf den Thron der Herrlichkeit setzt, werdet ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten. Und jeder, der um meines Namens willen Häuser oder Brüder, Schwestern, Vater, Mutter, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird dafür das Hundertfache erhalten und das ewige Leben gewinnen.

July 11, 2022

Montag, 11. Juli : ps 34(33),2-4.6.9.12.14-15.

Ich will den Herrn allezeit preisen; immer sei sein Lob in meinem Mund. Meine Seele rühme sich des Herrn; die Armen sollen es hören und sich freuen. Verherrlicht mit mir den Herrn, lasst uns gemeinsam seinen Namen rühmen. Blickt auf zu ihm, so wird euer Gesicht leuchten, und ihr braucht nicht zu erröten. Kostet und seht, wie gütig der Herr ist; wohl dem, der zu ihm sich flüchtet! Kommt, ihr Kinder, hört mir zu! Ich will euch in der Furcht des Herrn unterweisen. Bewahre deine Zunge vor Bösem und deine Lippen vor falscher Rede! Meide das Böse, und tu das Gute; suche Frieden, und jage ihm nach!

July 11, 2022

Montag, 11. Juli : Buch der Sprüche 2,1-9.

Mein Sohn, wenn du meine Worte annimmst und meine Gebote beherzigst, der Weisheit Gehör schenkst, dein Herz der Einsicht zuneigst, wenn du nach Erkenntnis rufst, mit lauter Stimme um Einsicht bittest, wenn du sie suchst wie Silber, nach ihr forschst wie nach Schätzen, dann wirst du die Gottesfurcht begreifen und Gotteserkenntnis finden. Denn der Herr gibt Weisheit, aus seinem Mund kommen Erkenntnis und Einsicht. Für die Redlichen hält er Hilfe bereit, den Rechtschaffenen ist er ein Schild. Er hütet die Pfade des Rechts und bewacht den Weg seiner Frommen. Dann begreifst du, was Recht und Gerechtigkeit ist, Redlichkeit und jedes gute Verhalten.

July 11, 2022

Sonntag, 10. Juli : Hl. Ambrosius

[„Ein Mann ging von Jerusalem nach Jericho hinab“.] Jericho nämlich ist ein Bild dieser Welt, auf welche der vom Paradies, d.h. von jenem himmlischen Jerusalem verstoßene Adam infolge des Sündenfalles herabkam: von der Lebenshöhe zur Tiefe sinkend, indem nicht die örtliche, sondern die sittliche Veränderung zur Verbannung seiner Natur führte. Weit verschieden nämlich von jenem Adam, der sich ungestörter Seligkeit erfreute, fiel er, sobald er sich in das Sündenelend der Welt verirrt hatte, unter die Räuber; und er würde nicht darunter gefallen sein, hätte er nicht den Weg des himmlischen Gebotes verlassen und sich in ihre Gewalt begeben. Wer anders nun sind diese Räuber als die Engel der Nacht und der Finsternis, die wohl manchmal die Gestalt von Engeln des Lichtes annehmen (vgl. 2 Kor 11,14), doch nicht ständig es vermögen? Diese rauben uns erst das Kleid der geistlichen Gnade, das wir empfangen, und pflegen uns so Wunden zu schlagen; denn wenn wir das Kleid, das wir angezogen, unbefleckt bewahren, sind wir den Verletzungen von seiten der Räuber unzugänglich. Sei also auf der Hut, dass du nicht zuvor entblößt werdest, wie Adam, von der Beobachtung des himmlischen Gebotes abgewendet und des Glaubenskleides beraubt, erst entblößt ward (vgl. Gen 3,7) und so die Todeswunde empfing, an der das ganze Menschengeschlecht zugrunde gegangen wäre, würde nicht jener Samaritan, der herabkam, dessen herbe Wunden geheilt haben. Kein gewöhnlicher Mensch ist dieser Samaritan, der an jenem, an welchem der Priester, an welchem der Levit verächtlich vorübergegangen war, nicht auch seinerseits verächtlich vorüberging. […] Er nun war der Samaritan, der herabkam – wer ist es, der „vom Himmel herabkam, als der zum Himmel aufstieg, der Menschensohn, der im Himmel ist“? (vgl. Joh 3,13) – und der den Halbtoten erblickte, den niemand vordem zu heilen vermochte […] „Und er trat zu ihm hin“, d.h. er wurde durch die Annahme unserer leidensfähigen Natur sein Nächster, durch das Erbarmen, das er ihm erwies, sein Bruder.

July 10, 2022

Sonntag, 10. Juli : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 10,25-37.

Da stand ein Gesetzeslehrer auf, und um Jesus auf die Probe zu stellen, fragte er ihn: Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen? Jesus sagte zu ihm: Was steht im Gesetz? Was liest du dort? Er antwortete: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deiner Kraft und all deinen Gedanken, und: Deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst. Jesus sagte zu ihm: Du hast richtig geantwortet. Handle danach, und du wirst leben. Der Gesetzeslehrer wollte seine Frage rechtfertigen und sagte zu Jesus: Und wer ist mein Nächster? Darauf antwortete ihm Jesus: Ein Mann ging von Jerusalem nach Jericho hinab und wurde von Räubern überfallen. Sie plünderten ihn aus und schlugen ihn nieder; dann gingen sie weg und ließen ihn halbtot liegen. Zufällig kam ein Priester denselben Weg herab; er sah ihn und ging weiter. Auch ein Levit kam zu der Stelle; er sah ihn und ging weiter. Dann kam ein Mann aus Samarien, der auf der Reise war. Als er ihn sah, hatte er Mitleid, ging zu ihm hin, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie. Dann hob er ihn auf sein Reittier, brachte ihn zu einer Herberge und sorgte für ihn. Am andern Morgen holte er zwei Denare hervor, gab sie dem Wirt und sagte: Sorge für ihn, und wenn du mehr für ihn brauchst, werde ich es dir bezahlen, wenn ich wiederkomme. Was meinst du: Wer von diesen dreien hat sich als der Nächste dessen erwiesen, der von den Räubern überfallen wurde? Der Gesetzeslehrer antwortete: Der, der barmherzig an ihm gehandelt hat. Da sagte Jesus zu ihm: Dann geh und handle genauso!

July 10, 2022

Sonntag, 10. Juli : Brief des Apostels Paulus an die Kolosser 1,15-20.

Christus ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene der ganzen Schöpfung. Denn in ihm wurde alles erschaffen im Himmel und auf Erden, das Sichtbare und das Unsichtbare, Throne und Herrschaften, Mächte und Gewalten; alles ist durch ihn und auf ihn hin geschaffen. Er ist vor aller Schöpfung, in ihm hat alles Bestand. Er ist das Haupt des Leibes, der Leib aber ist die Kirche. Er ist der Ursprung, der Erstgeborene der Toten; so hat er in allem den Vorrang. Denn Gott wollte mit seiner ganzen Fülle in ihm wohnen, um durch ihn alles zu versöhnen. Alles im Himmel und auf Erden wollte er zu Christus führen, der Friede gestiftet hat am Kreuz durch sein Blut.

July 10, 2022

Sonntag, 10. Juli : ps 69(68),14.17.30-31.33-34.36-37.

Ich komme zu dir mit meinem Bittgebet, Herr, zur Zeit der Gnade. Gott, in deiner großen Huld erhöre mich, mit deiner rettenden Treue! Erhöre mich, Herr, in deiner Huld und Güte, wende dich mir zu in deinem großen Erbarmen! Ich aber bin elend und voller Schmerzen; doch deine Hilfe, Gott, wird mich erhöhen. Ich will im Lied den Namen Gottes loben, ich will ihn mit Dank erheben. Die Gebeugten haben es gesehen und sie freuen sich! Ihr, die ihr Gott sucht, euer Herz lebe auf! Denn der Herr hört auf die Armen, seine Gefangenen verachtet er nicht. Denn Gott wird Zion retten, wird Judas Städte neu erbauen. Man wird dort siedeln und das Land besitzen. Die Nachkommen seiner Knechte werden es erben, die seinen Namen lieben, werden darin wohnen.

July 10, 2022

Sonntag, 10. Juli : Deuteronomium 30,10-14.

Mose sprach zum Volk: Du sollst auf die Stimme des Herrn, deines Gottes, hören und auf seine Gebote und Gesetze achten, die in dieser Urkunde der Weisung einzeln aufgezeichnet sind. Du sollst zum Herrn, deinem Gott, mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele zurückkehren. Denn dieses Gebot, auf das ich dich heute verpflichte, geht nicht über deine Kraft und ist nicht fern von dir. Es ist nicht im Himmel, so dass du sagen müsstest: Wer steigt für uns in den Himmel hinauf, holt es herunter und verkündet es uns, damit wir es halten können? Es ist auch nicht jenseits des Meeres, so dass du sagen müsstest: Wer fährt für uns über das Meer, holt es herüber und verkündet es uns, damit wir es halten können? Nein, das Wort ist ganz nah bei dir, es ist in deinem Mund und in deinem Herzen, du kannst es halten.

July 10, 2022

Freitag, 8. Juli : Hl. Vinzenz von Paul

Unser Herr Jesus Christus fordert von uns die Einfachheit der Taube, die darin besteht, Dinge ganz einfach zu sagen, so wie man sie denkt, ohne unnütze Überlegungen, und sich wahrhaftig zu benehmen, ohne Verstellung und Künstelei, und nur auf Gott allein zu schauen; aus diesem Grund wird jeder von uns bestrebt sein, alle seine Handlungen in diesem Geist der Einfachheit zu tun, und sich vor Augen zu halten, dass Gott sich gerne den Einfachen mitteilt und ihnen seine Geheimnisse offenbart, die er vor den Weisen und Klugen verbirgt (Mt 11,25). Aber zur gleichen Zeit, in der Jesus Christus die Einfachheit der Taube empfiehlt, befiehlt er uns, die Klugheit der Schlange zu nutzen, was eine Tugend ist, die uns mit Umsicht sprechen und handeln lässt […] Unser Herr sagte zu den Aposteln, dass er sie wie Schafe unter die Wölfe sandte, und sagte ihnen gleichzeitig, klug wie Schlangen und einfach wie Tauben zu sein. Dann fügt er hinzu: „Nehmt euch aber vor den Menschen in acht! Denn sie werden euch um meinetwillen vor die Gerichte bringen […] Wenn man euch vor Gericht stellt, macht euch keine Sorgen, wie und was ihr reden sollt“ (vgl. Mt 10,17–19). Er spricht zuerst von der Klugheit und dann von der Einfachheit; Klugheit braucht man, um wie Schafe mitten unter Wölfe gehen zu können, wo sie Gefahr liefen, missbraucht zu werden. „Seid klug“, sagt er ihnen, „seid schlau und trotzdem einfach“. „Nehmt euch vor den Menschen in acht“: Nehmt euch mit Klugheit in acht; wenn ihr aber vor die Richter geschleppt werdet, macht euch keine Sorgen, was ihr antworten sollt. Das ist die Einfachheit. Ihr seht, dass unser Herr diese beiden Tugenden verbindet, er will, dass man sie bei der gleichen Gelegenheit benutzt; er empfiehlt uns, dass wir sie auch anwenden und macht uns verständlich, dass Klugheit und Einfachheit gut zusammenpassen, wenn sie recht verstanden werden.

July 8, 2022

Freitag, 8. Juli : Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 10,16-23.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Seht, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe; seid daher klug wie die Schlangen und arglos wie die Tauben! Nehmt euch aber vor den Menschen in acht! Denn sie werden euch vor die Gerichte bringen und in ihren Synagogen auspeitschen. Ihr werdet um meinetwillen vor Statthalter und Könige geführt, damit ihr vor ihnen und den Heiden Zeugnis ablegt. Wenn man euch vor Gericht stellt, macht euch keine Sorgen, wie und was ihr reden sollt; denn es wird euch in jener Stunde eingegeben, was ihr sagen sollt. Nicht ihr werdet dann reden, sondern der Geist eures Vaters wird durch euch reden. Brüder werden einander dem Tod ausliefern und Väter ihre Kinder, und die Kinder werden sich gegen ihre Eltern auflehnen und sie in den Tod schicken. Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden; wer aber bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet. Wenn man euch in der einen Stadt verfolgt, so flieht in eine andere. Amen, ich sage euch: Ihr werdet nicht zu Ende kommen mit den Städten Israels, bis der Menschensohn kommt.

July 8, 2022