Samstag, 6. August : Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 17,1-9.

In jener Zeit nahm Jesus Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg. Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden blendend weiß wie das Licht. Da erschienen plötzlich vor ihren Augen Mose und Elija und redeten mit Jesus. Und Petrus sagte zu ihm: Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Noch während er redete, warf eine leuchtende Wolke ihren Schatten auf sie, und aus der Wolke rief eine Stimme: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören. Als die Jünger das hörten, bekamen sie große Angst und warfen sich mit dem Gesicht zu Boden. Da trat Jesus zu ihnen, fasste sie an und sagte: Steht auf, habt keine Angst! Und als sie aufblickten, sahen sie nur noch Jesus. Während sie den Berg hinabstiegen, gebot ihnen Jesus: Erzählt niemand von dem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist.

August 6, 2022

Samstag, 6. August : ps 97(96),1-2.5-6.8-9.

Der Herr ist König. Es juble die Erde! Freuen sollen sich die vielen Inseln. Rings um ihn her sind Wolken und Dunkel, Gerechtigkeit und Recht sind die Stützen seines Thrones. Berge schmelzen wie Wachs vor dem Herrn, vor dem Angesicht des Herrn der ganzen Erde. Seine Gerechtigkeit verkünden die Himmel, seine Herrlichkeit schauen alle Völker. Zion hört es und freut sich, Judas Töchter jubeln, Herr, über deine Urteile. Denn du, HERR, bist der Höchste über der ganzen Erde, hoch erhaben bist du über alle Götter.

August 6, 2022

Samstag, 6. August : Zweiter Brief des Apostels Petrus 1,16-19.

Brüder! Wir sind nicht irgendwelchen klug ausgedachten Geschichten gefolgt, als wir euch die machtvolle Ankunft Jesu Christi, unseres Herrn, verkündeten, sondern wir waren Augenzeugen seiner Macht und Größe. Er hat von Gott, dem Vater, Ehre und Herrlichkeit empfangen; denn er hörte die Stimme der erhabenen Herrlichkeit, die zu ihm sprach: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe. Diese Stimme, die vom Himmel kam, haben wir gehört, als wir mit ihm auf dem heiligen Berg waren. Dadurch ist das Wort der Propheten für uns noch sicherer geworden, und ihr tut gut daran, es zu beachten; denn es ist ein Licht, das an einem finsteren Ort scheint, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in eurem Herzen.

August 6, 2022

Freitag, 5. August : Hl. Johannes vom Kreuz

Aus freier Wahl verlor ich mich und ward gewonnen. So handelt die von Liebe zu Gott ergriffene Seele; sie verlangt keinen Gewinn und keine Belohnung, sondern hat nur den einen Wunsch, alles und sich selbst zu verlieren, um Gott anzugehören. Und dieses Verlieren hält sie für Gewinn. Dies ist der Sinn des Ausspruches des heiligen Paulus, der da sagt: Mori lucrum. D.h. geistiger Weise allen Dingen und mir selbst absterben für Christus, das ist mein Gewinn (vgl. Phil 1,21). Darum ruft die Seele aus: „Ich ward gewonnen“. Wer sich nicht so zu verlieren weiß, der gewinnt sich nicht, sondern verliert sich, wie unser Herr im Evangelium spricht: „Wer seine Seele gewinnen will, wird sie verlieren, wer sie aber verliert um meinetwillen, wird sie gewinnen“ (Mt 16,25). Wollen wir nun diesen Vers mehr geistigerweise auffassen, entsprechend dem Zweck unserer Abhandlung, dann hat er folgenden Sinn: Ist die Seele auf ihrem geistlichen Wege dahin gelangt, dass sie sich in ihrem Verkehr mit Gott der natürlichen Mittel und Wege ihrer Tätigkeit nicht mehr bedient, ihn nicht mehr mittels Betrachtungen, Bilder und Wahrnehmungen noch auch mittels anderer Empfindungen von seiten der Geschöpfe und Sinne sucht, sondern dies alles sowie ihre gewohnten Weisen verlässt und im Glauben und in Liebe mit Gott verkehrt, dann kann sie in aller Wahrheit sagen, sie sei für Gott gewonnen. Denn jetzt ist sie in Wirklichkeit für alles verloren, was nicht Gott ist, sowie auch für das, was sie in sich ist.

August 5, 2022

Freitag, 5. August : Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 16,24-28.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen. Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt? Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen? Der Menschensohn wird mit seinen Engeln in der Hoheit seines Vaters kommen und jedem Menschen vergelten, wie es seine Taten verdienen. Amen, ich sage euch: Von denen, die hier stehen, werden einige den Tod nicht erleiden, bis sie den Menschensohn in seiner königlichen Macht kommen sehen.

August 5, 2022

Freitag, 5. August : Deuteronomium 32,35cd-36ab.39abcd.41.

Der Tag ihres Verderbens ist nah, und ihr Verhängnis kommt schnell. Ja, der Herr wird seinem Volk Recht geben und mit seinen Dienern Mitleid haben. Jetzt seht: Ich bin es, nur ich, und kein Gott tritt mir entgegen. Ich bin es, der tötet und der lebendig macht. Ich habe verwundet; nur ich werde heilen. Habe ich erst die Klinge meines Schwertes geschliffen, um das Recht in meine Hand zu nehmen, dann zwinge ich meinen Gegnern die Strafe auf und denen, die mich hassen, die Vergeltung.

August 5, 2022

Freitag, 5. August : Buch Nahum 2,1.3.3,1-3.6-7.

Seht auf den Bergen die Schritte des Freudenboten! Er verkündet Frieden! Juda, feiere deine Feste, erfülle deine Gelübde! Denn der Unheilstifter durchstreift dein Land nicht mehr; er ist völlig vernichtet. Wahrhaftig, der Herr stellt die Pracht Jakobs wieder her wie die Pracht Israels; denn Verwüster haben sie verwüstet und ihre jungen Pflanzen vernichtet. Weh der Stadt voll Blutschuld; sie ist nichts als Lüge. Voll von Raffgier ist sie, vom Rauben lässt sie nicht ab. Knallen von Peitschen und Gedröhn rasselnder Räder, rennende Pferde und holpernde Wagen. Hetzende Reiter, flammende Schwerter, blitzende Lanzen, eine Menge Erschlagener, eine Masse von Toten, kein Ende der Leichen, man stolpert über die Leiber. Mit Kot bewerfe ich dich, gebe dich der Verachtung preis und mache dich zum Schaustück. Dann wird es geschehen: Wer immer dich sieht, schreckt vor dir zurück und sagt: Verwüstet ist Ninive. Wer zeigt ihr Teilnahme? Wo soll ich dir einen Tröster suchen?

August 5, 2022

Donnerstag, 4. August : Hl. Johannes Chrysostomus

Petrus sollte die Schlüssel der Kirche und sogar die des Himmels erhalten; die Leitung eines großen Volkes sollte ihm anvertraut werden. […] Wenn Petrus mit seiner Neigung zur Strenge ohne Sünde geblieben wäre, wie hätte er dann Barmherzigkeit gegenüber den ihm Anvertrauten zeigen können? Darum ist er nach dem Plan der göttlichen Gnade der Sünde erlegen, so dass er sich, nachdem er sich selber in seiner Erbärmlichkeit erfahren hatte, anderen gegenüber gütig erweisen konnte. Bedenke wohl: Ausgerechnet Petrus ist es, der in Sünde fiel, er, der Erste der Apostel, das feste Fundament, der unzerstörbare Fels, der Führer der Kirche, der uneinnehmbare Hafen, der unerschütterliche Wehrturm, dieser Petrus, der zu Jesus Christus gesagt hatte: „Und wenn ich mit dir sterben müsste – ich werde dich nie verleugnen“ (Mt 26,35), er, der durch göttliche Offenbarung die Wahrheit bekannt hatte: „Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes!“ Das Evangelium berichtet also, dass in der Nacht, in der Jesus ausgeliefert wurde […], eine Magd zu Petrus sprach: „Auch du warst mit diesem Jesus aus Galiläa zusammen“, worauf Petrus antwortete: „Ich kenne den Menschen nicht“ (Mt 26,69.72). […] Er, die Säule, die Festung, versagt angesichts der Verdächtigung einer Frau. […] Jesus richtete seinen Blick auf ihn […]; Petrus begriff, was er getan hatte, bereute seine Schuld und fing an zu weinen. Und sogleich gewährte ihm der barmherzige Herr Vergebung. […] Petrus ist der Sünde erlegen, damit diese Erfahrung des Schuldigwerdens und der ihm vom Herrn geschenkten Vergebung ihn dazu führe, auch seinerseits anderen aus Liebe zu vergeben. Damit erfüllte er einen Plan der Vorsehung, der Gottes Art zu Wirken entspricht. Es war notwendig, dass Petrus, dem die Kirche anvertraut werden sollte, er, die Säule der Kirche (vgl. Gal 2,9), der Hafen des Glaubens, der die ganze Welt unterweisen sollte, sich als schwach und sündig erwies. Ja, wirklich, so war es, dass seine Schwäche ihm zum Anlass wurde, anderen gegenüber Güte walten zu lassen.

August 4, 2022

Donnerstag, 4. August : Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 16,13-23.

In jener Zeit, als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger: Für wen halten die Leute den Menschensohn? Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Simon Petrus antwortete: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes! Jesus sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Ich aber sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein. Dann befahl er den Jüngern, niemand zu sagen, dass er der Messias sei. Von da an begann Jesus, seinen Jüngern zu erklären, er müsse nach Jerusalem gehen und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten vieles erleiden; er werde getötet werden, aber am dritten Tag werde er auferstehen. Da nahm ihn Petrus beiseite und machte ihm Vorwürfe; er sagte: Das soll Gott verhüten, Herr! Das darf nicht mit dir geschehen! Jesus aber wandte sich um und sagte zu Petrus: Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen! Du willst mich zu Fall bringen; denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen.

August 4, 2022

Donnerstag, 4. August : ps 51(50),12-13.14-15.18-19.

Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz und einen festen Geist erneuere in meinem Innern! Verwirf mich nicht vor deinem Angesicht, deinen heiligen Geist nimm nicht von mir! Gib mir wieder die Freude deines Heiles, rüste mich aus mit dem Geist der Großmut! Ich will die Frevler deine Wege lehren und die Sünder kehren um zu dir. Schlachtopfer willst du nicht, ich würde sie geben, an Brandopfern hast du kein Gefallen. Schlachtopfer für Gott ist ein zerbrochener Geist, ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verschmähen.

August 4, 2022