Freitag, 14. Oktober : ps 33(32),1-2.4-5.12-13.

Jubelt im Herrn, ihr Gerechten, den Redlichen ziemt der Lobgesang. Preist den Herrn mit der Zither, spielt für ihn auf der zehnsaitigen Harfe! Das Wort des HERRN ist redlich, all sein Tun ist verlässlich. Er liebt Gerechtigkeit und Recht, erfüllt von der Huld des HERRN ist die Erde. Selig die Nation, deren Gott der HERR ist, das Volk, das er sich zum Erbteil erwählt hat. Der HERR blickt herab vom Himmel, er sieht alle Menschen.

October 14, 2022

Donnerstag, 13. Oktober : Hl. Gregor von Nazianz

Der, den du jetzt geringschätzest, stand einst hoch über dir; er, der jetzt Mensch ist, war ewig vollkommen. Er war im Anfang, ohne Ursprung; dann setzte er sich den Unwägbarkeiten dieser Welt aus. […] Das tat er, um dich zu retten; dich, der du ihn beleidigst; der du Gott verachtest, weil er deine unedle Natur angenommen hat. […] In Windeln wurde er gewickelt, doch bei seiner Auferstehung entledigte er sich des Leichentuchs. Er wurde in eine Futterkrippe gelegt, aber von Engeln verherrlicht, von einem Stern angekündigt, von den Weisen aus dem Morgenland angebetet. […] Er musste nach Ägypten fliehen, aber befreite dieses Land vom Aberglauben der Ägypter. Vor seinen Feinden hatte er „keine schöne und edle Gestalt“ (Jes 53,2), für David aber war er „der Schönste von allen Menschen“ (Ps 45(44),3), und auf dem Berg leuchtete er heller als die Sonne (vgl. Mt 17,1–2). Als Mensch wurde er getauft; aber als Gott wusch er unsere Sünden ab; er selbst hatte keine Reinigung nötig, doch er wollte das Wasser heiligen. Als Mensch wurde er versucht; doch als Gott triumphierte er, der „die Welt besiegt hat“ (vgl. Joh 16,8). […] Er litt Hunger und speiste doch Tausende als „das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist“ (Joh 6,51). Er litt Durst, doch er rief aus: „Wer Durst hat, komme zu mir und trinke“ (vgl. Joh 7,37). Er kannte Müdigkeit, wurde aber zum Ruheort für alle, die „sich plagen und schwere Lasten zu tragen haben“ (vgl. Mt 11,28). […] Er lässt sich „Samariter und von einem Dämon besessen“ (Joh 8,48) nennen; aber er ist es, der den Mann rettet, der unter die Räuber gefallen war (vgl. Lk 10,29–30), und der die Dämonen in die Flucht schlägt. […] Er betet, aber er selbst ist es, der die Gebete erhört. Er weint, aber er ist es, der die Tränen versiegen lässt. Er wurde zu einem Spottpreis verkauft; aber er ist es, der die Welt loskauft, und zwar um einen teuren Preis: durch sein eigenes Blut. Wie ein Schaf wird er zum Tode geführt, er aber führt Israel – und heute die ganze Welt – zur wahren Weide (vgl. Ez 34,14). Wie ein Lamm verstummte er; aber er ist das Wort, angekündigt durch die Stimme dessen, der in der Wüste ruft (vgl. Mk 1,3). Er war entkräftet und verwundet; er aber ist es, der alle Krankheiten und Leiden heilt (vgl. Mt 9,35). Er wurde am Holz erhöht und daran festgenagelt; er aber ist es, der uns durch den Baum des Lebens wieder aufrichtet. […] Er stirbt, aber macht lebendig und vernichtet den Tod. Er wird begraben, aber er steht vom Tode auf und befreit in seiner Himmelfahrt die Seelen aus der Unterwelt.

October 13, 2022

Donnerstag, 13. Oktober : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 11,47-54.

In jener Zeit sprach Jesus: Weh euch! Ihr errichtet Denkmäler für die Propheten, die von euren Vätern umgebracht wurden. Damit bestätigt und billigt ihr, was eure Väter getan haben. Sie haben die Propheten umgebracht, ihr errichtet ihnen Bauten. Deshalb hat auch die Weisheit Gottes gesagt: Ich werde Propheten und Apostel zu ihnen senden, und sie werden einige von ihnen töten und andere verfolgen, damit das Blut aller Propheten, das seit der Erschaffung der Welt vergossen worden ist, an dieser Generation gerächt wird, vom Blut Abels bis zum Blut des Zacharias, der im Vorhof zwischen Altar und Tempel umgebracht wurde. Ja, das sage ich euch: An dieser Generation wird es gerächt werden. Weh euch Gesetzeslehrern! Ihr habt den Schlüssel der Tür zur Erkenntnis weggenommen. Ihr selbst seid nicht hineingegangen, und die, die hineingehen wollten, habt ihr daran gehindert. Als Jesus das Haus verlassen hatte, begannen die Schriftgelehrten und die Pharisäer, ihn mit vielerlei Fragen hartnäckig zu bedrängen; sie versuchten, ihm eine Falle zu stellen, damit er sich in seinen eigenen Worten verfange.

October 13, 2022

Donnerstag, 13. Oktober : ps 98(97),1.2-3ab.3cd-4.5-6.

Singet dem Herrn ein neues Lied; denn er hat wunderbare Taten vollbracht! Geholfen hat ihm seine Rechte und sein heiliger Arm. Der Herr hat sein Heil bekannt gemacht und sein gerechtes Wirken enthüllt vor den Augen der Völker. Er gedachte seiner Huld und seiner Treue zum Hause Israel. Alle Enden der Erde sahen das Heil unsres Gottes. Jauchzet dem Herrn, alle Lande, freut euch, jubelt und singt! Spielt dem Herrn auf der Harfe, auf der Harfe zu lautem Gesang! Zum Schall der Trompeten und Hörner jauchzt vor dem Herrn, dem König!

October 13, 2022

Donnerstag, 13. Oktober : Brief des Apostels Paulus an die Epheser 1,1-10.

Paulus, durch den Willen Gottes Apostel Christi Jesu, an die Heiligen in Ephesus, die an Christus Jesus glauben. Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus: Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel. Denn in ihm hat er uns erwählt vor der Erschaffung der Welt, damit wir heilig und untadelig leben vor Gott; er hat uns aus Liebe im Voraus dazu bestimmt, seine Söhne zu werden durch Jesus Christus und nach seinem gnädigen Willen zu ihm zu gelangen, zum Lob seiner herrlichen Gnade. Er hat sie uns geschenkt in seinem geliebten Sohn; durch sein Blut haben wir die Erlösung, die Vergebung der Sünden nach dem Reichtum seiner Gnade. Durch sie hat er uns mit aller Weisheit und Einsicht reich beschenkt und hat uns das Geheimnis seines Willens kundgetan, wie er es gnädig im voraus bestimmt hat: Er hat beschlossen, die Fülle der Zeiten heraufzuführen, in Christus alles zu vereinen, alles, was im Himmel und auf Erden ist.

October 13, 2022

Mittwoch, 12. Oktober : Hl. Pater Pio von Pietrelcina

Die wahre Demut des Herzens wird eher empfunden und gelebt als nach außen getragen. Zwar sollten wir in der Gegenwart Gottes immer demütig sein, aber nicht jene falsche Demut entwickeln, die nur zu Entmutigung, Überforderung und Verzweiflung führt. Wir sollten uns selbst misstrauen, unsere Interessen nicht über die der anderen stellen und uns selbst geringer einschätzen als unseren Nächsten. Wenn wir schon Geduld brauchen, um das Elend anderer zu ertragen, brauchen wir noch mehr Geduld, um zu lernen, uns selbst zu ertragen. Setzte angesichts deiner täglichen Treulosigkeiten immer wieder Akte der Demut. Wenn der Herr dich so reumütig sieht, wird er dir seine Hand entgegenstrecken und dich an sich ziehen. In dieser Welt verdient niemand irgendetwas; alles gewährt uns der Herr aus reinem Wohlwollen und weil er uns in seiner unendlichen Güte alles verzeiht.

October 12, 2022

Mittwoch, 12. Oktober : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 11,42-46.

In jener Zeit sprach Jesus: Weh euch Pharisäern! Ihr gebt den Zehnten von Minze, Gewürzkraut und allem Gemüse, die Gerechtigkeit aber und die Liebe zu Gott vergesst ihr. Man muss das eine tun, ohne das andere zu unterlassen. Weh euch Pharisäern! Ihr wollt in den Synagogen den vordersten Sitz haben und auf den Straßen und Plätzen von allen gegrüßt werden. Weh euch: Ihr seid wie Gräber, die man nicht mehr sieht; die Leute gehen darüber, ohne es zu merken. Darauf erwiderte ihm ein Gesetzeslehrer: Meister, damit beleidigst du auch uns. Er antwortete: Weh auch euch Gesetzeslehrern! Ihr ladet den Menschen Lasten auf, die sie kaum tragen können, selbst aber rührt ihr keinen Finger dafür.

October 12, 2022

Mittwoch, 12. Oktober : ps 1,1-2.3.4.6.

Wohl dem Mann, der nicht dem Rat der Frevler folgt, nicht auf dem Weg der Sünder geht, nicht im Kreis der Spötter sitzt, sondern Freude hat an der Weisung des Herrn, über seine Weisung nachsinnt bei Tag und bei Nacht. Er ist wie ein Baum, der an Wasserbächen gepflanzt ist, der zur rechten Zeit seine Frucht bringt und dessen Blätter nicht welken. Alles, was er tut, wird ihm gut gelingen. Nicht so die Frevler: Sie sind wie Spreu, die der Wind verweht. Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten, der Weg der Frevler aber führt in den Abgrund.

October 12, 2022

Mittwoch, 12. Oktober : Brief des Paulus an die Galater 5,18-25.

Brüder! Wenn ihr euch aber vom Geist führen lasst, dann steht ihr nicht unter dem Gesetz. Die Werke des Fleisches sind deutlich erkennbar: Unzucht, Unsittlichkeit, ausschweifendes Leben, Götzendienst, Zauberei, Feindschaften, Streit, Eifersucht, Jähzorn, Eigennutz, Spaltungen, Parteiungen, Neid und Missgunst, Trink- und Essgelage und ähnliches mehr. Ich wiederhole, was ich euch schon früher gesagt habe: Wer so etwas tut, wird das Reich Gottes nicht erben. Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung; dem allem widerspricht das Gesetz nicht. Alle, die zu Christus Jesus gehören, haben das Fleisch und damit ihre Leidenschaften und Begierden gekreuzigt. Wenn wir aus dem Geist leben, dann wollen wir dem Geist auch folgen.

October 12, 2022

Dienstag, 11. Oktober : Hl. Ambrosius

„O ihr Pharisäer! Ihr haltet […] Becher und Teller außen sauber“ (Lk 11,39). Wie du siehst, werden unsere Leiber ausdrücklich mit solchen irdischen und zerbrechlichen Dingen bezeichnet, die, wenn sie nur von geringer Höhe jäh herabfallen, in Scherben gehen. Und wie der Inhalt eines Bechers, so schimmert auch das leicht nach außen durch, was der Geist im Inneren durch die leiblichen Sinne und Handlungen an den Tag gelegt wissen will. […] Nicht also das Äußere an diesem Becher oder dieser Schüssel, wie du siehst, sondern das Innere verunreinigt. Darum zeigte der Herr als guter Lehrer, wie wir unsere leibliche Makel reinwaschen sollen, indem er mahnt: „Gebt lieber, was in den Schüsseln ist, den Armen, dann ist für euch alles rein“ (Lk 11,41). Wie viele Heilmittel, wie du siehst! Es reinigt uns die Barmherzigkeit, es reinigt uns Gottes Wort, wie geschrieben steht: „Ihr seid schon rein durch das Wort, das ich zu euch gesagt habe“ (Joh 15,3). Die ganze prächtige Stelle zielt nun von jetzt an (vgl. Lk 11,42ff.) – insofern sie uns zum eifrigen Streben nach schlichter Wahrheit anspornt – auf die Verurteilung der unnützen, irdischen Bräuche der Juden ab, die ihrer fleischlichen Auffassung des Gesetzesinhaltes zufolge nicht umsonst mit einem Glasgefäß und einer Schüssel ob deren Zerbrechlichkeit verglichen werden, eine Observanz beobachten, die bei uns keineswegs in Brauch ist, jene aber, in der die Frucht unserer Hoffnung beruht, ablehnen und daher mit der Verachtung des Besseren schwere Schuld auf sich laden. Und doch wird auch ihrer Verschuldung Vergebung in Aussicht gestellt, wenn Mildherzigkeit ihr folgt.

October 11, 2022