Sonntag, 6. November : Zweiter Brief des Apostels Paulus an die Thessalonicher 2,16-17.3,1-5.

Brüder! Jesus Christus aber, unser Herr, und Gott, unser Vater, der uns seine Liebe zugewandt und uns in seiner Gnade ewigen Trost und sichere Hoffnung geschenkt hat, tröste euch und gebe euch Kraft zu jedem guten Werk und Wort. Im übrigen, Brüder, betet für uns, damit das Wort des Herrn sich ausbreitet und verherrlicht wird, ebenso wie bei euch. Betet auch darum, dass wir vor den bösen und schlechten Menschen gerettet werden; denn nicht alle nehmen den Glauben an. Aber der Herr ist treu; er wird euch Kraft geben und euch vor dem Bösen bewahren. Wir vertrauen im Herrn auf euch, dass ihr jetzt und auch in Zukunft tut, was wir anordnen. Der Herr richte euer Herz darauf, dass ihr Gott liebt und unbeirrt auf Christus wartet.

November 6, 2022

Sonntag, 6. November : ps 17(16),1.3.5-6.8.15.

Höre, Herr, die gerechte Sache, achte auf mein Flehen, vernimm mein Gebet von Lippen ohne Falsch! Mein Mund verging sich nicht, trotz allem, was die Menschen auch treiben; ich halte mich an das Wort deiner Lippen. Auf dem Weg deiner Gebote gehn meine Schritte, meine Füße wanken nicht auf deinen Pfaden. Ich rufe dich an, denn du, Gott, erhörst mich. Wende dein Ohr mir zu, vernimm meine Rede! Behüte mich wie den Augapfel, den Stern des Auges, birg mich im Schatten deiner Flügel. Ich aber will in Gerechtigkeit dein Angesicht schauen, mich satt sehen an deiner Gestalt, wenn ich erwache.

November 6, 2022

Samstag, 5. November : Hl. Gregor von Nazianz

Meine Brüder und meine Freunde, wir wollen keine unehrlichen Verwalter der uns anvertrauten Güter sein (vgl. Lk 16,1f.), damit wir nicht etwa hören müssen, wie der hl. Petrus zu uns sagt: „Schämt euch, die ihr fremdes Eigentum zurückhaltet. Ahmt die Gerechtigkeit Gottes nach, dann wird es keinen Armen mehr geben.“ Mühen wir uns also nicht so sehr, Dinge anzuhäufen, während andere vor Armut darben; denn sonst müssen wir uns die strengen Vorhaltungen des Propheten Amos anhören: „Hütet euch, die ihr sagt: Wann ist das Neumondfest vorbei? Wir wollen Getreide verkaufen. Und wann ist der Sabbat vorbei? Wir wollen den Kornspeicher öffnen“ (vgl. Am 8,5). […] Üben wir uns in der Umsetzung dieses erhabenen und vorrangigen Gesetzes Gottes, der es regnen lässt über Gerechte und Sünder und der die Sonne gleichermaßen aufgehen lässt über allen (vgl. Mt 5,45). Er breitet für alle die unermesslichen Weiten der unbebauten Erde aus, die Quellen, Flüsse und Wälder; den Vögeln gibt er die Luft und allen Wassertieren das Wasser. Er teilt an alle großzügig aus, was sie zum Leben brauchen: Nichts davon nehmen die Mächtigen in Beschlag, nichts davon wird durch ein Gesetz eingeschränkt oder rationiert. Alles Nötige ist gemeinsamer Besitz und in Fülle vorhanden. Und deshalb bietet Gott es an, ohne dass jemand enttäuscht zurückbleibt. Denn er möchte durch diese Gleichheit in seinen Gaben die gleiche Würde der Natur ehren und die ganze Großzügigkeit seiner Wohltätigkeit zeigen.

November 5, 2022

Samstag, 5. November : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 16,9-15.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich sage euch: Macht euch Freunde mit Hilfe des ungerechten Mammons, damit ihr in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet, wenn es mit euch zu Ende geht. Wer in den kleinsten Dingen zuverlässig ist, der ist es auch in den großen, und wer bei den kleinsten Dingen Unrecht tut, der tut es auch bei den großen. Wenn ihr im Umgang mit dem ungerechten Reichtum nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann das wahre Gut anvertrauen? Und wenn ihr im Umgang mit dem fremden Gut nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann euer wahres Eigentum geben? Kein Sklave kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon. Das alles hörten auch die Pharisäer, die sehr am Geld hingen, und sie lachten über ihn. Da sagte er zu ihnen: Ihr redet den Leuten ein, dass ihr gerecht seid; aber Gott kennt euer Herz. Denn was die Menschen für großartig halten, das ist in den Augen Gottes ein Greuel.

November 5, 2022

Samstag, 5. November : ps 112(111),1-2.5-6.8a.9.

Wohl dem Mann, der den Herrn fürchtet und ehrt und sich herzlich freut an seinen Geboten. Seine Nachkommen werden mächtig im Land, das Geschlecht der Redlichen wird gesegnet. Wohl dem Mann, der gütig und zum Helfen bereit ist, der das Seine ordnet, wie es recht ist. Niemals gerät er ins Wanken; ewig denkt man an den Gerechten. Sein Herz ist getrost, er fürchtet sich nie; Reichlich gibt er den Armen, sein Heil hat Bestand für immer; er ist mächtig und hoch geehrt.

November 5, 2022

Freitag, 4. November : Hl. Franz Xaver

Aus diesen Gebieten [Indien und Sri Lanka] kann ich dir nur das Eine schreiben: Die Tröstungen, die Gott, unser Herr, denen zukommen lässt, die zu den Heiden gehen, um sie zum Glauben an Christus zu bekehren, sind so groß, dass, wenn es in diesem Leben überhaupt eine Freude gibt, es diese ist. Oftmals kommt mir zu Ohren, dass jemand, der sich unter diese Christen begibt, sagt: „Herr, gib mir nicht so viele Tröstungen in diesem Leben! Aber da du sie mir in deiner unendlichen Güte und Barmherzigkeit gibst, so nimm mich mit in deine heilige Herrlichkeit! Es ist in der Tat so schwer, zu leben, ohne dich zu sehen, wenn du dich einmal deinem Geschöpf so gezeigt hast.“ Ach, wenn doch diejenigen, die nach Gelehrsamkeit streben, sich bei der Suche nach diesen Tröstungen des Apostolats ebenso viel Mühe geben würden, wie sie sich Tag und Nacht anstrengen, um Wissen zu erwerben! Wenn ein Student die Freuden, die er beim Lernen sucht, darin suchen würde, seinen Nächsten das zu vermitteln, was sie brauchen, um Gott zu erkennen und ihm zu dienen – um wie viel mehr würde er getröstet und besser vorbereitet sein, Rechenschaft über sich selbst abzulegen, wenn Christus wiederkommt und ihn auffordern wird: „Leg Rechenschaft ab über deine Verwaltung!“ […] Ich schließe mit der Bitte an Gott, unseren Herrn […], dass er uns in seiner heiligen Herrlichkeit versammeln möge. Um diese Gnadengabe Gottes zu erlangen, wollen wir alle heiligen Seelen der Gebiete, in denen ich mich befinde, als Anwälte und Fürsprecher anrufen. […] Alle diese heiligen Seelen bitte ich, uns von Gott, unserem Herrn, für die restliche Zeit unserer Trennung die Gnade zu erwirken, tief in unseren Seelen seinen heiligsten Willen zu erkennen und ihn vollkommen zu erfüllen.

November 4, 2022

Freitag, 4. November : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 16,1-8.

In jener Zeit sagte Jesus zu seinen Jüngern: Ein reicher Mann hatte einen Verwalter. Diesen beschuldigte man bei ihm, er verschleudere sein Vermögen. Darauf ließ er ihn rufen und sagte zu ihm: Was höre ich über dich? Leg Rechenschaft ab über deine Verwaltung! Du kannst nicht länger mein Verwalter sein. Da überlegte der Verwalter: Mein Herr entzieht mir die Verwaltung. Was soll ich jetzt tun? Zu schwerer Arbeit tauge ich nicht, und zu betteln schäme ich mich. Doch - ich weiß, was ich tun muss, damit mich die Leute in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich als Verwalter abgesetzt bin. Und er ließ die Schuldner seines Herrn, einen nach dem andern, zu sich kommen und fragte den ersten: Wieviel bist du meinem Herrn schuldig? Er antwortete: Hundert Fass Öl. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich gleich hin, und schreib «fünfzig». Dann fragte er einen andern: Wieviel bist du schuldig? Der antwortete: Hundert Sack Weizen. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, und schreib «achtzig». Und der Herr lobte die Klugheit des unehrlichen Verwalters und sagte: Die Kinder dieser Welt sind im Umgang mit ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichtes.

November 4, 2022

Freitag, 4. November : ps 122(121),1-3.4-5.

Ich freute mich, als man mir sagte: „Zum Haus des Herrn wollen wir pilgern. Schon stehen wir in deinen Toren, Jerusalem: Jerusalem, du starke Stadt, dicht gebaut und fest gefügt. Dorthin ziehen die Stämme hinauf, die Stämme des Herrn, wie es Israel geboten ist, den Namen des Herrn zu preisen. Denn dort stehen Throne bereit für das Gericht, die Throne des Hauses David.

November 4, 2022

Donnerstag, 3. November : Ludolf von Sachsen

Herr Jesus Christus, um uns den Gipfel der Tugenden zu lehren, bist du mit deinen Jüngern den Berg hinaufgestiegen. Dort hast du hast sie die Seligpreisungen und die erhabenen Tugenden gelehrt und ihnen für jede von ihnen einen eigenen Lohn versprochen. Gewähre mir in meiner Gebrechlichkeit die Gnade, deine Stimme zu hören, mich aufzumachen, diese Tugenden zu üben, und so Verdienste zu erwerben und durch deine Barmherzigkeit den verheißenen Lohn zu empfangen. Lass mich immer den Lohn im Auge behalten, damit ich die Mühen der Arbeit nicht scheue. Lass die Hoffnung auf das ewige Heil mir die Bitternis der Arznei versüßen, indem sie meine Seele entflammt durch den Glanz deines Erlösungswerkes. Mach aus dem Elenden, der ich bin, einen Seligen, und führe mich durch deine Gnade aus der Seligkeit in dieser Welt zur Seligkeit der ewigen Heimat. Komm, Herr Jesus, und suche deinen Diener, dein verirrtes und erschöpftes Schaf. Komm, Bräutigam der Kirche, und suche die verlorene Drachme. Komm, Vater des Erbarmens, und nimm den verlorenen Sohn, der zu dir heimkehrt, wieder auf. Komm doch, Herr, denn nur du kannst das verirrte Schaf zurückbringen, die verlorene Drachme wiederfinden und den abtrünnigen Sohn mit dir versöhnen. Komm, damit der Erde Heil widerfährt und im Himmel Freude herrscht. Bekehre mich zu dir und verleihe mir, echte und vollkommene Buße zu tun, damit die Engel sich über mich freuen können. Liebreichster Jesus, weil deine Liebe zu mir Sünder unermesslich ist, bitte ich dich: Lass mich dich allein und über alles lieben und nur bei dir Trost finden, du mein liebreichster Gott.

November 3, 2022

Donnerstag, 3. November : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 15,1-10.

In jener Zeit kamen alle Zöllner und Sünder zu Jesus, um ihn zu hören. Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: Er gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen. Da erzählte er ihnen ein Gleichnis und sagte: Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eins davon verliert, lässt er dann nicht die neunundneunzig in der Wüste zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet? Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es voll Freude auf die Schultern, und wenn er nach Hause kommt, ruft er die Freunde und Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: Freut euch mit mir, denn ich habe mein Schaf wiedergefunden, das verloren war! Ich sage euch: Ebenso wird im Himmel mehr Freude herrschen über einen einzigen Sünder, der umkehrt, als über neunundneunzig Gerechte, die keine Umkehr nötig haben. Oder wenn eine Frau zehn Drachmen hat und eine davon verliert, zündet sie dann nicht eine Lampe an, fegt das ganze Haus und sucht unermüdlich, bis sie das Geldstück findet? Und wenn sie es gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und sagt: Freut euch mit mir; ich habe die Drachme wiedergefunden, die ich verloren hatte. Ich sage euch: Ebenso herrscht auch bei den Engeln Gottes Freude über einen einzigen Sünder, der umkehrt.

November 3, 2022