Mittwoch, 9. November : Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Joh 2,13-22.

Das Paschafest der Juden war nahe, und Jesus zog nach Jerusalem hinauf. Im Tempel fand er die Verkäufer von Rindern, Schafen und Tauben und die Geldwechsler, die dort saßen. Er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle aus dem Tempel hinaus, dazu die Schafe und Rinder; das Geld der Wechsler schüttete er aus, und ihre Tische stieß er um. Zu den Taubenhändlern sagte er: Schafft das hier weg, macht das Haus meines Vaters nicht zu einer Markthalle! Seine Jünger erinnerten sich an das Wort der Schrift: Der Eifer für dein Haus verzehrt mich. Da stellten ihn die Juden zur Rede: Welches Zeichen lässt du uns sehen als Beweis, dass du dies tun darfst? Jesus antwortete ihnen: Reißt diesen Tempel nieder, in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten. Da sagten die Juden: Sechsundvierzig Jahre wurde an diesem Tempel gebaut, und du willst ihn in drei Tagen wieder aufrichten? Er aber meinte den Tempel seines Leibes. Als er von den Toten auferstanden war, erinnerten sich seine Jünger, dass er dies gesagt hatte, und sie glaubten der Schrift und dem Wort, das Jesus gesprochen hatte.

November 9, 2022

Mittwoch, 9. November : ps 46(45),2-3.5-6.8-9.

Gott ist uns Zuflucht und Stärke, ein bewährter Helfer in allen Nöten. Darum fürchten wir uns nicht, wenn die Erde auch wankt, wenn Berge stürzen in die Tiefe des Meeres. Die Wasser eines Stromes erquicken die Gottesstadt, des Höchsten heilige Wohnung. Gott ist in ihrer Mitte, darum wird sie niemals wanken; Gott hilft ihr, wenn der Morgen anbricht. Der Herr der Heerscharen ist mit uns, der Gott Jakobs ist unsre Burg. Kommt und schaut die Taten des Herrn, der Furchtbares vollbringt auf der Erde.

November 9, 2022

Dienstag, 8. November : Hl. Augustinus

Bevor der Herr Jesus kam, setzten die Menschen die Ehre in sich selbst; da kam jener Mensch, damit die Ehre des Menschen gemindert und die Ehre Gottes vermehrt würde. Denn er kam ohne Sünde und fand alle in der Sünde. Wenn er so kam, um die Sünden zu vergeben, so muss Gott Gnade üben, der Mensch bekennen. Denn das Bekenntnis des Menschen ist die Niedrigkeit des Menschen, die Erbarmung Gottes ist die Erhabenheit Gottes. Wenn er also kam, dem Menschen die Sünden zu erlassen, so muss der Mensch seine Niedrigkeit anerkennen und Gott sein Erbarmen zeigen. „Er muss wachsen, ich aber abnehmen“, d. h. er muss geben, ich aber empfangen; er muss verherrlicht werden, ich aber bekennen. Es erkenne der Mensch seine Stellung und bekenne Gott und höre den Apostel, wie er zu dem hochfahrenden und übermütigen Menschen, der sich erheben möchte, sagt: „Was hast du denn, was du nicht empfangen hast? Wenn du es aber empfangen hast, was rühmst du dich, als hättest du es nicht empfangen“ (1 Kor 4,7). Es erkenne also der Mensch, dass er empfangen hat, er, der sein nennen wollte, was ihm nicht gehört, und verdemütige sich; denn es ist gut für ihn, dass Gott in ihm verherrlicht wird. Er soll in sich selbst abnehmen, damit er in Gott zunehme.

November 8, 2022

Dienstag, 8. November : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 17,7-10.

In jener Zeit sprach Jesus: Wenn einer von euch einen Sklaven hat, der pflügt oder das Vieh hütet, wird er etwa zu ihm, wenn er vom Feld kommt, sagen: Nimm gleich Platz zum Essen? Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Mach mir etwas zu essen, gürte dich, und bediene mich; wenn ich gegessen und getrunken habe, kannst auch du essen und trinken. Bedankt er sich etwa bei dem Sklaven, weil er getan hat, was ihm befohlen wurde? So soll es auch bei euch sein: Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sollt ihr sagen: Wir sind unnütze Sklaven; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan.

November 8, 2022

Dienstag, 8. November : ps 37(36),3-4.18.23.27.29.

Vertrau auf den Herrn und tu das Gute, bleib wohnen im Land und bewahre Treue! Freu dich innig am Herrn! Dann gibt er dir, was dein Herz begehrt. Der Herr kennt die Tage der Bewährten, ihr Erbe hat ewig Bestand. Der Herr festigt die Schritte des Mannes, er hat Gefallen an seinem Weg. Meide das Böse und tu das Gute, so bleibst du wohnen für immer. Die Gerechten werden das Land besitzen und darin wohnen für alle Zeiten.

November 8, 2022

Montag, 7. November : Hl. Augustinus

„Alle Wege des Herrn sind Erbarmen und Wahrheit für die, welche seinen Bund und seine Zeugnisse bewahren“ (Ps 24(25),10 Vulg.). Was dieser Psalm über Erbarmen und Wahrheit sagt, ist von größter Bedeutung. […] Er spricht von Erbarmen, weil Gott nicht auf unsere Verdienste schaut, sondern auf seine Güte; er will uns ja unsere Sünden vergeben und uns das ewige Leben verheißen. Er spricht auch von Wahrheit, denn Gott steht immer zu seinen Verheißungen. Lasst uns also dieses göttliche Vorbild anerkennen und Gott nachahmen, der uns sein Erbarmen und seine Wahrheit erwiesen hat. […] Lasst uns wie er in dieser Welt Werke voller Erbarmen und Wahrheit vollbringen. Lasst uns gut sein zu den Schwachen, den Armen und sogar zu unseren Feinden. Lasst uns in der Wahrheit leben und das Böse meiden. Wir wollen nicht Sünden anhäufen, denn wer sich in Vermessenheit auf Gottes Güte verlässt, lässt in sich den Willen aufkommen, Gott für ungerecht zu halten. Er bildet sich ein, dass, selbst wenn er in seinen Sünden verharrt und sich der Reue verschließt, Gott ihm dennoch einen Platz unter seinen treuen Dienern zuweisen werde. Aber wäre es denn gerecht, wenn Gott dir den gleichen Platz zuweisen würde wie denen, die ihren Sünden abgeschworen haben, während du in deinen Sünden verharrst? […] Warum also willst du, dass Gott sich deinem Willen beugt? Unterwirf du dich lieber seinem Willen. Zu Recht sagt der Psalmist in diesem Zusammenhang: „Er wird bestehen bleiben in Ewigkeit vor Gott; sein Erbarmen und seine Wahrheit, wer kann sie erforschen?“ (vgl. Ps 60(61),8 Vulg.). […] Warum heißt es „vor Gott“? Viele suchen in den heiligen Büchern Erkenntnis über die Liebe des Herrn und seine Wahrheit. Sobald ihnen das aber gelungen ist, leben sie für sich selbst und nicht für ihn. Sie verfolgen ihre eigenen Interessen und nicht die Interessen Jesu Christi. Sie predigen Erbarmen und Wahrheit, aber leben sie nicht. Wenn einer Gott und Christus liebt, dann sucht er, wenn er Gottes Erbarmen und seine Wahrheit verkündet, Gottes Interessen und nicht seine eigenen. Er predigt nicht, um sich selbst materielle Vorteile zu verschaffen, sondern zum Wohl der Glieder Christi, also seiner Gläubigen. An sie teilt er aus, was er im Geist der Wahrheit erkannt hat, und zwar so, dass „die Lebenden nicht mehr für sich leben, sondern für den, der für sie starb“ (2 Kor 5,15). „Sein Erbarmen und seine Wahrheit, wer kann sie erforschen?“

November 7, 2022

Montag, 7. November : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 17,1-6.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Es ist unvermeidlich, dass Verführungen kommen. Aber wehe dem, der sie verschuldet. Es wäre besser für ihn, man würde ihn mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer werfen, als dass er einen von diesen Kleinen zum Bösen verführt. Seht euch vor! Wenn dein Bruder sündigt, weise ihn zurecht; und wenn er sich ändert, vergib ihm. Und wenn er sich siebenmal am Tag gegen dich versündigt und siebenmal wieder zu dir kommt und sagt: Ich will mich ändern!, so sollst du ihm vergeben. Die Apostel baten den Herrn: Stärke unseren Glauben! Der Herr erwiderte: Wenn euer Glaube auch nur so groß wäre wie ein Senfkorn, würdet ihr zu dem Maulbeerbaum hier sagen: Heb dich samt deinen Wurzeln aus dem Boden, und verpflanz dich ins Meer!, und er würde euch gehorchen.

November 7, 2022

Montag, 7. November : ps 24(23),1-2.3-4.5-6.

Dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt, der Erdkreis und seine Bewohner. Denn er hat ihn auf Meere gegründet, ihn über Strömen befestigt. Wer darf hinaufziehn zum Berg des Herrn, wer darf stehn an seiner heiligen Stätte? Der reine Hände hat und ein lauteres Herz, der nicht betrügt und keinen Meineid schwört. Er wird Segen empfangen vom Herrn und Heil von Gott, seinem Helfer. Das sind die Menschen, die nach ihm fragen, die dein Antlitz suchen, Gott Jakobs.

November 7, 2022

Sonntag, 6. November : Origenes

Am letzten Tag wird der Tod besiegt sein. Die Auferstehung Christi nach dem Kreuzesleiden birgt schon geheimnisvoll die Auferstehung des ganzen Leibes Christi in sich. Wie der sichtbare Leib Christi gekreuzigt, begraben und danach auferweckt wurde, so ist der ganze Leib der Heiligen Christi mit ihm gekreuzigt worden und lebt nicht mehr in sich selbst. […] Wenn aber die Auferstehung des wirklichen Leibes Christi, seines gesamten Leibes, kommt, dann werden sich die Glieder Christi, die heute vertrockneten Gebeinen ähneln, zusammenfügen (vgl. Ez 37,1ff.), ein jeder wird seinen Platz finden, und so „sollen sie alle zur Einheit im Glauben und in der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen“ (vgl. Eph 4,13). Dann wird die Vielzahl der Glieder einen Leib bilden, denn wir sind ein „Leib in Christus“ (Röm 12,5).

November 6, 2022

Sonntag, 6. November : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 20,27-38.

In jener Zeit kamen einige von den Sadduzäern, die die Auferstehung leugnen, zu Jesus und fragten ihn: Meister, Mose hat uns vorgeschrieben: Wenn ein Mann, der einen Bruder hat, stirbt und eine Frau hinterlässt, ohne Kinder zu haben, dann soll sein Bruder die Frau heiraten und seinem Bruder Nachkommen verschaffen. Nun lebten einmal sieben Brüder. Der erste nahm sich eine Frau, starb aber kinderlos. Da nahm sie der zweite, danach der dritte, und ebenso die anderen bis zum siebten; sie alle hinterließen keine Kinder, als sie starben. Schließlich starb auch die Frau. Wessen Frau wird sie nun bei der Auferstehung sein? Alle sieben haben sie doch zur Frau gehabt. Da sagte Jesus zu ihnen: Nur in dieser Welt heiraten die Menschen. Die aber, die Gott für würdig hält, an jener Welt und an der Auferstehung von den Toten teilzuhaben, werden dann nicht mehr heiraten. Sie können auch nicht mehr sterben, weil sie den Engeln gleich und durch die Auferstehung zu Söhnen Gottes geworden sind. Dass aber die Toten auferstehen, hat schon Mose in der Geschichte vom Dornbusch angedeutet, in der er den Herrn den Gott Abrahams, den Gott Isaaks und den Gott Jakobs nennt. Er ist doch kein Gott von Toten, sondern von Lebenden; denn für ihn sind alle lebendig.

November 6, 2022