Donnerstag, 1. Dezember : Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 7,21.24-27.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt. Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute. Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es nicht ein; denn es war auf Fels gebaut. Wer aber meine Worte hört und nicht danach handelt, ist wie ein unvernünftiger Mann, der sein Haus auf Sand baute. Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es ein und wurde völlig zerstört.

December 1, 2022

Donnerstag, 1. Dezember : ps 118(117),1-2.8-9.19-20.25-27a.

Danket dem Herrn, denn er ist gütig, denn seine Huld währt ewig. So soll Israel sagen: Denn seine Huld währt ewig. Besser, sich zu bergen beim Herrn, als auf Menschen zu bauen. Besser, sich zu bergen beim Herrn, als auf Fürsten zu bauen. Öffnet mir die Tore zur Gerechtigkeit, damit ich eintrete, um dem Herrn zu danken. Das ist das Tor zum Herrn, nur Gerechte treten hier ein. Ach, Herr, bring doch Hilfe! Ach, Herr, gib doch Gelingen! Gesegnet sei, der da kommt im Namen des HERRN! Wir segnen euch vom Haus des HERRN her. Gott ist der HERR. Er ließ Licht für uns leuchten.

December 1, 2022

Donnerstag, 1. Dezember : Buch Jesaja 26,1-6.

An jenem Tag singt man in Juda dieses Lied: Wir haben eine befestigte Stadt, zu unserem Schutz baute der Herr Mauern und Wälle. Öffnet die Tore, damit ein gerechtes Volk durch sie einzieht, ein Volk, das dem Herrn die Treue bewahrt. Sein Sinn ist fest; du schenkst ihm Ruhe und Frieden; denn es verlässt sich auf dich. Verlasst euch stets auf den Herrn; denn der Herr ist ein ewiger Fels. Er hat die Bewohner des hohen Berges hinabgestürzt, die hoch aufragende Stadt; er hat sie zu Boden geworfen, in den Staub hat er sie gestoßen. Sie wird zermalmt von den Füßen der Armen, unter den Tritten der Schwachen.

December 1, 2022

Mittwoch, 30. November : Basileios von Seleukia

Andreas war unter den Aposteln der erste, der den Herrn als seinen Meister erkannte […]; er verließ die Lehre Johannes des Täufers, um in die Schule Christi zu gehen. […] Im Schein der Lampe (vgl. Joh 5,35) suchte er das wahre Licht; unter seinem gedämpften Schein gewöhnte er sich an den Glanz Christi. […] Johannes der Täufer, der ein Meister war, wurde zum Diener und Herold Christi, als dieser vor ihm stand: „Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt (Joh 1,29). Seht den, der vom Tod erlöst; seht den, der die Sünde vernichtet. Ich bin nicht als der Bräutigam gesandt, sondern als dessen Freund (vgl. Joh 3,29). Ich bin als Diener gekommen, nicht als Meister.“ Von diesen Worten getroffen, verlässt Andreas seinen alten Meister und läuft zu dem, den Johannes ankündigte. […] Er läuft zum Herrn, und seine Sehnsucht wird in seinem Verhalten offenbar […], er zieht den Evangelisten Johannes mit sich; beide verlassen die Lampe und gehen der Sonne entgegen. Andreas ist die erste Pflanze im Garten der Apostel, er ist es, der die Tür zur Lehre Christi öffnet; er ist der Erste, der die Früchte des Feldes pflückt, das die Propheten bestellt hatten. […] Er war der Erste, der den erkannte, von dem Mose gesagt hatte: „Einen Propheten wie mich wird dir der Herr, dein Gott, aus deiner Mitte, unter deinen Brüdern, erstehen lassen. Auf ihn sollt ihr hören“ (Dt 18,15). […] Er erkannte den, den die Propheten angekündigt hatten, und führte seinen Bruder Petrus zu ihm. Er zeigt Petrus den Schatz, den dieser noch nicht kannte: „Wir haben den Messias gefunden (Joh 1,41), ihn, den wir ersehnten. Wir haben auf sein Kommen gewartet: Komm jetzt und erfreu dich an seiner Gegenwart.“ […] Andreas führt seinen Bruder zu Christus […]: Das war sein erstes Wunder.

November 30, 2022

Mittwoch, 30. November : Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 4,18-22.

In jener Zeit als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Petrus, und seinen Bruder Andreas; sie warfen gerade ihr Netz in den See, denn sie waren Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm. Als er weiterging, sah er zwei andere Brüder, Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren mit ihrem Vater Zebedäus im Boot und richteten ihre Netze her. Er rief sie, und sogleich verließen sie das Boot und ihren Vater und folgten Jesus.

November 30, 2022

Mittwoch, 30. November : ps 19(18),2-3.4-5ab.

Die Himmel rühmen die Herrlichkeit Gottes, vom Werk seiner Hände kündet das Firmament. Ein Tag sagt es dem andern, eine Nacht tut es der andern kund, ohne Worte und ohne Reden, unhörbar bleibt ihre Stimme. Doch ihre Botschaft geht in die ganze Welt hinaus, ihre Kunde bis zu den Enden der Erde.

November 30, 2022

Dienstag, 29. November : Hl. Alphons-Maria von Liguori

Gott hat gewollt, dass wir erst nach dem Kommen des Messias geboren wurden; wie viel Dank schulden wir ihm dafür! Nachdem die Erlösung durch Jesus Christus bereits gewirkt war –, um wie viel größer waren die Wohltaten, die wir empfangen haben! Abraham, die Patriarchen und die Propheten sehnten sich danach, den Erlöser zu sehen; ihnen war dieses Glück nicht beschieden. Mit ihrem flehentlichen Seufzen und Bitten haben sie den Himmel sozusagen in den Ohren gelegen: „Taut, ihr Himmel, von oben“, riefen sie, „ihr Wolken, lasst Gerechtigkeit regnen!“ […] „Sende das Lamm, den Beherrscher der Erde“ (Jes 45,8; 16,1 Vulg.). […] So möge er in unseren Herzen herrschen und uns aus der Sklaverei befreien, in der wir elendiglich leben. „Erweise uns, Herr, deine Huld, und gewähre uns dein Heil“ (Ps 85(84),8). Das heißt: „Beeile dich, barmherzigster Gott, lass über uns deine liebreiche Huld aufleuchten, und lass die größte und wichtigste all deiner Verheißungen in Erfüllung gehen: Sende den, der uns retten soll“. So seufzten und flehten die Heiligen vor der Ankunft des Messias, und doch war es ihnen über viertausend Jahre hindurch nicht vergönnt, seine Geburt zu erleben. Dieses Glück war uns vorbehalten: Was aber tun wir? Welchen Nutzen ziehen wir daraus? Lasst uns doch diesen liebenswerten Erlöser lieben, jetzt, da er gekommen ist, da er uns aus den Händen unserer Feinde befreit hat, da er uns um den Preis seines Lebens vom ewigen Tod erlöst hat […], da er uns das Paradies geöffnet hat, da er uns mit so vielen Sakramenten und starken Hilfen ausgestattet hat! Er hat es getan, damit wir ihn in diesem Leben lieben und ihm in Frieden dienen, um uns im anderen Leben seiner auf ewig zu erfreuen. […] Du wärest wirklich voller Undankbarkeit, meine Seele, wenn du deinen Gott nicht lieben würdest, diesen Gott, der in Windeln gewickelt werden wollte, um dich von den Ketten der Hölle zu befreien; der arm sein wollte, um dir seinen Reichtum zu schenken; der schwach sein wollte, um dich gegen deine Feinde stark zu machen; der von Leiden und Traurigkeit überhäuft sein wollte, um durch seine Tränen deine Sünden abzuwaschen.

November 29, 2022

Dienstag, 29. November : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 10,21-24.

In dieser Stunde rief Jesus, vom Heiligen Geist erfüllt, voll Freude aus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand weiß, wer der Sohn ist, nur der Vater, und niemand weiß, wer der Vater ist, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will. Jesus wandte sich an die Jünger und sagte zu ihnen allein: Selig sind die, deren Augen sehen, was ihr seht. Ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und wollten hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.

November 29, 2022

Dienstag, 29. November : ps 72(71),1-2.7-8.12-13.17.

Verleih dein Richteramt, o Gott, dem König, dem Königssohn gib dein gerechtes Walten! Er regiere dein Volk in Gerechtigkeit und deine Armen durch rechtes Urteil. Die Gerechtigkeit blühe auf in seinen Tagen und großer Friede, bis der Mond nicht mehr da ist. Er herrsche von Meer zu Meer, vom Strom bis an die Enden der Erde. Denn er rettet den Gebeugten, der um Hilfe schreit, den Armen und den, der keinen Helfer hat. Er erbarmt sich des Gebeugten und Schwachen, er rettet das Leben der Armen. Sein Name soll ewig bestehen; solange die Sonne bleibt, sprosse sein Name. Glücklich preisen sollen ihn alle Völker und in ihm sich segnen.

November 29, 2022

Montag, 28. November : II. Vatikanisches Konzil

Die pilgernde Kirche ist ihrem Wesen nach „missionarisch“ (d. h. als Gesandte unterwegs), da sie selbst ihren Ursprung aus der Sendung des Sohnes und der Sendung des Heiligen Geistes herleitet gemäß dem Plan Gottes des Vaters. Dieser Plan entspringt der „quellhaften Liebe“, dem Liebeswollen Gottes des Vaters. Er, der ursprungslose Ursprung, aus dem der Sohn gezeugt wird und der Heilige Geist durch den Sohn hervorgeht, hat uns in seiner übergroßen Barmherzigkeit und Güte aus freien Stücken geschaffen und überdies gnadenweise gerufen, Gemeinschaft zu haben mit ihm in Leben und Herrlichkeit. Er hat die göttliche Güte freigebig ausgegossen und gießt sie immerfort aus, so dass er, der Schöpfer von allem, endlich „alles in allem“ (1 Kor 15,28) sein wird, indem er zugleich seine Herrlichkeit und unsere Seligkeit bewirkt. Es hat aber Gott gefallen, die Menschen nicht bloß als einzelne, ohne jede gegenseitige Verbindung, zur Teilhabe an seinem Leben zu rufen, sondern sie zu einem Volk zu bilden, in dem seine Kinder, die verstreut waren, in eins versammelt werden sollen. […] Dieser umfassende Plan Gottes für das Heil des Menschengeschlechtes wird nicht allein auf eine gleichsam in der Innerlichkeit des Menschen verborgene Weise verwirklicht. […] so wollte er Frieden und Gemeinschaft mit sich herstellen und brüderliche Verbundenheit unter den Menschen, die doch Sünder sind, stiften. Darum sandte er seinen Sohn in unserem Fleisch […] dass er alles in ihm erneuerte. Denn Christus Jesus ist in die Welt gesandt worden als wahrer Mittler Gottes und der Menschen. Da er Gott ist, „wohnt in ihm leibhaftig die ganze Fülle der Gottheit“ (Kol 2,9); der menschlichen Natur nach aber ist er, „voll Gnade und Wahrheit“ (Joh 1,14), als neuer Adam zum Haupt der erneuerten Menschheit bestellt. […] unseretwegen ist er arm geworden, da er doch reich war, damit wir durch seine Armut reich würden. […] Er hat aber, ausgenommen die Sünde, die volle Menschennatur angenommen, wie sie sich bei uns findet, die wir elend und arm sind. […] „Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und heil zu machen, was verloren war“ (Lk 19,10). Was aber vom Herrn ein für allemal verkündet oder in ihm für das Heil des Menschengeschlechts getan worden ist, muss ausgerufen und ausgesät werden bis ans Ende der Erde […]. So soll, was einmal für alle zum Heil vollzogen worden ist, in allen im Ablauf der Zeiten seine Wirkung erlangen.

November 28, 2022