Donnerstag, 9. Februar : Hl. Johannes Chrysostomus

Eine kanaanäische Frau kam zu Jesus und flehte ihn mit lauter Stimme an, er möge sich doch ihrer Tochter erbarmen, die von einem Dämon besessen war. […] Diese Frau, eine Fremde, eine Heidin, die keinerlei Verbindung zur jüdischen Gemeinschaft hatte – was war sie anderes als eine Hündin, die nicht würdig war, das zu erhalten, worum sie bat? Jesus sagte: „Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen“. Dennoch verdiente sie es durch ihre Beharrlichkeit, dass sie erhört wurde. Jesus erhob sie, die nur eine Hündin war, zur Würde eines kleinen Kindes; ja mehr noch, er überschüttete sie mit Lob. „Frau“, sagte er, als er sie wegschickte, „dein Glaube ist groß. Was du willst, soll geschehen“ (Mt 15,28). Wenn man Christus sagen hört: „Dein Glaube ist groß“, braucht man nach keinem weiteren Beweis für die Seelengröße dieser Frau zu suchen. Sieh, wie sie ihre Unwürdigkeit durch ihre Beharrlichkeit ausgelöscht hat. Beachte auch, dass wir durch unser eigenes Gebet mehr vom Herrn erhalten als durch das Gebet anderer.

February 9, 2023

Donnerstag, 9. Februar : Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus 7,24-30.

In jener Zeit brach Jesus auf und zog von dort in das Gebiet von Tyrus. Er ging in ein Haus, wollte aber, dass niemand davon erfuhr; doch es konnte nicht verborgen bleiben. Eine Frau, deren Tochter von einem unreinen Geist besessen war, hörte von ihm; sie kam sogleich herbei und fiel ihm zu Füßen. Die Frau, von Geburt Syrophönizierin, war eine Heidin. Sie bat ihn, aus ihrer Tochter den Dämon auszutreiben. Da sagte er zu ihr: Lasst zuerst die Kinder satt werden; denn es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen. Sie erwiderte ihm: Ja, du hast recht, Herr! Aber auch für die Hunde unter dem Tisch fällt etwas von dem Brot ab, das die Kinder essen. Er antwortete ihr: Weil du das gesagt hast, sage ich dir: Geh nach Hause, der Dämon hat deine Tochter verlassen. Und als sie nach Hause kam, fand sie das Kind auf dem Bett liegen und sah, dass der Dämon es verlassen hatte.

February 9, 2023

Donnerstag, 9. Februar : ps 128(127),1-2.3.4-5.

Wohl dem Mann, der den Herrn fürchtet und ehrt und der auf seinen Wegen geht! Was deine Hände erwarben, kannst du genießen; wohl dir, es wird dir gut ergehn. Wie ein fruchtbarer Weinstock ist deine Frau drinnen in deinem Haus. Wie junge Ölbäume sind deine Kinder rings um deinen Tisch. So wird der Mann gesegnet, der den Herrn fürchtet und ehrt. Es segne dich der Herr vom Zion her. Du sollst dein Leben lang das Glück Jerusalems schauen.

February 9, 2023

Donnerstag, 9. Februar : Buch Genesis 2,18-25.

Dann sprach Gott, der Herr: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein bleibt. Ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht. Gott, der Herr, formte aus dem Ackerboden alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels und führte sie dem Menschen zu, um zu sehen, wie er sie benennen würde. Und wie der Mensch jedes lebendige Wesen benannte, so sollte es heißen. Der Mensch gab Namen allem Vieh, den Vögeln des Himmels und allen Tieren des Feldes. Aber eine Hilfe, die dem Menschen entsprach, fand er nicht. Da ließ Gott, der Herr, einen tiefen Schlaf auf den Menschen fallen, so dass er einschlief, nahm eine seiner Rippen und verschloss ihre Stelle mit Fleisch. Gott, der Herr, baute aus der Rippe, die er vom Menschen genommen hatte, eine Frau und führte sie dem Menschen zu. Und der Mensch sprach: Das endlich ist Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch. Frau soll sie heißen; denn vom Mann ist sie genommen. Darum verlässt der Mann Vater und Mutter und bindet sich an seine Frau, und sie werden ein Fleisch. Beide, Adam und seine Frau, waren nackt, aber sie schämten sich nicht voreinander.

February 9, 2023

Mittwoch, 8. Februar : Johannes Cassianus

Es ist nämlich etwas anderes, ob einer aus Freude an einem gegenwärtigen Gut die Befleckung mit Lastern und der Fleischlichkeit hasst, oder ob er im Hinblick auf den künftigen Lohn die unerlaubten Begierden zügelt; und etwas anderes ist es, ein gegenwärtiges Unglück zu fürchten oder eine künftige Strafe zu scheuen. Endlich ist es viel höher, um des Guten selbst willen nicht von ihm ablassen zu wollen, als aus Furcht vor Bösem in das Böse nicht einzuwilligen. Denn in jenem ist das Gute freiwillig, in diesem aber wie erzwungen und gegen seinen Willen ihm abgepresst, sei es nun durch die Furcht vor der Strafe oder durch die Begierde nach Lohn. Wer sich nämlich aus Furcht von den Reizen der Laster fern hält, der wird, wenn das Hindernis der Furcht entfernt ist, wieder zu dem zurückkehren, was er liebt, und wird deshalb nicht nur die Festigkeit im Guten nicht beständig bewahren, sondern nicht einmal vor Anfechtung je Ruhe haben, weil er nicht den festen und ewigen Frieden der Reinheit besitzen wird; denn wo die Unruhe des Kampfes ist, da muss notwendig auch die Gefahr der Verwundung da sein. […] Wer aber nach Überwindung der lasterhaften Anfechtung schon die Sicherheit des Friedens genießt und zur Liebe der Tugend als solcher gelangt ist, der wird das Gute, dem er schon ganz angehört, beständig in Stand halten, weil er glaubt, dass kein Verlust größer sei als der einer recht innerlichen Reinheit. Denn er hält nichts für wertvoller und kostbarer als die gegenwärtige Reinheit, welcher die verderbliche Verletzung der Tugend oder die giftige Ansteckung des Lasters die größte Strafe ist.

February 8, 2023

Mittwoch, 8. Februar : Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus 7,14-23.

In jener Zeit rief Jesus die Leute zu sich und sagte: Hört mir alle zu und begreift, was ich sage: Nichts, was von außen in den Menschen hineinkommt, kann ihn unrein machen, sondern was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein. Er verließ die Menge und ging in ein Haus. Da fragten ihn seine Jünger nach dem Sinn dieses rätselhaften Wortes. Er antwortete ihnen: Begreift auch ihr nicht? Seht ihr nicht ein, dass das, was von außen in den Menschen hineinkommt, ihn nicht unrein machen kann? Denn es gelangt ja nicht in sein Herz, sondern in den Magen und wird wieder ausgeschieden. Damit erklärte Jesus alle Speisen für rein. Weiter sagte er: Was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein. Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habgier, Bosheit, Hinterlist, Ausschweifung, Neid, Verleumdung, Hochmut und Unvernunft. All dieses Böse kommt von innen und macht den Menschen unrein.

February 8, 2023

Mittwoch, 8. Februar : ps 104(103),1-2.27-28.29bc-30.

Lobe den Herrn, meine Seele! Herr, mein Gott, wie groß bist du! Du bist mit Hoheit und Pracht bekleidet. Du hüllst dich in Licht wie in einen Mantel, du spannst den Himmel aus gleich einem Zelt. Auf dich warten sie alle, dass du ihnen ihre Speise gibst zur rechten Zeit. Gibst du ihnen, dann sammeln sie ein, öffnest du deine Hand, werden sie gesättigt mit Gutem. Nimmst du ihnen den Atem, so schwinden sie hin und kehren zurück zum Staub der Erde. Du sendest deinen Geist aus: Sie werden erschaffen und du erneuerst das Angesicht der Erde.

February 8, 2023

Mittwoch, 8. Februar : Buch Genesis 2,4b-9.15-17.

Zur Zeit, als Gott, der Herr, Erde und Himmel machte, gab es auf der Erde noch keine Feldsträucher und wuchsen noch keine Feldpflanzen; denn Gott, der Herr, hatte es auf die Erde noch nicht regnen lassen, und es gab noch keinen Menschen, der den Ackerboden bestellte; aber Feuchtigkeit stieg aus der Erde auf und tränkte die ganze Fläche des Ackerbodens. Da formte Gott, der Herr, den Menschen aus Erde vom Ackerboden und blies in seine Nase den Lebensatem. So wurde der Mensch zu einem lebendigen Wesen. Dann legte Gott, der Herr, in Eden, im Osten, einen Garten an und setzte dorthin den Menschen, den er geformt hatte. Gott, der Herr, ließ aus dem Ackerboden allerlei Bäume wachsen, verlockend anzusehen und mit köstlichen Früchten, in der Mitte des Gartens aber den Baum des Lebens und den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. Gott, der Herr, nahm also den Menschen und setzte ihn in den Garten von Eden, damit er ihn bebaue und hüte. Dann gebot Gott, der Herr, dem Menschen: Von allen Bäumen des Gartens darfst du essen, doch vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht essen; denn sobald du davon isst, wirst du sterben.

February 8, 2023

Dienstag, 7. Februar : Hl. Cyrill von Jerusalem

Wenn wir unseren himmlischen Vater ehren, dann wollen wir auch unsere fleischlichen Väter ehren. Denn ausdrücklich bestimmte der Herr selbst im Gesetze und in den Propheten: „Ehre deinen Vater und deine Mutter, auf dass es dir wohlergehe und du lange lebest auf Erden!“ (Ex 20,12) Auf dieses Wort sollen von den Anwesenden vor allem diejenigen hören, welche noch Vater und Mutter haben! „Ihr Kinder, gehorchet euren Eltern“ (Eph 6,1) in allem; denn das ist wohlgefällig dem Herrn. Nicht hat der Herr gesagt: „Wer Vater oder Mutter liebt, ist meiner nicht wert“ (Mt 10,37). Deute nicht das schöne Wort falsch aus Torheit! Es ist ja doch beigefügt: „(wer liebt) mehr als mich“. Denn wenn irdische Eltern eine Gesinnung bekunden, welche dem himmlischen Vater widerspricht, dann hat jenes Wort Geltung. Wenn sie aber unserer religiösen Betätigung kein Hindernis in den Weg setzen und wir aus Undankbarkeit und uneingedenk ihrer Wohltaten sie verachten, dann findet das Wort auf uns Anwendung: „Wer Vater oder Mutter flucht, soll des Todes sterben“ (Mt 15,4). Die erste Tugend christlicher Frömmigkeit ist, die Eltern zu ehren, die Mühen derer, welche uns das Leben gegeben haben, zu vergelten, mit allen Kräften sie zu unterstützen. Wenn wir ihnen auch das meiste wieder vergelten, so können wir ihnen doch niemals das Leben geben, das sie uns geschenkt haben. Wenn sie unsere Fürsorge genießen, mögen sie uns mit jenem Segen stärken, welchen der Fersehalter Jakob sich schlau weggenommen hatte! (vgl. Gen 27,36). Möge der Vater im Himmel unseren guten Willen annehmen und uns würdigen, mit den Gerechten „wie die Sonne zu leuchten im Reiche unseres Vaters“ (Mt 13,43), dem die Ehre sei mit dem eingeborenen Erlöser Jesus Christus, mit dem Hl. Geist, dem Lebendigmacher, jetzt und immer und in alle Ewigkeit. Amen.

February 7, 2023

Dienstag, 7. Februar : Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus 7,1-13.

In jener Zeit hielten sich die Pharisäer und einige Schriftgelehrte, die aus Jerusalem gekommen waren, bei Jesus auf. Sie sahen, dass einige seiner Jünger ihr Brot mit unreinen, das heißt mit ungewaschenen Händen aßen. Die Pharisäer essen nämlich wie alle Juden nur, wenn sie vorher mit einer Handvoll Wasser die Hände gewaschen haben, wie es die Überlieferung der Alten vorschreibt. Auch wenn sie vom Markt kommen, essen sie nicht, ohne sich vorher zu waschen. Noch viele andere überlieferte Vorschriften halten sie ein, wie das Abspülen von Bechern, Krügen und Kesseln. Die Pharisäer und die Schriftgelehrten fragten ihn also: Warum halten sich deine Jünger nicht an die Überlieferung der Alten, sondern essen ihr Brot mit unreinen Händen? Er antwortete ihnen: Der Prophet Jesaja hatte recht mit dem, was er über euch Heuchler sagte: Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von mir. Es ist sinnlos, wie sie mich verehren; was sie lehren, sind Satzungen von Menschen. Ihr gebt Gottes Gebot preis und haltet euch an die Überlieferung der Menschen. Und weiter sagte Jesus: Sehr geschickt setzt ihr Gottes Gebot außer Kraft und haltet euch an eure eigene Überlieferung. Mose hat zum Beispiel gesagt: Ehre deinen Vater und deine Mutter!, und: Wer Vater oder Mutter verflucht, soll mit dem Tod bestraft werden. Ihr aber lehrt: Es ist erlaubt, dass einer zu seinem Vater oder seiner Mutter sagt: Was ich dir schulde, ist Korbán, das heißt: eine Opfergabe. Damit hindert ihr ihn daran, noch etwas für Vater oder Mutter zu tun. So setzt ihr durch eure eigene Überlieferung Gottes Wort außer Kraft. Und ähnlich handelt ihr in vielen Fällen.

February 7, 2023